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Der Spion – Kapitel 13

Balduin Möllhausen
Der Spion
Roman aus dem amerikanischen Bürgerkrieg, Suttgart 1893

Kapitel 13

Nachtvögel

Die beiden Freunde hatten eine zum Wasser hinunterführende Treppe erreicht, auf deren letzter Stufe Fegefeuer damit beschäftigt war, ein leichtes Fahrzeug loszuketten. Schweigend bestiegen sie dasselbe, wo sie bald zu den bereitliegenden Riemen griffen. Gleich darauf glitt das Boot, welches Fegefeuer als Eigentum seines Onkels bezeichnete, zwischen zwei Dampfern hindurch auf den Strom hinaus. Dort warfen die Männer den Bug herum. Nur kurze Zeit benutzten sie die Riemen. Alonso vertauschte den seinen mit einem kurzen Schaufelruder und setzte sich zum Steuern auf die Sternbank. Fegefeuer hatte sich in der Mitte des Bootes ausgestreckt, wogegen Nicodemo auf der vordersten Bank, das Gesicht stromabwärts gekehrt, Platz nahm, um jedem Zusammenstoß mit Ankerketten und Dampfern rechtzeitig vorbeugen zu können.

So trieb das Boot mit der Schnelligkeit der Strömung einher, und so geräuschlos, als ob es von der bereits aufspringenden Morgenbrise getragen worden wäre.

Das gelegentliche leise Plätschern des von Alonso vorsichtig gehandhabten Ruders wurde durch das Geräusch übertönt, mit welchem die eiligen Fluten hier zwischen den nahen gewaltigen Schaufelrädern hindurchspülten, dort auf glatte Schiffsseiten prallten und im Kampf um eine neue freie Bahn kleine Trichter und Wirbel erzeugten. Überall geheimnisvolles Rauschen, Gurgeln und Murmeln, nur nicht vor dem Bug des Bootes oder im Fahrwasser der Treibholzstämme, die gemächlich ihre Bahn dem Golf von Mexiko zu verfolgten. Im Gegensatz zum regen Leben der beweglichen Fluten erschienen die Dampferkolosse doppelt starr. Vom über den Mississippi hereinfallenden Mondschein getroffen, hätte man die lange Reihe der weißen Gebäude mit den ausdruckslos gen Himmel stierenden zahlreichen Schornsteinen mit einer Geisterstadt vergleichen mögen. Nirgend erblickte man Licht, nirgend eine Rauchsäule oberhalb der eisernen Schlote.

Dampfer folgte auf Dampfer, und immer vorsichtiger handhabte Alonso sein Ruder. Dampfer auf Dampfer, und größer wurden allmählich die Zwischenräume zwischen den Schiffsgebäuden, bis sie endlich nur noch vereinzelt am Ufer verankert lagen.

Die Stadt hatte längst ihr Ende erreicht. Nur noch Schuppen, Magazine und sonstige Baulichkeiten ragten in der Nähe des Stromes empor, bis das Ufer endlich ganz verödet erschien. Abermals wurde dessen Einförmigkeit durch einen von Dampfern gebildeten Vorsprung unterbrochen. Bei deren Anblick steuerte Alonso das Boot dicht an die nur wenig erhabene, jedoch steile Uferwand heran, wo es mit dieser gleichsam zusammenfiel. Im dort stilleren Wasser langsamer einhergleitend, unterschied Nicodemo, begünstigt durch das Mondlicht, allmählich deutlicher, dass daselbst zwei Dampfer nebeneinander lagen, die, offenbar längst ausgedient, nur noch darauf warteten, abgebrochen zu werden. Dem einen fehlten die Schornsteine, ein Merkmal, dass außer Fledermäusen und Ratten kein anderes lebendes Wesen mehr die leeren Räume jemals aufsuchte.

Alonsos Argwohn wurde dadurch nicht abgeschwächt. Behutsam presste er sein kurzes Ruder tiefer in die Fluten, um dadurch den Lauf des Bootes nach besten Kräften zu hemmen. Zugleich wendeten die beiden Männer keinen Blick vom ihnen zunächst liegenden hohen Schiffsgebäude, durch welches das andere vollständig verdeckt wurde. Kein im tiefen Schatten liegender Winkel entging ihrer Aufmerksamkeit; doch nichts entdeckten sie, wodurch ihr Misstrauen genährt worden wäre.

Endlich trafen sie neben dem vorderen Dampfer ein. Alonso hatte das Boot so weit herumgeschwungen, dass es die letzten zehn oder zwölf Ellen in paralleler Lage mit dem Dampfer zurücklegte. Er erreichte dadurch, dass es geräuschlos unter die vorspringende Plattform trieb, auf welcher der obere Bau errichtet worden war.

In gebückter Stellung, statt des Ruders die Hände gebrauchend, gelang es den Männern, ihr Fahrzeug, ohne anzustoßen, längsseits von der eigentlichen Schiffswand des Dampfers festzulegen, sodass der Außenbord des Bootes kaum noch einen Fuß breit unterhalb des Randes der Plattform hervorragte.

Hier in dem sicheren Versteck neigte Alonso sich dem Gefährten mit den geflüsterten Worten zu: »Der andere Dampfer ist die Stätte, auf welcher die Nachtvögel ihre Zusammenkünfte abhalten. Ob in dieser Nacht eine verabredet gewesen war, gelang mir nicht zu erkunden. Auch würden sie um diese Zeit wohl längst auseinandergegangen sein. Trotzdem müssen wir auf alles vorbereitet sein. Wie Sie und die ihren, sind auch sie unberechenbar.«

Sie entledigten sich der Fußbekleidung. Nachdem sie Fegefeuer angewiesen hatten, das Boot in seiner Lage zu halten, krochen sie auf die Plattform hinaus.

Dort befanden sie sich im Schatten der um die hochgelegene Kajüte herumlaufenden Galerie, welche dem Vorderschiff zu ihre Fortsetzung in den Gerüsten fand, zwischen denen einst die längst entfernten Kessel und Maschinen arbeiteten. Dorthin, also dem Ufer zu, wohin der Mond nicht reichte, lag auch ihr Weg. Trotzdem war es daselbst hell genug, um die zum Kielraum hinunterführenden Luken und Löcher vermeiden zu können.

Sorgfältig ihre Bewegungen abmessend und die morschen Planken vor sich prüfend, bevor sie ihnen das Gewicht ihrer Körper anvertrauten, hatten sie die leeren Maschinenräume durchschlichen. Sie waren eben im Begriff, zwischen dem jenseitigen Radkasten und Lagerraum hindurch ihren Weg auf der Plattform fortzusetzen, um dahin zu gelangen, wo sie zum anderen Dampfer glaubten hinüberspringen zu können, als Nicodemo seinen Führer plötzlich an der Schulter packte und zurückhielt. Zugleich wies er zu der obersten Bedachung des Nachbardampfers hinauf. Dort war er eines Mannes ansichtig geworden, der, den alten Schornsteinkasten als Rücklehne benutzend, sich so niedergelassen hatte, dass er das Ufer weit aufwärts und abwärts zu übersehen vermochte.

In scharfen Umrissen zeichnete seine Gestalt sich vom mondhellen Himmel ab. Das Haupt ruhte beinahe auf den emporgezogenen Knien, die er mit beiden Armen umschlungen hielt. Der Hut war infolgedessen weit auf den Hinterkopf hinauf geglitten. Er versah dort oben augenscheinlich das Amt eines Wachtpostens, mochte, im Bewusstsein völliger Sicherheit, der ihn übermannenden Müdigkeit nachgegeben haben; denn längere Zeit beobachteten die beiden Gefährten ihn gespannt, ohne ein Lebenszeichen an ihm zu bemerken.

Weiter um sich spähend, gewahrten sie, dass auf dem Hinterschiff eine Laufplanke den zwischen den beiden Fahrzeugen bestehenden Zwischenraum überbrückte, ferner, dass der Dampfer, auf welchem sie sich befanden, mit dem Bug hart am Ufer lag, wogegen der andere, augenscheinlich leck und infolgedessen tiefer ins Wasser hinabgesunken, durch eine gegen sechs Ellen breite Stromfläche vom Ufer getrennt wurde. Es ergab sich daraus, dass die zeitweise auf Letzterem verkehrenden Leute ihren Weg jedes Mal über den anderen Dampfer wählen mussten. Von Zweifeln befangen und in der Besorgnis, von dem Wachtposten entdeckt zu werden, wagten sie nicht, sich von der Stelle zu rühren. Erst nach längerer Zeit, als sie auf dem gegenüberliegenden Dampfer eine Tür gehen hörten, gleichzeitig, durch die dazwischen liegenden Räumlichkeiten und Holzwände gedämpft, das Murmeln einer Anzahl zueinander sprechenden Männer zu ihren Ohren drang und der Posten auf dem Oberdeck sich träge aufrichtete, dachten sie an ihre fernere Sicherheit. Leise schlichen sie bis dahin zurück, wo eine viereckige Öffnung im Fußboden ihnen entgegen gähnte. Dieselbe untersuchend, fanden sie wohl eine nach unten führende Treppe. Deren Tragfähigkeit nicht trauend und das geräuschvolle Krachen und Splittern morschen Holzes fürchtend, benutzten sie dieselbe nur als Stütze, als sie, mit den Armen den Rand der Öffnung zum Halt wählend, rückwärts in dieselbe hinabglitten. Zu ihrer Überraschung kamen sie in der Tiefe von vier bis fünf Fuß auf eine feste Holzanhäufung zu stehen, sodass sie, ohne mehr als ihre Stirnen preiszugeben, über das Unterdeck des Nachbardampfers hinzuspähen vermochten.

Das Murmeln war unterdessen lauter geworden, indem eine Anzahl Männer die Kajüte verließ und eine Weile auf dem sich vor derselben erstreckenden Altan säumte, bevor sie sich anschickte, die steile Treppe hinabzusteigen.

»Numero acht!«, rief endlich eine Stimme halblaut zum Oberdeck hinauf. Es waren die ersten Worte, welche die beiden Gefährten verstanden.

»Aye, aye!«, hieß es ebenso vorsichtig zurück.

»Ist die Luft rein?«, fragte die erste Stimme wieder.

»So weit meine Augen reichen, rührte sich nichts«, antwortete der Wachposten, indem er zu den übrigen Männern hinunterkletterte.

Abermals folgte wirres Durcheinanderreden. Man schien sich über irgendeinen Gegenstand ereifert zu haben und nicht zu einer Einigung gelangen zu können.

»Was kann dies alles helfen«, drang es endlich wieder verständlich zu den Gefährten herüber, »mit nutzlosem Erörtern verlieren wir Zeit. Soll etwas getan werden, so muss es bald geschehen, oder es wird zu spät. Da noch Meinungsverschiedenheiten obwalten, so schlage ich vor, zu übermorgen Nacht eine neue Zusammenkunft anzuberaumen. Bis dahin haben Einzelne von uns sicher Gelegenheit gefunden, Näheres über die Sachlage in Erfahrung zu bringen.«

Billigende Antworten flossen ineinander. Aus dem dumpf polternden Geräusch ging hervor, dass man sich auf der baufälligen Treppe abwärts tastete. Kurzes Zögern folgte, indem man sich voneinander verabschiedete, um in längeren und kürzeren Zwischenpausen sich paarweise auf den Heimweg zu begeben.

Wie die beiden Gefährten vorausgesehen hatten, geschah es. Zunächst unterschieden sie die schattenähnlichen Gestalten, wie dieselben sich dem Hinterschiff zu bewegten und die Laufplanke überschritten. Sie hörten noch, dass die Vordersten sich ihnen näherten, dann tauchten sie gänzlich in ihr Versteck hinab.

»Die Sezession geht unfehlbar ihrem Ende entgegen«, verstanden sie gleich darauf die von schweren Schritten begleiteten Worte. Tiefe Erbitterung klang aus der Stimme hervor. »Ihr Untergang ist nur noch eine Frage der Zeit. Wo einst Überfluss auf den Plantagen herrschte, in patriarchalischen Verhältnissen die Sklaven sich glücklich fühlten, da werden die gastlichen Heimstätten in Trümmer sinken, die grünenden und blühenden Gefilde sich in einen Mantel giftigen Unkrautes hüllen. Was bleibt uns da anderes übrig, als dafür zu sorgen, dass der Zusammenbruch der durch Jahrhunderte geheiligten Institutionen wenigstens nicht ungerächt bleibt. Und fiele nur einer von Tausend als Opfer und es wäre ein hervorragendes Mitglied unserer Gegner, so besäßen wir wenigstens etwas, worüber wir frohlocken dürften.«

Die beiden Verschworenen schritten oberhalb der verborgenen Gefährten hinweg. Dicht vor ihren Ohren dröhnten die Planken unter deren Füßen. Durch die Erschütterung gelöst, rieselten Staub und Sand aus den durch Verwitterung erweiterten Fugen auf sie nieder. Nur des knarrenden Weichens eines Brettes unter ihrer Last, vielleicht eines lauteren Atemzuges bedurfte es, um sie zu verraten und den Angriff einer ihnen zehnfach überlegenen Zahl unerbittlicher Feinde herbeizuführen.

»Ich hoffe noch immer auf den Erfolg der unsrigen im Staat Missouri«, lautete die finster erteilte Antwort. »Soviel ich weiß, ist alles so eingeleitet, dass die eigentliche Entscheidung …«

Das Weitere ging auf dem Vorderschiff verloren, wo nach kurzer Frist die beiden unheimlichen Genossen ans Ufer sprangen.

Wiederum schritten zwei oder drei Männer über die Laufplanke. Anstatt den vorausgegangenen Mitverschworenen zu folgen, wählten sie den Weg auf der anderen Seite des Kajütenbaus herum und über das Boot und Fegefeuer hinweg.

Nicodemo, obwohl eine eiserne Natur, fühlte, wie bei dem Gedanken an Oliva seine Brust sich zusammenschnürte. Er begriff, dass von der Plattform aus nur ein etwas aufmerksamerer Blick niederwärts gesendet zu werden brauchte, um den Bootsrand zu entdecken; aber auch dass Fegefeuer, um den unbarmherzigen Verfolgern nicht in die Hände zu geraten, sich ins Wasser stürzen oder im nahen Schaufelrad verkriechen würde, was zugleich sein und Alonsos unabweichbares Verderben herbeigeführt hätte. Mit angehaltenem Atem lauschten beide. Das Dröhnen der Schritte auf dem hohl liegenden Holzwerk klang, als ob es im Kielraum selbst erzeugt worden wäre. Dazu gesellten sich eifrig erörternde Stimmen, welche der Hoffnung Raum gaben, dass das Boot unbemerkt bleiben würde. Dann atmeten sie auf. Aus dem Geräusch ging hervor, dass die verhängnisvolle Stelle hinter den unheilbrütenden Männern lag. Gleich darauf unterschieden sie, wie dieselben ebenfalls den Dampfer verließen.

Nur einmal noch waltete die Gefahr des Entdeckens, dann wählten die einzelnen Gruppen den kürzeren Weg, welchen die ersten Verschworenen eingeschlagen hatten. Wie zuvor erhaschten die beiden Gefährten auch jetzt jedes Mal einzelne Worte und Bemerkungen. Dieselben beseitigten die letzten Zweifel, dass es tatsächlich eine Anzahl Mitglieder des berüchtigten Klu-Klux-Klans waren, welche den Dampfer zur nächtlichen Brutstätte für ihre verworfenen Pläne auserkoren hatte. Namen wurden nicht genannt, aber aus einzelnen Andeutungen ging unwiderleglich hervor, dass Mordstahl und Strick über ahnungslosen Häuptern schwebten, von welchen man ein Durchkreuzen der eigenen dunklen Unternehmungen fürchtete.

Sowie die geheimnisvollen Männer das Ufer betraten, verschwanden sie auch geräuschlos in Richtung zur Stadt, so viel wie möglich verschiedene Wege einschlagend. Wer den einzelnen Gruppen begegnete, musste sie für verspätete Wanderer halten, die in keinerlei Beziehung zueinander standen, bis endlich die ersten Häuserreihen sie gleichsam verschlangen.

 

Noch immer ihre Bewegungen vorsichtig abmessend, verließen Alonso und Nicodemo ihr Versteck. Beide Dampfer lagen jetzt vollständig lautlos. Das letzte Leben schien in ihnen erstorben zu sein. Eine Weile lauschten sie misstrauisch. Nachdem gegen achtzehn Männer über sie hinweggeschritten waren, konnten sie nicht glauben, dass noch jemand zurückgeblieben sei.

»Jetzt ans Werk«, raunte Alonso dem Gefährten zu, »bevor der Morgen heraufzieht, müssen wir fertig sein.«

»Man scheint Sie gut unterrichtet zu haben«, erwiderte Nicodemo.

»So gut, wie es durch einen Verräter aus den Reihen des Klans selber nur geschehen konnte. Wenn das Schiff sinkt, flüchten die Ratten. Was klingender Gewinn vorbereitete, das vollendete der Wunsch, später gegen Nachstellungen durch die Behörden gesichert zu sein. Er spielt ein gefährliches Spiel, doch er weiß, dass er von mir nichts zu befürchten hat.«

Während dieses Gespräches hatten sie sich geräuschlos zu der Laufplanke hinüberbegeben. Kaum aber waren sie vor derselben eingetroffen, wo der Schatten der Galerie sie noch bedeckte, als aus deren anderem Ende eine Tür sich öffnete und ein hinter derselben brennendes Licht gelöscht wurde. Die Tür fiel zu, der Schlüssel knirschte im Schloss und eiligen Schrittes betrat ein Mann die Planke. Gleichzeitig entdeckte er Nicodemo und Alonso, und in ihnen Mitverschworene vermutend, sprach er, während er die Blicke vor sich auf den schmalen Steg gerichtet hielt, seine Stimme gewohnheitsmäßig dämpfend: »Des Henkers will ich sein, wenn ich nicht glaubte, den verrotteten Bau als Letzter zu verlassen. Ein unheimlicher Aufenthaltsort für einen einzelnen Mann. Aus jedem Winkel lugen Gespenster, möchte man wähnen. Das nächste Mal mag ein anderer das Ausräumen und Verschließen besorgen. Gut, dass ihr da seid. In Gesellschaft geht es sich angenehmer.«

Er hatte die Planke verlassen und stand Nicodemo gegenüber, hinter welchem Alonsos Gestalt mehr mit der Bretterwand zusammenfiel.

»Welche Nummer?«, fragte er ahnungslos.

Befremdete ihn aber schon, dass er keine Antwort erhielt, so musste er auch an der vom Schatten verschleierten Erscheinung des vor ihm Stehenden etwas entdecken, was seinen Argwohn erregte; denn zuerst sich ihm näher zuneigend, prallte er sichtbar erschrocken zurück. Zugleich riss er den Revolver aus dem Gurt. Nicodemo verharrte regungslos. Nur sein rechter Arm, der so lange anscheinend schlaff herunterhing, schnellte flüchtig nach vorn. Es war, als hätte er den entsetzten Klangefährten kaum berührt gehabt, und doch neigte dieser sich mit einem tiefen, seufzerartigen Ton immer weiter hinten über, bis er endlich das Gleichgewicht verlor, über Bord fiel und die Fluten des Stromes sich brausend über ihm schlossen.

»Caramba!«, fluchte Nicodemo vor sich hin, ein Zeichen seiner heftigen Erregung, indem er sich Alonso zukehrte, »wenn es einer von uns sein musste, so war es besser, es traf jemand, der es hundertfach verdiente. Allmächtiger! Wohin führen die entfesselten Leidenschaften in diesem unheimlichen Krieg? Wo bleibt der Wert eines Menschenleben? Es ist furchtbar. Das hätte ich nicht erwartet, auch nicht gewünscht. Wären wir doch zu einer anderen Zeit hierher gegangen.«

»Wer konnte ahnen, dass die Schurken über Mitternacht hinaus bis in die Morgenstunden hinein hier tagen würden«, versetzte Alonso kaltblütig. »Doch wir sind noch nicht fertig. Zurück können wir nicht mehr oder wir versäumen die letzte Möglichkeit, unseren Zweck zu erreichen. Hoffentlich befindet sich kein anderer mehr in der Nähe.«

Nicodemo hatte seine Fassung zurückgewonnen und schritt dem Gefährten voraus zum anderen Dampfer hinüber.

»Sie hörten«, bemerkte er finster, »der Unglückliche war der letzte Nachzügler. Man wird ihn vermissen und Nachforschungen nach ihm anstellen. Da ist es ratsam, die Sache so hinzustellen, als ob er sein Ende durch eigene Unvorsichtigkeit herbeiführte.«

Gleich darauf verschwanden sie im tiefen Schatten des öden Holzbaues. Zwei vermorschte Türen brachen sie mit leichter Mühe auf, bevor die alte Kajüte vor ihnen lag. Nachdem sie Licht angezündet hatten, überzeugten sie sich, dass alle Fenster und Fugen dicht verhangen und verstopft waren, was genugsam erklärte, dass sie bis zum letzten Augenblick keine Ahnung von der Anwesenheit der zur Beratung versammelten Finsterlinge erhielten. Es war dies eine Vorsichtsmaßregel, welche nunmehr ihnen selbst zu statten kam. Außer den von Motten zerfressenen Polsterbänken befanden sich nur noch solche Sitze vor, die aus Brettern und Kisten hergestellt worden waren. Jetzt lag alles bunt durcheinander, als ob seit Außerdienststellung des Schiffes kein Sterblicher den schwammig duftenden Raum betreten habe. Alonso hielt flüchtig Umschau, dann schritt er zum äußersten Ende der Kajüte hinüber, wo vier Wandschränke dieselbe abschlossen. Diese waren ursprünglich zur Aufbewahrung von Gläsern, Karaffen, Porzellan und Tischzeug bestimmt gewesen. Ohne Säumen gingen die Gefährten ans Werk, die Schränke durch Eindrücken der Türfüllungen zu öffnen.

In den beiden Ersten fanden sie aus schwarzem leichten Stoff angefertigte Talare und ähnliche Schleierkappen. Alles rissen sie heraus, ohne auf das zu stoßen, was sie suchten. Erst als sie den dritten, anscheinend leeren Behälter einer genauen Prüfung unterwarfen, entdeckten sie ganz unten in der Höhe des Fußbodens, wo die Blicke leicht darüber hinwegglitten, ein unscheinbares Kistchen. Auch das brachen sie auf. Nachdem sie sich überzeugt hatten, dass dasselbe bis zur Hälfte mit Schriftstücken und offenen Briefen angefüllt war, schickten sie sich an, den Dampfer zu verlassen. Doch nicht auf dem nächsten Weg gingen sie, sondern von Koje zu Koje, von Gemach zu Gemach, sogar bis in den Maschinenraum hinunter. Überall weilten sie einige Minuten eifrig beschäftigt, bevor sie mit dem brennenden Licht ihre Wanderung fortsetzten.

Als sie die Planke wieder betraten, meinte Nicodemo in Fortsetzung eines zwischen ihnen schwebenden Gespräches: »An dem morschen Kasten ist nichts gelegen. Wir ersparen dem Besitzer nur die Mühe und Kosten des Abbruchs. Wer weiß, er mag selbst zu den Mitgliedern des Klans zählen, dann um so besser. Wie die Herren sich das Ereignis auslegen und ob sie es in Beziehung zu dem verschwundenen Gefährten bringen, ist gleichgültig. Unser Zweck ist erreicht.«

Sie befanden sich auf der Außenseite des Dampfers, wo Fegefeuer auf ihren Ruf mit dem Boot unter der Plattform hervorkroch.

»O Gentlemen«, hob er beinahe atemlos an, »ich habe mich erstaunlich geängstigt da unten. Ich meinte, die Brut hätte die Gentlemen überfallen und umgebracht …«

»Gut, gut, Schlingel«, beschwichtigte Nicodemo, indem er, das Kistchen unter dem Arm, Alonso voraus in das Boot hinabstieg, »wenn dir an meiner Freundschaft gelegen ist, aber auch an deinem Leben und dem unsrigen, so wirst du nie eine Silbe darüber verlauten lassen, was du in dieser Nacht erlebtest.«

»Ich kann schweigen, Herr, mächtig schweigen«, versetzte Fegefeuer, welcher den Rand der Plattform gepackt hielt und, die Füße gegen die Bootswand gestemmt, mit aller Kraft gegen die Strömung kämpfte. »Ja, Herr, mächtig schweigen. Mein Vater war der beste schwarze Gentleman der Welt. Trotzdem musste er hängen, wie ein …«

»Ich weiß, Junge«, schnitt Nicodemo ihm das Wort ab, »jetzt leg dich nieder oder du gehst noch über Bord, und das wäre schade um dich. Da, nimm das Kistchen und halte es fest mit beiden Armen. Fällt es ins Wasser, so sende ich dich ihm nach.«

Am Dampfer sich entlang schiebend, erreichten die Gefährten nach kurzer Frist freies Fahrwasser. Dort legten sie die Riemen zwischen die Pflöcke. Den Bug des Bootes halb gegen die Strömung gerichtet, trieben sie es mit kräftigen Schlägen auf den wirbelnden Wasserspiegel hinaus.

»Gentlemen, da brennt es!«, brach Fegefeuer mit scharf hervorklingender Schadenfreude das eingetretene Schweigen, als das Boot, obwohl dem jenseitigen Ufer zustrebend, allmählich an den beiden Dampfern vorübergetragen wurde.

»Ja, es brennt«, bestätigte Nicodemo ingrimmig, »schade drum, dass diejenigen, die vor einer halben Stunde noch an Bord weilten, nicht in den Flammen rösten. Und noch einmal, Schlingel, hätten wir den ganzen Mississippi angezündet, so dürftest du es nicht gesehen haben. Jetzt schweige oder dein Krähen wird übers Wasser bis dahin getragen, wo es nicht gehört zu werden braucht.«

Es brannte tatsächlich auf dem Dampfer. Vorläufig rief es nur den Eindruck hervor, als ob Leute mit Lampen und Laternen in der Kajüte und den leeren Maschinenräumen ab und zu gelaufen wären. Die oberhalb des der Vernichtung preisgegebenen Schiffsgebäudes gen Himmel wirbelnde und sich schwerfällig landwärts neigende Rauchwolke zeugte dafür, dass der Brand es ernstlich meinte. Die beiden Männer ruderten aus Leibeskräften. Trotzdem trieb das Boot immer weiter stromabwärts. Sie saßen so, dass sie, halb über die Schulter blickend, den brennenden Dampfer fortgesetzt im Blick behielten. Gleichsam mechanisch überwachten sie, wie bald hier, bald dort kleinere Flammen sich ihren Weg ins Freie hinausbahnten und langsam vom Hinterteil zum Bug hinüberschlichen. Doch erst, nachdem sie ungefähr ein Drittel der Strombreite hinter sich gelegt hatten, vereinigten sich die Flammen zu einer hoch emporschlagenden Feuersäule. Das mit Teer und Firnis getränkte, zugleich aber ausgedörrte Holz, bot dem vernichtenden Element empfängliche Nahrung.

Der wachsenden Hitze vermochte auch der andere Dampfer nicht lange Widerstand zu leisten. Anstatt, wie der Erstere, von innen heraus, entzündete dieser sich mit rasender Schnelligkeit von außen, seine Feuergarben mit denen des Nachbars zu einem weithin leuchtenden Zeichen vereinigend.

Ein schauerlich schönes Bild war es, was sich den Blicken bot.

Zu der hellen Lohe kontrastierte die sich träge abwärts wälzende Rauchwolke mit ihren blutroten Reflexen; seltsam die klare, mit bläulichem Licht durchwobene Atmosphäre. Träumerisch sah der Mond auf die Szene der Vernichtung nieder; träumerisch auf den wirbelreichen Strom, auf welchem er, ähnlich dem sich spiegelnden Brand, eine zitternde Feuerbrücke vom Ufer bis zu dem, von kräftigen Armen die Fluten durchschneidenden Boot hinüber baute. Der Morgenhimmel hatte sich rötlich gefärbt, den baldigen Anbruch des Tages verkündend. Wie ein Abglanz der beweglichen Lohe erschien es.

Das östliche Ufer lag bereits vor den unermüdlichen Ruderern, als die Flammen endlich in sich zusammenbrachen. Hier und da mochte das Feuer ein Leck geschaffen haben. Wie ein sich schließendes Höllentor erlosch der Brand. Vereinzelte Funken sprühende Balken ragten noch hier und da über den Wasserspiegel empor, während andere, die glimmende Seite nach oben, von der Strömung davongetragen wurden.

Bis dahin hatten die Gefährten kaum ein Wort miteinander gewechselt.

Erst als das unheimliche Schauspiel ihre Aufmerksamkeit nicht länger fesselte, bemerkte Nicodemo wie im Selbstgespräch: »Wollte Gott, das Morden und Schlachten nähme ein Ende. Es ist eine furchtbare Zeit. Menschenleben zu zertreten wird zur Gewohnheit. Kindergemüter werden vergiftet. Frauen, von der Natur im höchsten Grad bevorzugt und geschaffen, dem Glück eine dauernde Stätte zu bereiten, verwandeln sich in Tigerinnen. Werden sie jemals wieder den besänftigenden Einflüssen des Friedens, einer heiligen Liebe zugänglich sein? Es ist furchtbar.« Schärfer peitschte er die Fluten, als hätte er sie für alles verantwortlich machen wollen, was ihm zurzeit als ein schwarzes Verhängnis vorschwebte.

Alonso, bereits vertraut mit der oft jäh wechselnden Stimmung des Gefährten, vermied, an dessen Betrachtungen anzuknüpfen. Der Bug des Bootes stand nun stromabwärts. In der Entfernung von etwa dreißig Ellen am Ufer hintreibend, wo der Schatten einer Waldung zum Wasserspiegel hinaufreichte, behielt er dasselbe scharf im Blick. So verrannen vielleicht zehn Minuten, als er das Boot herumwarf und auf eine Einbuchtung des Stromes zuhielt. Es war die Mündung eines Baches. Nicodemo, in düstere Grübeleien versunken, ruderte gewissermaßen willenlos. Die veränderte Richtung beachtete er kaum. Bald darauf überdachten die Wipfel hoher Bäume das Boot. Ein Weilchen arbeiteten die Gefährten sich noch in seichtem Wasser landeinwärts, bevor sie landeten. Das Boot festlegend, setzten sie ihren Weg zu Fuß fort.

Das Kistchen hatte Nicodemo wieder an sich genommen. Fegefeuer, der sich offenbar auf vertrautem Boden befand, schritt als Führer voraus.

Nach kurzer Frist gelangten sie auf dicht bewaldeten Sumpfboden. Abermals nach kurzer Wanderung betraten sie eine Lichtung, auf welcher sich mehrere Blockhütten und offene Schuppen erhoben. Vor die nächste, etwas Umfang reichere hintretend, pochte Fegefeuer an die Tür. Eine seltsam krähende Stimme antwortete. Schurren und Stampfen schwerer Füße folgte. Die Tür öffnete sich und in derselben stand ein baumlanger Schwarzer. Es war jetzt hell genug, um in seinem dunklen Gesicht den Ausdruck freudigen Erstaunens zu erkennen. Dieser stand in eigentümlichem Widerspruch zu der schweren Holzkeule, welche er mit der rechten Faust schulterte.

»Du bist es, Fegefeuer?«. sprach er lustig grinsend. »Ich hörte es schon am Klopfen. Hätten aber auch Südliche sein können, die heimlich nach entlaufenen Farbigen forschten. Da möchte ich ihnen erstaunlich schnell die Schädel zerbrochen haben. Verdamm sie – es gibt keine Sklaven mehr – alle freie Gentlemen geworden …« Er wurde Nicodemos und Alonsos ansichtig und verneigte sich linkisch ehrerbietig. »Willkommen hier«, fuhr er redselig fort, »habe gewartet auf Sie seit Mitternacht. Ebenso lange warten frische Buchweizenkuchen, eine gebratene Hammelkeule und Ihr Bett, ein erstaunlich feines Bett obendrein …«

»Gut, gut, Tommy«, unterbrach ihn Nicodemo. Aus seinem Wesen ging hervor, dass er zu einem alten Bekannten sprach. »Ich bin nicht Herr meiner Zeit, das weiß keiner besser als du. Bevor wir essen und uns zur Ruhe begeben, möchte ich noch einige Fragen an dich richten, die selbstverständlich unter uns Dreien bleiben …« Er wies auf den herantretenden Gefährten.

»Hinein mit dir, Fegefeuer«, fiel Tommy zu seinem munteren Neffen gewendet ein, »hinein, bevor ich dir Beine mache. Du weißt, wo du Kürbisbrei und Maisbrot findest. Davon verschlinge so viel, wie du magst. Wenn Du platzt, werde ich es schon hören – dann leg dich aufs Ohr.«

Nachdem Fegefeuer in der Hütte verschwunden war, sprach er zu seinen beiden Gästen: »Soll‘s zwischen uns Männern bleiben, braucht‘s der Junge nicht zu hören.«

»Bist ein kluger schwarzer Gentleman«, erklärte Nicodemo gutmütig spöttelnd, »doch zunächst, Tommy: Sind wieder Flüchtlinge aus dem Süden bei dir eingetroffen?«

»Sicher, Herr. Kaum ein Tag verstreicht, ohne dass einer beim Tommy vorspricht. Gehen auch immer welche ab, denen ich Arbeit verschaffte, oder die in die Unionsarmee eintreten. Verdammt, Herr, das sind feine Soldaten; die werden‘s den Südlichen ordentlich heimzahlen.«

»Kannst du in den nächsten vierzehn Tagen ein halbes Dutzend der zuverlässigsten so bereithalten, dass sie bei mir auf zweimal vierundzwanzig Stunden in Dienst treten? Du weißt, ich verlange keine Arbeit, ohne dafür zu zahlen.«

»Sicher, Herr, sogar zwei Dutzend von der besten Sorte. Es kommt nur darauf an, ob sie‘s zu leisten vermögen.«

»Einer Wasserfahrt gilt‘s auf dem Mississippi. Wohin, ist Nebensache.«

»Richtige Bootsleute, Herr, ich werde sie aussuchen. Burschen, die ein Ruder hantieren, als ob‘s ein Rohrhalm wäre.«

»Gut, Tommy, bis zur entscheidenden Stunde lässt du nichts darüber verlauten. Es handelt sich nämlich um ein großes Geheimnis. So viel ich weiß, bist du im Besitz zweier Boote?«

»Zweier Boote, wie sie der Mississippi nie feiner auf seinem Rücken trug. In dem einen kam der Herr herüber. Das andere ist dreimal so groß.«

»Um so besser, Tommy! Das Weitere verabreden wir später. Fegefeuer muss solange in der Stadt bleiben, um dir jederzeit Nachricht zutragen zu können. Ich hoffe übrigens, deine farbigen Schützlinge betragen sich so, dass sie in der Nachbarschaft kein Ärgernis erregen und infolge dessen deren Aufmerksamkeit auf mich und mein Tun lenken.«

»Wie Gentlemen betragen sie sich, Herr, und dass sie die Hand auf keines Fremden Eigentum legen, dafür sorge ich. Jeder, der kommt, muss mir sein Geld aushändigen, und mancher bringt eine gute Tasche voll, mag es immerhin im Süden gestohlen sein. Doch ob viel oder wenig, alles kommt in einen Topf, aus dem werden sie erstaunlich gut verpflegt. Braucht jemand willige Hände zur Arbeit, so findet er sie beim Tommy. Das farbige Volk soll beweisen, dass es wert ist, von den Unionsleuten befreit zu werden.«

»Recht so, Tommy. Von allen farbigen Gentlemen bist und bleibst du der vornehmste. Doch jetzt hinein mit uns. Hinter mir und meinem Freund liegt eine schwere Nacht. Wir sehnen uns nach Rast und einem Mahl, so gut du es uns zu bieten vermagst. Einige Tage werde ich hier verweilen, möchte aber unbemerkt bleiben. Das präge deinen Leuten ein. Fegefeuer muss schon heute zur Stadt. Auch mein Freund hier wird seinen Aufenthalt unter deinem Dach gern abkürzen wollen.«

»All right, Sir«, versetzte der Neger stolz. Ohne Säumen führte er die beiden Gefährten in die Hütte, wo bald darauf ein dampfendes Mahl vor ihnen auf dem Tisch stand.

Die Sonne war bereits aufgegangen, als sie sich wieder erhoben. Bevor sie die auf dem Bodenraum für sie hergestellten Lager aufsuchten, kauerten sie noch einmal vor dem als Küchenherd dienenden Kaminfeuer nieder. Zwischen ihnen stand das erbeutete Kistchen. Blatt auf Blatt, Brief auf Brief entnahmen sie demselben, jedes einzelne Stück aufmerksam prüfend, bevor sie es entweder als nutzlos in die Flammen warfen oder als von größerem Wert zur Seite legten. So entstand allmählich ein Päckchen von mäßigem Umfang, welches Nicodemo sorgfältig an seinem Körper barg. Zum Schluss legten sie die auseinandergebrochene Kiste auf die Glut, von welcher sie binnen kurzer Frist in Asche verwandelt wurde.

Damit war die letzte Spur vernichtet, welche von Verrätern hätte ausgenutzt werden können.

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