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Die Büffeljäger am Lagerfeuer – Kapitel 3

Thomas Mayne Reid
Die Büffeljäger am Lagerfeuer
Reisebilder und Naturschilderungen aus dem Westen
Verlag Schmidt & Spring. Stuttgart.1858

Drittes Kapitel

Besançons Abenteuer im Sumpf

Der Prärie-Reisende schläft niemals bis nach Tagesanbruch, sondern ist stets schon vor dieser Zeit munter. Er hat gar vielerlei zu besorgen, wovon der gewöhnliche Reisende, der in der Herberge an der Straße einkehrt, nicht einmal eine Ahnung hat. Er muss vor allem sein Zelt und sein Bett zusammenpacken, sich selbst das Frühstück kochen und dann das Pferd satteln. Das alles erfordert Zeit, und aus diesem Grund ist frühes Aufstehen notwendig. Wir waren alle auf den Füßen, bevor die Sonne ihre glänzende Scheibe über den schwarzen Steineichen zeigte. Lanty hatte bereits das Feuer wieder angefacht. Schon summte der Kaffeekessel wieder, und die große Bratpfanne verbreitete im Lager einen Duft, der uns angenehmer dünkte als Arabiens sämtliche Wohlgerüche. Die raue Morgenluft lockte uns ans Feuer, wo wir unsere Vorbereitungen zur Abreise trafen. Thompson schnitt und putzte an seinen Nägeln. Der Kentuckyer hieb ein frisches Prümchen von seinem Kautabak, der Doktor kam eben vom Bach zurück, wo er sich durch einen Schluck aus seiner Zinnflasche erquickt hatte, Besançon packte seine Mappen zusammen, Audubon zündete sich seine lange Pfeife an, und ich selbst sah nach meinem Lieblingspferd, während ich den Duft einer Havanna einsog. Die Führer standen mit ihren Wolldecken auf den Schultern still und gedankenvoll da. In einer halben Stunde war das Frühstück vorüber, die Zelte und Gerätschaften wurden wieder auf den Wagen geladen, die Pferde herbeigebracht und gesattelt, die Maultiere gezäumt, und unser Zug setzte sich wieder in Bewegung.

Unsere Reise an diesem Tag machte sich nicht ganz so gut wie die gestrige. Der Weg zeigte sich weniger trocken, das Land dichter bewachsen und der Boden mehr von Hügeln durchschnitten. Wir mussten über mehrere Flüsschen setzen. Dies verzögerte unser Vorwärtskommen, sodass wir an diesem Tag nur zwanzig Meilen zurücklegten. Dann lagerten wir uns von Neuem, ohne dass einer von uns Wild getötet oder nur gesehen hatte. Obwohl wir das Gebüsch zu beiden Seiten unseres Weges durchsuchten, so hatte doch nichts Größeres als der Oriol, eine kreischende Elster, oder hin und wieder ein Flug Finken unsere Augen erfreut.

Wir erreichten unsere Lagerstätte mit etwas getäuschten Hoffnungen. Selbst der alte Jake und Redwood kamen etwas später als wir ohne Wildbret und sagten aus, dass sie weder Fährten noch einen lebendigen Vierfüßler gesehen hätten.

Unser zweites Lager stand wie das Erste am Ufer eines kleinen Flusses. Bald nach unserer Ankunft an Ort und Stelle machte sich Thompson mit seiner Flinte zu Fuß auf den Weg. Er hatte in geringer Entfernung eine Strecke Sumpfland entdeckt und hoffte dort eine gute Schnepfenjagd machen zu können.

Noch war er nicht lange fort, als wirklich ein doppelter Knall zu uns herüberschallte, dem kurz darauf noch einer und dann noch ein weiterer folgten. Er hatte also etwas gefunden, was ihn veranlasste, sein Gewehr abzufeuern. Kurz darauf sahen wir ihn auch mit drei Vögeln zurückkehren, die großen Schnepfen sehr ähnlich sahen. Für solche hielt er sie, aber Audubon belehrte ihn sofort seines Irrtums, indem er die Vögel für amerikanische Brachvögel erklärte. Gleichviel übrigens, ob Brachvögel oder Schnepfen, sie wurden bald ihres Federkleids beraubt und in Lantys Bratpfanne gelegt. Ihr Geschmack war gar nicht übel, und ihr einziger Fehler nur der, dass es nicht mehr waren.

Diese Vögel lieferten den Stoff zu unserer Unterhaltung nach dem Abendessen. Von ihnen kam man auf die verschiedenen Arten der amerikanischen Sumpfvögel, bis endlich der Ibis, jenes merkwürdige Geschöpf, unsere Aufmerksamkeit fesselte. Besançon erwähnte, dass die Indianer eine Art Ibis auf den Markt nach New Orleans brächten und dort unter dem Namen des spanischen Brachvogels verkauften. Dies sei der weiße Ibis, der sich, wie Audubon angab, an der ganzen Südküste der Vereinigten Staaten sehr häufig findet. Es gebe aber, fügte er hinzu, noch zwei andere Arten, welche in den wärmeren Teilen von Nordamerika heimisch seien, nämlich den Waldibis, der dem heiligen Ibis der Ägypter am meisten gleiche, und den schönen roten Ibis, der weit seltener sei als die anderen Arten.

Unser ehrwürdiger Gefährte, der die ganzen amerikanischen Vogelgeschlechter sozusagen an den Fingerspitzen herzählen konnte, teilte viele merkwürdige Umstände über die Gewohnheiten dieser seltenen Vögel mit. Alle lauschten wir seinen Erzählungen mit Interesse, selbst die Führer, da diese Leute trotz der anscheinenden Rauheit ihres Benehmens doch alle eine Ader vom Naturforscher in sich haben.

Als Audubon abbrach, nahm der junge Kreole das Gespräch auf. Da vom Ibis gesprochen worden sei, sagte er, so erinnere er sich eines Abenteuers, welches ihm bei der Verfolgung dieser Vögel in den Sümpfen seiner Heimat zugestoßen wäre. Er wolle es uns erzählen.

Natürlicherweise nahmen wir den Vorschlag mit Freuden an. Wir bildeten gerade so recht ein Publikum für die Erzählung eines Abenteuers. Nachdem sich der Botaniker eine neue Zigarre gewickelt hatte, begann er seine Erzählung, wie folgt.

»Während der Ferien machte ich einst einen botanischen Ausflug in den südwestlichen Teil von Louisiana. Ehe ich die Heimat verließ, hatte ich einem lieben Freund versprochen, ihm die Bälge seltener Vögel mitzubringen. Aber er wünschte ganz besonders, dass ich ihm ein paar Exemplare des roten Ibis verschaffen möchte, welche er ausstopfen lassen wollte. Ich gab ihm mein Wort, dass ich keine Gelegenheit versäumen wolle, diese Vögel zu erlangen. Es lag mir daran, mein Versprechen zu erfüllen.

Der südliche Teil von Louisiana ist ein ungeheures Labyrinth aus Sümpfen, Bayous und Lagunen. Die Bayous sind trübe Flüsse, die ihre Gewässer schläfrig dahinwälzen und nun in die eine Richtung, dann wieder zur gerade entgegengesetzten, je nach der Jahreszeit strömen. Viele derselben sind Abflüsse des Mississippi. Diese Bayous sind tief, manchmal schmal, manchmal breit, mit Inselchen in ihrer Mitte. Sie und die daranstoßenden Sümpfe sind der Hauptwohnplatz des Alligators und des Süßwasserhais, der sogenannten Meernadel. Über ihnen flattern zahlreiche Arten von Wasser- und Sumpfvögeln und tauchen in ihre dunklen Fluten. Hier kann man den roten Flamingo, den Sekretär, den Trompeterschwan, den blauen Reiher, die wilde Gans, den Kranich, den Schlangenvogel, den Pelikan und den Ibis finden. Hier kann man auch den Fischadler sehen, den der weißköpfige Adler seiner Beute beraubt. Sowohl die Sümpfe als auch die Bayous bringen einen Reichtum von Fischen, Reptilien und Insekten hervor und bilden infolgedessen den Lieblingsaufenthalt von Hunderten von Vögeln, die diesen Geschöpfen nachstellen. An manchen Stellen durchkreuzen ihre Gewässer das Land wie ein Netz, auf welchem man mit einem kleinen Boot in fast alle Richtungen gelangen kann. Ja, dies ist die Art, wie viele Ansiedlungen miteinander verkehren. Wenn man sich im Süden dem mexikanischen Meerbusen nähert, kommt man aus dem Wald heraus. Auf eine Entfernung von fünfzig Meilen vom Meer ist dann kein Baum mehr zu sehen.

In den ersten paar Tagen meines Ausflugs war es mir gelungen, mit Ausnahme des Ibis, alle Arten von Vögeln zu bekommen, deren ich bedurfte. Jenes scheue Geschöpf aber wich mir aus, und ich hatte bei meiner Exkursion nur ein paar in großer Entfernung erblickt. Ich hoffte jedoch noch immer, sie vor meiner Rückkehr zu meinem Freund zu finden.

Ungefähr am dritten oder vierten Tag reiste ich von einer kleinen Ansiedlung am Rand eines der größeren Bayous ab. Ich hatte keine andere Gesellschaft, als meine Flinte, und wurde nicht einmal von einem Hund begleitet, da mein Lieblingswachtelhund am Tag vorher, als er über den Bayou schwamm, von einem Alligator gebissen worden war, sodass ich ihn in der Ansiedlung zurücklassen musste. Mein Ausflug bezweckte zunächst die Erlangung neuer Pflanzen; aber es hatte sich jetzt bei mir auch der lebhafte Wunsch eingestellt, den seltenen Ibis zu erlangen, sodass ich fast entschlossen war, mein Botanisieren dieses Grundes wegen halb zu vernachlässigen. Ich fuhr natürlicher in einem Boot, einem leichten Nachen, wie er gewöhnlich von den Bewohnern dieser Gegend gebraucht wird.

Vier bis fünf Meilen weit ließ ich mich auf dem Hauptbayou hinabtreiben, wobei ich von Zeit zu Zeit die Riemen gebrauchte. Aber da sich die gesuchten Vögel nicht zeigten, so fuhr ich in einen Nebenkanal ein und ruderte stromaufwärts. Dies führte mich durch eine einsame Gegend, zwischen mit hohem Schilf bedeckten Marschen, die sich ausdehnten, so weit das Auge reichte. Es war weder eine Wohnung noch ein anderes Zeichen der Anwesenheit von Menschen zu erblicken. Es ist leicht möglich, dass ich damals das erste menschliche Wesen war, das jemals ein Boot durch die dunklen Fluten dieses einsamen Stromes getrieben hatte.

Beim weiteren Vordringen traf ich auf Wild, und es gelang mir, mehrere große Waldibisse, sowie auch weiße, zu erlangen. Ich schoss auf einen schönen weißköpfigen Adler, der, ohne eine Ahnung von Gefahr, über mein Boot gezogen kam. Aber der Vogel, nach welchem mich am meisten verlangte, nämlich der rote Ibis, schien nirgends zu finden zu sein.

Ich glaube, dass ich ungefähr drei Meilen weit stromaufwärts gerudert war, und stand schon im Begriff, die Ruder einzuziehen und mein Boot wieder zurücktreiben zu lassen, als ich bemerkte, dass der Bayou ein wenig weiter hinauf breiter wurde. Die Neugierde trieb mich weiter. Nach ein paar hundert Ruderschlägen befand ich mich am Ende eines länglich runden, ungefähr eine Meile langen Sees. Dieser war tief, düster, morastig an den Ufern, und mit Alligatoren gefüllt. Ich sah ihre hässliche Gestalt und ihren langen, sägeförmigen Rücken, während sie in allen Teilen des Sees herumschwammen, gierig nach Fischen jagten und einander auffrassen. Aber dies alles war mir nichts Neues, da ich während meines ganzen Ausflugs schon ähnliche Schauspiele gesehen hatte. Meine Aufmerksamkeit wurde hauptsächlich durch ein Inselchen ungefähr in der Mitte des Sees angezogen, auf dessen einem Ende ich eine Reihe aufrechtstehender Gestalten mit glänzend scharlachroter Farbe erblickte. Diese roten Geschöpfe waren gerade, was ich suchte. Ich ruderte den See entlang, indem ich von Zeit zu Zeit den Kopf umwendete, um zu sehen, ob das Wild aufgescheucht sei. Die Sonne schien heiß und blendend, und da das glänzende Scharlach durch die Strahlenbrechung vergrößert wurde, so glaubte ich lange Zeit, dass es Flamingos wären. Dieser Gedanke aber schwand, als ich näher kam. Die Umrisse der Schnäbel, welche einer Säbelklinge glichen, überzeugten mich, dass es wirklich Ibisse seien. Ihre Zahl betrug im Ganzen ein Dutzend. Sie schaukelten sich nach ihrer Gewohnheit auf einem Bein und schienen zu schlafen oder in tiefe Gedanken versunken. Sie befanden sich am oberen Ende der Insel, während ich mich ihr von unten näherte. Diese Insel war nicht breiter als sechzig Schritte. Ich wusste, dass ich, wenn ich nur den mir zunächst gelegenen Punkt erreichen konnte, das tödliche Blei soweit zu schicken imstande war. Da ich fürchtete, dass sie durch das Plätschern der Riemen aufgescheucht werden könnten, ruderte ich langsam und vorsichtig. Vielleicht hatte sie aber die große Hitze, denn es war einer der heißesten Tage, dessen ich mich erinnern kann, betäubt oder träge gemacht. Genug, sie saßen still, bis der Kiel meines Bootes das Ufer der Insel erreichte. Ich erhob vorsichtig die Flinte, zielte und feuerte beide Läufe fast zu gleicher Zeit ab. Als sich der Rauch vor meinen Augen verzog, sah ich, dass alle Vögel, mit Ausnahme eines einzigen, der am Rand des Wassers hingestreckt lag, aufgeflogen waren.

Ich sprang mit der Flinte in der Hand aus dem Boot und lief quer über die Insel, um meine Beute aufzuheben. Dies erforderte nur einige Minuten, und ich wollte nun zu meinem Fahrzeug zurückkehren, als ich dasselbe zu meiner äußersten Bestürzung draußen im See erblickte, wo es schnell abwärts trieb. Leider hatte ich es in meiner Eile nicht angebunden, und die Strömung des Bayou hatte es mit fortgeführt. Es war bis jetzt erst hundert Schritte entfernt, aber es hätte ebenso gut hundert Meilen weit sein können, denn ich konnte damals keinen Schritt weit schwimmen.

Mein erster Gedanke war, zum See hinunterzueilen und dem Boot nachzustürzen. Diesen Gedanken gab ich jedoch auf, als ich am Rand des Wassers ankam, das, wie ich sah, mehrere Faden tief war. Eine kurze Überlegung sagte mir, dass das Boot dahin, unwiederbringlich dahin sei.

Anfangs begriff ich die ganze Gefährlichkeit meiner Lage nicht ganz, so wie Sie, Gentlemen, dieselbe auch nicht begreifen werden. Ich befand mich auf einer Insel in einem See, nur eine halbe Meile von dessen Ufer, allerdings allein und ohne Boot. Aber was hatte das zu bedeuten? Es war schon mancher in dieser Lage gewesen, ohne an Gefahr zu denken.

Dies waren meine ersten und ziemlich natürlichen Gedanken, aber sie machten schnell anderen von ganz verschiedener Art Platz. Als ich dem forttreibenden, gänzlich außer meinem Bereich befindlichen Boot nachblickte, als ich mich umschaute und sah, dass der See in der Mitte eines unendlichen Sumpfs lag, dessen schlammige Ufer mir, selbst wenn ich sie hätte erreichen können, vielleicht nicht einmal erlaubten, festen Fuß zu fassen, als ich bedachte, dass ich, da ich nicht schwimmen konnte, nicht imstande war, dieselben zu erreichen, dass es auf der Insel keinen Baum, keine angeschwemmten Steine, keinen Busch, keinen Stecken gab, aus welchem ich hätte ein Floß bauen können, als ich, wie gesagt, dies alles überlegte, so regte sich in meinem Geist eine Empfindung wohlbegründeten und entschiedenen Schauders.

Ich befand mich allerdings nur auf einem ungefähr eine Meile breiten See, aber ich hätte, insofern die Gefahr und Hilflosigkeit meiner Lage in Betracht kam, ebenso gut auf einem Felsen in der Mitte des Atlantischen Ozeans sitzen können. Ich wusste, dass sich meilenweit in den pfadlosen Sümpfen keine Ansiedlung befand, ich wusste, dass mich kein Mensch sehen oder hören konnte, dass gar keine Wahrscheinlichkeit vorhanden sei, dass jemand dem See zu nahe kommen werde. Ja, ich empfand die Überzeugung, dass mein treuloses Boot das erste Fahrzeug sei, welches überhaupt jemals dessen Fluten durchschnitten hatte. Selbst die Zahmheit der Vögel, die um meinen Kopf flatterten, bewies dies. Ich war überzeugt, dass ich ohne menschliche Hilfe niemals von diesem See wegkommen würde, dass ich auf der Insel umkommen oder bei dem Versuch, sie zu verlassen, ertrinken müsse.

Diese Gedanken zogen schnell durch meinen erschreckten Geist. Die Tatsachen waren klar, die Berechnung bestimmt, die Schlussfolgerung unwidersprechlich. Es gab keine Zweideutigkeit, keinen zweifelhaften Punkt, auf welchen ich eine Hoffnung begründen konnte, nicht einen einzigen. Ich konnte nicht einmal erwarten, dass ich vermisst oder gesucht werden würde, denn wer hätte nach mir forschen sollen? Die einfachen Einwohner des Dorfes, welches ich verlassen hatte, kannten mich nicht. Ich war ihnen ein Fremder, und sie hielten mich für einen Sonderling, der einsame Ausflüge machte und Bündel Unkraut sowie Vögel, Insekten und Reptilien mit nach Hause brachte, die sie früher noch nie gesehen hatten, obwohl sie vor ihrer eigenen Tür eingesammelt worden waren. Meine Abwesenheit würde ihnen, selbst wenn sie mehrere Tage gedauert hätte, nichts Neues gewesen sein. Ich war schon oft wochenlang fortgewesen und konnte also keine Hoffnung hegen, dass ich etwa vermisst werden würde.

Diese Gedanken kamen und gingen, wie gesagt, schnell. In weniger als einer Minute hatten sie meine entsetzte Seele erfüllt, die sich fast der Verzweiflung überließ. Ich rief, aber eher unwillkürlich, als in der Hoffnung, dass ich gehört werden würde. Ich schrie laut und durchdringend, erhielt aber keine andere Antwort, als den Widerhall meiner eigenen Stimme, das Kreischen des Seeadlers und das wahnwitzige Lachen des weißköpfigen Adlers.

Ich hörte auf zu rufen, warf meine Flinte auf die Erde und sank neben derselben nieder. Ich kann mir die Empfindungen eines Menschen vorstellen, der in einen düsteren Kerker eingesperrt ist; sie sind gewiss nicht angenehm. Ich bin in der wilden Prärie, dem Landmeer, ohne Busch, Landmarke oder Sterne, die mich hätten leiten können, verirrt gewesen; das war noch schlimmer! Dort blickt man um sich, man sieht nichts, man hört nichts, man ist allein mit Gott und zittert in seiner Gegenwart. Die Sinne verschwimmen, der Geist schwindelt, man fürchtet sich vor sich selber, man fürchtet sich vor seinem eigenen Verstand, und, von allen anderen verlassen, fürchtet man, dass auch der Verstand uns verlassen könnte. Darin liegt etwas Schreckliches, es ist äußerst grauenhaft, es ist schwer zu ertragen; aber ich habe das alles ertragen, und wollte es lieber noch zwanzig Mal durchmachen, als nur noch einmal die erste Stunde durchleben, welche ich auf jenem abgelegenen Inselchen in dem einsamen See verbrachte. Das Gefängnis mag finster und stumm sein, aber man fühlt, dass man nicht ganz verlassen ist. Es sind Wesen in der Nähe, die uns gleichen, wenn sie auch unsere Kerkermeister sind. In der Prärie verirrt, ist man allein, aber frei. Auf der Insel fühlte ich, dass ich allein, aber nicht frei war; auf der Insel empfand ich die Furcht der Prärie und des Kerkers im Verein.

Ich lag in betäubtem Zustand fast bewusstlos da. Wie lange, weiß ich nicht, bin aber überzeugt, dass es viele Stunden gewesen sein müssen. Die Sonne sagte es mir, sie ging unter, als ich erwachte, wenn ich die Rückkehr meiner betäubten Sinne so nennen kann. Ein sonderbarer Umstand erweckte mich: Ich war nämlich von dunklen Gegenständen scheußlicher Gestalt und Farbe umringt, von Reptilien. Sie standen eine Zeit lang vor meinen Augen, ohne dass ich sie gesehen hätte, denn ich besaß nur eine Art träumerischen Bewusstseins ihrer Gegenwart. Aber endlich hörte ich sie, mein Ohr war empfänglicher, und die sonderbaren Töne, welche sie ausstießen, drangen in mein Bewusstsein. Es klang wie das Keuchen großer Blasebälge, das dann und wann durch ein raueres und lauteres Geräusch wie das Brüllen eines Ochsen unterbrochen wurde. Dies jagte mir Schrecken ein, ich schaute auf und ließ meine Blicke umherlaufen. Was ich sah, waren die scheußlichen Ungetüme des Krokodilgeschlechts, Alligatoren!

Viele von ihnen hatten eine ungeheure Größe. Eine bedeutende Anzahl, wenigstens hundert, kroch vor, hinter mir und auf allen Seiten um mich herum über die Insel. Ihre langen, schmalen Kinnbacken und gerieften Rachen ragten so weit hervor, dass sie fast meinen Körper berührten. Ihre für gewöhnlich bleimatten Augen schienen jetzt zu leuchten.

Von dieser neuen Gefahr geschreckt, sprang ich auf, und die Reptilien wälzten sich, als sie die aufrechte Gestalt eines Menschen erblickten, davon, sprangen eilig in den See und verbargen ihre hässlichen Körper unter dem Wasser.

Dieser Vorfall ermunterte mich einigermaßen. Ich sah, dass ich nicht allein war und dass selbst die Krokodile Gesellschaft gewähren konnten. Ich sammelte mich nach und nach wieder und fing an, mit einiger Kaltblütigkeit über meine Lage nachzudenken. Mein Auge flog über die Insel, mein Blick berührte jeden Zoll derselben, jeder Gegenstand wurde in Augenschein genommen, die Federn der wilden Vögel, die Schlammhaufen, die am Ufer zerstreuten Süßwassermuscheln, alles wurde untersucht; aber noch immer fand ich kein anderes Ergebnis, als, die völlige Unmöglichkeit des Entrinnens.

Die Insel war nur die zu Tage tretende Spitze einer durch die Strömung gebildeten Sandbank. Mit Ausnahme einiger Grasbüschel fand ich sie von allem Pflanzenwuchs entblößt. Es befand sich weder Baum, noch Busch, noch selbst ein Grashalm auf ihrer Oberfläche. Ich wollte ein Floß bauen! Aber es gab nicht so viel Holz, um nur ein Floß zu bauen, das einen Frosch getragen hätte. Ich hegte daher diesen Gedanken nur kurze Zeit. Er flog mir nur so durch den Sinn, und ein einziger Blick über die Insel verscheuchte ihn, bevor er noch Gestalt annahm.

Ich schritt von einem Ende meines Gefängnisses bis zum anderen, durchkreuzte es nach allen Seiten, sondierte die Tiefe des Wassers und untersuchte sie, indem ich keck hineinwatete. Überall nahm sie rasch zu, wenn ich weiter vorrückte. Bei dreifacher Länge meines Körpers fand ich mich schon bis an den Hals im Wasser. Die riesigen Reptilien schwammen schnaubend und keuchend um mich, denn in ihrem Element waren sie kühner. Ich hätte nicht wohl behalten ans Ufer waten können, selbst wenn das Wasser seicht gewesen wäre. Ebenso wenig hätte ich hindurchschwimmen können, selbst wenn ich die Geschicklichkeit einer Ente gehabt hätte. Die Alligatoren würden mich umringt und ein Ende mit mir gemacht haben, ehe ich ein Dutzend mal hätte ausstreichen können. Durch ihre Dreistigkeit erschreckt, eilte ich auf festen Boden zurück und schritt mit triefenden Kleidern auf der Insel hin und her.

Bis zum Anbruch der Nacht, die sich düster und trübe auf mich niedersenkte, fuhr ich fort, auf- und abzugehen. Mit der Nacht wurden neue Stimmen hörbar, die grässlichen Stimmen des nächtlichen Sumpfes, das Qua-qua des Nachtreihers, das Kreischen der Sumpfeule, das Geschrei der Rohrdommel, das L-L-ak der großen Wasserkröte, der Glockenton des Klingelfrosches und das Zirpen des Savannah-Heimchens. Diese alle ertönten in meinen Ohren. Aber es erschallten noch rauere und furchtbarere Töne um mich: Das Geplätscher des Alligators und das Gebrüll seiner Stimme erinnerten mich, dass ich nicht einschlafen dürfe. Schlafen! Ach, ich durfte es nicht wagen, nur einen einzigen Augenblick zu schlummern. Selbst schon, wenn ich nur ein paar Minuten regungslos dalag, krochen die düstern Reptilien rings um mich heran, so nah, dass ich nur die Hand auszustrecken brauchte, um sie berühren zu können.

Von Zeit zu Zeit sprang ich auf, schrie, schwang die Flinte um mich und jagte sie ins Wasser zurück, in welches sie mit einem schläfrigen Plätschern, aber ohne großen Anschein von Furcht untertauchten. Bei jedem neuen Versuch von meiner Seite, sie zu verscheuchen, zeigten sie weniger Unruhe, bis ich sie zuletzt weder durch Schreien, noch durch drohende Gebärden mehr einschüchtern konnte. Sie zogen sich nur ein paar Fuß weit zurück und bildeten einen unregelmäßigen Kreis um mich.

So eingeengt, wurde ich nun meinerseits von Besorgnis ergriffen. Ich lud meine Flinte und feuerte, tötete aber keins. Die Bestien sind, außer im Auge oder hinter den Vorderbeinen, unverwundbar durch eine Kugel. Es war zu dunkel, um auf diese Stellen zu zielen, und mein Schrot prallte von dem höckerigen Schuppenpanzer ihrer Körper ab, ohne Schaden zu tun. Der laute Knall und der Pulverblitz erschreckten sie jedoch. Sie entflohen, um erst nach einer langen Pause zurückzukehren. Ich schlummerte, als sie wiederkamen, denn trotz meiner Bemühungen, munter zu bleiben, war ich ein wenig eingeschlafen. Durch die Berührung eines kalten Gegenstandes wurde ich aufgestört und fühlte mich halb erstickt durch den starken moschusartigen Geruch, den diese Tiere ausströmen und womit sie die Luft verpesten. Ich streckte die Arme aus, meine Finger berührten einen schlüpfrigen, kalten Gegenstand. Es war wirklich eines der Ungeheuer, und zwar eines mit riesiger Größe. Es war dicht neben mich gekrochen und schickte sich an, seinen Angriff zu machen, denn es war bogenförmig zusammengekrümmt. Ich wusste, dass diese Geschöpfe diese Stellung annehmen, wenn sie im Begriff stehen, ihre Opfer anzugreifen. Ich hatte eben noch Zeit, zur Seite zu springen und dem Schlag seines mächtigen Schwanzes auszuweichen, der im nächsten Augenblick an der Stelle, wo ich gelegen hatte, den Boden fegte. Ich feuerte wieder, und das Scheusal nahm mit den Übrigen den Rückzug in den See.

Jetzt schwand alle Hoffnung auf neues Einschlafen dahin. Nicht dass ich mich etwa sehr munter gefühlt hätte, keineswegs! Ich hätte mich vielmehr, ermüdet von den Anstrengungen des Tages, denn ich hatte bei einer glühenden, tropischen Sonne lange gerudert, auf den ersten besten Fleck zur Erde, in den Schlamm, irgendwo hinwerfen und im Augenblick einschlafen mögen! Aber die fürchterliche Gewissheit drohender Gefahr erhielt mich wach. Ich schloss kein Auge, noch einmal sah ich mich vor Anbruch des Morgens gezwungen, die scheußlichen Reptilien zu bekämpfen und sie durch einen Schuss aus meiner Flinte zu verjagen.

Der Morgen kam endlich, brachte aber keine Änderung in meine gefährliche Lage. Das Licht zeigte mir nur mein Inselgefängnis, aber keinen Weg des Entrinnens daraus. Ja, ich könnte nicht sagen, dass mir der Wechsel Besseres gebracht hätte, denn die fast senkrecht niederfallenden, glühenden Sonnenstrahlen strömten auf mich herab, bis meine Haut mit Blasen bedeckt war. Die Bisse von tausenden Sumpffliegen und Moskitos, welche die ganze Nacht hindurch um mich schwärmten, hatten mich bereits mit roten Flecken bedeckt. Es stand keine Wolke am Himmel, um mich zu beschatten, die Sonnenstrahlen fielen mit doppelter Kraft auf die Fläche des stillen Bayous.

Gegen Abend fing ich an, Hunger zu fühlen. Dies war kein Wunder, denn ich hatte seit meiner Abfahrt von dem Ansiedlerdorf nichts gegessen. Zur Löschung des Durstes trank ich vom Wasser des Sees, so trübe und schlammig es auch war, und zwar eine große Menge davon, denn es war heiß und feuchtete nur eben den Gaumen an, ohne den brennenden Durst zu stillen. Wasser war übrigens im Überfluss vorhanden, ich hatte mehr vom Mangel an Nahrung zu fürchten.

Was konnte ich essen? Den Ibis! Aber wie sollte ich ihn kochen? Es gab nichts, um Feuer zu machen, nicht einen Zweig. Aber das schadete nichts. Das Kochen ist eine neue Erfindung, ein Luxus für verwöhnte Gaumen. Ich beraubte den Ibis seines glänzenden Gefieders und aß ihn roh! Ich verdarb mein Exemplar, aber damals dachte ich wenig daran, denn es steckte nicht viel mehr von einem Naturforscher in mir. Ich verwünschte die Stunde, in der ich versprochen hatte, den Vogel zu besorgen.

Der Ibis wog, Knochen und alles zusammen, nicht mehr als drei Pfund. Er diente mir beim Frühstück zu einem zweiten Mahl, aber bei dieser Mahlzeit fand ich wenig mehr als die Knochen, die ich abnagte!

Was nun? Verhungern? Nein, noch nicht! Bei meinen Kämpfen mit den Alligatoren in der zweiten Nacht hatte einer derselben einen tödlichen Schuss erhalten. Der scheußliche Leichnam des Reptils lag tot am Ufer. Ich brauchte nicht zu verhungern, ich konnte ihn essen. Dies waren meine Gedanken. Freilich musste ich schon recht abgehungert sein, ehe ich mich überwinden konnte, den Moschus duftenden Bissen anzurühren, aber zwei weitere Fasttage überwanden meinen Ekel. Ich langte das Messer heraus, schnitt ein Stück aus dem Schwanz des Alligators und aß es, nicht von dem, welchen ich zuerst geschossen hatte, sondern von einem zweiten. Der Erste war jetzt im Zustand der Fäulnis und wurde von der glühenden Sonne schnell in eine faulende Masse verwandelt. Der Geruch derselben verpestete die ganze Insel.

Der Gestank war unerträglich geworden. Es rührte sich kein Lufthauch, sonst hätte ich den üblen Dünsten dadurch entgehen können, dass ich mich auf der Windseite hielt. Die ganze Atmosphäre der Insel sowie ein ausgedehnter Kreis um dieselbe war vom grässlichen Hauch der Verwesung angefüllt. Ich konnte es nicht länger ertragen. Mit Hilfe meiner Flinte wälzte ich den halb verfaulten Leichnam in den See, in der Hoffnung, dass ihn die Strömung hinwegtreiben würde. Dies geschah: Ich hatte das Vergnügen, ihn fortschwimmen zu sehen.

Dieser Umstand erweckte eine Folge von Gedanken in mir. Warum schwamm der Körper des Alligators? Er war geschwollen, mit Gasen gefüllt. Ha!

Es fuhr mir plötzlich ein Gedanke durch den Kopf, einer jener glücklichen Einfälle, welche die Kinder der Notwendigkeit sind. Ich dachte an den schwimmenden Alligator, an seine Eingeweide! Wie, wenn ich sie aufbliese? Ja, ja! Baken und Blasen, Flöße und Rettungsboote! Das war der Gedanke. Ich konnte den Alligator aufschneiden, aus seinen Eingeweiden eine Bake machen, und diese mochte mich von der Insel hinwegführen! Ich verlor keinen Augenblick, eine wilde Energie erfüllte mich, die Hoffnung hatte mir neues Leben verliehen. Meine Flinte war geladen, ein ungeheures Krokodil, das in der Nähe des Ufers schwamm, erhielt die Kugel ins Auge. Ich schleppte es ans Ufer und entblößte mit meinem Messer seine Eingeweide. Es hatte deren wenige, aber genug für meinen Zweck. Ein Federkiel aus dem Flügel des Ibis diente mir zum Aufblasen. Ich sah, wie sich die blasenartige Haut ausdehnte, bis ich von großen, wurstähnlichen Gegenständen umgeben war. Diese band ich zusammen, befestigte sie um meinen Körper, trat dann mit einem Schritt in das Wasser und schwamm abwärts. Ich hatte das künstliche Floß in einer Weise angebunden, dass ich aufrecht im Wasser saß, und dabei die Flinte mit beiden Händen halten konnte. Diese beabsichtigte ich als Keule zu gebrauchen, im Fall ich von den Alligatoren angegriffen werden sollte. Aber ich hatte die heiße Mittagsstunde gewählt, wo diese Geschöpfe in halb betäubtem Zustand daliegen, und wurde zu meiner Freude nicht belästigt.

Ein halbstündiges Treiben in der Strömung führte mich an das Ende des Sees, und ich sah mich an der Einmündung des Bayou. Hier erblickte ich zu meinem hohen Entzücken mein Boot im Sumpf, wo es von dem Schlamm aufgefangen und festgehalten worden war. Ein paar Minuten darauf hatte ich mich über den Rand desselben geschwungen und flog mit schnellen Ruderschlägen auf der glatten Fläche des Bayou hinunter.

Mein Abenteuer war hiermit zu Ende, und ich erreichte wohlbehalten die Ansiedlung, freilich ohne den Zweck meines Ausflugs erreicht zu haben. Doch gelang es mir einige Tage später, den gewünschten Vogel zu erhalten. Ich hatte das Vergnügen, das dem Freund gegebene Versprechen halten zu können.«

Besançons Abenteuer hatte uns alle interessiert. Auch unser alter Naturforscher Audubon schien großen Gefallen daran gefunden zu haben. Es weckte ohne Zweifel in ihm die Erinnerung an gar manches gefährliche Abenteuer aus seinem eigenen Leben.

Man sah übrigens deutlich genug, dass es im Kreis um das Lagerfeuer herum noch verschiedene Leute gab, die gern irgendein ähnliches Abenteuer erzählt hätten; aber es war für heute zu spät, und die meisten stimmten darin überein, dass es besser sein würde, zur Ruhe zu gehen. Am nächsten Abend mochte die Reihe an einen anderen kommen. Tatsächlich wurde das Übereinkommen getroffen, dass jeder aus der Gesellschaft, der irgend einmal in seinem Leben Held oder Teilnehmer bei einem Jagdabenteuer gewesen sei, dasselbe zur Unterhaltung der anderen mitteilen solle. Dies musste eine regelmäßige Folge von Geschichten am Lagerfeuer herbeiführen und uns in den Stand setzen, die vielen langen Abende zu verkürzen, welche uns noch bevorstanden, ehe wir die Büffel antreffen konnten. Zur Bedingung wurde gemacht, dass sich die Geschichten ausschließlich auf Vögel oder vierfüßige Tiere kurz, nur auf Jagdbares, der Fauna des amerikanischen Festlandes angehörige Wild beziehen durften, und ferner, dass ein jeder belehrende Bemerkungen über das Tier beizufügen hätte, welches eben den Gegenstand seiner Erzählung bildete, nämlich Bemerkungen über die Gewohnheiten desselben, die Orte, wo es gefunden würde, also seine allgemeine Naturgeschichte und zugleich eine Beschreibung der verschiedenen, hier und da bei den Eingeborenen üblichen Jagd- und Fangarten. Diese Einrichtung ließ erwarten, dass unsere Lagergespräche nicht allein unterhaltend, sondern auch äußerst belehrend sein würden.

Wir verdankten diese Anordnung einem Einfall des alten Naturforschers, der die ganz richtige Ansicht hatte, dass er unter so viel Männern mit Bildung und großer Jagderfahrung manche neue Tatsache für seine Lieblingswissenschaft würde erfahren können, denn gerade solchen Männern, und nicht den Stubengelehrten, verdankt die Naturgeschichte ihre wichtigsten Beiträge. Natürlich gaben wir alle, die Führer nicht ausgenommen, unsere freudige Zustimmung zu dem Vorschlag, denn es fand sich keiner unter uns, der nicht gern einige Kenntnisse so unterhaltender Art erworben hätte. Es unterlag keinem Zweifel, dass wir dem Naturforscher selbst den größten Teil davon zu verdanken haben würden. Er besaß dabei eine so angenehme Gabe der Mitteilung, dass ihm selbst die rauen Trapper mit Bewunderung und Aufmerksamkeit zuhörten. Sie sahen, dass er weder in der Jagd noch in der Kenntnis der Prärie unerfahren war, und dies verschaffte ihm hinreichenden Anspruch auf ihre Achtung.

Da wir bei guter Zeit aufzubrechen gedachten, so begaben wir uns wieder in unsere Zelte und überließen uns dem erquickenden Schlummer.

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