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Perry Rhodan Band 2960 – Hetzjagd auf Bull

Hubert Haensel
Perry Rhodan Band 2960
Hetzjagd auf Bull

Science-Fiction, Heftroman, Hörbuch und E-Book, Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt, 11. Mai 2018, 68 Seiten, €2,20, Titelbild: Arndt Drechsler, Innenillustration: Swen Papenbrock

Im Vorroman tauchten die Xumushan auf – ausgesprochen abstoßende Truppen einer bis dato unbekannten Superintelligenz, deren von sich kräuselnden Beinen umgebenen Spinnenköpfe und Tentakelbündel statt der Arme selbst tolerante Vertreter der Liga Freier Galaktiker schaudern lassen. Noch dazu sind ihre Insektenschiffe gegen genaue Ortung und Beschuss immun, sodass in Windeseile sämtliche Medienkanäle von Bildern verwüsteter terranischer Städte überflutet sind.

Nun hat man einiges herausgefunden – doch die Invasion scheint erst einmal nahtlos weiterzugehen. Allerdings tritt sie in Haensels Roman in den Hintergrund. Denn inmitten der Wirren  will der Techno-Mahdi die Unsterblichen ausschalten. Insofern knüpft der Autor einerseits nahtlos an Fröhlich an. Andererseits verwendet er einen anderen Fokus, weil sich der Kampf gegen die eindringenden Roboter in Bulls Haus am Goshun-See abspielt, und er seine Familie verteidigt – oder die Familie sich verteidigt. Ist seine Frau doch eine Vitaltelepathin und ehemalige tefrodische Geheimagentin. Der legendäre Haluter Icho Tolot hat sich ihre Tochter Shinae zum Schützling erkoren. Reginald Bulls kleine Familie liegt Haensel nun über eine Reihe von Romanen hindurch am Herzen.

Was Bull am Herzen liegt, ist sein Vorgesetzter zur Zeit seiner in Band 1 der Serie erfolgten, alles verändernden Mondlandung, bei der er und Rhodan das gestrandete Raumschiff der Arkoniden entdeckten, mit dem alles begann: der Drei-Sterne-General der US Space-Force, Lesly K. Pounder. Zu seinem Gedenken taufte er seine Hauspositronik LESLY, und wie alle hochentwickelte Technik hat sie im Angriffsszenario der Xumushan schwerwiegende Ausfälle. Zum Glück haben auch die angreifenden TARAS Ausfälle – ein voll funktionsfähiger Kampfroboter im Schlafzimmer ist keine schöne Sache.

Was will der Techno-Mahdi mit seinen Angriffen erreichen? Grundsätzlich will die Organisation um diese geheimnisumwitterte Erlöserfigur, dass sich die Menschheit durch Technik von der Last des Lebens befreit, um zu einer neuen Lebensweise zu finden, in der sie ihre natürlichen Gegebenheiten in jeder Weise optimiert haben. Und sie soll frei sein von den Manipulationen durch Superintelligenzen. Deshalb ist die alte Machtelite vom Schlag eines Perry Rhodan oder eines Imperators Bostich der Feind, weil sie deren Agenda ausführt – behaupten seine Anhänger.

Woher die Botschaften des Techno-Mahdi kommen, die durch alle Kommunikationsnetze gesistern, weiß keiner. Doch jeder kennt sie. Die vier techno-mahdischen Losungen lauten: »Technik ist Erlösung«, »Wissen ist Heil«, »Außerhalb der Technik ist keine Erlösung« und »Wenn Engel in die Geschichte eintreten, werden sie Maschinen sein«.

Die Sekte trat zum ersten Mal mit dem Auftauchen des Atopischen Tribunals in Erscheinung (vgl. PR 2700), kam aber nicht mit der Verfassung in Konflikt und blieb unbehelligt. Derzeit wird sie aktiv. Adam von Aures vertritt ihre Ziele und vielleicht noch einige Ziele mehr. Es geht um das Projekt Genesis, das dem Zyklus den Namen gibt, und um einen Wohlfahrtsrat aus Techno-Mahdisten, der an die Macht soll.

Dass die Hintergründe der Xumushan inzwischen bekannt sind, nimmt diesem Roman die Art von  Dramatik, in der der Vorroman schwelgen konnte. Es geht zurück zu vertrauteren Szenarien, verstandsbetonten Hintergründen und dem Einzelnen – beschrieben wird die Handlung so anschaulich, wie Haensel es immer tut, sie geht einen langsameren Gang. Es gibt mehr Innendarstellung, nicht nur wegen der Kampfhandlungen im Wohnhaus, sondern auch wegen der Figurendarstellung. Sicherlich versteht man dadurch die Vorgänge um die Angreifer gut. Die Verfasserin dieser Besprechung kann mit Bulls Familie nicht genug anfangen. Spannend ist allerdings die sich auftuende Fragestellung: Was wird der tolerante, nach 3000 Jahren abgeklärte Perry Rhodan tun, wenn er nun wirklich im heimischen Solsystem eintrifft, seinen ältesten Freund trifft und erfährt, dass seine Frau und die Mutter sener Tochter die ehemalige Geheimagentin Toio Zindher ist, die ihren gemeinsamen Freund Ronald Tekener ermordet hat?

Informationen und Leseprobe sind hier.

(at)