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Deutsche Märchen und Sagen 2

Johann Wilhelm Wolf
Deutsche Märchen und Sagen
Leipzig, F. A. Brockhaus, 1845

2. Vom dummen Peter

Es war einmal eine Frau, die mit zwei Kindern in einem kleinen Häuschen wohnte. Das eine von den Kindern war ein Mädchen; und die Frau hatte es mehr als lieb. Das andere war ein Junge und der wurde gehalten, als gehörte er nicht zum Haus. Er hatte es schlimmer als ein Hund, denn ein Hund bekommt doch noch frisches Stroh, um darauf zu schlafen. Der dumme Peter aber, denn so nannten sie ihn, musste sich mit trockenen Blättern begnügen. Dabei war das Dach des Ställchens, worin er schlief, noch so undicht, dass es überall tropfte, wenn ein Regen kam. Sie sagten immer, er wäre zu nichts zu gebrauchen; und doch war er ist just, der alle grobe Arbeit tun musste. Er schälte die Kartoffeln, musste Holz raffen gehen, die Kühe auf die Weide treiben, das Haus scheuern, die Teller spülen, zum Markt gehen. Kurz, er war für alles gut genug. Trotzdem konnten sie ihn nicht leiden, und gab seine Mutter ihm ein Butterbrot, dann musste er stets noch hören: »Du faules Tier, Taugenichts, du Tagedieb, zur Arbeit taugst du nie, aber beim Essen bist du immer der Erste.«

Endlich wurde der dumme Peter dessen müde und dachte: Das kann doch nicht ewig so fortgehen, ich arbeite wie ein Pferd, und statt dass sie mich gern dafür sehen, kriege ich noch Schläge und werde gescholten sonder Aufhören. Ich mach mich auf und gehe weg.

Als er nun einmal wieder die Haut voll Schläge bekam, ohne dass er es verdient gehabt hätte, sprach er zu seiner Mutter: »Mutter, ich gehe weg in die Welt, denn ich sehe doch, dass ich hier der Verstoßene bin.«

»Gut, Junge«, sprach die Mutter, »geh nur, hast recht darin und sieh, wie du deine Kost anders gewinnst, denn wir können nicht immer zusammenbleiben. Das geht nicht. Da hast du ein Hämmerchen, anderes kann ich dir nicht mitgeben, und nun geh.«

Der dumme Peter nahm das Hämmerchen und machte sich auf den Weg. Als er schon sehr weit gegangen war, erblickte er von Weitem ein schönes großes Schloss. Als er näher darauf zukam, sah er drei schöne Mädchen durchs Speicherfenster schauen. Er klopfte ans Tor und die Mädchen machten ihn auf und fragten ihn, was sein Begehren wäre.

»Ich bin von Hause weggegangen, weil meine Mutter kein Brot mehr für mich hatte«, antwortete der dumme Peter.

»Wie heißt du denn und was für ein Handwerk verstehst du?«, fragten die drei Mädchen darauf.

Er sprach: »Ich heiße der dumme Peter und bin eigentlich ein Kuhhirt meines Handwerks.«

»Ach, das ist ja gut«, riefen die Mädchen alle drei zugleich,« wir haben gerade einen Kuhhirten nötig und wenn du willst, kannst du bei uns in Dienst kommen.«

Darüber war der dumme Peter sehr zufrieden und die Mädchen setzten ihm für den Anfang einmal recht gutes Essen und Trinken vor. Das schmeckte ihm so gewaltig gut, dass er beschloss, ewig in den neuen Dienst zu bleiben. Das war nun gut. Am anderen Morgen machte sich mein dummer Peter früh aus dem Bett, bekam ein tüchtiges Butterbrot und zog mit seinen Kühen auf die Weide. Da blieb er den ganzen Tag, bis es begann, dunkel zu werden. Da blies er die Kühe zusammen und wollte nach Hause zurück. In dem Augenblick aber sah er von Weitem einen Herrn zu Pferde kommen, der war ganz in Silber gekleidet und kam spornstreichs auf ihn zugeritten und fragte ihn mit einem Gesicht, als wenn er den Peter hätte fressen wollen.

»Was hast du hier zu tun?«

Der dumme Peter sah ihn einmal überseits an und antwortete: »Das geht Euch nichts an.«

Da wurde der Herr erst blitzböse und schrie: »Was sagst du? Das geht mich nichts an? Warte, ich will dich lehren, so frech zu sein.« Und mit den Worten zog er einen großen Säbel, um Peter totzuschlagen.

Der dumme Peter war aber nicht links, den kaum merkte er, dass der Reiter nach der linken Seite griff, als er schnell sein Hämmerchen packte und ihm den Kopf einschlug, dass er vom Pferd herunterfiel.

»Da, nun hast du was«, sprach er und lachte dabei recht herzlich, band alsdann das Pferd an sein Hirtenhäuschen und zog dem Toten seine silbernen Kleider aus. Als er die wohl verborgen hatte, warf er den Leichnam ins Wasser und trieb seine Kühe nach Hause.

Die drei Mädchen lagen wieder in Söllerfenster und waren sichtlich verwundert, als sie Peter mit den Kühen kommen sahen. Das ist auch leicht denkbar, denn bis dahin hatten sie noch keinen Hirten halten können. Wie oft sie nur morgens einen mit den Kühen auf die Weide geschickt hatten, waren die Kühe abends doch immer allein nach Hause gekommen.

»Aha, der dumme Peter ist da!«, riefen sie alle drei laut auf und sprangen die Treppen hinunter gleich Häschen und machten ihm auf. Er sagte aber nichts und schwieg, dass der Schweiß ihn heruntertropfte. Nachdem er seine Kühe im Stall hatte, musste er hereinkommen und bekam wieder prächtig essen und trinken. Das gefiel ihm über die Maßen und er war so glücklich wie ein König, sagte aber nichts.

Am folgenden Morgen bekam er wieder sein Butterbrot und zog mit den Kühen zur Weide. Die Mädchen standen und sahen ihm mit Tränen in den Augen nach, denn sie dachten, er würde dieses Mal gewiss nicht wiederkommen. Er blieb den ganzen Tag auf der Weide, und als es anfing, dunkel zu werden, blies er seine Kühe wieder zusammen und wollte nach Hause zurück. In dem Augenblick aber sah er einen Herrn zu Pferde angeritten kommen, der ganz und gar in Gold gekleidet war. Der ritt recht auf ihn zu und fragte ihn mit einem grimmigen Gesicht: »Was hast du hier zu tun?«

Peter schaute ihn einmal von der Seite an und antwortete: »Das kann Euch nicht kümmern.«

»Was sagst du da?«, schrie der Herr.« Warte, ich will dir lehren, frech zu sein.« Mit diesen Worten zog er vom Leder, aber Peter gab wohl acht und griff schnell nach seinem Hämmerchen und schlug ihm den Kopf ein. Da fiel der Herr vom Pferd. Peter zog ihm seine goldenen Kleider aus und verbarg die zu den anderen. Das Pferd band er zum ersten an sein Hirtenhäuschen, warf den Leichnam ins Wasser und zog nach Hause zurück.

Die drei Mädchen lagen wieder am Söllerfenster und waren schon unruhig; hatten aber umso größere Freude, als die Peter sahen. »Ach, der dumme Peter ist da!«, schrien sie alle drei und sprangen wie Häschen die Treppe hinunter und machten in ihm auf. Er brachte die Kühe zum Stall und kam in das Schloss. Da stand schon seine Kost für ihn bereit und die Mädchen warteten ihm auf. Er schwieg aber, dass der Schweiß ihn von der Nase lief, und sagte nichts.

Nun kam der dritte Tag. Der dumme Peter erhielt wieder sein Butterbrot und zog aus mit seinen Kühen zur Weide. Die drei Mädchen sahen ihm mit nassen Augen nach, denn sie dachten: Dieses Mal sehen wir ihn sicherlich nicht mehr wieder.

Peter blieb auf der Weide, solange die Sonne drauf schien. Als die aber hinter den Bergen schlafen gehen wollte, bließ er seine Kühe zusammen und wollte auch nach Hause. Das sah er, wie von fern in einer anderen Weide sich eine Falltür auftat und ein Herr aus der Erde stieg, der auf einem Pferd saß und ganz in Diamanten gekleidet war. Der dumme Peter merkte wohl, wo die Falltür lag, machte sich dann bereit, die Kunst des Herrn abzuwarten.

Der kam gerade auf ihn zugeritten und schrie ihm ganz wütend zu: »Was machst du da?«

»Geht Euch nichts an«, sprach der dumme Peter ruhig und fasste, ehe der Herr noch weiter sprechen und nach dem Säbel greifen konnte, sein Hämmerchen und schlug ihm den Kopf ein. Dann zog er ihm die Diamantenkleider aus und verbarg die, band das Pferd zu den zwei anderen und warf den Leichnam ins Wasser.

Das war nun gut, aber mein dummer Peter hätte doch gerne gewusst, was noch unter der Falltür stecke, ließ die Kühe stehen und ging recht auf die Seite zu, wo er sie sich öffnen gesehen hatte. Er fand sie auch glücklich, hob sie auf und sah eine Treppe und die stieg er hinab. Da kam er in einen großen Saal, der hing ganz voll der allerprächtigsten Kleider.

»Die können mir nicht dienen. Ich habe auf der Weide noch drei Röcke, die ich doch nie verschleiße«, sprach er in sich hinein und ging durch eine Tür in einen anderen Saal. Da stand eine Tafel mit ausgesuchten Speisen.

»Aha, das ist, was ich haben muss«, sprach der dumme Peter, schob seinen Stuhl bei und hieb wacker ein. Als er sich nun recht rundsatt gegessen und getrunken hatte, schaute er einmal um sich und erblickte in einer Ecke ein kleines eisernes Türchen. Da ging er darauf zu und versuchte dasselbe zu öffnen, aber das ging nicht, denn es war weder Schlüssel noch Schlüsselloch daran zu sehen. Er schuppste einmal mit dem Fuß dagegen, aber das wollte auch nicht helfen. Nun wurde er böse, packte sein Hämmerchen und schlug dermaßen auf die Tür, dass sie in Stücke auseinanderflog. Zugleich rollte ihm eine solche Menge Geld entgegen, dass er über den Haufen fiel. Schnell raffte er sich aber wieder zusammen und rieb sich die Augen recht tüchtig mit beiden Händen, denn er meinte zu träumen, aber bald überzeugte er sich, dass das nicht war. In seiner Seelenfreude wälzt er sich ein paar Mal rundherum in dem Gold und sprang dann lustig wieder auf.

»Juchei, nun weiß ich genug«, rief er, sprang wieder die Treppe herauf und ließ die Falltür still zufallen. Als er wieder auf die Weide kam, fiel er all den Kühen um den Hals und lief dann rund, als wäre er selbst eine tolle Kuh gewesen. Er sprang gegen die Bäume, warf sich ins Gras, lief nun aufrecht, dann auf Händen und Füßen, schrie und jauchzte dabei, dass ihn kein Christenmensch für gescheit halten hätte können. Plötzlich fiel ihm etwas ein und er öffnete den Drehbaum und ließ die Kühe allein nach Hause gehen.

Die drei Mädchen lagen wieder in Söllerfenster und sahen sich bald die Augen aus, ob der dumme Peter noch nicht käme. Aber er kam nicht und kam nicht, und als es anfing, dunkel zu werden, da blökten die Kühe und trampelten allein in den Hof hinein.

Nun wurden die Mädchen ganz traurig und waren gar nicht zu trösten, schluchzten immer: »Ach, der dumme Peter ist tot! Der dumme Peter ist tot!«

Als es nun Abend geworden war, da schellte es mit einem Mal Klingeling, Klingeling am Schloss. Als die drei Mädchen die Tür aufmachten, da stand ein Herr davor, der war ganz in Diamanten gekleidet. Die luden ihn höflich ein, hereinzukommen, sich ein wenig zu rasten, setzten ihm ein feines Essen und Trinken vor. Sie waren so verwundert über seine kostbaren diamantenen Kleider, dass sie sich halb blind an ihm geschaut hätten. Zuletzt, als sie schon viel zusammen gesprochen hatten, ersuchten sie den schönen Herrn, er möge ihnen denn nun auch einmal sagen, wie er heißen und wo er zu Hause sei. Da fing der Herr laut an zu lachen und rief: »Haha, kennt ihr mich denn nicht mehr? Ich bin der dumme Peter.«

»Gott und Herr! Der dumme Peter?«, riefen die Mädchen alle drei.

Er bekräftigte das mit einem lustigen Sprung und schrie noch einmal: »Ja, gewiss, ich bin der dumme Peter.« Dabei lachte er, dass ihm sein Bäuchlein wackelte.

Die drei Mädchen konnten nicht zu sich kommen vor lauter Verwunderung und schlugen immerfort die Hände zusammen und sprachen: »Gott und Herr! Der dumme Peter!«

Als sie sich nun endlich genug gewundert hatten, fragten sie ihn aus, wie er denn zu den schönen Kleidern gekommen wäre. Er erzählte ihnen alles auf ein Härchen, was er in den drei Tagen auf der Weide erlebt hatte. Als er das alles erzählt hatte, dann nahm er sich ein Herz und fragte das Älteste von den drei Mädchen, ob es ihn nicht zum Mann haben wollte. Der da der dumme Peter ein so reicher Mann war, kann man sich leicht denken, dass das Mädchen das nicht abschug. Ein paar Tage darauf war die Hochzeit und als die getan war, da holte sich der dumme Peter all das Geld aus der Erde und dessen war so viel, dass er sieben Nächte daran fuhr und das muss man wissen, er fuhr es mit einem zweispännigen Wagen und hatte jedes Mal so viel geladen, wie die Pferde ziehen konnten.

Nachdem nun der dumme Peter eine Zeit lang mit seiner Frau und den zwei anderen Mädchen auf dem Schloss gewohnt hatte, wurde er neugierig, zu wissen, wie es eigentlich mit seiner Familie stände, sprach also zu seiner Frau: »Frau, ich muss einmal nach Hause, will sie aber einmal recht anführen. Ich gehe mit meinen alten schlechten Kleidern dahin. Du kommst hinterher in einer schönen Kutsche, tust am Haus, als ob etwas am Rad gebrochen wäre und fragst dir ein Nachtlager.«

»Gut«, sprach die Frau, und der dumme Peter zog seinen alten schlechten Kleider an und ging nach Hause.

Seine Mutter und Schwester hatten ihn aber kaum gesehen, als sie schon das alte Liedlein wieder anfingen und schrien: »Du fauler Bengel von Junge, bist du wieder da? Wir haben kein Essen für dich, darum mach dich nur schnell fort, oder wir werfen dich aus der Tür.«

»Ach, nehmt mich doch um Gottes willen auf«, sprach Peter mit einem jämmerlichen Gesicht. »Ich sterbe vor Hunger und kann nirgendwo mein Brot verdienen. Ich will ja gern arbeiten und alles tun.«

Das ging der Alten ans Herz und sie hieß ihn hereinkommen und stellte ihm einen Korb voll Erdäpfel hin, dass er die schäle.

Der dumme Peter nahm ein Messer und begann rüstig. Indem kam eine prachtvolle Kutsche vor die Tür gerollt und daraus stieg eine Frau, die so kostbar gekleidet war, dass man nie etwas Schöneres gesehen hatte. Des dummen Peters Mutter und Schwester sprangen alsbald an die Tür und fragten die Frau unter vielen Knicksen und Bücklingen, ob sie ihr mit nichts aufwarten könnten.

Die Frau sprach: »Ich wollte nur fragen, ob ich hier nicht ein bisschen bleiben könnte. Es ist mir ein Rad an der Kutsche zerbrochen und ich kann nicht weiterreisen.«

»Gott gewiss, gnädige Frau«, sprachen die zwei,« kommt nur herein, gnädige Frau, und setzt Euch was, gnädige Frau.«

Als die Frau nun in die Stube trat, nahm die Alte den dummen Peter beim Kragen und warf ihn durch die Küchentür, indem sie brummpte: »Weg mit deiner Sauerei, du Schmierlappen, dass die gnädige Frau dich nicht sieht.«

Der dumme Peter ließ sich das alles still gefallen.

»Es ist schon spät«, sprach die Frau, »und ich glaube nicht, dass meine Kutsche heute fertig werden kann. Könnt ich will die Nacht hierbleiben?«

»Gott gewiss, mit allem Plaisir, gnädige Frau«, sprach die Alte, »wenn ihr nur vorlieb nehmen wollt, gnädige Frau. Wir sind arm, gnädige Frau, und haben nicht viel zum Besten, gnädige Frau.«

Das war nun gut, die gnädige Frau blieb da. Als das Essen fertig war, setzen sich alle zu Tisch, ausgenommen der dumme Peter. Er musste in der Küche allein hocken und bekam nur ein trockenes Butterbrot und nichts dazu. Er ließ sich das schon wieder gefallen. Als sie aber recht am Schmausen waren, schlich er still herein und packte sich mit seiner bloßen schmutzigen Hand einen Apfel vom Teller der gnädigen Frau.

Da wurde die Alte recht böse, nahm einen großen hölzernen Schöpflöffel und wollte den dummen Peter auf die Finger schlagen, indem sie rief: »Hat die Welt je einen so unerzogenen Bengel gesehen! Packst du dich weg von der gnädigen Frau! Ach, nehmt es doch nicht übel, gnädige Frau, ich hatte ihn nicht gesehen, gnädige Frau.«

»Das tut nichts«, sprach die Frau.

Aber damit war die Alte nicht zufrieden. Im Gegenteil, sie fasste den dummen Peter am Ärmel, gab in einige Puffe in den Rücken und hieß ihn zu Bett gehen. Der dumme Peter ließ sich das auch noch gefallen und legte sich auf seine Blätter, die inzwischen halb verfault waren.

Am anderen Morgen in aller Frühe rief die Schwester schon an des dummen Peters Ställchen: »He, he, dummer Peter! Steh auf und mahle den Kaffee.«

Ja, wer aber da keine Antwort gab, das war der dumme Peter. Die Schwester öffnete das Türchen von dem Ställchen ein bisschen und schaute einmal hinein. Aber wer nicht da war, das war mein dummer Peter. Nun blieb ihr natürlich nichts anderes übrig, als den Kaffee selbst zu machen, und als den fertig hatte, ging sie zum Schlafzimmer der gnädigen Frau, um diese aufzuwecken. Sie klopfte einmal an die Tür, aber die gnädige Frau gab keine Antwort. Sie klopfte noch einmal und noch einmal, und die gnädige Frau gab noch keine Antwort.

Endlich machte sie die Tür ganz leise mit einem Risschen auf, schreckte abermals zurück, lief zu ihrer Mutter und schrie: »Ach Gott, Mutter! Der dumme Peter hat sich bei der gnädigen Frau ins Bett gelegt.«

Nun kam die Alte mit einem großen Holzscheit und sie hätte sicherlich den dummen Peter totgeschlagen, wäre die gnädige Frau nicht dazwischen gekommen und hätte die Mutter zurückgehalten.

Als die Alte ihn dennoch wenigstens tüchtig ausschimpfen wollte, lachte er und sprach: »Eh, das ist meine Frau und ich bin ihr Mann.«

Da stand der Mutter und der Schwester der Verstand still und sie konnten vor lauter Verwunderung kein Wort herausbringen. Als nun aber der dumme Peter und seine Frau ihnen alles erzählten, da wurden sie alle zwei rot bis hinter die Ohren, weil sie den dummen Peter so schlecht behandelt hatten. Der hatte aber ein gar gutes Herz und lachte darüber, sprach, das täte nichts, er hätte doch all seine Reichtum einzig den Hämmerchen zu verdanken, und das hätte seine Mutter ihm ja gegeben. Er ließ ihnen alsdann ein prachtvolles Haus bauen, gab ihnen so viel Geld, dass sie gut leben konnten, und zog mit seiner Frau zum Schloss zurück. Und wenn sie nicht ausgezogen sind, dann wohnen sie noch da.

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