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15 neue Fragen an …

… Roman Schleifer

Mitte der achtziger Jahre hämmerte der damals 16-jährige Wiener seine erste Science-Fiction-Kurzgeschichte in eine Schreibmaschine, die dann auch prompt auf der Leserkontaktseite der Perry Rhodan-Erstauflage veröffentlicht wurde. Die größte SF-Serie der Welt begleitete Schleifer nicht nur als jahrzehntelanger Leser, sondern auch als Mitbegründer des Wiener PR-Stammtisches im Jahr 1996 und ab 1999 als Co-Organisator diverser PR-Cons, wie die europaweiten Fanveranstaltungen in der Szene heißen.

Der Schriftstellerei blieb er trotz der vielen Aktivitäten rund um Perry Rhodan weiterhin treu. Er besuchte mehrere Schreibcamps, veröffentlichte im Fanbereich und wurde zum Test- und Korrekturleser einiger Autoren, darunter auch Krimi- und Thriller-Beststellerautor Andreas Gruber. Zuletzt widmete ihm Beststellerautor Andreas Brandhorst in seinem Roman Das Erwachen eine eigene Figur.

Seit 2008 veröffentlicht Roman Schleifer regelmäßig professionell innerhalb der Perry Rhodan-Serie, zuletzt 2017 zwei Romane für die PR-Miniserie Terminus. Parallel zu dieser Miniserie entstanden die Interviews zur Serie hier im Geisterspiegel, durchgeführt von Alexandra Trinley, hier und da sowie die 60-seitige PRFZ-Sonderpublikation zur Terminus-Serie.

Eine Übersicht über sein umfangreiches schriftstellerisches Schaffen findet sich in der Perrypedia.


1. Was bedeutet das Schreiben für dich?


Etwas, das aus mir raus muss – und etwas, das schlagartig da ist. Es beginnt mit einer Idee, einem Bild, einer Szene, einem Satz oder einer Figur und weckt meine Neugier, wie es damit weitergeht. Also sitze ich in meiner Freizeit vor dem PC und »sehe« mir erste Reihe fußfrei an, wie mein Gehirn diesen ersten Hauch einer möglichen Geschichte weiterentwickelt. In der heißen Phase der Geschichte bin ich dann in jeder freien Minute damit beschäftigt. Da kann es schon mal vorkommen, dass ich bei der morgendlichen Zahnhygiene ein vertracktes Plotproblem löse.


2. Welche drei Bücher, die du gelesen hast, haben dir bisher am besten gefallen?


Plot & Structure, Dynamic Characters, 20 Master Plots und noch hundert weitere Schreibbücher …


3. Welches war deine erste, professionell veröffentlichte Arbeit?


Ich durfte 2007 für die Science Fantasy-Serie Sunquest von Uschi Zietsch gemeinsam mit Wolfgang Oberleithner Band Nr. 3 Das sterbende Land beisteuern. Eine exotische und spannende Serie und als E-Book immer noch erhältlich.

Danach kam 2008 die erste von bislang zwölf Kurzgeschichten bei der Perry RhodanStellaris Serie und die Mitarbeit bei den Perry Rhodan-Miniserien 2014 und 2017.


4. Welches Buch oder welche Geschichte von dir würdest du mir zum Lesen empfehlen und warum?


Natürlich alle. 😀 

Wobei dem Autor in mir natürlich immer das aktuellste Werk am besten gefällt, in meinem Fall Schwarze Seele, ein Romance-Thriller, den es ab der dritten Jännerwoche 2018 sogar als Gratis-Download auf Dorgon.net gibt.

Der Roman ist ohne Vorwissen zur Dorgon– oder Rhodan-Serie lesbar. Er spielt auf einer Welt, die das technologische Niveau der Erde des ausgehenden 20. Jahrhunderts hat. Die Polizistin Vita Etan jagt einen Serienmörder und wird dabei mit ihrer Vergangenheit konfrontiert …

Empfehlen kann ich auch die Kurzgeschichte Der Schwur, die 2016 im Computermagazin c’t veröffentlicht wurde.


5. Unter welchen Umständen würdest du das Schreiben mit einem anderen Beruf oder Hobby tauschen?


Gar nicht. Ohne Schreiben bin ich unvollständig.


6. Welcher Autor hat dich am meisten beeinflusst?


Vermutlich alle, die ich gelesen habe. Aus jedem Buch nimmt man unterbewusst etwas für sich selbst mit.


7. In welchem anderen Genre würdest du dich gern ausprobieren?


Science-Fiction ist ein dankbares, weil übergreifendes Genre. Man nehme eine Liebesgeschichte, setze sie drei Jahre in die Zukunft, dann ist es zwar SF, aber immer noch eine Liebesgeschichte. Oder einen Krimi im Jahre 2025. Oder einen Thriller. Dank der Perry Rhodan-Kurzgeschichten-Serie Stellaris habe ich dort mittlerweile bis auf Horror in jedem Genre eine Kurzgeschichte veröffentlicht. Diese Serie konzentriert sich auf den Alltag an Bord eines Fracht-Raumschiffes und stellt die Menschen und Außerirdischen samt ihrer täglichen Probleme in den Mittelpunkt, mittlerweile ebenfalls als E-Book-Pakete erhältlich. Die Geschichten stammen von unterschiedlichen Autoren, darunter auch von Bestseller-Autor Andreas Eschbach.


8. Hörst du beim Schreiben Musik und wenn ja, welche?


Als Metallica- und Queen-Fan spielt mein MP3-Player am Rechner hauptsächlich gitarrenlastige Musik, sprich Hard Rock. Zum Beispiel das aktuellste Album von Stone Stour Hydrograd. Aber er spielt auch Charts.


9. Welche Story von dir könntest du dir auch als Film am besten vorstellen und wer sollte die Hauptrolle darin spielen?


Natürlich eignen sich alle für eine Verfilmung, ich habe sie extra filmtauglich geschrieben. *g*
Auch hier bin ich wieder durch das letzte Werk beeinflusst. Schwarze Seele bietet sich durch die Storyline hervorragend für Hollywood an. Obwohl ich für die Figuren Schauspieler als optisches Vorbild genommen habe, überlasse ich die Auswahl der Darsteller im Falle des Falles aber lieber den Profis.


10. Was inspiriert dich?


Oft ist es ein Bild, ein Gedanke, ein Satz oder auch eine Idee. Sobald ich darauf anspringe, kriege ich es nicht mehr aus meinem Kopf und ich muss die Geschichte dazu erzählen.


11. Schreibblockaden gehören oft zum Alltag eines Autors. Wie gehst du damit um?


Schreibblockaden halte ich für ein Gerücht. Es gibt nur die Ablenkung, um ein Plot- oder stilistisches Problem nicht lösen zu müssen. Das Grundrüstzeug jedes Autors ist Kreativität und die blockiert nicht. Es ist der Autor, der sich mit etwas anderem beschäftigen will, warum auch immer.


12. Welchen guten Rat hast du für junge Autoren/ Hobbyautoren?


Schreibt jede Story für euch selbst und versucht, in jeder freien Minute zu ploten und zu schreiben. Es ist zwar eine Binsenweisheit, aber sie stimmt: Besser wird man nur, wenn man an sich arbeitet.


13. Lesungen gehören zur Tätigkeit des Autors. Wie bereitest du dich darauf vor und was bedeuten sie dir persönlich?


Da ich hauptsächlich innerhalb der Rhodan-Serie veröffentlicht habe, ist dieser Kelch bislang an mir vorbeigegangen. Ich durfte mich aber in den letzten Jahren auf unzähligen Conventions den Fragen der Leser stellen. Diesen Kontakt mit den Lesern halte ich für wichtig. Man liest einfach anders, wenn man den Autor persönlich getroffen hat oder gar kennt. Für mich als Autor sind die Gespräche mit den Lesern sehr interessant und auch hilfreich. Darum lese ich auch immer alle Rezensionen zu meinen Werken und bedanke mich bei jedem per Mail für seine Zeit. Manchmal entstehen dadurch anregende Diskussionen über Teile der Geschichte. Diesen anderen Blickwinkel finde ich sehr interessant.


14. Wie recherchierst du für einen neuen Roman/ eine neue Story?


Je nach Thema unterschiedlich intensiv. Zum Beispiel habe ich für eine Geiselnehmer-Kurzgeschichte polizeiliche Fachliteratur durchgeackert, um die Reaktion der Behörden realistisch zu schildern. Für den letzten Rhodan-Terminus-Roman habe ich mich mit einem der weltbesten Cage-Fightern getroffen und habe ihm eineinhalb Stunden fasziniert über seine Motivation, das Training und den Kampf im Ring zugehört.


15. Woran arbeitest du derzeit?


Nachdem ich dem Projekt Schwarzen Seele den letzten Feinschliff gegeben habe, werde ich an einer Stellaris-Kurzgeschichte und an einem Buchprojekt arbeiten. Optimalerweise erscheint beides Ende 2018 und wir lesen uns dazu wieder.


Wolfgang Brandt: So, das war’s auch schon. Ich hoffe, dass dir die Beantwortung der Fragen ein wenig Spaß gemacht hat und bedanke mich ganz herzlich auch im Auftrag der Geisterspiegel-Redaktion und natürlich unserer Leser.

Roman Schleifer: Gern geschehen.

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