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15 Fragen an Verleger …

… Ulrich Burger

Der Ulrich Burger-Verlag wurde am 01.11.2008 mit Sitz in Homburg/Saar gegründet.
Er hat sich mit Büchern aus dem Bereich Fantasy einen Namen gemacht. Mittlerweile hat sich der Verlag einen nicht mehr wegzudenkenden Namen in der Phantastik gemacht und bedient verschiedene Genres.

Bei Anthologien hat der Ulrich Burger-Verlag eine ganz neue Richtung eingeschlagen, sieht man sich beispielsweise das Buch Die Köche – Biss zum Mittagessen an, welches im Dezember 2010 veröffentlicht wurde. 26 sehr erfolgreiche Fantasyautoren aus Deutschland haben sich in diesem Buch zusammengefunden, was es bis dahin in dieser Form noch nicht gab. Damit aber nicht genug – nein – bei dieser Anthologie spielen Kochrezepte eine große Rolle. Ein Fantasykochbuch also, mit kleinen Geschichten zwischendurch. Im März 2014 kam das dritte Buch Die Köche III – Der kleine Hobbykoch dazu heraus. Sie sehen schon, es gibt immer noch in dieser von Medien überfüllten Welt Nischen, die es zu entdecken gilt. Man muss nur genau hinsehen.


1. Welche Themen sind Schwerpunkte deines Verlages?


Schwerpunktmäßig habe ich Fantasy und Regionalkrimi. Tolle Kombi, oder!? Es hat sich aber bewährt.


2. Was bedeutet dir dein Verlag?


Gute Frage. Der Verlag ist schon fest verwachsen mit mir. Im kommenden Jahr sind es 10 Jahre, die ich am Markt bin, wobei ich 2017 recht wenig gemacht habe, was leider mit gesundheitlichen Problemen zusammenhängt. Trotzdem habe ich Lust auf gute neue Bücher, die ich im Namen eines Autors herausbringen darf.


3. Welche Tätigkeiten gehören zum Berufsbild des Verlegers?


Gut wäre es, wenn ein Verleger nichts verlegt. Ansonsten verliert er oder sie den Überblick. Ordnung ist sehr wichtig! Ansonsten werden Manuskripte geprüft, mit dem Autor Verträge ausgehandelt, schauen, dass das Buch fehlerfrei und das Buchcover großartig wird, das fertige Buch bei den Großhändlern gelistet wird und das ein oder andere Rezensionsexemplar verschickt wird. Das war es so im Groben.


4. Welche drei Bücher/E-Books, die du verlegt hast, haben dir bisher am besten gefallen?


Ist das eine Fangfrage? Natürlich waren alle spitze! Ich darf natürlich keines hervorheben. Doch wenn ich wirklich, wirklich, wirklich drei Bücher nennen muss, dann sage ich Der Lemmes ist grandios, Sternenpfad ist auch ein sehr, sehr gelungenes Buch und Der Fährmann, von dem noch weitere Fälle folgen werden.


5. Welches war dein erstes professionell veröffentlichtes Buch/E-Book?


Buch: Der Nebel Notre Dames und andere Geschichten

E-Book: Hmm… da muss ich lügen. Ich sage mal unter Vorbehalt Phantasma.


6. Welches Buch/E-Book aus deinem Verlag würdest du mir zum Lesen empfehlen und warum?


Diese Frage ist sehr abstrakt. Dafür wäre es gut, deine Vorlieben zu kennen. Schlecht wäre es natürlich, wenn ich dir etwas tooootaaaal empfehle, du aber nicht dieses Genre magst. Trotzdem werfe ich jetzt zwei Bücher in die Runde Der Lemmes und Sternenpfad. Der Lemmes hat alles, was ein gutes Buch braucht. Es macht vor allem Spaß! Sternenpfad steht dem in nichts nach, wobei es eher zum Grübeln und Mitfiebern anregt, als zum Lachen.


7. Unter welchen Umständen würdest du den Verlag mit einem anderen Beruf oder Hobby tauschen?


Schwer zu sagen, weil mir der Verlag einfach Spaß macht. Es gibt so viel, was ich noch gerne machen würde, aber dafür den Verlag eintauschen …? Nächste Frage bitte.


8. Welcher Autor oder welche Person haben dich bei der Idee, einen Verlag zu gründen, am meisten beeinflusst?


Das ist einfach. Es kam von mir selbst. Aus meinem Inneren. Ich hatte den Drang, etwas mit Büchern zu machen. Angefangen hat es mit dem Schreiben und weiter geht es mit dem Verlegen. Was noch so kommt, lasse ich auf mich zukommen. Ich bin für vieles offen.


9. In welchem anderen Genre würdest du dich als Verleger gern ausprobieren?


Comedy. Ein Buch habe ich sogar schon in diesem Genre herausgebracht. Es dürft aber gerne mehr sein. Denn ein Buch in einem Genre bringt nicht so die Aufmerksamkeit.


10. Welches Buch aus deinem Programm könntest du dir am besten als Film vorstellen und wer sollte die Hauptrolle darin spielen?


Alle! Sternenpfad ist ideal für eine Verfilmung. Nicolas Cage muss die Hauptrolle spielen! Wobei Bittersüße Träume auch ein sehr, sehr großartiger Film werden würde, mit Meg Ryan in der Hauptrolle.


11. Nach welchen Kriterien erfolgt die Manuskriptauswahl?


Gut oder schlecht – ganz einfach! Mal im Ernst. Es liegt natürlich viel am Geschmack des Verlegers und ob er sich das Buch selbst kaufen würde. Was ich auch sagen muss, ist, dass auf Sprachliches und Rechtschreibfehler geachtet wird. Sollte es sprachlich hapern oder sollten viele Fehler im Text sein, so lohnt es sich als Kleinverlag nicht, viel Zeit zu investieren. Das kostet alles Geld, was ein kleiner Verlag nun mal leider nicht hat. Mag die Geschichte auch noch so gut sein, wenn zu viele Fehler drin sind, kann es nichts werden. Denn niemand möchte auf ein Projekt draufzahlen. So schrecklich das klingt. Druckkostenzuschussdienstleistern ist das alles egal, die veröffentlichen einfach und kassieren das Geld der Autoren, aber einem echten Kleinverlag sind diese Kriterien nicht egal. Da wird darauf geachtet, dass die Fehlerquote so gering wie möglich gehalten wird.


12. Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei dir aus?


Im Garten in der Sonne liegen. Das wäre es. Aber die Realität sieht anders aus. Da ich einen anderen Hauptberuf habe, kann ich mich nur abends dem Verlag widmen, oder an Wochenenden. D.h. vor dem Computer sitzen und die Dinge tun, die ich bei Frage 3 schon erwähnt habe. Also nichts Spannendes. Tut mir leid, wenn ich nichts Aufregenderes erzählen kann.


13. Welchen guten Rat hast du für junge Autoren/Hobbyautoren?


Nicht zu naiv sein und nicht zu vorschnell handeln. Vieles ist heutzutage sehr einfach. Fast jeder kann irgendwie Bücher herausbringen, was man an der Menge der Selfpublisher sieht. Es gehört aber eine Menge Glück dazu, Erfolg zu haben. Wenn man mal den ersten Schritt gewagt hat und keinen Erfolg hatte, ist es danach noch aussichtsloser irgendwo einen Verlag für sein Werk zu finden. Deswegen mein Rat: Lasst euch nicht stressen. Eine Geschichte kann auch reifen wie ein Wein. Reich wird man eh nicht, deswegen schaut lieber zwei-, drei-, viermal über ein Werk, als es eilig zu einem Verlag, oder besser noch, zu einer Agentur zu senden. Eine Agentur ist immer ein guter Vermittler zwischen Verlag und Autor. Diesen Weg sollte man gehen.


14. Woran arbeitest du derzeit?


  1. An einer Krimianthologie, die im November erscheinen wird.
  2. Es kommt eine Neuauflage des Historien-Romans Schatten über Duntulm Castle von Aileen P. Roberts heraus. Ihrem Mann, Stephan Lössl, ist es sehr wichtig, dass ihre Werke weiterhin den Markt erobern. Leider ist sie zu früh von uns gegangen. Auch deswegen ist es mir eine große Ehre, eines ihrer Werke weiterzuführen.

15. Was wünschst du dir für deinen Verlag?


Viele nette, umgängliche und engagierte Autoren sowie interessierte Leser.


Weitere Informationen gibt es unter: