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Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern – 1. Blatt

Till Eulenspiegel in 55 radierten Blättern
von Johann Heinrich Ramberg, mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe. Verlag C. B. Griesbach. Gera. 1871

Till Eulenspiegels Geburt und Taufe

s war einst in einer niedersächsischen waldigen Gegend ein Dorf, welches Knetlingen genannt ward, daselbst wurde das seltsame Kind Eulenspiegel geboren. Sein Vater hieß Claus Eulenspiegel, und die Mutter Anna Weibekin. Als das Kind geboren war, schickten sie es nach Amtleben zur heiligen Taufe. (Bei Amtleben war sonst ein altes Schloss, welches auch so genannt wurde, das aber von den Magdeburgern und anderen Nachbarn als ein Raubnest im Krieg zerstört worden ist.) Bei dieser Taufe erhielt das Kind den Namen Till Eulenspiegel. Als nun die Taufhandlung verrichtet war, begab sich die Wehmutter mit den Taufzeugen in das Bierhaus, um nach damaligem Gebrauch, erst auf des Vaters, der Mutter und des Kindes Gesundheit und Wohlsein sich gütlich zu tun, damit sie es bei der gerade stattfindenden Hitze auf ihrem Weg nach Hause aushalten könnten. Hier hatte aber die Wehmutter, als auch die Gevattern etwas zu tief in das Glas geguckt, wie man zu sagen pflegt. Nun mussten diese ziemlich berauschten Leute auf einem schmalen Steg über einen etwas tiefen Bach gehen: Siehe, da war der Wehmutter der Kopf schwerer als der ganze Leib, und sie fiel mit dem jungen Weltbürger ins Wasser und besudelte sich mit Schlamm. Doch weil Unkraut nicht leicht verdirbt, so geschah auch diesem Kind kein Leid. Hiervon sagten die Leute damals, dass Eulenspiegel als Kind dreimal getauft sei, erstens in der Kirche, zweitens im Wirtshaus und drittens im Bach. Das war eine Vorbedeutung zu Till Eulenspiegels schalkhaften Lebensbegebenheiten.