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John Ronald Reuel Tolkien Teil 6.2

Das 3. Zeitalter

Vom Auenland zum Schicksalsberg

Bilbo hat seinen Neffen Frodo, nach dem Tod dessen Eltern, adoptiert und zu seinem Erben gemacht. Als Bilbo an seinem 111. Geburtstag verschwindet, hinterlässt er Frodo sein ganzes Hab und Gut mitsamt dem Ring. Und damit beginnen die Ereignisse, die in »Der Herr der Ringe« niedergeschrieben sind und im Großen Ringkrieg ihren Höhepunkt finden.

Nach Bilbos Verschwinden forscht Gandalf nach dem Einen Ring und findet seinen Verdacht in Isildurs Schriftrolle bestätigt. Der Graue Zauberer sucht beim Weißen Rat. Doch der hat ja selber Interesse an dem Ring und berät Gandalf schlecht. Der wiederum glaubt den Ring im Auenland vorerst sicher.

Da kommt Gollum wieder ins Spiel, denn er verrät Sauron den Aufenthaltsort des Ringes. Sauron schickt seine Nazgul auf die Suche nach dem Auenland, und da weiß Gandalf, dass der Ring dort nicht mehr sicher ist.

Eile tut Not, und so schickt Gandalf den Hobbit Frodo auf seine lange Reise, über die in »Der Herr der Ringe« berichtet wird. Sein Weg führt zuerst nach Bree, doch schon der Weg dahin ist abenteuerlicher als alles, was ein Hobbit – außer Bilbo – bis dahin erlebt hat.

Der Weg führt die Reisenden durch den Alten Wald, der sich von Bockland bis zu den Hügelgräberhöhen erstreckt. Dieser Wald wird bewohnt und behütet von Tom Bombadil und seiner Frau Goldbeere. Tom Bombadil ist der Herr des Alten Waldes, doch die Belange außerhalb kümmern ihn nicht. Auch der Ring hat keinen Einfluss auf ihn. Doch er hilft Frodo, und die Reisenden gelangen nach einem unangenehmen Zusammentreffen mit den Grabunholden der Hügelgräber, wo sie auch ihre Waffen herbekommen, doch noch nach Bree.

 

In Bree trifft Frodo nicht, wie erwartet, auf den Zauberer, sondern auf den Waldläufer Streicher, der seine Hilfe anbietet.

Frodo, der begleitet wird von Samweis Gamdschie, Meriadoc Brandybock und Peregrin Tuk, die alle eher zufällig seine Gefährten geworden sind, nimmt das Angebot Streichers an und begibt sich damit unter seine Führung. Der Waldläufer bringt die Hobbits nach Bruchtal, in Elronds Haus, und sie glauben, dass die Reise nun für sie zu Ende ist.

Lediglich Frodo, der auf dem Weg nach Bruchtal bei einem Zusammenstoß mit den Nazgul von einer Morgulklinge verletzt wurde, ahnt, dass die Geschichte für ihn noch nicht zu Ende ist.

 

Elrond ruft einen Rat ein, bei dem Vertreter aller freien Völker Mittelerdes zugegen sind.

Gandalf macht den Mitgliedern des Rates klar, dass der Ring vernichtet werden muss. Dazu bedient er sich der Sprache Mordors, welche Entsetzen unter den Beteiligten auslöst.

Die Vernichtung des Ringes kann nur dort geschehen, wo er einst geschmiedet wurde, in den Feuern des Schicksalsberges.

Dem kleinen, unscheinbaren Vertreter eines Volkes, dem Hobbit Frodo Beutlin, kommt diese große Aufgabe zu. Doch er muss nicht allein aufbrechen. Die Gemeinschaft des Ringes, die sich aus Vertretern aller Freien Völker zusammensetzt, wird von Elrond dazu bestimmt, Frodo auf seinem Weg zu begleiten. Diese Gemeinschaft besteht aus den Hobbits Frodo, Sam, Merry und Pippin, dem Elben Legolas, dem Zwerg Gimli, den Menschen Boromir und Aragorn sowie dem Zauberer Gandalf.

Der Aufbruch der neun Gefährten aus Bruchtal läutet nun das Finale zum Großen Ringkrieg ein.

 

Den ersten Teil des Weges legen sie gemeinsam zurück. Sie gelangen auf Umwegen nach Moria, der größten unterirdischen Zwergenstadt. Doch außer Balins Grab, Unmengen von Orks und einem Balrog gibt es in Moria nur noch Zerstörung. Und einen ehemaligen Hobbit, der sich an die Fersen der Gemeinschaft hängt.

Gandalf fällt bei seinem Kampf mit dem Balrog in den Schatten und Aragorn führt die Gefährten weiter nach Lorien zu Galadriel und Celeborn. Lorien wird wie Elronds Haus zu einem kurzzeitigen Ruhepol. Außer für Frodo und Sam, die die Möglichkeit erhalten, in Galadriels Spiegel zu schauen. Was sie dort erblicken, lässt alle Hoffnung auf ein Gelingen ihrer Mission schwinden. Galadriel weckt den Hoffnungsfunken jedoch wieder und beim Abschied erhalten die Reisenden wertvolle Geschenke, wie Elbenseile, Lembas (besonders nahrhaftes Elbenbrot), und Frodo erhält die Phiole mit dem Licht von Earendils Stern.

Auf ihrem weiteren Weg kann Boromir, Sohn des Truchsesses von Gondor, seine Gier nach dem Ring nicht mehr zügeln. Der Ring hat von Boromir Besitz ergriffen.

Durch seinen Übergriff auf Frodo kommt es zum Zerfall der Ringgemeinschaft. Frodo trennt sich heimlich von den anderen, nur Sam ahnt davon und kann ihn noch erreichen. Beide suchen nun allein weiter einen Weg nach Mordor.

Merry und Pippin werden von Orks gefangen genommen, eben jenen, die Saruman ausgeschickt hat, um in den Besitz des Ringes zu kommen. Boromir wird in seinem letzten Kampf um die Rettung der Hobbits, bei dem der Ring keine Macht mehr über ihn hat, getötet.

Aragorn, Legolas und Gimli nehmen die Verfolgung der Orks auf, um Merry und Pippin zu retten.

Ihr Weg führt nach Rohan und in den Fangornwald, denn alle Zeichen sprechen dafür, dass die beiden Hobbits sich in diesen Wald retten konnten.

Im Wald treffen sie unerwartet auf Gandalf, der von den Valar zurückgesandt wurde, damit er seine Aufgabe in Mittelerde erfüllen kann. Doch Gandalf hat sich verändert, er tritt nun als der Weiße in Erscheinung.

Zusammen gelangen sie nach Edoras. Der Empfang in König Theodens Halle Meduseld ist weniger herzlich als erwartet, denn Sarumans Spion Grima Schlangenzunge hat sich dort als Berater des Königs eingeschlichen. Der König unterliegt einem Fluch der Vergreisung, von dem Gandalf ihn bei seiner Ankunft befreit.

Angriffe der Orks zwingen die Rohirrim zum Rückzug in ihre Festung in Helms Klamm, in die Hornburg. Dort kommt es zur ersten entscheidenden Schlacht des Ringkrieges.

Saruman Horden werden zurückgedrängt und vernichtet, da die Reiter Unterstützung von Gandalf und den Bäumen des Fangornwaldes erhalten.

Die Ents schleifen Isengart, denn sie nehmen Rache an Saruman, als sie durch Merry und Pippin aufgeweckt werden. Die Hobbits kommen wie zwei kleine Steinchen nach Fangorn, die eine große Lawine auslösen.

Die Ents setzen Saruman in seinem eigenen Turm Orthanc gefangen, und er kann nicht mehr in die Schlacht bei Helms Klamm eingreifen.

 

Dieser eine Sieg entscheidet aber noch nicht den Krieg.

Während Frodo und Sam immer noch einen Weg nach Mordor suchen, sammelt Sauron, der die Gestalt eines lidlosen Auges mit brennenden Rändern hat, bereits ein riesiges Heer von Orks, Trollen, Nazgul und Menschen aus dem Osten und Süden. Wobei Letztere, die Haradrim mit ihren riesigen Elefanten, den Mumakil oder Olifanten, die Wehrtürme auf ihren Rücken tragen, in den Krieg ziehen.

Dieses Heer schickt Sauron in Richtung Gondor, und dort kommt es zur zweiten großen Schlacht, der Schlacht auf dem Pelennor vor den Toren von Minas Tirith.

Sauron Heer steht den Elben, den Menschen von Gondor und den Reitern von Rohan gegenüber und diese gewinnen die Schlacht, da Aragorn mithilfe eines Geisterheeres von Eidbrechern, die er auf den Pfaden der Toten zum Kampf aufruft, damit sie ihren Eid endlich erfüllen, den Korsaren aus dem Süden das Eingreifen in die Schlacht versagt. Stattdessen folgen die Sklaven der Schiffe dem zukünftigen König und können den Ausgang der Schlacht entscheiden.

Ebenfalls zum Sieg trägt dazu bei, dass Eowyn, die Schildmaid Rohans und Nichte Theodens, und der Hobbit Merry mit seinem Schwert aus den Hügelgräbern, welches aus Numenor stammt, heimlich mit in die Schlacht ziehen und den obersten der Nazgul, den Hexenkönig von Angmar, im Kampf bezwingen. Denn es steht geschrieben, dass der Hexenkönig nicht von einem Mann besiegt werden kann.

Doch Sauron selbst ist damit immer noch nicht besiegt.

Frodo und Sam gelangen mit Gollums Hilfe, welcher die Hobbits nun führt, über Umwege und mit vielen Gefahren verbunden nach Mordor. Doch der Weg war lang. Sie werden durch Faramir, den zweiten Sohn des Statthalters von Gondor und Bruder Boromirs gefangen genommen, welcher sich aber als einer von Galadriel vorausgesagter Freund entpuppt. Er verhilft den beiden Hobbits zu einer weiteren kurzen Atempause.

Danach müssen sie den Pass von Cirith Ungol bewältigen, wo am Ende der endlos scheinenden Treppe die Riesenspinne Kankra lauert. Gollum, der, wie sich nun herausstellt, einen Pakt mit Kankra hat und ihr versprach, sie mit frischem Futter zu versorgen, hofft, dass Kankra die Hobbits als Futter verwertet und er so wieder in den Besitz des Ringes kommt.

Doch Gollums Plan geht nicht auf, denn Frodo wird zwar von der Spinne gestochen und betäubt, während Sam mit Gollum kämpft, doch in seiner maßlosen Wut und Verzweiflung besiegt Sam auch noch die Riesenspinne und kann den Ring an sich nehmen. Was Sam nicht weiß, ist, dass Frodo nur betäubt ist und nicht tot, wie er glaubt. Da betreten Orks die Fläche, erkennen Frodos Zustand und nehmen ihn mit in Gefangenschaft.

Und wieder ist es Sam, der seinem Herrn zuliebe über sich hinauswächst und Frodo befreit.

 

Gandalf weiß tief in sich, dass durch den Ringträger noch immer Hoffnung besteht auf einen endgültigen Sieg über Sauron.

Die Sieger der Schlacht auf dem Pelennor ruhen sich deshalb nicht auf ihrem Sieg aus, sondern rüsten zur letzten Schlacht, die hoffnungslos scheint und doch die einzige Hoffnung für die Vernichtung des Ringes birgt. Durch einen direkten Angriff auf Mordor wollen sie Sauron von Frodo und Sam ablenken.

Das Heer sammelt sich vor den Toren Mordors, die letzte Schlacht geht in die erste Runde, als Frodo mit Hilfe von Sam endlich den Schicksalsberg erreicht. Dort kommt es zu einer letzten folgenschweren Begegnung mit Gollum. Frodo zögert, kann sich nun auch nicht von dem Ring trennen, da erscheint Gollum, beißt Frodo den Finger samt Ring ab und stürzt ins Feuer.

Der Ring ist vernichtet.

Saurons Macht geht dahin und auch er ist endlich besiegt und ebenfalls vernichtet.

Sein Heer geht mit ihm unter.

Die beiden tapferen Hobbits werden von den Adlern, die wieder einmal als letzte Hoffnungsträger erschienen sind, vor den Lavaströmen gerettet.

(Die Adler wurden noch vor dem Erwachen der Elben von Manwe erschaffen. Sie bewachten Morgoth, schützten Gondolin vor Morgoths Spähern, sie retteten Luthien und Beren vor den Toren von Angband, sie schützten Tuor und die anderen Flüchtenden nach dem Fall Gondolins, sie warnten die Menschen vor dem Untergang Numenors, retteten Bilbo vor den Orks des Nebelgebirges und befreiten Gandalf von der Spitze des Orthanc, wo Saruman ihn gefangen gesetzt hatte.)

 

Nach dem Sieg über Sauron kehrt der wahre König nach Gondor zurück. Aragorn, der Erbe Isildurs, wird künftig das Reich der Menschen regieren.

Elrond, Galadriel, Bilbo, Frodo und Gandalf verlassen Mittelerde und fahren in den segensreichen Westen.

 

Damit endet das 3. Zeitalter in Mittelerde und es beginnt das Zeitalter der Menschen.

Um das 4. Zeitalter geht es im nächsten Beitrag, doch darüber hat Tolkien nur noch wenig berichtet.


 

Bilder: Archiv der Autorin, Quellen nicht mehr bekannt

Quellen und weiterführende Literatur:

  • J.R.R. Tolkien, Der Herr der Ringe
  • J.R.R. Tolkien, Nachrichten aus Mittelerde
  • Robert Foster, Das Große Mittelerde Lexikon

Copyright © 2007 by Anke Brandt


Der vollständige Artikel steht als PDF-Download zur Verfügung.

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