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Rattenfänger

Paul Finch
Rattenfänger
Originaltitel: sacrifice

Thriller, Taschenbuch, Piper Verlag, München, Oktober 2014, 480 Seiten 9,99 Euro, ISBN: 9783492305792, Übersetzung aus dem Englischen von Bärbel Arnold und Velten Arnold, Covermotiv: Roy Bishop/Arcangel Images
www.piper.de

Der Rattenfänger ist das zweite Abenteuer von Detective Sergeant Mark Heck. Den ersten Teil, Mädchenfänger, habe ich leider nicht gelesen, was dem Genuss des Rattenfängers aber vermutlich nicht geschadet hat.

In ungewissen Zeitabständen geschehen in Hecks Ermittlungsgebiet grausame Morde. Ein Mann wird lebendig in Beton gegossen, ein Pärchen beim Liebesspiel mit Pfeil und Bogen erschossen, andere werden gekreuzigt. Zuerst kann Heck keinen Zusammenhang feststellen, außer dass alle Morde an Feiertagen geschehen bzw. ihre Leichen an diesen auftauchen. Der Täter arbeitet sehr präzise und geplant. Allerdings gehen Heck und seine Kollegen von mehreren Tätern aus. Die Suche verläuft aber immer wieder in Sackgassen, die Mörder sind der Polizei um Längen voraus, was auch den Druck der Presse erhöht. Für diese Pressearbeit wird eine neue Mitarbeiterin, Claire, eingestellt. Doch sie ist dem Stress nicht gewachsen und bricht schnell unter der Verantwortung zusammen.

Durch Zufall fällt dem Detective das Manuskript eines Schriftstellers in die Hände, dessen Inhalt die Mordserie ziemlich genau beschreibt. Allerdings wurde das Buch nie veröffentlicht, da es dem Verlag zu unglaubwürdig erschien. Ist das des Rätsels Lösung? Als dann auch noch Claire verschwindet, geraten die Ermittler erst richtig unter Druck.

Paul Finch hat als Journalist und Polizist gearbeitet, was man seinem Schreibstil deutlich anmerkt. Er weiß, wovon er schreibt und geht detailverliebt vor.

Die einzelnen Szenen sind sehr anschaulich beschrieben und nichts für schwache Nerven. Die Qualen der Opfer können gut nachempfunden werden und ich fieberte dem Ende geradezu entgegen. Auch die Charaktere sind sympathisch ausgearbeitet, und natürlich gibt es wie in den meisten Thrillern kleine Liebeleien zwischen den Kollegen, Flirts und abgelegte Beziehungen.

Das Buch ließ sich zügig und flüssig lesen, ohne dass ich den Überblick verlor oder lange nach Zusammenhängen suchen musste. Ich freue mich schon auf den dritten Band, der im Sommer erscheint.

Besonders gut gelungen ist auch das Cover und die außen orange gefärbten Seiten, also auch optisch ein Blickfang.

(sg)