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Die Buch Berlin 2014

Die Buch Berlin 2014

»Und, wo bist du zuerst gelandet?«

»In der Kinder-Uni.«

»Ah, da sind wir auch reingelaufen. Gleich, nachdem wir in der Lagerhalle waren.«

»Da wart ihr ja immerhin in der richtigen Richtung. Wir haben erst noch einen unfreiwilligen Rundgang durch dass Sportzentrum gemacht …«

Ja, einfach zu finden war es für Ortsunkundige nicht unbedingt, das Audimax der Hochschule für Technik und Wirtschaft, welches am Wochenende des 15. und 16. November die Buch Berlin beherbergte. Wer die Abenteuer des Weges meisterte, wurde aber reich belohnt, denn die erste Berliner Buchmesse seit neun Jahren entpuppte sich als ebenso gut besuchte wie gemütlich-familiäre Veranstaltung.

Rund 60 unabhängige Verlage und Aussteller hatten hier ihre Zelte aufgeschlagen. Ein Schwerpunkt lag zwar tendenziell auf regionalen Verlagen, aber auch viele überregionale und sogar internationale hatten den Weg nach Berlin gefunden. Dank Verlagen wie der Weltenschmiede, Golkonda, Amrûn, Art Skript Phantastik, ohneohren, Torsten Low und vielen mehr kamen Phantasten besonders auf ihre Kosten, was in manch einer Süßigkeiten-intensiven Ecke durchaus für angenehmes Con-Feeling sorgte. Dennoch lag ein besonderer Reiz der Buch Berlin gerade darin, keinen besonderen Schwerpunkt anzupeilen, sondern verschiedensten Genre-Verlagen Raum zu bieten. So fanden sich dann Sachbuch- neben Belletristikständen und auch manch ein Special Interest wurde durch Verlage zu neoviktorianischer Lyrik, Badewannen-kompatiblen Mini-Büchern oder Fokussierungen auf afrikanische oder asiatische Literatur erfüllt.

Zum Programm gehörten über hundert Lesungen, darunter Namen wie Ann-Kathrin Karschnick, Claudia Rapp oder Janika Hoffmann. Generell fielen die Lesungen durch ein im Vergleich zu manch anderer Messe großes und interessiertes Publikum auf, allerdings war insbesondere die Hauptbühne ähnlich wie auf der Role Play Convention kaum vom Ständebereich abgegrenzt, worunter die Akustik zu leiden hatte.

Dem Besucheransturm tat das aber keinen Abbruch, und auch die Verlagsstände konnten zahlreiche Interessierte anlocken – nach den beiden Tagen war von 1300 Besuchern die Rede. Kein Wunder: Kinder, Studenten und Schüler hatten kostenfreien Eintritt und auch sonst waren die Preise sowohl für Eintritt als auch Catering sehr moderat. Zudem lockten eine eigene Kinderlesebühne sowie eine Spiel- und Bastelecke auch viele Familien an. Schön wäre es gewesen, ein paar zusätzliche Sitzecken zu haben, zur Not taten es aber auch die Treppen der Hochschule.

Letztlich handelte es sich bei der Buch Berlin um eine sehr gelungene Erstauflage in stimmungsvoller Atmosphäre, wozu man die Veranstalter rund um Steffi Bieber-Geske vom Verein Bücherzauber nur beglückwünschen kann. Eine Wiederholung für 2015 ist bereits in Planung.

(ar)

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