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WolfCop

WolfCop
Originaltitel: WolfCop
Echolands Creative Group, Kanada, 2014

Horror, DVD im Amaray Case, Ascot Elite, Stuttgart, November 2014, EAN 7613059805385, 76 Minuten, FSK 16, Regie & Drehbuch: Lowell Dean, Darsteller: Leo Fafard, Amy Matysio, Jonathan Cherry, Sarah Lind, Extras: Audiokommentar, Comedy, Cinecoup – The Film Accelerator, Mission Videos, Musikvideo Henry – Rah Rah, diverse Trailer, Trailershow
www.ascot-elite.de
www.wolfcop-derfilm.de

Sucht man im Lexikon nach »Abgefuckter Cop mit Alkoholproblem«, ist dort vermutlich ein Bild des Woodhavener Police-Officers Lou Garou abgedruckt. Während Garou eines Abends widerwillig einer Beschwerde über nächtliche Ruhestörung nachgeht, ahnt er noch nicht, dass sich in dieser Nacht sein Leben verändern wird. Er wird überwältigt und erwacht am nächsten Morgen ohne Erinnerung, dafür mit einem eingeschnittenen Pentagramm auf seiner Brust. Außerdem stellt Lou eine Schärfung seiner Sinne sowie extremen Bartwuchs an sich fest. Schließlich liefert ihm sein Kumpel Willie den Videobeweis liefert, dass sich Lou in der Nacht in einen Werwolf verwandelt hatte. Jemand hat ihn mithilfe eines uralten Rituals zu einem Lykanthropen und damit zu einer Figur in einem tödlichen Spiel gemacht.

Schon der Name des Hauptcharakters, Lou Garou – phonetisch gleich mit dem französischen Wort für Werwolf »Loup Garou«, – macht deutlich, dass sich Wolfcop selbst nicht sonderlich ernst nimmt. Doch erwartet einen hier glücklicherweise keine Ghost Movie-artige Slapstickrevue sondern eher eine Erwachsenen-Version von Teen Wolf (Der Film) mit einem am Ende recht skurrilen okkulten Unterbau. Insgesamt ist es den Wolfcop-Machern hervorragend gelungen, ihrem Film in Look & Feel den seligen 1980ern anzupassen. Zum einen durch einst unverzichtbar coole, heute lächerlich abstruse Storyideen (z. B. die Umgestaltung des Polizeiwagens), zum anderen durch die bewusst altmodischen und handgemachten Effekte, die für eine FSK 16-Freigabe teils sehr drastisch ausgefallen sind. Auch die grandiosen Wolfcop-Filmplakate sind im anachronistischen Stil eines VHS-B-Horror-Schinkens gestaltet. In dieselbe Bresche schlägt die Musikauswahl des Streifens. Das absolute Highlight ist eine seichte Retro-Popnummer als Untermalung einer echten Nummer zwischen dem Werwolf und der scharfen Barbesitzerin Jessica (Sarah Lind) in einer Gefängniszelle. O.k. das ist nicht ganz Top Gun, aber verdammt nah dran.

Regisseur und Drehbuchautor Lowell Dean ruht sich allerdings nicht auf dem gelungenen Retrolook aus, sondern erzählt dazu noch eine ganz brauchbare Geschichte, die sogar einige handfeste Überraschungen im Gepäck hat. Allerdings schießt der Streifen am Ende mit Volldampf übers Ziel hinaus, sodass Dean Mühe hat, einen runden Abschluss zu finden. Etwas mehr Informationen über die Drahtzieher hinter Lous Verwandlung oder über Lous eigene Familiengeschichte, die des Öfteren angerissen wird, hätten dem Film gut getan. Doch dafür wird im Nachspann bereits Wolfcop II angekündigt.

Mit Leo Fafard hatte Lowell Dean einen perfekten Hauptdarsteller an der Hand, der herrlich dauerverkatert rüberkommt und der es schafft, den Film ausreichend zu tragen. Dies ist umso überraschender, da Fafard aus dem filmtechnischen Bereich kommt zuvor nur wenig Erfahrung vor einer Kamera sammeln konnte. Auch die größeren Nebenrollen sind sehr gut besetzt, allen voran Sarah Lind als sexy Barbesitzerin Jessica.

Lowell Dean selbst hat seit seinem Erstling 13 Eerie bei den Horrorfans einen gehörigen Stein im Brett.

Fazit:
Das 80er Ambiente stimmt und die Gags sitzen. Liebenswürdig überzogener Werwolf-Flick im Retro-Schick, der das Zeug zu dem Partyfilm 2014 hat.

(eh)

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