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Dark Empire

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Jackson – Teil 28

Verzweifelt!

Ich konnte es einfach nicht glauben, obwohl ich es deutlich vor mir gesehen hatte.

Ich zählte in Gedanken bis drei, bis ich die Lider hob in der Hoffnung, dass alles nur ein böser Traum war, aus dem ich jeden Moment wieder erwachte.

Aber es war Realität, tödliche Realität!

Myriaden gelbweißer Lichtpunkte blitzten vor uns auf, wurden zu tödlichen Kugeln und stanzten keinen Herzschlag später eine wie mit dem Lineal gezogene, geradezu perfekte Linie aus stecknadelkopfgroßen Löchern über die rechte Tragfläche.

Linda schrie irgendetwas, was ich nicht verstand, und rüttelte verbissen an dem Steuerknüppel. Mit einem wilden Flugmanöver, von dem ich befürchtete, dass dieses die zerschossene Cessna wahrscheinlich kaum überstehen würde, zwang sie die Maschine zu einem Schlenker und setzte dann wieder zur Landung an.

Es war unsere einzige Chance, doch noch irgendwie heil aus der Sache herauszukommen. In der Cessna selber saßen wir wie die Ratten in der Falle.

Ich versuchte, während wir wie ein Stein zu Boden fielen, mich im Sitz zusammenzukrümmen, um den Aufprall abzufangen, und schickte noch ein Stoßgebet gen Himmel.

Hoffentlich fliegt uns die Kiste jetzt nicht um die Ohren!

Dann erfolgte der Aufprall, der mir die Luft aus den Lungen presste.

Stöhnend drehte ich den Kopf zur Seite, während die Cessna über den Boden schlitterte.

Meine Gebete waren nicht erhört worden.

Linda saß verkrümmt im Pilotensessel und ihre Augen tränten vor Schmerzen. Neben mir verabschiedete sich unsere rechte Tragfläche. Mit einem durch Mark und Bein gehenden metallischen Knirschen knickte das Teil durch den Fahrtwind nach oben weg, flatterte für einen Herzschlag noch hin und her und verabschiedete sich dann endgültig im Zickzackflug durch die Luft.

Aber das war längst noch nicht alles.

Die scheibenähnliche Flugmaschine war jetzt genau über uns und begann, unsere Cessna mit ihren Bordkanonen nach und nach in ein Sieb zu verwandeln.

Die Wucht der einschlagenden Geschosse machte aus dem kleinen Flugzeug einen Kreisel, der sich rasend schnell einer schroffen Felswand näherte.

Glas splitterte, Metall knirschte und im Cockpit gingen sämtliche Lichter aus.

Es grenzte an ein Wunder, dass uns noch keine Kugel getroffen hatte.

Ich war gerade dabei, mich gedanklich von dieser Welt zu verabschieden, als unsere Karussellfahrt vor der Felswand ein jähes Ende fand. Die Cessna hatte inzwischen auch kein Fahrwerk mehr und kam nach einer letzten Drehung wie ein gestrandeter Wal keine zwei Schritte vor der Felswand abrupt zum Stehen.

Gleichzeitig stellten unsere Verfolger den Beschuss ein und drehten bei.

Mit ungläubig aufgerissenen Augen sah ich ihnen nach. Mein Kopf dröhnte, mein Puls raste und das Blut rauschte in meinen Ohren. Ich beruhigte mich erst wieder, als sie am Horizont meinen Blicken entschwunden waren.

Dann begann ich zu handeln.

Ich drehte den Kopf zu Linda herum.

»Wir müssen hier raus«, sagte ich. »Alles soweit okay bei dir?«

»Ich glaube schon«, entgegnete sie. Überzeugend wirkte das aber nicht auf mich.

Ich löste den Sicherheitsgurt, wartete, bis sich auch Linda losgeschnallt hatte, und öffnete die Tür. Als ich aus dem Flugzeug kletterte, kam ich mir vor wie ein alter Mann. Es gab keine Stelle in meinem Körper, die nicht schmerzte, vor allen Dingen machte mir mein linkes Bein zu schaffen. Irgendwie funktionierte es plötzlich nicht mehr so, wie ich es gerne wollte.

Bei jedem Schritt zwackte und zwickte es, als ob jemand mit einer Nadel in meinem Oberschenkel herumstocherte.

Als ich hörte, wie Linda auf der anderen Seite der Maschine herumwerkelte, ignorierte ich das unangenehme Zwicken und humpelte um das Wrack herum.

Gerade, als ich um die Ecke bog, kam Linda heraus und hielt mir triumphierend einen Rucksack entgegen.

»Das ist die Notfalltasche. Verbandszeug, Leuchtpistole, Notration und Kompass. Herz, was willst du mehr.«

Ich war drauf und dran, in ihre Jubelarie mit einzustimmen, als hinter mir, irgendwo am Himmel ein seltsames Summen und Brummen zu hören war. Es klang, als ob alle Bienenvölker der Welt im Anflug waren.

Sie waren es aber nicht.

Es waren unsere Verfolger!

Sie hatten irgendwo da draußen einen großen Schlenker gemacht und kamen nun wieder in einem Höllentempo direkt auf uns zugeflogen. Vielleicht hatten sie auf neue Instruktionen gewartet, vielleicht wollten sie einfach nur nachsehen, ob wir endgültig erledigt waren, aber egal, was es auch war, sie waren wieder da und ich wusste, dass es diesmal kein Entkommen gab.

 

***

Der Flieger feuerte aus allen Rohren.

Die Einschläge kamen immer näher, jede Kugel wirbelte eine kleine Staubwolke auf.

Meine Augen klebten geradezu an der fliegenden Scheibe.

»Schieß doch, verdammt noch mal, schieß doch endlich zurück!«

Lindas Gekreische riss mich aus meiner Erstarrung.

Ich warf einen Blick auf die MP7 in meinen Händen, sah die heranrasenden Kugeleinschläge und reagierte mit der Entschlossenheit eines Mannes, der nur eines im Sinn hatte: Überleben.

Ich machte einen Satz zur Seite, riss die Waffe hoch und gab rasch hintereinander mehrere Schüsse ab.

Die Wirkung war verblüffend.

Die Kugeln durchschlugen die Kanzel des herandonnernden Flugkörpers wie Butter. Die Flugscheibe kippte dröhnend zur Seite weg und es geschah mehrerlei: Die Geschosse aus meiner MP7 ließen die Kanzel wie eine überreife Melone auseinanderplatzen. Das Teil schmierte ab und folgte in einem Funkenregen dem Weg alles Irdischen. Zugleich ließ mich mein Überlebensinstinkt herumwirbeln. Ich packte Linda am Arm und rannte mit ihr so schnell, wie ich konnte, auf die schroffe Felswand zu.

Ich versuchte es jedenfalls. Aber bereits nach den ersten Schritten begannen feurige Blitze vor meinen Augen zu explodieren. Ich humpelte, um mein Bein zu entlasten, während hinter uns die Reste des Flugzeugwracks in einem glühenden Regen aus Schrott und verformten Metallteilen zu Boden flogen.

Plötzlich blieb Linda stehen und deutete aufgeregt auf meinen Oberschenkel.

»Du bist ja verletzt!«, keuchte sie.

Ich nickte ihr beruhigend zu. Erst dann glitten meine Blicke an mir herunter.

Beinahe ungläubig glotzte ich auf den fingerlangen Metalldorn, der aus meinem Oberschenkel ragte. Ich hatte ihn in der ganzen Aufregung einfach nicht bemerkt.

Eine geschlagene Minute stand ich einfach da, dann machte ich einen taumelnden Schritt und kippte mit dem Gesicht voraus in den Wüstenboden.

Von irgendwoher drang Lindas Stimme in mein Bewusstsein.

Fortsetzung folgt …

(slaterman)

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