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Das Geheimnis des Medizinbeutels – Teil 6

Das Geheimnis des Medizinbeutels – Teil 6
Eine Erzählung von Fr. Daum
Um 1925 erschienen im Verlag von A. Anton & Co. in Leipzig

Die Abenddämmerung senkte sich hernieder und hüllte die Erde in düstere Schleier, als die kleine Schar unter tiefem Schweigen den Wald verließ. Vorsichtig näherte sie sich den Hügeln, die den Wasserlauf des Musselshell River einsäumten. Plötzlich hielten die an der Spitze reitenden Führer an.

Rifle Ben sagte zu seinen Gefährten: »Hier müssen wir uns trennen. Der Häuptling Büffelstirn reitet mit seinen Kriegern nach Süden, um den vor uns liegenden Berg des Donners zu umgehen. Seine Aufgabe ist, mit den Piegan die Mustangherde zu scheuchen und, wenn möglich, wegzutreiben. Wir reiten bis zum River und schleichen dann flussaufwärts bis zu der Stelle, wo ein felsiger Ausläufer des Berges dicht an das Ufer herantritt. Dort muss sich die Weiterlesen →

Der Freibeuter – Schrauberei

Der Freibeuter
Erster Teil
Kapitel 2

Schrauberei

Aus der Wirtsstube verlief sich die listige Gesellschaft. Jene drei Zusammensitzenden blieben allein.

»Bei allen Donnerwettern, die unserer guten Graf Mörner schon über das Verdeck gekommen sind und noch kommen werden!«, rief der hagere Mann ärgerlich, »Ihr habt in diesem Burschen Euch eine gute Prise vor der Nase wegschnappen lasten, Kapitän. Auf dem Wasser, merk’ ich wohl, versteht Ihr Euch bester auf die Kaperei als auf dem Lande, und dieser dänische Schlagtod, der wie ein flotter Dreidecker im schönsten Fahrwasser und mit dem besten Winde vorüber strich, hatte viel Boote ausgesetzt, die ihm die Prise einsingen und zuführten.«
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Im fernen Westen – Sioux-Kit 4

Sioux -Kit
Kapitel 4

Der Siouxknabe war noch immer schwach und krank, aber er erholte sich allmählich und lernte die Freundlichkeit werten, mit welcher er behandelt wurde. Seine schwarzen wilden Augen verloren den scheuen wilden Ausdruck, mit welchem er seither seine Retter betrachtet hatte, und die sekundlichen Worte seiner Wirte schienen den Weg zu feinem Herzen gefunden zu haben.

Still und schüchtern lag er auf seiner Matratze in der Ecke der Stube und betrachtete mit dem Scharfblick und der Wissbegier des Indianers alles, was um ihn her vorging und was ihm so neu war, verharrte aber vorerst noch in einem scheuen Schweigen, denn diese Zurückhaltung liegt im Wesen des Indianers oder wird ihm von Jugend auf eingeprägt. An Arm und Bein geschindelt und verbunden, konnte er sich beinahe nicht rühren, ohne Schmerzen zu verspüren, Weiterlesen →

John Tanner – Das Leben eines Jägers 6

John Tanner
Das Leben eines Jägers
oder
John Tanners Denkwürdigkeiten über seinen 30-jährigen Aufenthalt unter den Indianern Nordamerikas
Erstmals erschienen 1830 in New York, übersetzt von Dr. Karl Andree

Sechstes Kapitel

Wir machten uns gleich nach dem neuen Jahr auf den Weg, um in Pe-schau-bas Heimat zu gelangen. Der Schnee lag sehr tief. Da unsere lange Reise fast immer über freie und offene Prärien ging, so mussten wir, wenn der Wind stark wehte, liegen bleiben. Am Anfang fehlte es uns an Lebensmitteln, zum Glück begegneten wir aber bald einer zahlreichen Herde sehr fetter Büffel. Obgleich die Kälte furchtbar war und der Schnee sehr tief lag, so konnten doch diese Tiere Weiterlesen →

Das Geheimnis des Medizinbeutels – Teil 5

Das Geheimnis des Medizinbeutels – Teil 5
Eine Erzählung von Fr. Daum
Um 1925 erschienen im Verlag von A. Anton & Co. in Leipzig

Ein gellender Schrei des Assiniboine unterbrach die Rede des Trappers. Der Mandan war im Begriff, seinen Mustang zu besteigen, nachdem er die Leine am Sattelknopf befestigt hatte, deren Schlinge der Gefangene an seinem Hals fühlte. Ben winkte dem Mandan zu, er möge noch warten, und wendete sich wieder dem in Todesängsten schwebenden Assiniboine zu.

»Du hast gesehen, dass dein Leben und deine Seele nur an einem dünnen Faden hängen. Wirst du nun reden?«, fragte der Alte, worauf der Indianer mit hörbarem Zähneknirschen zur Antwort gab: »Tatogana hasst euch alle, aber er ist jetzt in eure Gewalt gegeben und muss gehorchen. Die Assiniboine haben einen weißen Jäger gefangen, der eine große Weiterlesen →