Der Freibeuter – Verrat und Treue
Der Freibeuter
Zweiter Teil
Kapitel 16
Christine, starr vor Verwunderung und Angst über das, was sie vernommen hatte, schlich auf ihr Zimmer und brachte eine schlaflose Nacht zu. Wenn sie die Augen schloss, sah sie einen grässlich blickenden Mann – sie wusste es, es war Kapitän Norcroß – mit blutigem Schwert vor der Leiche des Kronprinzen stehen oder mit gezucktem Schwert auf ihn eindringen oder ihren Geliebten, Lord Palmerston, von einer Kugel getroffen, sich verbluten. Gequält von den Schreckbildern ihrer aufgeregten Fantasie, ersehnte sie den Morgen, er brachte ihr keine Ruhe. Zwar wurde sie nicht mehr von Schreckbildern gemartert, wohl aber von der Überzeugung geängstigt, dem Kronprinzen und ihrem Geliebten drohe ein großes Unglück. Von Jugend auf gewohnt, die Glieder des Weiterlesen
Der bayerische Hiesel – Teil 30
Friedrich Wilhelm Bruckbräu
Der bayerische Hiesel
Wildschützen- und Räuberhauptmann, landesverrufener Erzbösewicht
Hiesel – überwunden!
In dieser Stimmung begegnete er mit seiner noch vom Kampf erbitterten Bande auf offener Landstraße dem Georg Deufler, Amtsknecht von Blauhofen, den er sogleich umringen ließ und unter gottlästernden Worten und Drohungen auf eine grausame Weise mit Kolbenstößen und Hirschfängerhieben misshandelte. Deufler sah wohl ein, dass gute Worte und Bitten nichts helfen, sondern ihn vielmehr, eine natürliche Folge seiner Grausamkeit, nur noch rasender machen würden. Und da er sich allem Anschein nach ohnehin schon für verloren hielt, so wollte er Weiterlesen
Der Freibeuter – Ein Rendezvous
Der Freibeuter
Zweiter Teil
Kapitel 15
Es gibt Gemüter, an denen die Schwermut nicht haftet. Sie bleiben sich in allen Lebenslagen gleich, heitere Gemälde, lachend, selbst wenn das Unglück durch das Haus schreitet. Dieser Frohsinn ist das Kind flacher Naturen. Sie sind der Freude, die die Seele berauscht, so wenig zugänglich, wie dem Schmerz, der die Seele läutert und erhebt. Jene Gemüter gleichen dem seichten Dümpfel, den selbst der Sturm nur leise kräuselt, dessen Oberfläche aber auch nur von den Strahlen der Sonne erhellt und nie mit Regenbogenfarben geschmückt wird. Ein wahrhaft heiteres Gemüt ist für Freude und Schmerz gleich empfänglich, nur hat der Schmerz keine bleibende Stätte bei ihm wie die Freude. Die Freude ist ihm die Lebensnahrung, der Schmerz das Salz. Ein solches Gemüt ist Weiterlesen
Der bayerische Hiesel – Teil 29
Friedrich Wilhelm Bruckbräu
Der bayerische Hiesel
Wildschützen- und Räuberhauptmann, landesverrufener Erzbösewicht
Der Besuch
Die Bedeckung des Wagens, auf welchem Afra transportiert wurde, mochte wohl schneller in Buchloe, von wo sie ausgegangen, angekommen sein, als dies mit dem Wagen geschehen wäre. Denn Hiesel hatte noch kaum eine halbe Stunde Weges zurückgelegt, als ihm schon ein vertrauter Leinweber von Buchloe entgegen kam, mit der Meldung, dass ein Streifkommando von der Zuchthauswache gegen ihn im Anzug sei.
Indem sich Hiesel wunderte, dass sein treuer Gefährte, der ihn noch vor jeder Streife gewarnt hatte, der Weiterlesen
Der Freibeuter – Erzählung
Der Freibeuter
Zweiter Teil
Kapitel 14
Die beiden Kaperoffiziere speisten in der Kajüte allein und leerten auf das glückliche Gelingen ihres gewagten Unternehmens, von welchem sie sich so viel versprachen, ein paar Flaschen. Hernach, als der Dampf des Grogs aus den Gläsern vor ihnen stieg, nahm Kapitän Norcroß das Gespräch auf.
»Ihr wünscht zuerst einige nähere Nachrichten von dem tollkühnen Angriff des dänischen Vizeadmirals Tordenschild auf Göthaborg zu hören. Wahrlich, ich liebe diesen jungen Feuerkopf – er ist in unserem Alter – obgleich er unser Feind ist, und ich wünsche nichts sehnlicher, als mich einmal mit ihm messen zu können. Weiterlesen
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