Archiv

Mythen & Wirklichkeiten

Adventskalender 2021 – 7. Türchen

Georg Keil
Märchen und Geschichtchen eines Großvaters
Leipzig, 1847
Knipp und Hupp

Es war einmal ein Krebs und ein Frosch, die waren sehr gute Freunde. Der Krebs hieß Knipp und der Frosch Hupp. Sie waren Nachbarn, denn sie wohnten beide an einem Bach. Knipp, der Krebs, hatte sich eine tiefe Höhle gebaut unter der Wurzel einer alten Eller, die ganz nahe an dem Bach stand, und Hupp, der Frosch, wohnte gleich daneben auf einem großen, breiten Seerosenblatt, dass auf dem Bach schwamm. Knipp hatte aber, wie er glaubte, seine unterirdische Wohnung sehr schön eingerichtet; die inneren Wände der Höhle waren glatt Weiterlesen →

Adventskalender 2021 – 6. Türchen

Bärenheid, Adelheid und Walfild
Aus: Kinder- und Volksmärchen von Heinrich Pröhle
Leipzig 1853

Es war einmal ein reicher Edelmann, der hatte drei Töch­ter, die hießen Bärenheid, Adelheid und Walfild. Der wusste nicht hauszuhalten, wurde ganz arm und musste auf die Jagd gehen, um seinen Unterhalt zu suchen. Er schoss einen Hasen.

Darauf aber kam der Bär, weil der Edelmann einen seiner Untertanen geschossen hatte, und sprach: »Du hast einen von meinen Untertanen getötet, das kostet dich dein Leben. Nur wenn ich deine älteste Tochter Bärenheid bekommen kann, will ich dir verzeihen und du Weiterlesen →

Sagen der mittleren Werra 19

Sagen-der-mittleren-Werra

Von den Silberlöchern im Struther Forst

Von dem Dorf Rotterode führt ein Fußpfad der Bergwand entlang durch den Struther Forst zum Rennsteig hin und durchschneidet eine Gebirgswiese, die von dem Kamm des Berges bis zu der Talsohle des Ebertsgrundes reicht. Auf dieser Wiese war noch vor kurzer Zeit eine felsige Vertiefung mit zwei Spalten zu sehen, die Silberlöcher genannt.
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Adventskalender 2021 – 5. Türchen

Der alte Sack
Aus: Märchen für große Kinder von Klara Reichner

»Bim, bim, bim«, sagte mit etwas rau krächzender Stimme die alte Turmuhr, welche stets behauptete, ihr kostbares Organ eigentlich längst schonen zu müssen, weil die rücksichtslose Grausamkeit der Menschen ihr ohnehin bereits einen chronischen Katarrh durch den anstrengenden Dienst bei Wind und Wetter in freier Luft aufgenötigt hätte.

»Bim , bim , bim«, machte nachäffend eine hell glänzende Glasscherbe in der Nachbarschaft, die sich eitel lächelnd in den Mondesstrahlen sonnte, denn sie meinte steif und fest, der Mond bekäme ja doch nur sein Licht von ihr.
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Aus dem Wigwam – Vorbedeutungen

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Zwanzig Sagen
Mitgeteilt von Kah-ge-ga-gah-bowh

Vorbedeutungen

nser Volk«, erzählt Kah-ge-ga-gah-bah, »glaubt fest an Vorbedeu­tungen. Das Heulen der Wölfe und Füchse, Unglück auf der Jagd, der Flug seltener Vögel usw. bedeuten nie etwas Gutes. Das Segeln des Adlers und das Schreien eines Raben hingegen verkünden Glück.

Auch glauben wir an Träume. In denselben teilen uns die Götter ihre Ratschläge mit. Wer dieselben befolgt, wird ein glücklicher Jäger und Krieger. Ich fastete oft zwei, manchmal auch vier Tage. Alsdann musste ich morgens früh aufstehen und von Platz zu Platz wandern und die Gunst der Götter, die sich mir in Gestalt von Vögeln und Tieren näherten, erflehen.

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