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Wolfgang Brandt

Nachruf: Chris Rea (1951–2025)

Nachruf: Chris Rea (1951–2025)

Am 22. Dezember 2025 ist der britische Sänger, Songwriter und Gitarrist Chris Rea im Alter von 74 Jahren nach kurzer Krankheit friedlich im Krankenhaus im Kreise seiner Familie verstorben. Sein Tod berührt Musikliebhaber weltweit – nicht zuletzt, weil er ausgerechnet wenige Tage vor Weihnachten von uns gegangen ist, zu der Jahreszeit, in der sein größter Klassiker alljährlich wieder erklingt.

Rea wurde am 4. März 1951 in Middlesbrough, Nordengland, als Sohn eines Italieners und einer Irin geboren. Schon früh begann er, Gitarre zu spielen und seinen eigenen musikalischen Weg zu verfolgen. Nach Anfängen in lokalen Bands und ersten Soloaufnahmen in den 1970er Jahren entwickelte er sich zu einer der markantesten Stimmen der britischen Rock- und Bluesmusik.

Seine Karriere umfasste 25 Studioalben und unzählige Songs, die sich in die Herzen seiner Fans eingraviert haben. Mit dem Hit Fool (If You Think It’s Over) gelang ihm 1978 der Durchbruch und er Weiterlesen

Dr. Hook & the Medicine Show – Sylvia’s Mother

Dr. Hook & the Medicine Show – Sylvia’s Mother

Im März 1972 landete Sylvia’s Mother erstmals auf den Plattenspielern – als Debütsingle von Dr. Hook & the Medicine Show aus dem gleichnamigen Album, das später unter leicht verändertem Titel erneut veröffentlicht wurde. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Platz 5 in den US-amerikanischen Billboard Hot 100, Rang 2 in Großbritannien sowie Spitzenplätze in Ländern wie Australien und Irland. Für die Band war es der Durchbruch – plötzlich war ihr Sound aus keinem Radioprogramm mehr wegzudenken.

Hinter dem Song stand der vielseitige kreative Kopf Shel Silverstein: Lyriker, Kinderbuchautor und Songwriter mit einem ausgeprägten Gespür für emotionale Geschichten. Er verband Country-Rock und Pop zu einer reduzierten, klaren Form, die auf große Gesten verzichtet und gerade dadurch lange nachwirkt.

Im Mittelpunkt von Sylvia’s Mother steht kein spektakuläres Ereignis, sondern ein scheinbar banaler Moment: ein Telefonanruf. Ein Mann versucht, Sylvia zu erreichen. Doch statt ihrer meldet sich immer wieder ihre Mutter, Mrs. Avery – Weiterlesen

MOSAIK – Jubiläen, Erinnerungen, Zukunftsperspektiven

MOSAIK – Jubiläen, Erinnerungen, Zukunftsperspektiven

Das Jahr 2025 markiert einen außergewöhnlichen Meilenstein in der Geschichte der deutschen Comiclandschaft. Die traditionsreiche Comicserie Mosaik steht gleich mehrfach im Mittelpunkt großer Jubiläen. Diese laden nicht nur langjährige Fans, sondern auch Kulturschaffende, Sammler und Comicforscher zum Innehalten und Feiern ein. Kaum eine andere deutsche Publikation ist es gelungen, über Jahrzehnte hinweg Generationen von Lesern zu prägen und dabei gleichermaßen Unterhaltung, Bildung und kulturelle Identität zu vermitteln.

Am 16. Mai 2025 jährte sich der 100. Geburtstag von Hannes Hegen, einem der wichtigsten Wegbereiter des deutschen Comics. 1925 als Johannes Hegenbarth in der nordböhmischen Stadt Böhmisch-Kamnitz geboren, entwickelte Hegen früh eine Leidenschaft für das Zeichnen und Erzählen. Sein unverwechselbarer Stil, geprägt Weiterlesen

Wölfe – Staffel 1, Episode 4 von 6

Wölfe
Staffel 1, Episode 4 von 6
Teufelsspucke

Anne Boleyn bringt ein gesundes Kind zur Welt – doch Jubel bleibt aus. König Heinrich VIII. hatte auf einen männlichen Erben gehofft, doch das Neugeborene ist ein Mädchen. Enttäuscht nennt er sie Elizabeth. Anne ist fest entschlossen, ihre Tochter gegenüber Heinrichs älterer Tochter Maria aus der Ehe mit Katharina von Aragón durchzusetzen. Diese frühere Ehe wurde vor allem durch Thomas Cromwell für ungültig erklärt. Anne plant, Maria in Elizabeths Haushalt aufzunehmen, um ihre niedrigere Stellung zu demonstrieren, und schmiedet bereits Pläne für eine mögliche Verbindung Elizabeths mit dem französischen Hof.

Cromwell arbeitet unterdessen daran, Elizabeths Stellung rechtlich abzusichern. Im Parlament bringt er ein Thronfolgegesetz ein, das Anne als rechtmäßige Ehefrau und ihre Kinder als legitime Erben Heinrichs festschreibt. Anne ist empört darüber, dass das Gesetz auch ihren möglichen Tod erwähnt und dem König erlauben würde, erneut zu heiraten. Heinrich hingegen lobt Cromwells Arbeit und zeigt sich enttäuscht von früheren Vertrauten wie Stephen Gardiner und Thomas More.

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Onkel Hottes Märchenstunde

Onkel Hottes Märchenstunde von Oliver Kalkofe ist ein unterhaltsames und zugleich satirisches Werk, das die traditionelle Märchenwelt auf den Kopf stellt. Kalkofe, der für seinen scharfsinnigen Humor und seine Fähigkeit zur bissigen Gesellschaftskritik bekannt ist, nimmt in diesem Buch die klassischen Erzählungen der Gebrüder Grimm und anderer Märchenautoren aufs Korn.

Das Buch ist eine Sammlung von Märchen, die auf den ersten Blick vertraut erscheinen, doch Kalkofe verleiht ihnen durch seine humorvolle und oft zynische Perspektive eine völlig neue Dimension. Er dekonstruiert die altbekannten Geschichten und deckt die versteckten Absurditäten und Widersprüche auf, die in den traditionellen Märchen oft übersehen werden. Dabei spart er nicht mit Anspielungen auf aktuelle gesellschaftliche und politische Themen, wodurch die Geschichten einen modernen und relevanten Anstrich erhalten.

Kalkofes Erzählstil ist lebendig und pointiert. Er versteht es, mit Sprache zu spielen, und überrascht seine Leser mit unerwarteten Wendungen und scharfsinnigen Beobachtungen. Seine Charaktere sind grotesk überzeichnet, was die satirische Wirkung der Geschichten verstärkt. So werden die Märchen zu einem Spiegel unserer Zeit, in dem die Schwächen und Eigenheiten der modernen Gesellschaft humorvoll reflektiert werden.

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