Im Nebel
Im Nebel
Eine mystische Kurzgeschichte von Lon Wolfe
An jenem Abend war der Nebel weit mehr als bloß ungemütliches Wetter. Er wirkte belebt, ursprünglich und bedrängend. Wie eine feuchte, undurchlässige Schicht hatte er sich über die gesamte Landschaft ausgebreitet. Die Vegetation an den Wegrändern war kaum mehr wahrnehmbar, als hätte der Nebel sie einfach verschluckt. Selbst die Schritte auf dem Untergrund wurden gedämpft und dumpf. Der Mann befand sich völlig isoliert, eingehüllt in eine weiße Atmosphäre, in der die Sicht aufgehoben war.
Da plötzlich alles Vertraute verschwunden war – keine Gebäude, keine Färbung, keine definierten Konturen –, überkam ihn ein Gefühl der Beklemmung. Er suchte krampfhaft nach Orientierungspunkten, auf die er sich besinnen konnte, fand aber nichts vor. Seine rationale Urteilskraft versagte ihm in diesem Moment. Ein Gefühl von Verletzlichkeit und Desorientierung durchdrang ihn, als sei er aus der gewohnten Wirklichkeit hinausgerissen worden.
Unvermittelt durchbrach ein Lichtstrahl die weiße Barriere vor ihm.
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