Archiv

Im Original Felix Schloemp

Das unheimliche Buch – Das unbewohnte Haus

Das unheimliche Buch
Herausgegeben von Felix Schloemp

A. M. Frey
Das unbewohnte Haus

Mitten im Gewühl der Großstadt, in einer alten, engen Straße, steht ein altes, unbewohntes Haus. Doch die enge Straße führt von den Eingeweiden der Stadt zu ihren riesigen Speiseschüsseln hinunter, zum Marktplatz. Die Eingeweide sind immer hungrig. Deshalb greifen tagaus, tagein, vieltausend leere, unersättliche Hände durch die alte Straße nach den Speisen auf dem Marktplatz und kehren gefüllt wieder zurück.

Daher ist die alte, enge Straße durchlärmt von einem wogenden Strom – sie, die Hochbetagte, die doch ein Anrecht auf Ruhe hätte. Daher kommt es, dass sie sich Schminke und modische Kleidung gefallen lassen muss. Wo ist ihr liebes, holpriges, grasdurchwachsenes Pflaster geblieben? Ein grauer, harter Teppich, langweilig in seiner faltenlosen Vornehmheit, bedeckt ihren Weiterlesen

Das Gespensterbuch – Zehnte Geschichte

Das Gespensterbuch
Herausgegeben von Felix Schloemp
Mit einem Vorwort von Gustav Meyrink
München 1913

Gustav Meyrink

Das Präparat

Die beiden Freunde saßen in einem Eckfenster des Café Radetzky und steckten die Köpfe zusammen.

»Er ist fort. Heute Nachmittag ist er mit seinem Diener nach Berlin gefahren. Das Haus ist vollkommen leer. Ich komme gerade von dort und habe mich genau überzeugt. Die beiden Perser waren die einzigen Bewohner.«
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Der tolle Koffer – 2. Teil

Der tolle Koffer

Eine fortlaufende Musterkollektion der besten Witze, Schnurren und Anekdoten von Reisenden und Kaufleuten
Offeriert von Felix Schloemp
München und Leipzig bei Georg Müller, 1910

SIGNALE DER ABFAHRT

Ängstliche Frage

Zehn Uhr Vormittag. Der Zug nach Nürnberg geht um zehn Uhr eins.

Frau Schneider, die sich verspätet hat, stürzt an die Kasse.

»Herr Kassier, haben Sie noch ein Billett zweiter Klasse nach Ingolstadt?«

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Das Gespensterbuch – Neunte Geschichte

Das Gespensterbuch
Herausgegeben von Felix Schloemp
Mit einem Vorwort von Gustav Meyrink
München 1913

Edgar Allan Poe

Die Maske des Roten Todes

Lange schon wütete der Rote Tod im Land. Nie zuvor hatte eine Pest solche Verwüstungen angerichtet, nie zuvor hatte eine Krankheit einen derartigen Schrecken verbreitet. Blut war der Anfang, Blut das Ende – überall das Rot und der Schrecken des Blutes. Mit stechenden Schmerzen und Schwindelanfällen setzte es ein, dann quoll Blut aus allen Poren und die Auflösung begann. Die scharlachroten Tupfen am ganzen Körper der glücklichen Opfer – und besonders im Gesicht – waren das Bannsiegel des Roten Todes. Es schloss die Gezeichneten von der Hilfe und der Teilnahme ihrer Mitmenschen aus. Und alles, vom ersten Anfall bis zum tödlichen Weiterlesen

Der tolle Koffer – 1. Teil

Der tolle Koffer

Eine fortlaufende Musterkollektion der besten Witze, Schnurren und Anekdoten von Reisenden und Kaufleuten
Offeriert von Felix Schloemp
München und Leipzig bei Georg Müller, 1910

Leitgedicht

Der tolle Koffer

Bei Tafel saßen in bunter Reih’

Damen und Herren; auch saß dabei

ein junger Mann von blassem Gesicht,

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