Christoph Stoll – Waldesdunkel
Christoph Stoll – Waldesdunkel
Justus Hauer ist Kunstlehrer in Frankfurt. Gestern noch hat er im Lehrerkollegium seinen fünfzigsten Geburtstag gefeiert, aber nun ist auch das vorbei. Es sind endlich Sommerferien.
Justus fährt in seinem Mini Clubman Richtung Limburg und biegt, die Stadt hinter sich lassend, in Richtung Lahntal ab. Er hat seinen Labrador George II. im Auto dabei, als er die ersten Eichen des heimischen Waldstückes sieht, das früher sein Kinderspielplatz war und später sein Rückzugsort wurde.
Er kann in diesem Augenblick nicht sehen, dass in dem Waldstück das Fadenkreuz eines Zielfernrohrs mehrere Buchen- und Eichenstämme abschwenkt, um dann einen grün gestrichenen Hochstand präzise ins Visier zu nehmen. Danach bewegt sich das erbarmungslose Fadenkreuz noch einmal zum Boden, um dann auf der Höhe der Kanzel zur Ruhe zu kommen.
Justus sieht von der Kreisstraße aus das Protz-SUV seines Jagdpächters Michael von Flachau in der Einfahrt des Waldwegs zur sogenannten Mondwiese parken. Schließlich biegt er kurz vor dem Ort Lahnberg von der Landstraße ab, um zum alten Forsthaus Weiterlesen
Nikolas Kuhl, Stefan Sandrock – Das Dickicht
Nikolas Kuhl, Stefan Sandrock
Das Dickicht
Juha Korhonen, gebürtiger Finne und Polizist beim LKA Hamburg, erwacht in seinem mökki, einem Ferienhaus, das den urtypischen finnischen Ferienhäusern ähnlich ist und das er im Frühjahr bei einer Radtour entdeckt und wenige Tage später zusammen mit seiner Lebensgefährtin Maria gekauft hat, mit der er gestern Abend Streit hatte.
Beim Kauf hatten sie sich vorgenommen, das mökki, ein Name, der einfach Hütte bedeutet, zu renovieren und wohnlich zu gestalten. Passiert war den ganzen Sommer lang gar nichts. Stattdessen hatten sie in den heißen Sommer im schattigen Garten und am Ufer der Elbe verbracht und faul in ihren Liegestühlen gelegen. Nun war der Herbst da und das Haus im selben Zustand wie im Frühjahr.
Juha fühlt sich wie gerädert, denn er hat die Nacht in einem zu kurzen Schlafsack auf dem Boden verbracht. Der Akku seines Handys ist über Nacht zur Neige gegangen, und so muss er ihn aufladen wenn er ins Präsidium fährt. Er beschließt, die Müdigkeit mit einem morgendlichen Bad in der Elbe auszutreiben und der Kälte mit Überkompensation zu trotzen. Dann steigt er in seinen Wagen und Weiterlesen
Charlotte Printz – Im Netz der Lügen
Carla hat gemeinsam mit ihrer Halbschwester Wally ihre Detektivagentur etabliert, als eine neue Klientin in der Agentur anruft. Es handelt sich um Irma Müller, die Gattin des Bestatters Horst Müller, des bekannten Grab-Müllers, bei dessen Arbeit die Klienten mithilft.
Nach langen Ausführungen von Irma Müller über die Arbeit der Bestatter-Familie, die Werbung für das Unternehmen und den Charakter ihres Mannes offenbar sie Carla, dass sie die Agentur engagieren will, um ihren Ehering, den sie verloren hat, wiederzufinden. Irma erklärt, dass Ihr Mann temperamentvoll und eifersüchtig ist und dass sie deshalb den Ring dringend finden muss.
Carla, die zunächst vermutet, dass der Mann seine Frau misshandelt, erfährt, dass Irma, die nicht misshandelt wird, wünscht, dass Carla und Wally sofort kommen und nach dem Ring suchen. Sie ist bereit, für schnelles Kommen der Detektivinnen einen Aufpreis zu zahlen und überhaupt gut zu zahlen, ein Auftrag, der Carla sehr gelegen kommt, da die Agentur seit Wochen keinen wirklich lukrativen Fall hatte.
Ellen Sandberg – Das Unrecht
Im Wismar von 1988, kurz vor dem Mauerfall, leben einige Jugendliche, unter ihnen Volker, Annett und Mischa. Sie haben eine Clique, die sich regelmäßig in der Ruine eines Wochenendhauses trifft, das während der Nazizeit einem Künstlerpaar gehört hatte und im Frühling 1945 von den Briten zerstört und nie wieder instand gesetzt wurde.
Mischa und sein Freund Sandro hoffen, nach dem Schulabschluss nicht sofort zum Militär der DDR, also zur NVA, eingezogen zu werden und vorher studieren zu dürfen. Mischa allerdings ist pessimistisch, vor allem, weil gerade zwei NVA-Offiziere in der Schule waren, die einen Vortrag über die Vorzüge des Wehrdienstes hielten und ihnen ziemlich deutlich machten, dass man in er in der Regel erst dann studieren durfte, wenn man bei der NVA war.
Selbst wenn man versuchte, aus ethischen Gründen den Dienst an der Waffe zu verweigern, wusste man nicht, ob man beim Wehrkreiskommando damit durchkäme. Falls man diese Hürde trotzdem nahm, bedeutete dies das Aus fürs Studium. Die Wehrdienstverweigerer, die stattdessen zivilen Dienst leisteten, wurden in der Regel nicht zugelassen. Aber Mischa und Sandro Weiterlesen
Der Spurenfinder
Marc-Uwe, Johanna und Luise Kling
Der Spurenfinder
Elos von Bergen, der berühmteste Spurenfinder der Verlorenen Provinzen, stammt aus Iriandria, der Hauptstadt des Königreiches Dreibrücken. Dreibrücken, ein Binnenland, ist die kleinste, aber schönste der Verlorenen Provinzen, zumindest nach dem Urteil seiner Einwohner.
Elos ist seiner Meinung nach kein Spurensucher, sondern ein Spurenfinder, denn Spuren suchen kann ja jeder, auf das Finden kommt es an. Er hat schon viele Spuren gefunden und auf diese Art knifflige Fälle gelöst. Einen Fall allerdings, so gibt er selbst zu, konnte er nicht lösen. Was es mit diesem Fall auf sich hat, erzählt er niemandem.
Der Spurenfinder hat zwei Kinder, einen talentierten Jungen, der sehr gut zeichnen kann und eine kluge Tochter, die die beste Schülerin von allen ist. Das Mädchen heißt Ada, der Junge Naru. Sie sind Zwillinge und beide zwölf Jahre alt. Die beiden haben keine Mutter mehr, da diese kurz nach ihrer Geburt verstarb. Der Vater spricht selten von ihr, aber wenn, dann können die beiden die große Liebe Weiterlesen

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