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Im Gespräch mit Olaf Brill über den Band 8 von Terminus, Finale für Arcane 2

Der achte Band der von Uwe Anton geleiteten zwölfbändigen Perry Rhodan-Miniserie Terminus, Finale für Arcane 2, stammt aus der Feder von Olaf Brill. Der 1967 in Bremen geborene Autor und Redakteur übernahm kürzlich die Betreuung der Stellaris-Kurzgeschichten von Wim Vandemaan und schrieb unter anderem das Buch Der Caligari-Komplex.

Alexandra Trinley: Olaf, was geschieht in deinem Roman?

Olaf Brill: Perry Rhodan erkundet mit einem kleinen Einsatzteam einen Planeten in der Eastside der Galaxis, der im Vorgängerroman von Bernhard Kempen eingeführt wurde. Dort sind sie den Machenschaften des sogenannten Heimlichen Imperiums auf der Spur. Am Ende von Bernhards Roman haben sie eine Entdeckung gemacht, die bei mir eine große Rolle spielt.

Gleichzeitig landen auf dem Planeten ein paar geheimnisvolle Gestalten, die nichts Gutes im Schilde führen. Und dann tut sich auch im Weltraum etwas. Eine Flotte der Blues nimmt den Planeten ins Visier. Mein Roman spielt also auf drei Ebenen, und alle drei sind eng miteinander verwoben.

Alexandra Trinley: Der Untertitel lautet Großangriff der Blues. Gibt es eine richtige Raumschlacht?

Olaf Brill: Als ich das Exposé bekam, war mein erster Gedanke: »Oje, eine Raumschlacht!« Andere mögen es vielleicht, wenn seitenlang Ultraschlachtschiffe mit Transformkanonen aufeinander feuern. Ich finde aber Menschen interessanter als Raumschiffe.

Dann habe ich gemerkt, dass es gar nicht um die Raumschlacht geht. Also, in meinem Roman ist es nicht wichtig zu erzählen, wie Raumschiffe sich von A nach B bewegen, und welche taktischen Manöver sie vollführen, um den Krieg zu gewinnen. Sondern es geht darum, was die Raumschlacht mit den Menschen macht, die in den Raumschiffen und unten auf dem Planeten sind. Das fand ich interessant. So hatte ich einen Zugang zum Roman. Und als ich merkte, dass das funktionieren würde, habe ich zugesagt, den Roman zu schreiben.

Alexandra Trinley: Finale für Arcane 2 ist dein erster Perry Rhodan-Roman. Wie bekamst du das Angebot, ihn zu schreiben?

Olaf Brill: Ich war nicht in die Planung der Miniserie involviert und bin als letzter Autor an Bord gekommen. Um es konkret zu sagen: Als ich Heft Nr. 1 am Kiosk gekauft habe, wusste ich noch nicht, dass ich Autor von Heft Nr. 8 sein würde. Ich war jedoch mit der Perry Rhodan-Redaktion schon seit einiger Zeit im Gespräch, ob ich nicht mal einen Roman beisteuern könnte. Als sich dann eine Möglichkeit auftat, hat man mich gefragt.

Alexandra Trinley: Hast du da sofort zugesagt?

Olaf Brill: Als Erstes musste ich mal meinen Terminkalender leerräumen. Denn das Angebot kam sehr kurzfristig, und der Abgabetermin tauchte nicht am Horizont auf, sondern schon hoch am Himmel. Dann habe ich mir das Exposé schicken lassen, um zu sehen, ob mir der Stoff liegt. Als ich einen Zugang zur Handlung gefunden hatte, habe ich zugesagt.

Letzten Endes war das natürlich ein Angebot, das man nicht ablehnen konnte. An dem Tag, an dem ich überlegt habe, ob ich zu- oder absage, ist mir klar geworden, dass mich nichts davon abhalten konnte, meinen ersten Perry Rhodan-Roman zu schreiben.

Alexandra Trinley: Und wie ging es dir dabei?

Olaf Brill: Das war eine Erfahrung, die nicht selbstverständlich war: Es hat unglaublich viel Spaß gemacht! Und zwar alles: das Einarbeiten in den Kosmos der Miniserie, das Zurechtlegen des Exposés, die Kommunikation mit dem Exposéautor Uwe Anton und dem Autor des Vorgängerromans Bernhard Kempen, das eigentliche Schreiben (mit einem stattlichen Zeichenpensum pro Tag). Sogar das Abfeuern der Transformkanonen im Weltraum.

Alexandra Trinley: Deine Einstellung zu Raumachlachten scheint sich beim Schreiben verändert zu haben. Und wie siehst du das rückblickend? Was gefällt dir an deinem Roman am meisten?

Olaf Brill: Es sind immer die Figuren, die im Mittelpunkt stehen: deren Gefühle … wie sie miteinander interagieren … die Dialoge … Unten auf dem Planeten sind unter anderem Perry Rhodan und so etwas wie ein Rivale in eigenen Reihen: ein Teammitglied, das mal ein Gegner Rhodans war und nun gezwungenermaßen mit ihm zusammenarbeiten muss. Sie begegnen einander auch nicht auf gleicher Ebene: Rhodan ist der Großadministrator des Solaren Imperiums, Darren Zitarra ein Soldat des Imperiums Dabrifa. Wie die beiden miteinander umgehen, hat mich am meisten interessiert. Und ich glaube, am Ende des Romans haben sie gelernt, einander etwas besser zu verstehen.

Vorsicht übrigens: So sehr die Autoren und Leser die Figuren auch mögen, in einer Miniserie gibt es keine Überlebensgarantie!

Alexandra Trinley: Der Autor als Auftragskiller … oder Überzeugungstäter, der seine Liebe zu den Figuren zeigt, indem er sie tötet? Unnütz zu fragen, wen du sterben lässt. Sprechen wir ganz allgemein über die Miniserie Terminus. Was gefällt dir daran besonders gut?

Olaf Brill: Ja, bestimmte Plot-Points verrate ich hier natürlich nicht. Davon soll sich der Leser oder Hörer ja überraschen lassen. Aber wir können gerne hinterher noch mal darüber sprechen. 😀

Terminus spielt in der Zeit des Solaren Imperiums, in einem Handlungsabschnitt, der in der Perry Rhodan-Serie ursprünglich im Jahr 1969 geschrieben wurde. Das waren Romane, die ich – etwas später, Ende der 1970er Jahre – als Kind gelesen habe. Es ist also ein Kosmos, der mir sehr vertraut ist, weil ich es einfach geliebt habe, die ersten 400 oder 500 Hefte zu lesen.
Ich konnte also zu dem Perry Rhodan zurückzukehren, den ich als 11-Jähriger gelesen habe, und sogar selber dazu beitragen! Das ist doch großartig, oder?

Alexandra Trinley: Gibst du uns eine Textprobe?

Olaf Brill: Gerne.

Gucky hatte den Raumhelm in die Ecke gepfeffert, war übers Geländer der Leiter hinabgerutscht in den Mannschaftsraum unterhalb der Pilotenkanzel, hatte sich in einen Pneumosessel plumpsen lassen und es sich dort so bequem wie möglich gemacht. Wenn er sich nicht irrte, roch es in diesem Kriegspanzer sogar nach Schmieröl.

Perry Rhodan war ihm gefolgt, setzte sich aufrecht in einen zweiten Sessel und begutachtete die Ergebnisse der Weltraumortung, die Takayo Sukurai ihm von oben auf sein Pad spielte.
»Im Weltraum wird gekämpft«, verkündete Rhodan trocken. »Vielleicht haben die Blues einen anderen Gegner gefunden und interessieren sich nicht mehr für uns.«

Darren Zitarra zeigte sich in der Luke und stieg zu Rhodan und Gucky herab. Der hochgewachsene, dunkelblonde Dabrifaner hatte Rhodans letzte Worte gehört. »Haben sie die CART RUDO erwischt?«, fragte er.

Alexandra Trinley: Das hört sich doch ganz gut an. Ich für meinen Teil liebe Raumschlachten. Und Maschinen. Wirst du noch weitere Perry Rhodan-Romane schreiben?

Olaf Brill: Ich wüsste nichts, was ich lieber täte.

Alexandra Trinley: Dann hoffen wir auf das Beste. Danke für deine Auskünfte, Olaf.

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