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TSB John Sinclair – Lebendig begraben

Geisterjäger John Sinclair
Lebendig begraben

Nach dem Roman von Jason Dark
Tonstudio Braun, MC JS 012, 1987, ca. 56:52 Minuten
Buch: Max Braun, Regie: Erwin Scherschel, Musik: Peter Seidel, Illustration: Vicenç Badalona Ballestar

Sprecher: Erzählerin: Marianne Mosa, John Sinclair, Erzähler: Helmut Winkelmann, Suko: Peter Niemeyer, Jane Collins: Margit Wolff, Bill Conolly: Aart Veder, Schwarzer Tod, Diener des Schwarzen Tods: Erwin Scherschel, Monja Dunhill: Charlotte Acklin, Totengräber: Peter Hackenberger, Mr. Dunhill: Michael Autenrieth, Frank Scott: Rüdiger Lichti, Ula, Geisterstimme: Jutta Popp, Ghoul, Geisterstimme: Pit Krüger u.a.

Synopsis:
Ich wehrte mich verzweifelt, aber gegen eine solche Übermacht hatte ich keine Chance. Sie hielten mich an Armen und Beinen fest, dann legten sie mich in den Sarg. Auf dem schwarz glänzenden Deckel stand mit goldenen Lettern der Name des Toten … mein Name … John Sinclair …

Mit Lebendig begraben präsentiert das Tonstudio Braun eine der eindringlichsten Episoden der klassischen John-Sinclair-Hörspielreihe. Die Folge setzt konsequent auf das elementare Horrormotiv der Angst vor Enge, Dunkelheit und dem Verlust jeder Hoffnung auf Rettung. Dieser Fokus verleiht der Geschichte eine besondere Intensität und macht sie zu einem nachhaltigen Hörerlebnis.

Atmosphärisch zeigt sich die Produktion in Bestform. Die Klanggestaltung ist bewusst reduziert, entfaltet jedoch eine starke Wirkung. Dumpfe Geräusche, beklemmende Stille und eine sparsam eingesetzte musikalische Untermalung erzeugen eine dichte, unheilvolle Stimmung. Vor allem die Szenen, in denen John Sinclair isoliert und schutzlos ist, entwickeln eine nahezu klaustrophobische Spannung.

Die Sprecherleistungen bewegen sich auf dem für Tonstudio Braun typischen Niveau: Sie sind markant, direkt und mitunter leicht theatralisch, dabei jedoch stets engagiert. Besonders die Darstellung des Protagonisten überzeugt durch eine glaubhafte Mischung aus Verzweiflung und Entschlossenheit. Die Inszenierung verzichtet auf moderne Effekte und bleibt dem klassischen Hörspielstil treu, wodurch der nostalgische Charakter der Folge zusätzlich unterstrichen wird.

Inhaltlich bleibt Lebendig begraben geradlinig. Auf komplexe Nebenhandlungen oder ausgeprägte mythologische Verflechtungen wird bewusst verzichtet. Stattdessen konzentriert sich die Erzählung vollständig auf die zentrale Bedrohung, was für eine straffe Dramaturgie sorgt, allerdings auch den Raum für überraschende Wendungen begrenzt. Eine tiefgehende Figurenentwicklung steht dabei nicht im Vordergrund.

Insgesamt ist Folge 77 ein sehr gutes Beispiel für klassischen Hörspiel-Horror. Lebendig begraben überzeugt durch Atmosphäre, Intensität und einen ausgeprägten Retro-Charme. Die Episode richtet sich vor allem an Liebhaber der Tonstudio Braun-Produktionen sowie an John-Sinclair-Fans, die traditionellen, unverfälschten Grusel schätzen.

Hörprobe

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