Al Capone – Band 32
Al Capone
Band 32
Capone am Grab O’Banions
1. Kapitel
Ein vereitelter Mordanschlag
Wir wollen unseren Lesern nur kurz ins Gedächtnis zurückrufen, dass Friedrich Rothschild einen Brief erhalten hatte, der nur eine einzige Zeile enthielt, die ihm den Tod ankündigte und mit K. K. K. unterzeichnet war.
Diese Gefahr, von der Capone glaubte, dass sie nur den fabelhaft reichen Bankier bedrohte, richtete sich indessen auch gegen sein eigenes Leben.
»Was willst du nun machen, lieber Friedrich?«, fragte Al, den reichen Mann anblickend.
»Diesen Brief habe ich heute Morgen erhalten, selbstverständlich an die Adresse von Abraham Astrong gerichtet, unter dessen Namen ich mich hier aufhalte. Ich bin sofort aus Telefon gegangen, um dich anzurufen, aber du warst leider nicht im Hotel. Du kannst dir ja vorstellen, wie mir zumute war, als ich diese Zeile sah. Und dazu kamen nun noch die Aufregungen, die ich jetzt in diesen Tagen
habe durchmachen müssen, als ich nach den Nachrichten, die in der Zeitung standen, glauben musste, dass du tot seist; du hast mich ja allerdings hinterher angerufen und mir Bescheid gesagt, dass es dir gut geht, aber es hat mich natürlich doch sehr erregt. Ja, und diese Todesdrohung geht doch vom Ku-Klux-Klan aus, nicht wahr, Alfonso?«
»Sicher!«, bestätigte dieser.
»In diesem Fall weiß ich, was ich zu tun habe«, antwortete der Bankier mit belegter Stimme. »Ich muss versuchen, zu fliehen. Wenn es mir gelingen sollte, lebendig aus den Vereinigten Staaten herauszukommen, dann kannst du dich darauf verlassen, dass ich nie wieder den Fuß auf ihren Boden setzen werde.
Nur so kann ich vielleicht die furchtbare Gefahr, die mich bedroht, beschwören.«
»Unsinn!«, rief Al. »Wenn der Ku-Klux-Klan erst einmal auf deiner Spur ist, dann wird er auch dafür sorgen, dass in denselben Zug, in dem du fährst, auch ein Mörder einsteigt. Und wenn er dich dort nicht ermorden kann, wird er sich auf demselben Dampfer einschiffen, mit dem du nach Europa fährst.
Wenn du eines Tages auf dem Schiff ein Glas an die Lippen führst, ist vielleicht in dem Wein oder Wasser, das du trinken willst, ein tödliches Gift aufgelöst. Oder aber, wenn du einmal sorglos auf dem Deck stehst und sonst niemand in der Nähe ist, wirst du plötzlich von einem Unbekannten gepackt, der dich erdrosselt oder dir das Messer in den Leib stößt. Einen Augenblick später heben dich die Arme deines Mörders hoch und werfen dich über Bord, damit du den Fischen zum Fraß dienst.
Nein, nein, mein Lieber. Verlass dich darauf: Der Ku-Klux-Klan hat für alles gesorgt. Die Leute können sich sehr gut ausmalen, dass du zuerst an Flucht denken wirst, wenn du diese Nachricht erhältst. Der Gefahr, die dir droht, müssen wir anders begegnen.
Vor allem müssen wir den Feind, der dich bedroht, auf eine falsche Spur lenken. Du sagst, du hast den Brief heute Morgen bekommen?«
»Ja, heute Morgen!«, bestätigte Rothschild.
Nun wandte sich Al Capone dem Oberrabbiner zu.
»Welche Leute haben Sie hier in der Synagoge?«, fragte er diesen.
»Oh, durchaus vertrauenswürdige Leute!«, antwortete der ehrwürdige Alte eilig. »Ich stehe für sie ein.«
»Und die Dienerschaft? Haben Sie vielleicht kürzlich einen neuen Diener eingestellt?«
»Ja, richtig, das stimmt!«, rief der Oberrabbiner aus und schlug sich mit der flachen Hand an die Stirn. »Ja, ich habe gestern einen neuen Diener eingestellt. Er scheint ein durchaus vertrauenswürdiger Mensch zu sein, denn er hatte ein Empfehlungsschreiben von Mister Jonathan Levy, dem bekannten Juwelenhändler und einem der größten Wohltäter dieser Gemeinde.«
»Sind Sie sich bei der empfohlenen Person wirklich sicher, und besteht kein Zweifel über die Richtigkeit der Empfehlung?«
»Der Brief war mit der Maschine geschrieben und hatte im Briefkopf die Firma von Mister Jonathan Levy. Außerdem habe ich am Schluss des Textes seine Unterschrift erkannt!«
»Na, dann ist es ja sehr einfach. Wir rufen jetzt Mister Jonathan Levy an und können uns auf diese Weise Gewissheit verschaffen.«
»Ich werde gleich anrufen!«, erwiderte der Oberrabbiner, der nun ziemlich aufgeregt war. Das Misstrauen, das Al Capone gegen seinen neuen Diener hegte, steckte auch ihn an, obwohl er vorher keinen Verdacht gegen diesen Mann gehegt hatte. Er war der eifrigste, beflissenste und geschickteste Diener, als er gestern seine Arbeit aufgenommen hatte.
Die vollständige Story steht als PDF, EPUB, MOBI und AZW3 zur Verfügung.
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