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Sagen der mittleren Werra 50

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Von einem Schatz in Brotterode

In einer Brotteroder Familie soll noch eine kleine Bergmannshaue zu sehen sein, zu der dieselbe, wie die Sage erzählt, auf folgende Weise kam.

Vor vielen, vielen Jahren trat nämlich einmal die Magd eines angesehenen Kaufmanns, der auf der Vordergasse in Brotterode wohnte, aus dem Feld heimkehrend, wohin sie den Arbeitern das Mittagsmahl getragen hatte, ganz aufgeregt in das Zimmer ihres Herrn und machte diesem die bittersten Vorwürfe, dass er sein Geld so offen in den Hof stelle, um sie, eine arme Gehilfin, in Versuchung zu führen. Sie, wie jedermann im Ort, wisse, dass er ein reicher Mann sei. Deshalb aber brauche er ihre Treue nicht auf die Probe zu stellen. Sie rühre ihm nichts an, stehe aber auch für nichts ein, wenn etwas davonkommen sollte.

Ganz verdutzt folgte ihr der Herr in den Hof und sah dort einen Kessel voll blanker Goldstücke und oben darauf eine kleine Bergmannshaue. Hastig griff der Kaufmann zu, doch in demselben Augenblick schlug die Mittagsglocke.

Der Kessel versank vor seinen Augen in die Tiefe, die Haue aber hielt er noch in der Hand.