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Weird Tales – Das Grab

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Nick Carter – Der Raubüberfall im Grand Central Depot – Kapitel 6

Nick Carter
Amerikas größter Detektiv
Der Raubüberfall im Grand Central Depot
Ein Detektivroman

Der Doppelgänger

Der große Detektiv hatte sich gelobt, sich totschießen zu wollen – als er nämlich oben auf seinem Schrankversteck aus der plötzlichen Wendung des Gesprächs entnahm, dass er überlistet war und gleich von seinem Kollegen entdeckt werden würde.

Es schien dies der größte Hereinfall in seiner ganzen Detektivlaufbahn werden zu wollen – und der Gedanke an die zu befürchtende Bloßstellung lähmte seine sonst immer so geistesgegenwärtige Tatkraft. Aber nur vorübergehend; bereits im nächsten Augenblick hatte Nick begriffen, dass er handeln und dem anderen zuvorkommen musste – er durfte nicht von diesem entdeckt werden!

Diese Erkenntnis genügte dem Detektiv auch schon zur Wiedererlangung all seiner gewöhnlichen Fähigkeiten. Noch schneller und behutsamer als zuvor beim Ersteigen huschte er nun vom Schrank wieder herunter; wahrlich, keine Sekunde zu früh erreichte er die teppichbedeckte Diele, welche das Geräusch seines Sprunges völlig dämpfte. Mit weitausholenden Sätzen eilte er der Treppe zu und kaum war er um die Ecke gebogen und hatte mit einem Riesensatze die eine Treppenhälfte genommen, als auch schon die Zimmertür geöffnet wurde und Hank Hanlon auf den Korridor hinaustrat.

Wäre er geistesgegenwärtig genug gewesen, ebenfalls nach der Treppe zuzuspringen, so würde er den Mann, den in seinem eigensten Beruf zu überlisten er unternommen hatte, noch erblickt haben. So nahm er indessen mit Sicherheit an, dass Nick Carter oben auf dem Schrank sich verborgen hielt und forderte denselben höhnisch zum Herunterkommen auf.

Natürlich hatte Nick die ihm gebotene Gelegenheit ausgenutzt. Sein Blick fiel auf eine Tür, deren aufgemaltes Zeichen 00 auch in Deutschland in jedem Gasthof anzutreffen ist. Hurtig trat Nick in das Gelass und riegelte sich ein. Es war die übliche Einrichtung; über der Waschgelegenheit hing ein schmutziger Spiegel.

Nick Carter stand lauschend und zugleich überlegend. Was er soeben gehört hatte, überzeugte ihn davon, dass in der Tat ein tief angelegtes Komplott vorlag. Die Gegenpartei war entschieden im Vorteil; denn einmal hatte sie ihre Vorbereitungen schon seit geraumer Zeit auf das Umsichtigste getroffen, während Nick Carter ganz durch Zufall in die Sache verwickelt worden war und zur Feststellung eines wohlerwogenen Planes weder Zeit noch Gelegenheit gefunden hatte. Immerhin begriff er, dass er so schnell wie möglich handeln und vor allen Dingen sich selbst und seine Leute der von der anderen Seite geübten Überwachung entziehen musste.

Hierzu musste er vor allen Dingen unbemerkt aus dem Haus gelangen. Da galt es, den Agenten dieses Hanlon abzuschütteln, der seiner Fährte bereits gestern gefolgt war. Er hieß Smith und hatte Nick auch an diesem Morgen schon längere Zeit überwacht. Folglich konnte er nur der mit einem Handwagen versehene Milchhändler sein, dessen Anwesenheit dem Detektiv längst aufgefallen war, ohne dass er gerade auf die Vermutung gekommen war, hinter dem sich auffallend lange in der Gegend Herumdrückenden verberge sich ein mit seiner Überwachung beauftragter Kollege.

»Well, ich muss den Mann hinters Licht führen … und ich denke, ich kann es!«, flüsterte Nick rasch entschlossen vor sich hin. »Dieser Hanlon hat so ziemlich meine Gestalt, das ist viel wert … Mein Arbeitszeug habe ich bei mir, und da ich mir den Menschen ziemlich genau ansehen konnte, so wird es mir wohl gelingen, ihm leidlich ähnlich zu werden.«

Damit entfaltete Nick auch schon eine fieberhafte Tätigkeit. Er zog sein Rüstzeug, bestehend aus Schminken, Pinseln, Perücken und dergleichen mehr, aus einer der Geheimtaschen seines zerlumpten Rockes und begann augenblicklich, Kopf und Gesicht zu bearbeiten. Wäre Nick Carter unter anderen Verhältnissen geboren und erzogen worden, so hätten sich seine starken Talente vielleicht künstlerisch entwickelt, und die Welt wäre um einen großen Detektiv ärmer, aber um einen genialen Schauspieler, Maler oder Bildhauer reicher gewesen, denn die Nick angeborene Begabung, mit lächerlich geringen Mitteln große Wirkungen zu erzielen, war eine so überraschende wie wunderbare. Seine außerordentliche Mimik kam ihm hierbei zu Hilfe, denn es bedurfte nur einer Veränderung seiner Gesichtsmuskeln, um ihn im Handumdrehen zu einem ganz anderen zu machen. Kein Wunder, dass ihm auch nun, obwohl er kaum zwei Minuten dazu brauchte, sein Vorhaben glänzend gelang. Bis auf die verschiedene Kleidung glich er dem Mann, den er doch nur einmal gesehen hatte, aufs Täuschende.

Eben wollte der Detektiv die Glastür wieder öffnen und sich aus dem Haus stehlen, als er hastige Schritte die Treppe hinaufkommen hörte. Als er durch den Türspalt lugte, sah er Bill Conlin, der, mit einem Zeitungsblatt in der Hand, immer zwei Treppenstufen auf einmal nahm und eben die zum oberen Stocke führende Treppe hinaufstürmte.

Gleich darauf hörte Nick deutlich, wie oben angelangt, Bill Conlin von Hank empfangen und nach Nick Carters Verbleib befragt wurde. Lächelnd hörte der Detektiv noch eine Weile zu, dann aber, als er aus dem Erlauschten heraushörte, dass Hanlon aufzubrechen beabsichtigte, huschte er aus dem Gelass und schoss mit Riesensätzen die Treppe hinunter, welche durch einen Korridor zu einem Seitenausgang führte.

Als Nick Carter auf die Straße trat, fiel sein Blick sofort auf den wiederum verdächtig eifrig mit seinen Kannen beschäftigen Milchmann. »Pst, Smith«, machte der Detektiv, indem er an dem Milchwagen vorüberschritt.

Der Mann hatte ihn lauernd betrachtet, wie einer, der seiner Sache nicht ganz sicher ist. »Mr. Hanlon?«, erwiderte er zweifelnd.

»Natürlich, wer denn sonst?«, brummte Nick, stehenbleibend und sich eine Zigarre anzündend.

»Ich meinte nur … ich dachte … weil die Kleidung da … hm, Nick Carter hat just dieselben Lappen an«, stotterte der angebliche Milchhändler.

»Kniff … nichts weiter … habe jetzt keine Zeit zur Auseinandersetzung. Aufpassen, dass unser Mann nicht entwischt!«

Damit wendete sich Nick und ging rasch die Straße hinunter, während der andere ruhig vor dem Hotel verblieb, um auf den von ihm Beschatteten zu warten.

An der Ecke sah der Detektiv seinen Gehilfen Chick, der an einen Laternenpfahl lehnte, natürlich so verkleidet, dass er nur für Nick Carter untrüglichen Scharfblick erkennbar blieb. Nick hatte Pech mit seiner Zigarre, denn er musste sie von Neuem anzünden, zufällig gerade dicht neben dem Standort des müßigen Bummlers. Dabei flüsterte er: »Gefahr im Verzug, Chick … wir werden überwacht … Schau mich an … Der Mann, dessen Maske ich trage, ist im Hotel und wird gleich herauskommen … natürlich anständig gekleidet. Derselbe muss beseitigt werden … Verhafte ihn unter irgendeinem Vorwand … Der Kerl dort mit den Milchkannen ist ein gewisser Smith und des anderen Gehilfe.«

»Weiß ich«, fiel Chick ein, scheinbar angelegentlich einer gerade vorüberlaufenden Straßencar nachblickend. »Ich beschattete ihn … Er ist mit Snyder im Waldorf Astoria abgestiegen … Ihr Chef nennt sich Hank Hanlon, ist aber Frank Harriman aus Chicago.«

»Well, nun weiß ich Bescheid«, flüsterte Nick zurück. »Frank Harriman, der sich den Detektivkönig von Chicago nennt … Da überwacht also einer den anderen … Verhafte ihn, Chick, und wenn wir nur eine Stunde Zeit dadurch gewinnen … Ich will jetzt einen Gewaltcoup unternehmen, und zwar in meiner Maske, nur in anderer Kleidung …«

Doch er kam nicht zum Aussprechen, denn eben hielt ein um die Ecke biegender eleganter Wagen, der von einem Kutscher in Livree gelenkt wurde, an, und ungeduldig beugte sich ein älterer Herr, der einzige Insasse der Equipage, aus dem Wagenfenster. »Mr. Hanlon … Mr. Hanlon!«, rief er ungeduldig. »Sie sind es doch?«

In großer Verlegenheit wendete sich der Detektiv nach dem Rufer um. Er begriff nun, warum sich Smith hatte täuschen lassen, denn seine Maske musste sehr ähnlich sein, sonst hätte ihn nicht auch der ihm völlig Unbekannte angerufen. »Yes, Sir«, sagte er zögernd.

»Ist mir lieb, Sie zu treffen … Las da eine kuriose Anzeige in der World. Hortons Icecream …«

»Ja, ich weiß … Ich komme eben vom Hotel«, sagte Nick, um auf den Busch zu schlagen.

»Sie waren bei dem Mann? … Da, was will er denn von mir? Ich habe jetzt doch nur noch mit Ihnen zu tun – er war doch bloß Ihr Vertreter?«

»Yes, Mr. Horton«, wagte sich Nick weiter auf unbekanntes Terrain – und zu seiner großen Genugtuung nahm er wahr, dass es wirklich der Vermutete war. »Ich habe meinen Gehilfen eben gesprochen«, fuhr er nun zuversichtlicher fort. »Er hat den Fuß verstaucht, und die Mappe ist fort … Eh, Sie verstehen mich …«

»Umso besser, dann brauche ich nicht selbst nach dem Hotel zu gehen. Steigen Sie ein, Hanlon, Sie sehen zwar schauerlich aus … doch das bringt Ihr Beruf mit sich, ich verstehe«, sagte der Wageninsasse. »Wir wollen zusammen zum Waldorf Astoria fahren. Ich ertrage die Ungewissheit nicht länger und bin der Erpressungen überdrüssig geworden … So oder so … es ist Zeit, dem alten Fuchs zu verstehen zu geben, dass wir ihn in der Hand haben.«

Von alledem begriff der große Detektiv auch nicht das Geringste; er vermutete nur, dass ihm einer jener großen Glücksfälle begegnet war, wie sie nur der Zufall bescheren kann – und natürlich war er entschlossen, die ihm so unvermutet gebotene Gelegenheit vollkommen zu nutzen. So stieg er unbedenklich in den Wagen, und zwar gerade im selben Moment, als der wirkliche Hank Hanlon aus der Hoteltür trat und von dem ganz entsetzten Smith verblüfft angestarrt wurde.

»Mein Gehilfe Staples hat sich nicht bewährt«, begann Nick, nur um etwas zu sagen.

»Nun, Ihr zeitweiliger Gehilfe, nicht wahr?«, entgegnete Generalmanager Horton. »Ich denke, er ist eigentlich Mr. Bristols Mann …«

»Gewiss, aber ich trat doch in Verbindung mit ihm«, erwiderte Nick bedächtig. Er begriff nur zu gut, dass er ungemein vorsichtig sein musste, wollte er nicht aufs Glatteis geraten, denn nun hieß es, alles zu gewinnen – oder zu verlieren.

»Ach so«, meinte Horton nachlässig. »Ich vergaß, Sie setzten sich ja, nachdem Sie auf unseren Auftrag hin die Überwachung Bristols übernommen hatten, mit dessen Bürovorsteher in Verbindung, Mr. Harriman … wollte sagen, Mr. Hanlon, denn so wollen Sie hier ja genannt werden …«

»Ich hatte meine Gründe«, bemerkte Nick, der blitzschnell überdachte, dass Staples also der Vorsteher des Bristol’schen Anwaltsbüros war und natürlich nur im Interesse seines Prinzipals gehandelt hatte. Er mochte auch mündlich mit dem Generalmanager der Dampferlinie in Bristols Auftrag verhandelt haben und darum Horton bekannt sein, sonst würde dieser sich schwerlich veranlasst gesehen haben, Staples im Hotel aufzusuchen. Da Horton – so schloss der Detektiv blitzschnell weiter – Staples als des Anwalts Vertrauten kannte, so hatte er diesen leicht mit dem Chicagoer Detektiv Harriman zusammenbringen können. Nun wusste auch Nick, wer der Mann mit den falschen grauen Bartkoteletten war. Kein anderer als der Mittelsmann zwischen Harriman-Hanlon und Staples – und zwar ein Fuchs, der gleichzeitig beiden Interessen gedient hatte.

Dass die Dampferlinie dem Chicagoer Rechtsanwalt von Anfang an nicht getraut hatte, ging aus dem Gespräch hervor, in welches der Detektiv nun von dem Generalmanager verstrickt wurde. »Ich sage Ihnen offen, ich befinde mich in verzweifelter Lage«, fuhr Horton mit umwölkter Stirn fort. »Ich habe mich verleiten lassen, dem schlauen Patron bereits hundert Mille auf die halbe Million Dollars, welche wir ihm für die Auslieferung der Dokumente zahlen wollen, vorzustrecken. Geht das Geschäft in die Brüche, so muss ich für den Betrag aufkommen und verliere obendrein meine Stellung, denn natürlich wird man mich alsdann zum Sündenbock machen, der für alles verantwortlich ist und schuld am Misslingen der betreffenden Angelegenheit trägt. Nun will dieser verd… Schuft, der Bristol, plötzlich eine Million … Er könnte gleich eine Milliarde fordern, wir könnten sie ebenso wenig zahlen … Die halbe Million ist alles, was wir haben, denn sie stellt unsere gesamten Reserven dar. Nun ist es an Ihnen, Mr. Harriman … wollte sagen Hanlon, zu beweisen, was an Ihnen ist. Sie versprachen mir, die Sache zur Zufriedenheit zu ordnen … Stattdessen jagt ein verhängnisvoller Zwischenfall den anderen. Dass der Mappenraub so plump geschah, um den allergefährlichsten Spürhund der Welt, den unvergleichlichen Nick Carter, zum Einschreiten zu veranlassen, ist bereits schlimm genug …«

»Es geht aber schließlich doch nur auf Bristols Kappe«, schaltete Nick bedächtig ein.

Sein Begleiter schlug die Hände zusammen. »Mann, Sie machen mich mit Ihrer Begriffsstutzigkeit verzweifelt!«, stöhnte er. »Kommt Bristol in die Patsche, wird ihm nachgewiesen, dass ihm die Dokumente gar nicht gestohlen worden sind, so ist hundert gegen eins zu wetten, dass der alte Schuft niederbricht und seine Verbindung mit uns eingesteht. Dann kommen wir an die Reihe, und in solchen Sachen pflegt der Staatsanwalt nicht zu spaßen, zumal die großen Eisenbahnkorporationen gegen uns aufgebracht sind und wider uns hetzen mögen … Zum Teufel auch, ich mag nicht zum Staatszuchthaus Sing-Sing!«, schloss er wütend, indem er sich in die Ecke des Wagens zurückwarf.

»Man müsste Bristol zur Herausgabe der wirklichen Dokumente zwingen«, bemerkte Nick zögernd.

»Ihre Intelligenz nötigt mir Bewunderung ab!«, knurrte der Generalmanager, der sich augenscheinlich in hochgradig gereizter Stimmung befand. »Dafür zahlten wir Ihnen 10.000 Dollar … Ganz gewiss versprachen wir uns mehr von Ihnen und Ihrer Tätigkeit. Sie schrieben uns prahlerisch, dass Sie die ganze Sache im Handumdrehen erledigen würden … Was nun? Hätten wir Nick Carter beauftragt …«

»Der hätte Ihnen was gehustet«, entfuhr es dem Detektiv. »Auf solche Geschichten lässt der sich nicht ein.«

»Allerdings, das ist richtig, Mr. Hanlon … Doch ich sitze wie auf glühenden Kohlen!«, ereiferte sich der Manager. »Wie Sie sagen, ist die Tasche mit den falschen Dokumenten fort, niemand weiß wohin. Erfährt Bristol erst davon, so wird er unter keinen Umständen das Geschäft mehr machen, sondern die richtigen Dokumente an das von Mr. Hoate vertretene Konsortium abliefern, um sich den Rücken zu decken. Was dann? Nicht nur, dass unsere Dampferlinie dann pleite ist, ich bin es auch persönlich und kann wieder als Clerk anfangen. Aber das tue ich nicht!«, erboste er sich. »Und von Ihnen verlange ich, dass Sie den alten Fuchs derart in die Enge treiben, dass er das Gliederzittern bekommt und uns vor Angst die Dokumente aushändigt.«

»Das will ich ganz gewiss tun!«, versicherte Nick Carter – und er meinte auch, was er sagte.

»Fahren wir an Ihrem Hotel vorüber«, schlug Horton vor. »Sie kleiden sich rasch um, und wir suchen dann Bristol im Waldorf Astoria auf. Ich bekam von ihm eine Depesche – wohl in Erwiderung auf mein gestriges Inserat, dass er mich sofort sprechen muss.«

»Well«, entschied Nick, »dann halten wir uns am besten gar nicht auf, sondern fahren direkt zum Waldorf Astoria. Mit Ihrer Erlaubnis werde ich mich hier ein wenig umkleiden – unbesorgt«, setzte er auf einen erstaunten Blick des anderen hinzu, »ich habe noch ein Paar anständige Beinkleider unter diesen Fetzen an. Sie haben da einen weiten Pelerinenmantel, der mir so ziemlich passen dürfte«, fuhr Nick fort. »Mit Ihrer Erlaubnis werde ich zur Not neben Ihnen das Hotel Waldorf Astoria betreten können … In welcher Verfassung mich dieser Mr. Bristol sieht, das ist mir vollständig gleichgültig.«

Der andere lachte nervös. »Ganz wie Sie wollen, ich finde ohnehin keine ruhige Stunde mehr, ehe die Geschichte erledigt ist … Zum Waldorf Astoria also!« Er beugte sich aus dem Wagenfenster und erteilte dem Kutscher die entsprechende Weisung.

Als wenige Minuten später der Wagen vor dem Hotelportal an der 34th Stree hielt, da kam keinem der in der Lobby sich aufhaltenden dienstbaren Geister der Gedanke, dass sich unter dem eleganten langen Kragenmantel des schwarzbärtigen Gentleman schmutzige Lumpen verbargen. Aus begreiflichen Gründen hielt sich Nick Carter bescheiden im Hintergrund und ließ Horton das Wort führen. Dieser schickte seine Karte zu dem Zimmer des Chicagoer Anwalts, und der gleich darauf zurückkehrende Hotelpage berichtete, dass Mr. Bristol die Herren zu empfangen wünsche.

Als beide in den Fahrstuhl traten, um sich nach der oberen Etage zu begeben, drängte sich hurtig noch ein schlanker Hoteldiener mit hinein; er hielt sich bescheiden im Hintergrund und wurde auch von dem in seine Gedanken vertieften Detektiv tatsächlich nicht beachtet – was eigentlich nur zu schade war, da sonst Nick Carter eine kleine Überraschung erlebt haben dürfte. Oben im Korridor war ein Portier eifrig dabei, den Parkettboden zu wachsen. Er duckte sich noch tiefer über seine Arbeit, als er die beiden Männer herankommen sah, sonst würde Nick Carter auch in ihm einen alten, lieben Bekannten wahrgenommen haben.

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