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Der Detektiv – Die leuchtende Fratze – Teil 7

Walter Kabel
Der Detektiv
Kriminalerzählungen, Verlag moderner Lektüre GmbH, Berlin, 1920
Die leuchtende Fratze
Teil 3

Shesneys Stimme erklang ganz aus der Nähe.

»Harst … Harst!«

Der hatte schon die Tür geöffnet.

»Hierher, Inspektor!« Shesney und fünf Polizeibeamte stürmten auf uns zu.

»Gott sei Dank, Sie leben!«, rief Shesney und drückte uns die Hände. »Das war ein böser Schreck für mich, als der Enkel des Gärtners zur Polizeidirektion kam. Ich vernahm gerade den Gefangenen. Der junge Bursche war auf ungesatteltem Pony in die Stadt gejagt. Er hatte nach unserem Abzug das Dschemala noch umschlichen und dabei oben im Zimmer ein Lichtschein bemerkt, war wieder auf eine Zypresse geklettert und …«

Harst winkte ab. »Kann mir denken, was er erzählt hat.« Das hatte so einen Unterton, als bezweifle er die Wahrheit dieser Angaben. Er fügte jedoch sofort hinzu: »Nun, und Ihr Gefangener?«

Shesneys Leute waren mit hellbrennenden Laternen versehen. Ich bemerkte, wie der Inspektor triumphierend lächelte.

»Der Gefangene, bester Harst«, erwiderte er nun mit Nachdruck, »dieser Gefangene hat bereits zugegeben, dass er James Palperlon ist.«

»Na, dann freuen Sie sich – vorläufig!«, meinte Harst. »Ich nämlich glaube nicht daran. Könnte ich den Mann sehen und sprechen?«

Shesneys Gesicht war sehr lang geworden. Er kannte Harst zur Genüge. Aus Neid machte der solche Bemerkungen nicht.

Harst schritt schon der Treppe zu. Schweigend verließen wir das Dschemala. Das Auto brachte uns in Kurzem zum Dienstgebäude der Polizei, wo wir in Shesneys Amtszimmer auf das Erscheinen des angeblichen Palperlon warteten. Sehr bald führte ein Aufseher des Polizeigefängnisses diesen vor.

Der Mann war gut gekleidet, mittelgroß, bartlos, trug das dünne blonde Haar gescheitelt und hatte kleine, graue, sehr unruhige Augen.

Im Zimmer brannte die dreiarmige, elektrische Krone. Es war so hell wie im strahlenden Sonnenschein. Harst hatte stumm auf einen Stuhl an der Wand gedeutet. Der Mann saß nun dort mit übereinandergeschlagenen Beinen und suchte eine Sicherheit in seiner Haltung vorzutäuschen, die reichlich gemacht erschien.

Harst hatte sich an Shesneys Schreibtisch gelehnt. »Ich bin Harald Harst«, sagte er jetzt einfach. »Sie kennen mich, nicht wahr?«

»Natürlich kenne ich Sie. Leider!«, meinte der blonde Mensch mit einem frechen Grinsen.

»Ich werde mich mit Ihnen nicht lange aufhalten. Sie sind nicht Palperlon«, erklärte Harst beinahe vertraulich. »Es wäre besser, Sie würden das zugeben. Sie sind von gewissen Leuten bestochen worden, hier James Palperlon zu spielen. Widersprechen Sie nicht! Lassen Sie auch dieses überlegen sein sollende Lächeln. Sie werden sofort sehr klein werden. Ich nehme an, Sie wissen, dass Palperlon die Kleinodien des fürstlichen Schatzes in zwei neuen Rohrplattenkoffern wegschaffen wollte. Diese Koffer hatten blanke Messingbeschläge. Auf diesen Beschlägen fand ich unter den Fingerspuren, die von schweißfeuchten Händen dort zurückgelassen waren, hauptsächlich zwei Arten von Fingerabdrücken vor. Die eine gehörte zu Händen mit sehr dünnen, spitzen Fingern. Solche besaß Doktor Doogston alias Warbatty. Die zweite Gruppe musste von Händen mit sehr kurzen, stumpfen Fingern stammen. Verschiedene Anzeichen besagten, dass diese zweite Art nur von den Händen Palperlons herrühren konnte. Sie aber haben die reinen Spinnenfinger! Außerdem muss Palperlon den Fingerspuren nach an dem rechten Mittelfinger eine tiefe Narbe quer über der Fingerkuppe haben. Zeigen Sie mir Ihre rechte Innenhand!«

Der Mann rutschte jetzt unruhig auf dem Stuhl hin und her. Er war auch sehr rot geworden.

»Bitte, weshalb zögern Sie?«, fragte Harst gemütlich. »Ich brauche auch gar nicht Ihre Hand zu sehen. Sie können Palperlon nicht sein, denn ein Verbrechergenie wie er, hätte niemals in einem Turmgemach, das er als geheimen Schlupfwinkel benutzt, bei unverhüllten Fenstern Licht brennen lassen. So dumm stellt ein Palperlon sich nicht an! Nein, alles, was Sie im Dschemala trieben, deutete für mich von Vornherein darauf hin, dass ich nur durch Ihre Person dorthin gelockt werden sollte. Das famose Femgericht wollte mich zwingen, Palperlons Verfolgung für immer aufzugeben. Palperlon selbst hätte mich wohl lieber sofort stumm gemacht. Aber die Beisitzer des Gerichts waren offenbar Leute, die einen Mord scheuten. Auch die Schüsse auf die Buddhafigur hat sämtlich nur einer der vier Männer abgegeben, die mich schon in ihrer Gewalt zu haben glaubten. Und dieser eine war James Palperlon. Wer Sie sind, bringe ich morgen bestimmt heraus. Wahrscheinlich sind Sie in Bombay ansässig, jedenfalls aber hier in einem der Nachbarorte.«

Harst holte nun die Krawattennadel hervor. »Kennen Sie vielleicht diese Nadel, diesen Achatpferdekopf?«, fragte er.

Der blonde Mensch zuckte leicht zusammen.

»Ich will Sie nicht zu seinem Verrat an Ihren Verbündeten verführen«, meinte Harst. »Ich bekomme doch heraus, was ich wissen will. Nur dürfte es für Sie wenig angenehm sein, als Komplize eines vielfachen Mörders entlarvt zu werden. Denn das ist James Palperlon.«

Der Mann stierte zu Boden. Dann stieß er leise hervor: »Ich … ich wusste nicht, dass es sich um … diesen Palperlon  .« Er stockte, verbesserte sich. »… dass Sie mich für einen Mörder halten.«

Harst trat dicht vor ihn hin. »Mensch. Sie sind ein Narr, dass Sie mir gegenüber sich so ungeschickt drehen und winden! Aufseher, bringen Sie den Gefangenen in die Zelle zurück.«

Der Blonde wurde abgeführt. Aber an der Tür wandte er sich nochmals um, sagte leise: »Herr Harst, ich möchte …«

Harst schnitt ihm kalt das Wort ab: »Die volle Wahrheit würden Sie ja doch nicht eingestehen. Ich merke: Die Lumperei, die mit der leuchtenden Fratze im Ruinenkeller von Makresch zusammenhängt, ist weit schlimmer, als ich anfänglich annahm.«

Wir drei waren wieder allein.

Shesney ging ärgerlich auf und ab. »Solch ein Reinfall«, meinte er. »Natürlich ist es nicht Palperlon! Wer aber ist es? Und was hat nun die Geschichte mit der leuchtenden Fratze zu bedeuten? Geben Sie mir darüber doch Aufschluss. Ich möchte so gern von Ihnen lernen.«

Harst zuckte die Achseln. »Ja, wenn ich nur selbst schon wüsste, um was es sich da handelt. Ich vermute vorläufig einen Rennschwindel. Ich kann mich aber auch irren.« Er gähnte herzhaft. »Schlafen wir noch ein paar Stunden, Shesney. Mittags will ich zu Timoleit hinaus; abends wünscht der Gaekwar uns zu sprechen und mit dem Nachtzug möchte ich nach Bombay. Das ist zu viel des Guten, wenn man nicht ausgeruht ist.«

Wir schliefen bis zehn Uhr vormittags, frühstückten und fuhren als besser gekleidete Hindu (die Tropensonne hatte uns mittlerweile schon so gebräunt, dass wenig Nachhilfe für die Hautfarbe nötig war) im Polizeiauto bis dicht an das Gestüt heran, stiegen in einem Wäldchen unbemerkt aus und schlichen durch den Garten des Verwaltungsgebäudes auf die Ruine des Tempels zu.

Der Eingang zu dem Kühlkeller lag nach Norden, zur hinteren Gartenseite hin. Er sah nicht anders aus als jeder gemauerte Kellereingang. Die schwere Holztür war nur angelehnt. Weit und breit war keine lebende Seele zu erblicken. Um diese Stunde und bei solcher Hitze wagt sich nicht einmal der Inder ins Freie.

Harst hatte in seiner Taschenlampe eine neue Batterie. Wir stiegen die fünfzehn Steinstufen hinab. Der Lichtkegel traf dann Timoleits massige Figur.

»Grüß Gott, Ihr Herren!«, meinte er hocherfreut. »Sie sehen, ich habe hier wie verabredet gewacht. Aber die verdammte Fratze ist doch wieder erschienen. Dort leuchtet sie an der Wand.«

Der Keller war etwa neun Meter lang und fünf Meter breit. An der Wand gegenüber des Eingangs hob sich, als Harst nun die Lampe ausschaltete, tatsächlich eine grobe Zeichnung eines menschlichen Kopfes im Profil verschwommen ab. Sie sah so aus, als habe eine ungeübte Kinderhand sie mit dicken Strichen hingemalt.

Harst bat uns, stehen zu bleiben. Er durchsuchte nun den Keller nach seiner so gründlichen Methode, was etwa eine Viertelstunde beanspruchte. Besondere Aufmerksamkeit widmete er der Rückwand und der leuchtenden Fratze. Dann verließ er allein den Keller. »Ich will mir mal die Tempelruine genauer ansehen«, meinte er. »Sie ist recht ausgedehnt, während der Keller hier doch nur etwa 45 Quadratmeter Fläche hat.«

Nach fünf Minuten war er wieder bei uns.

»Ich möchte Sie einiges fragen, Landsmann«, sagte er nun. »Zunächst: Wann haben Sie heute hier die Wache angetreten?«

»Um zwölf Uhr.«

»Leuchtete da das Bild bereits an der Wand?«

»Nein. Es erschien erst nach einer halben Stunde.«

»Hatten Sie den Keller inzwischen verlassen?«

»Das wohl. Für wenige Minuten nur. Meine Tochter kam mich holen. Sie blieb dann aber so lange hier, bis ich meiner Frau die widerspenstige Fruchtsaftschale entkorkt hatte.«

»Haben Sie auch niemandem von diesem, unserem Besuch etwas erzählt?«, meinte er dann.

Timoleit wurde ein wenig verlegen. »Nur meinem Schwager, der seit vier Tagen aus Bombay hier bei uns zu Gast ist. Doch Robin ist durchaus verschwiegen.«

»Hm. Vielleicht holen Sie ihn einmal her.«

»Er schläft noch. Er ist erst morgens von der Jagd zurückgekehrt.«

»So so. War er denn allein auf die Jagd gegangen?«

»Nein. Sein Freund Alvatang hatte ihn begleitet. Jules Alvatang ist ebenfalls unser Gast. Aber, lieber Herr Harst, Sie … Sie fragen so merkwürdig. Weshalb zum Beispiel wollen Sie auch meinen Schwager sprechen?«

Harst antwortete nicht. Er schien mit seinen Gedanken weit weg zu sein. Dann legte er dem Riesen Timoleit plötzlich die Hand auf den Arm.

»Landsmann«, sagte er leise, »von der nächsten Frage hängt viel ab.« Er ließ den Lichtschein der kleinen Lampe voll auf Timoleits Gesicht fallen. »Wurden Sie während der anderen Wachen hier ebenfalls von Ihrer Tochter abgerufen?«

Der Hüne fuhr leicht zusammen. Seine Züge verrieten wachsende Bestürzung. — »Was … was soll … diese …«

»Ja oder nein?«, meinte Harst kurz, ihn rücksichtslos unterbrechend.

Timoleits Gesicht hatte sich nun verfinstert. In seinen Augen glomm der Argwohn auf. »Herr im Himmel«, sagte er leise, »sollte wirklich Irmgard uns aus Übermut diesen schlechten Streich gespielt haben? Ich begreife nur nicht, was sie damit bezweckt hat!« Dann besann er sich, dass er Harst noch immer ohne Antwort gelassen hatte. »Ja, ja, es stimmt schon, Landsmann. Die Irmgard war regelmäßig hier, wenn ich aufpasste, um den Menschen abzufassen, der uns in dieser Weise zum Narren hielt. Und stets hatte meine Frau irgendeinen dringenden Wunsch, wenn das Mädel mich holte. Meinen Sie wirklich, die Irmgard könnte …«

Harst beugte sich vor, flüsterte hastig, ohne Timoleit aussprechen zu lassen: »Ihr Schwiegervater ist doch Rennstallbesitzer? Da ist wohl auch Ihr Schwager begeisterter Sportsmann, nicht wahr? Er liebt es wohl, auch dies durch seine Krawattennadel zu bekunden?«

Timoleit nickte. »Ganz recht. Er trägt stets eine Schlipsnadel in Gestalt eines Pferdekopfes.«

»Aus Achat geschnitzt?«

»Ja. Aber woher …«

»Lassen Sie nur, bester Herr Timoleit. Nun brauchen Sie mir nur noch zu sagen, ob Sie diesen goldenen Zahnstocher in Form eines Schwertes vielleicht kennen?« Er nahm den zierlich gearbeiteten Gegenstand aus der Tasche und hielt ihn dem Gestütsdirektor vor die Augen.

Timoleit prallte zurück. »Ah … das ist ja …«

»… Jules Alvatangs Zahnstocher«, vollendete Harst.

»Nein, nein, der gehört … gehört diesem verdammten Burschen, der meiner Irmgard den Kopf verdreht hat. Na, mir kommt der feine Herr nicht mehr ins Haus! Ich weiß, was ich von ihm zu halten habe. Mich macht keiner dumm. Ich bin hier halber Engländer und recht helle geworden …«

»Wie heißt denn der Herr und was ist er?«, unterbrach Harst den erregten Redefluss.

»Natürlich Tompson, Edward Tompson! So nennen sich alle Schwindler. Tompsons gibt es ja wie Sand am Meer! Was er ist? Angeblich Reisender einer Londoner Maschinenfabrik. Ich glaube ihm das niemals! Der Mensch hat von Maschinen genau so viel Ahnung wie ich … von Ihrem Beruf, Herr Harst, Ihrem Beruf aus Liebhaberei! Vor drei Monaten etwa lernte Irmgard ihn in Bombay kennen.

Und bereits eine Woche drauf brachte sie mir den Menschen angeschleppt. Aber ich merkte bald, was er wollte. Fünf Tage blieb er hier in Akresch als Gast. Und in diesen fünf Tagen hat er meine Frau gleichfalls rein behext. Er fabelte immer von einer Fabrik, die er in Bombay gründen wollte, wozu ihm nur noch eine halbe Million fehlte. Zwanzig bis dreißig Prozent Reingewinn wollte er erzielen. Und meine Frau war wütend, als ich dem Bruder Luftikus nicht nur Irmgards Hand, sondern auch jede Beteiligung an seinen Luftschlössern rundweg verweigerte. Seitdem habe ich von Tompson nichts mehr gehört. Aber ich fürchte, er steckt mit meinen Weibern heimlich noch immer unter einer Decke. Ich fürchte! Kriege ich das mal heraus, dann schlägt es dreizehn! Sie werden jetzt begreifen, Herr Harst, dass ich unbedingt wissen muss, woher Sie den goldenen Zahnstocher haben. Sollte dieser Tompson hier in der Nähe etwa wieder aufgetaucht sein?«

»Danke, Landsmann, das genügt. Noch eins: Wie geht das Geschäft Ihres Schwiegervaters Lagrange? Wirft der Rennstall etwas ab?«

»Oh, mein Schwiegervater ist ein gebrechlicher Greis und nur noch dem Namen nach Eigentümer der Firma und des Rennstalls. Robin allein gibt sich die redlichste Mühe, auch den Rest des Vermögens noch durch verfehlte Spekulationen zu verschleudern. Er ist ein netter Kerl, alles in allem, nur bodenlos leichtsinnig und unpraktisch. Ich kümmere mich um all das grundsätzlich nicht, sonst könnte ich dauernd nur Geld geben. Bei mir hat Robin aber kein Glück mit Anleihen. Das weiß er. Er versucht es gar nicht mehr.«

»Nur angenehm für Sie! So, nun sind Sie freundlichst entlassen, Landsmann. Wir schleichen nach Ihnen davon. Über das leuchtende Gesicht kann ich Ihnen jetzt nur eins schon sagen: Dahinter steckt etwas sehr Ernstes! Auf Wiedersehen, lieber Timoleit. Morgen finde ich mich wieder ein.«

Timoleit schritt sehr zögernd der Kellertreppe zu. Dann machte er kehrt und sagte leise: »Hm, ich möchte Ihnen nicht verschweigen, dass sich heute früh hier etwas ereignet hat, das man vielleicht mit dem Ausdruck ungewöhnlich bezeichnen kann, lieber Herr Harst. Um halb sieben morgens fand ich den Stallburschen Jimmy Busleyton, der gerade den Favoriten Stern von Siam zu reiten hat, betrunken noch im Bett. Da er in letzter Zeit sehr nachlässig geworden war – ich glaube, ich erwähnte Ihnen gegenüber dies schon – verlor ich die Geduld und kündige ihm auf der Stelle. Er packte denn auch sofort seine Sachen und verließ eine halbe Stunde später das Gestüt, nachdem ich ihm noch als Letztes in meinem Büro den Rest seines Gehalts ausgezahlt hatte. Als dies geschehen, hatte ich wieder draußen eine Stunde zu tun. Gegen acht Uhr betrat ich das Büro wieder. Und da fand ich auf meinem Schreibtisch einen Zettel offen liegend, der mit Tinte und offenbar mit verstellter Handschrift geschrieben war und die Worte enthielt Du wirst mich kennen lernen! Ich nahm sofort an, diese Drohung komme von Jimmy. Merkwürdig hierbei ist nun, dass das Büro, dessen äußere Tür aus Eisen ist, ein Kunstschloss besitzt und dessen Fenster stark vergittert sind, weil das Zimmer doch auch den Kassenschrank enthält, verschlossen war. Der Zettel aber hatte vorher bestimmt nicht auf dem Schreibtisch gelegen. Ich wollte Ihnen dies zunächst nicht mitteilen. Angst kenne ich nicht. Die Drohung belächle ich. Aber das jemand in das Büro hineingelangen kann, ohne …«

»Ganz recht, ganz recht«, meinte Harst eifrig. »Sie tragen doch wohl Ihren Schlüsselbund bei sich. Kann ich den einmal sehen?«

Timoleit reichte den Ring mit einigen fünfzehn Schlüsseln Harst, der sich noch den der Bürotür und den zu dem Geldschrank zeigen ließ, dann bis zum Kellereingang ging, wo ein schwacher Tageslichtschimmer wahrzunehmen war, und dort mit dem Rücken nach uns hin die Schlüssel besichtigte. Als er sie Timoleit zurückgab, sagte er: »Ich werde nun doch besser noch heute Abend mich hier einfinden. Ich rate Ihnen dringend, heute bis zu unserem Eintreffen das Büro nicht oder doch nur stets dann zu verlassen, wenn einer Ihrer Schreiber dort weilt. Schützen Sie Abrechnungen vor und spielen Sie den dringend Beschäftigten. Ihrem Schwager Robin erzählen Sie streng vertraulich, wir seien zwar hier gewesen, wollten aber erst die Spur des steckbrieflich gesuchten Palperlon in Bombay weiter verfolgen, ehe wir uns hier mit Ihrer Angelegenheit gründlich beschäftigen. So, nun gehen Sie, Landsmann. Und befolgen Sie genau, was ich Ihnen soeben vorschlug – sehr genau!«

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