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Sorrowville 1 – Der Knochenfürst

Malcolm Darker
Sorrowville 1 – Der Knochenfürst

Horror, Taschenbuch, in Farbe und Bunt Verlag, Osdorf, Oktober 2020, 120 Seiten, 7,80 Euro, ISBN: 9783959362528. Auch als E-Book und Hörbuch erhältlich.

Amerika, in den Goldenen Zwanzigern: Es ist die Zeit der Prohibition, der Korruption und des organisierten Verbrechens. Auch die Hafenstadt Sorrowville ist davon nicht ausgenommen. Als es auf dem Green Wood Cemetery, etwas außerhalb gelegen, zum brutalen Mord an dem Friedhofswärter Bernhard White kommt, weiß die Polizei zunächst nicht, was sie von der bis zur Unkenntlichkeit zerfleischten Leiche des Mannes und seinem ebenso zugerichteten Wachhund halten soll.

Der Fall scheint wie geschaffen für den Privatschnüffler Zacharias Zorn, der so seine Erfahrung mit außergewöhnlichen und übersinnlichen Vorkommnissen hat. Zusammen mit der Reporterin Elizabeth Robers von der Sorrowville Gazette schaut er sich am Tatort um und ahnt, dass hier des Nachts die Totengerippe aus ihren Gräbern steigen und sich ihre Opfer suchen. Doch wer steckt hinter der Erweckung der mordlüsternen Leichen?

Mit Der Knochenfürst startet der inzwischen von Björn Sülter (u.a. Sachbuchautor von Es lebe Star Trek) geführte Verlag in Farbe und Bunt eine eigene Pulp-Horror-Serie, deren erste Staffel fünf Novellen umfassen wird. Hinter dem Pseudonym Malcolm Darker verbirgt sich Autor und Journalist Henning Mützlitz (u.a. GEEK!-Magazin), der in das Szenario einführen und den ersten Fall des Ermittlers Zorn und der Reporterin Roberst schildern darf. Dabei kann er erzählerisch voll in die Klischee-Kiste greifen: Unheimliche Friedhöfe, ein saufender Schnüffler, eine lebensfrohe Zeitungstante, korrupte Familienclans und Okkultismus werden hier zu einem Mix angerührt, der eine Mischung aus Film noir und 1970er-Jahre-Heftroman ergibt.

Auf den knapp 120 Seiten bleibt zwar nicht allzu viel Platz, um den beiden Hauptfiguren mehr als nur oberflächliche Konturen zu verpassen – macht aber nichts, denn Mützlitz konzentriert sich auf Untoten-Action, ein bisschen Nekrophilie und Hinweise auf okkultistische Machenschaften, die hinter den Knochenfürsten stehen und die Grundlage für weitere Abenteuer legen. Neben dem launigen Schreibstil überrascht die in sich abgeschlossene Novelle mit recht harten Gewaltspitzen und Ekelszenen, die über das, was man gemeinhin unter Grusel versteht, doch noch etwas hinausgehen.

Fazit:
Mit Der Knochenfürst startet die Novellenreihe Sorrowville gleich in die Vollen. Auch wenn aus dem Szenario und seinen Figuren sicher noch mehr herauszuholen ist, gelingt es Malcolm Darker alias Henning Mützlitz, schöne Grundlagen der 1920er-Pulp-Welt zu etablieren und spannende Actionszenen zu schildern. Zudem kann sich die Aufmachung als schickes Taschenbuch mit ansprechendem Cover und kleinen Innenillustrationen absolut sehen lassen. Fans von Horror-Heftromanreihen aus den 1970er- und 1980er-Jahren kommen hier voll auf ihre Kosten, und die Handlungszeit der 1920er-Jahre liegt mit TV-Serien wie Babylon Berlin ja gerade ebenfalls voll im Trend.

(sv)

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