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Sabine Kornbichler – Die Todesbotschaft

Sabine Kornbichler – Die Todesbotschaft

Finja Benthien ist die Tochter eines erfolgreichen Vaters namens Alexander Benthien, der zusammen mit drei Freunden aus Studientagen eine Wirtschaftsdetektei gegründet hat, die ausgezeichnet läuft und viel Geld einbringt. Die vier Freunde schweißte eine gemeinsame Leidenschaft zusammen. Sie ruderten nämlich alle zusammen in einem Vierer und hatten auch mit ihrem Boot gute Erfolge.

Finja selbst hat sich in Berlin niedergelassen und dort von ihrem Vater eine kleine Wohnung geschenkt bekommen. Ihre Eltern leben am Tegernsee und besitzen dort ein Anwesen direkt am See. Während ihre Schwester Amelie Jura studiert, den Sohn eines Teilhabers ihres Vaters geheiratet hat und ein Kind von ihm erwartet, ist Finja ledig. Außerdem möchte Amelie in der Detektei einen Job übernehmen, während ihre Schwester sich in Berlin als Künstlerin einen Namen gemacht hat und Wände in Häusern und Wohnungen mit ihren Motiven gestaltet.

Finja ist die ältere Schwester und traurig, weil ihre Mutter ihre Liebe vor allem der jüngeren Amelie angedeihen lässt und sie weniger beachtet, ja sogar hart mit ihr umgeht. Sie kann sich dieses Phänomen nicht erklären, doch im Verlauf des Buches wird klar, welche Gründe es dafür gibt.

Während Finja in Berlin schöne Tage mit ihrer Freundin Eva-Maria verbringt, den Auftrag eines hartnäckigen Verehrers namens Richert Stahmer annimmt, seine Wohnzimmerwand zu bemalen, und mit ihm flirtet, bekommt sie Nachricht vom Tegernsee. Cornelia, die Frau von ihres Vaters Teilhaber und dem Schwiegervater Ihrer Schwester sowie deren Sohn Hubert sind bei einem Autounfall ums Leben gekommen, weswegen man sie zur Beerdigung am Tegernsee erwartet. Finja stellt sich die Frage, ob es ein Unfall oder Mord war.

Sie ist sehr aufgeregt und traurig zugleich, denn sie hat beide sehr gemocht. Was Sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß, ist, dass in kurzer Zeit noch weitere Personen aus dem Umfeld der nach den Anfangsbuchstaben der Nachnamen der Teilhaber benannten Detektei BGS&R ums Leben kommen werden. Und all diese Tode werden den Partnern in mysteriösen Todesanzeigen angekündigt, die jeweils vor dem anstehenden Todesfall unter die Scheibenwischer ihrer Autos gesteckt werden.

Während nun eine äußerst verwickelte und schockierende Geschichte um die Wirtschaftsdetektei ihren Lauf nimmt, wird in einer parallelen Erzählung das Leben einer jungen Frau namens Gesa beschrieben, die zuerst in einer psychiatrischen Klinik und dann in Berlin spielt. Die junge Frau wird vom Vater ihres Kindes beschuldigt, dass sie ihr Kind und dann sich selbst habe umbringen wollen, was er aber verhindert habe.

Die Autorin legt mit Die Todesbotschaft einen Kriminalroman der Extraklasse vor. In einer verwickelten und tiefgehenden Kriminalgeschichte um das Thema Wirtschaftskriminalität, Informationsbeschaffung und Macht über Wirtschaftsgrößen findet sich die Hauptperson Finja Benthien wie in einem Albtraum wieder.

Während ihr Leben zuvor noch heiter, leicht und voller Liebe war, lernt sie nun die Welt des Bösen kennen, in der Macht über Menschen, Geld um jeden Preis und Mord dominieren. Ihre Auseinandersetzung damit beinhaltet jeden Dammbruch, den ein Mensch in dieser Welt erleben kann und den man keinem Menschen wünschen möchte.

Die Morde an lieben Menschen, die in dieser Story reihenweise verübt werden, der Verlust jedes Vertrauens in die Menschen, die man geliebt hat und der Fall von einer positiven, schönen Welt in eine Hölle, das ist das, was Finja hier erlebt, und es bleibt am Ende die Frage, ob die Protagonistin jemals wieder unbeschwert und fröhlich wird leben können, wie es ihr vor den geschilderten Geschehnissen gelang.

Die Motive der Verbrecher, die in diesen Zeilen ihre Unwesen treiben, der Kampf um wirtschaftliche Vorteile bis aufs Blut und der Wettstreit ohne Tabus um die Macht über Menschen lassen den Leser nach dem Sinn eines solchen Lebens fragen, nach den Vorteilen von Macht und Geld, wenn diese in letzter Konsequenz auf Kosten jeglicher Menschlichkeit gehen, also auf Kosten dessen, was den Menschen eigentlich ausmacht.

Insofern hat Sabine Kornbichler in ihrem Roman nicht nur die Abgründe des Wirtschaftslebens beschrieben, sondern auch zutiefst philosophischen Fragen bezüglich des Menschen und der Menschlichkeit berührt.

Fazit:

Die Verfasserin beschreibt in ihrem Roman, den ich als einen der besten Kriminalromane bezeichnen möchte, die mir bisher unterkamen, einen verwickelten, nahezu brutalen Fall um Wirtschaft, Macht und Geld, bei dem das Menschliche auf der Strecke zu bleiben scheint.

Am Ende aber gibt es dann doch eine Strafe für die Täter, die Monstern gleich agiert haben, und die Protagonistin bewahrt sich dennoch Liebe und Mitmenschlichkeit.

Diesen Krimi kann ich jedem Leser empfehlen, den der Kontrast von unmenschlichem Verbrechen und Mitmenschlichkeit interessiert. Ich muss eigentlich gar nicht erwähnen, dass der vorliegende Roman von Anfang bis Ende hochspannend ist.

Die Autorin:

Sabine Kornbichler wurde 1957 in Wiesbaden geboren. Nach der Schule in Cuxhaven absolvierte sie ein Studium der Volkswirtschaftslehre an der Uni Hamburg. 1982 erwarb sie das Diplom. Anschließend – von 1983 bis 1991 – arbeitete sie für zwei Frankfurter PR-Agenturen, bis sie als Assistentin der Geschäftsleitung für die MCM Dr. Manne Consulting Management im Taunus tätig war.

1997 begann sie mit dem kreativen Schreiben und wurde 1998 mit ihrem ersten Roman bei Knaur unter Vertrag genommen. Nach mehreren Veröffentlichungen im Unterhaltungsbereich und von Kurzgeschichten erschien 2006 ihr erster Kriminalroman. 2013 erschien ihr sechster Krimi beim Piper Verlag, der 2014 in der Kategorie Bester Kriminalroman für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert wurde. Die Autorin veröffentlichte bisher mehr als zehn Romane, darunter eine Reihe Krimis, und viele Kurzgeschichten.

Sie lebt und arbeitet als Schriftstellerin in der Nähe von München.

Quellen:

Bilder:

  • Cover des Romans. Mit freundlicher Genehmigung des Piper Verlags.
  • Foto der Autorin. Copyright: Frieder Kornbichler. Ebenfalls mit freundlicher Genehmigung des Piper Verlags.

(ww)

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