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Elbsagen 41

Elbsagen
Die schönsten Sagen von der Elbe und den anliegenden Landschaften und Städten
Für die Jugend ausgewählt von Prof. Dr. Oskar Ebermann
Verlag Hegel & Schade, Leipzig

41. Die Sagen vom Bischof Benno von Meißen

Als der Bischof Benno von Meißen im Jahre 1076 zum Konzil nach Rom zog, um sich zu Gregor VII. zu begeben, für den er gegen Kaiser Heinrich IV. Partei genommen hatte, übergab er zwei Chorherren die Kirchenschlüssel und befahl ihnen, wenn der Kaiser in den Bann getan werden sollte, die Kirche abzusperren und die Schlüssel in die Elbe zu werfen. Dies geschah auch. Als nun aber Benno von der heiligen Stadt zurückkam, kehrte er wie ein gewöhnlicher Pilgrim, um unerkannt zu bleiben, in einer öffentlichen Herberge ein. Dort ließ ihn der Wirt einen Fisch zum Essen vorrichten. Als er aber dessen Leib aufschnitt, fanden sich darin die Kirchenschlüssel. Alsbald strömten die Leute in die Kirche, um das Wunder zu sehen und ihren Kirchenhirten zu empfangen. Die Hauptaufgabe des heiligen Mannes war aber, die heidnischen Slawen und Wenden zum christlichen Glauben zu bekehren. Dazu hatte ihm der Papst besondere Vollmacht erteilt. Er forderte also alle, die da kommen wollten, zu sich in die Stadt Meißen. Als bald ein solcher Zulauf entstand, dass in der Stadt nicht mehr genug Raum und Herberge für sie war, versammelte er das Volk in einem schönen sonnigen Grund, ungefähr tausend Schritte vor der Stadt. Als er nun eines Tages dort predigte und die Sonne sehr heiß schien, sodass die Leute vor Durst fast erstickten, da ließ Gott auf sein Bitten einen Quell aus der Erde entspringen, durch dessen kühles Wasser alle gestärkt und erquickt wurden. Davon heißt der Grund noch heute Heiliger Grund und die Quelle St. Bennos Brunnen.

Eines Abends wollte der heilige Benno spät vom Heiligen Grund aus nach Meißen zurückkehren. Da fürchtete er, man möge, wenn er weit umginge, die Tore schließen. Er machte also das Kreuz vor sich und ging trockenen Fußes über die Elbe.

Ein Müller, der hinter ihm herfuhr, sah das und sagte bei sich: »In dem Namen dessen, durch den Bischof Benno hinübergekommen ist, will ich auch hinüber.«

So folgte er ihm mit Pferden und Wagen. Als er aber hinüber war, da hat ihn der heilige Mann mit ernsten Worten angeredet und ihm verboten, dies niemals wieder zu tun, solange er lebe. Der zerbrochene Weinpfahl, dessen er sich bei jenem wunderbaren Übergang über den Strom als Stab bedient haben soll, wurde lange Zeit in der Domkirche zu Meißen als einzige Reliquie des Heiligen gezeigt.

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