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Abenteuer des Captains Bonneville 24

Washington Irving
Abenteuer des Captains Bonneville
oder: Szenen jenseits der Felsengebirge des fernen Westens
Verlag von J. D. Sauerländer. Frankfurt am Main, 1837

Dreiundzwanzigstes Kapitel

Abreise aus dem Green River Valley. Popo Agie. Sein Lauf. Der Strom, in welchen er fällt. Ansicht der Bluffs. Die große Teerquelle. Vulkanische Striche im Land der Crow. Brennendes Gebirge am Powder River. Schwefelquellen. Verborgene Feuer. Colter’s Hell. Der Wind River. Campbells Partie. Fitzpatrick und seine Biberfänger. Captain Stewart. Ein Lustreisender. Captain Wyeth, Anekdoten von seiner Expedition nach dem fernen Westen. Unfälle von Campbells Partie. Eine Vereinigung von Fängerbanden. Der böse Pass. Die reißenden Ströme. Abreise von Fitzpatrick. Einschiffung von Pelzwaren. Captain Wyeth und sein Bull boat. Abenteuer des Captains Bonneville in den Bighorn Mountains. Abenteuer in der Ebene. Spuren von Indianern. Vorsicht auf der Reise. Gefahren, Rauch zu machen. Der Sammelplatz.

Am 25. Juli brach Captain Bonneville seine Zelte ab und machte sich zu den Bighorn Mountains, mit einer Partie von sechsundfünfzig Mann, mit Einschluss jener, die sich mit Cerré einschiffen sollten, auf den Weg. Über das Green River Valley setzend, zog er längs der südlichen Spitze der Wind River Range hin und kam bald auf die Spur von Mr. Robert Campbells Partie, der ihm einen Tag vorausgegangen war. Er verfolgte dieselbe, bis er wahrnahm, dass sie die Ufer des Sweetwater River hinab, nach Südosten führe.

Da diese Richtung von jener verschieden war, die er sich vorgesetzt hatte, so verließ er sie. Indem er sich nach Nordosten wandte, kam er bald an die Gewässer des Popo Agie. Dieser Strom entspringt im Wind River Range. Sein Name ist gleich den meisten indianischen Namen bezeichnend: Popo heißt in der Crow-Sprache Kopf oder Ursprung und Agie Fluss.

Es heißt demnach der Ursprung eines langen Flusses, der vom südlichen Ende der Wind River Range seine Richtung nach Nordosten nimmt, bis er in den Yellowstone River mündet. Sein Lauf geht gewöhnlich durch Ebenen, wird aber zweimal durch Gebirgsketten unterbrochen, von denen die erste Little Bighorn, die zweite Bighorn genannt wird. Nachdem er sich durch die erste Kette Bahn gemacht hat, wird er der Little Bighorn River genannt; nach der zweiten Kette, der Bighorn River. Sein Lauf durch letztere Gebirgskette ist rasch und ungestüm. Er bildet verschiedene Wasserfälle und stürzt sich in wütend reißenden und langen Strömungen, die dem Schiffer Verderben drohen, talabwärts, obwohl ein kühner Biberfänger dieselbe in einem Kahn hinabgefahren sein soll. Am Ende dieser Strömungen wird der Fluss schiffbar. Hier war es die Absicht der Partien, Boote zu bauen und sich einzuschiffen.

Den Popo Agie hinabmarschierend, bekam Captain Bonneville noch einmal die sogenannten Bluffs zu Gesicht, die sich vom Fuß der Wind River Range weit nach Osten erstrecken und dem Auge eine verwirrte Masse von Hügeln und roten Sandsteinklippen darbieten, einige spitz und winklig, einige rund, andere in zackige Felsen und Abgründe ausgehend oder in phantastischen Massen aufgeschichtet; allein sämtliche nackt und unfruchtbar. Es schien kein der Vegetation günstiger Boden da zu sein, sondern bloß schlechter Sand- oder Kiesboden. Über die ganze verödete und unfruchtbare Landschaft hatte die Atmosphäre jedoch solche Tinten und Farben ausgegossen, dass sie solche zu einem harmonischen Ganzen verschmolz.

In diesen Gegenden hielt der Captain Ausschau nach der großen Teerquelle, eine der Wunder der Gebirge, deren medizinische Eigenschaften er von den Biberfängern außerordentlich hatte rühmen hören. Nach mühsamem Forschen fand er sie am Fuße einer Sandklippe, etwas östlich von den Wind River Range, wo sie in einem kleinen Strom von der Farbe und Dicke des Teers aussickerte. Die Leute beeilten sich, sogleich eine Quantität davon aufzunehmen, um sowohl die schwieligen Rücken ihrer Pferde damit einzuschmieren als auch zum Balsam für ihre eigenen, schmerzhaften Wunden. Nach der Beschreibung, die er davon macht, ist es offenbar das harzige Öl, das man Steinöl oder Naphta nennt, und das einen Hauptbestandteil des so wirksamen britischen Öls bildet. Man findet es in verschiedenen Teilen von Europa und Asien, auf mehreren der westindischen Inseln und an mehreren Stellen der Vereinigten Staaten. Im Staat New York wird es Senecaöl genannt, da es in der Nähe des Seneca River gefunden wird.

Das Land der Crow enthält noch andere Naturmerkwürdigkeiten, vor welcher die Indianer eine abergläubische Scheu hegen und die von den Biberfängern als große Wunder betrachtet werden. Hierhin gehört das brennende Gebirge am Powder River, das voller Kohlenblende ist. Die Erde ist hier heiß und aufgesprungen, aus den Spalten steigen an vielen Orten Rauch und Schwefeldünste auf, als ob sie unterirdische Feuer verbargen. Einen ähnlichen vulkanischen Strich findet man am Stink River, einem der Nebenflüsse des Bighorn River, der seinen üblen Namen von dem Geruch schwefelhaltiger Quellen und Bäche hat.

Dieser letzterwähnte Ort wurde zuerst von Colter, einem Jäger von Lewis und Clarkes erster Expeditionspartie, der im Laufe seiner einsamen Wanderungen dorthin kam, entdeckt, und einen solchen düstern Bericht von seinen Schrecknissen, seinen unterirdischen Feuern, seinen rauchenden Schlünden, schädlichen Dämpfen und dem alles durchdringenden Schwefelgeruch abstattete, dass er den, seitdem von den Biberfängern immer beibehaltenen Namen, Colters Hell erhielt.

Seinen Marsch am linken Ufer des Popo Agie hinab fortsetzend, erreichte Captain Bonneville bald wieder die Ebenen, wo er mehrere große Flüsse fand, die von Westen her kamen. Unter diesen befindet sich der Wind River, der seinen Namen den Gebirgen gibt, in welchen er seinen Ursprung nimmt. Dies ist einer der wichtigsten Ströme des Crow-Landes. Da der Fluss sehr angeschwollen war, so hielt Captain Bonneville an seiner Mündung und schickte Späher aus, um sich nach einem Fahrwasser umzusehen.

Während er so lagerte, sah er im Laufe des Nachmittags eine lange Linie von Reitern, von der dem Popo Agie gegenüberliegenden Anhöhe herabkamen.

Seine erste Idee war, dass es Indianer wären. Er entdeckte jedoch bald, dass es Weiße waren, und vergewisserte sich durch die lange Linie von Packpferden, dass es Campbells Transportzug sei, der, nachdem er am Sweetwater River herabgekommen war, sich auf seinem Weg nach dem Birghorn River befand.

Die beiden Partien kamen zwei oder drei Tage nachher, am 4. August, zusammen, nachdem sie durch die Talschlucht der Little Bighorn Mountains gekommen waren.

In Campbells Transportzuge befand sich eine Biberfängerpartie von der Rocky Mountain Fur Company, an deren Spitze Fitzpatrick stand, der nach Campbells Einschiffung am Bighorn River alle Pferde unter seine Aufsicht nehmen und auf einen Fängerfeldzug ausgehen sollte. Es befanden sich in dem Lager der Nebenbuhler noch zwei Reisegesellschafter. Der eine war der Captain Stewart von der britischen Armee, ein Gentleman, der vornehme Verbindungen hatte und sich auf einer Lustreise in den fernen Westen befand, im Laufe welcher er als ein Jäger gelebt, verschiedene Banden von Pelzhändlern, Biberfängern und Indianern begleitet und jenen Geschmack an der Wildnis gefunden hatte, der den vom Jagdgeist beseelten Menschen eigen ist.

Ein anderer zufälliger Genosse von Mr. Campbells Lager war Captain Wyeth, derselbe Anführer der Bande neuenglischer Lachsfischer, von dem wir nach dem Gefecht mit den Blackfeet in Pierre’s Hole schieden. Einige Tage nach diesem Gefecht machte er sich vom Sammelplatz in Gesellschaft von Milton Sublette und seiner Brigade von Biberfängern wieder auf den Weg. Auf seinem Marsch besuchte er die Wahlstätte und drang bis zu dem verlassenen Fort der Blackfeet, mitten in dem Gehölz. Es war ein trauriger Anblick. Im Fort lagen die modernden Leichname der Erschlagenen, während über demselben Geier schwebten oder brütend auf den Bäumen umhersaßen und indianische Hunde auf dem Platze heulten, als ob sie den Tod ihrer Herren beklagten.

Captain Wyeth reiste eine beträchtliche Strecke südwestlich mit Milton Sublette, wonach sie sich trennten, und der Erstere mit elf Mann, dem Überrest seiner Bande, seine Reise zum Snake River fortsetzte, den Lauf dieses an Begebenheiten so reichen Stromes hinabzog, die Blue Mountains überstieg, auf seinem Wege gelegentlich Biber fing und endlich nach überstandener Mühseligkeit aller Art am 29. Oktober zu Vancouver am Columbia River, der Hauptfaktorei der Hudson’s Bay Company gelangte.

Er wurde von den Agenten dieser Company gastfreundlich aufgenommen; allein seine Leute, die des Wanderns in der Wildnis herzlich müde oder durch andere Aussichten verlockt worden waren, weigerten sich größtenteils, länger in seinem Dienst zu bleiben.

Einige gingen nach den Sandwichs Inseln und andere begaben sich in anderweitige Dienste. Überdies fand der Captain, dass ein großer Teil der mitgebrachten Waren ihm für den Handel mit den Indianern unbrauchbar waren; mit einem Worte, seine ganz auf seine eigenen Kosten unternommenen Expedition schlug gänzlich fehl. Er verlor alles, was er hineingesteckt hatte, außer seinen Hoffnungen, denn diese blieben so stark wie vorher. Er bemerkte sich daher alles, was ihm zu der ferneren Verfolgung seiner Pläne nützlich sein konnte, sammelte alle Nachrichten, die ihm zu erhalten möglich waren, und reiste dann, bloß von zwei Leuten begleitet, über den Kontinent zurück. Er hatte sich bis hierhin durchgeschlagen, so gut es ging; eine Weise, mittelst welcher ein Neu-Engländer seinen Weg durch die ganze Welt und durch alle Schwierigkeiten findet, und war jetzt auf dem Wege nach Boston, in vollem Vertrauen, eine Company zur Lachsfischerei und zum Pelzhandel am Columbia River bilden zu können.

Der Partie des Mr. Campbell war auf ihrem Weg vom Sweetwater River ein Unglück begegnet. Drei oder vier seiner Leute, die zum Auskundschaften des Landes vor dem Haupttrupp vorausgezogen, wurden eines Abends von fünfzehn bis zwanzig Shoshone in ihrem Lager besucht. Da sie diesen Stamm für vollkommen freundschaftlich hielten, so wurden sie mit aller Herzlichkeit und allem Vertrauen aufgenommen. Im Laufe der Nacht fiel der Mann, der die Wache bei den Pferden hatte, in einen tiefen Schlaf. Die Shoshone schossen ihm hierauf in den Kopf und töteten ihn beinahe, worauf die Wilden sich mit den Pferden davonmachten und es dem Rest der Partie überließ, ihren Weg zur Hauptbrigade zu Fuß zurück zu finden.

Die beiden Nebenbuhler-Companys des Captains Bonneville und Mr. Campbell, die so zufällig zueinandergekommen waren, setzten nun ihre Reise in guter Kameradschaft weiter fort, indem sie ein vereinigtes Lager von ungefähr hundert Mann bildeten. Der Captain fing jedoch an, zu argwöhnen, dass Fitzpatrick und seine Biberfänger, die über ihre ferneren Bewegungen das tiefste Schweigen beobachteten, die Absicht hätten, in denselben Revieren zu jagen, die er sich zu seinem herbstlichen Feldzug auserkoren hatte, und die westlich des Bighorn River an seinen Nebenströmen lagen.

Im Laufe seines Marsches schickte er daher heimlich eine Partie Biberfänger ab, um ihren Weg zu diesen Revieren einzuschlagen, während er selbst bei der Hauptbrigade blieb und zum Versammlungsort auf den nächsten Vollmond gegen den 28. August hin einen Platz bestimmte, der die Medizinhütte genannt wird.

Als er die zweite Gebirgskette, die Bighorn Mountains, erreichte, wo der Fluss sich ungestüm durch einen jähen Engpass mit Kaskaden und reißenden Strömungen stürzt, wurden die Reisenden genötigt, seine Ufer zu verlassen und auf einen furchtbar steilen Pfad, bezeichnend Bad Pass Trail genannt, über das Gebirge zu steigen.

Auf der entgegengesetzten Seite wieder hinabsteigend, kamen sie abermals an die Ufer des Flusses. Es war gegen Mitte August, dass sie den Punkt unter den reißenden Strömungen erreichten, wo der Fluss für Boote schiffbar wird. Hier schickte Captain Bonneville eine zweite Partie von Biberfängern ab, die aus zehn Mann bestand, um die während der Reise Abgesendeten aufzusuchen und sich mit ihnen zu vereinigen, indem er sie an den nämlichen Versammlungsort, an der Medizinhütte, auf den 28. August beschied.

Es wurde nun alles in Bewegung gesetzt, um Bull boats zu bauen, wie solche technisch genannt werden; eine leichte zerbrechliche Art von Barken, welche die sinnreiche Erfindungsgabe der Wilden charakterisiert, da solche von Büffelhäuten, die man über Gestelle spannt, verfertigt werden. Man nennt sie bisweilen auch Häuteboote. Captain Wyeth war zuerst fertig. Mit seiner gewöhnlichen Eilfertigkeit und Kühnheit machte er sich in seiner gebrechlichen Barke allein auf seine verwegene, gefahrvolle Fahrt, eine fast unendliche Reihe von Flüssen hinab, die sich durch Länder schlängelten, die voll wilder Horden waren. Milton Sublette, sein früherer Reisegefährte, der mit ihm an den Gefechtsszenen in der Pierre’s Hole teilgenommen hatte, machte die Fahrt in seinem Boot mit. Seine Bootsleute bestanden aus zwei weißen Menschen und zwei Indianern.

Wir werden noch ferner von dem verwegenen Captain und seiner abenteuerlichen Reise im Verlauf unserer Wanderungen durch den fernen Westen hören.

Die übrigen Partien vollendeten nun ihre verschiedenen Ausrüstungen. Die des Captains Bonneville bestand aus drei Bull boats, in welche er alle seine Pelzwaren einschiffte und sie Mr. Cerré mit einer Partie von sechsunddreißig Mann zur Besorgung übertrug. Mr. Campbell übernahm den Befehl über seine eigenen Boote. Das kleine Geschwader fuhr bald den klaren Bighorn River hinab.

Die geheimen Vorsichtsmaßregeln, die Captain Bonneville ergriffen hatte, seine Leute zuerst in die Jagdreviere westlich des Bighorn River zu bringen, waren vermutlich überflüssig gewesen. Es schien nicht, dass Fitzpatrick die Absicht gehabt hatte, in jener Richtung zu jagen. In dem Augenblick, dass Mr. Campbell und seine Leute sich mit den Pelzwaren einschiffte, übernahm Fitzpatrick alle Pferde, die sich auf über Hundert Stück beliefen und schlug den Weg nach Osten ein, um an dem Little Horn, dem Powder und dem Tongue River zu fangen. Er wurde von Captain Stewart begleitet, der das Land der Crow zu durchstreifen wünschte. Von den Abenteuern, die ihnen in dieser Region der Vagabunden und Pferdediebe begegneten, werden wir nachher einiges zu erzählen haben. Da es Captain Bonneville nun überlassen war, sein Jagdfeldzug ohne Nebenbuhler zu verfolgen, so brach er am 17. August zum verabredeten Sammelplatz an der Medizinhütte auf.

Er hatte nur vier ihm übriggebliebene Leute bei sich und für sechsundvierzig Pferde zu sorgen, womit er seinen Weg über Berge und Ebenen durch eine räuberische Region voller Pferdediebe zu nehmen hatte, die für einen so zahlreichen und von so wenigen Leuten berittenen Pferdezug äußerst gefahrvoll war. Er machte sich jedoch auf seine schwierige Reise, mit seiner gewöhnlichen Heiterkeit. Am ersten Tag seiner Reise, nachmittags, als er sich den Birghorn Mountains näherte, auf dessen Gipfel er dieselbe Nacht zuzubringen gedachte, bemerkte er zu seiner Beunruhigung eine Rauchwolke, die von seinem Fuß aufstieg. Er ließ Halt machen und beobachtete sie mit banger Besorgnis. Der Rauch blieb nicht gleich; bisweilen schien er verschwinden zu wollen und dann erhob er sich wieder in dicken Säulen. Dem Anschein nach lagerte dort eine große Partie, wahrscheinlich eine Horde schurkischer Blackfeet. Auf keinen Fall schien es für eine so kleine Zahl von Menschen mit einer solchen Menge Pferde geraten, sich von irgendeinem wilden Völkerstamm erblicken zu lassen. Captain Bonneville und seine Gefährten mieden daher diese gefährliche Nachbarschaft, indem sie ihren Weg mit der äußersten Vorsicht fortsetzten und den Gipfel des Gebirges erreichten, ohne dem Anschein nach von jemand gesehen worden zu sein.

Dort fanden sie ein verlassenes Fort der Blackfeet, in welchem sie sich verschanzten, es sich sorgenlos bequem machten und die Nacht ohne Belästigung hinbrachten. Am nächsten Morgen stiegen sie auf der Südseite des Gebirges in die große Ebene hinab, die sich zwischen ihm und der Little Horn Mountains ausdehnt.

Sie trafen bald auf zahlreiche Fußtapfen und Gerippe von Büffeln, aus welchen sie erkannten, dass nicht weit von ihnen entfernt Indianer seien.

Captain Bonneville wurde nun ängstlich für die beiden kleinen Partien Biberfänger besorgt, die er abgeschickt hatte, dass sie von den Indianern nicht überfallen würden, ehe er sich mit ihnen vereinigt habe. Allein noch bekümmerter war er für seine eigene Partie, da es kaum zu erwarten war, dass er diese kahlen Ebenen durchqueren könne, ohne bemerkt zu werden, wenn Indianer umherschweiften. Und wenn er entdeckt wurde, so war sein Fall ein verzweifelter.

Es hing nun alles mit der größten Vorsicht zu.

Es war gefährlich, eine Flinte abzuschießen, ein Feuer anzuzünden oder das geringste Geräusch zu machen, wo solche scharf hörende und sehende Feinde bei der Hand waren. In dem Laufe des Tages sahen sie nicht zu bezweifelnde Spuren, dass die Büffel in großer Anzahl herumgestreift und neuerlich erst weggescheut worden waren. Die Nacht über nahmen sie ihr Lager mit der größten Behutsamkeit und warfen eine starke Brustwehr zu ihrer Beschützung auf.

Die beiden folgenden Tage eilten sie schnell, aber vorsichtig, über die große Ebene, die Nebenflüsse des Bighorn River durchwatend, wobei sie eine Nacht im Gehölz, die nächste auf einer Insel zubrachten, und dann und wann, wenn sie durch eine Talschlucht kamen, so erschreckt wurden, dass sie ihre Büchsen spannten.

Am letzten Tage ihres Marsches musste ihre Vorsicht dem Hunger weichen und sie schossen einen schönen Büffelochsen, mit Gefahr, durch den Schuss verraten zu werden. Sie machten keinen Halt, um eine Mahlzeit einzunehmen, sondern nahmen das Fleisch mit sich, bis zu dem verabredeten Sammelplatz, der Medizinhütte, wo sie am Abend glücklich ankamenen und ihre Ankunft durch eine herzliche Mahlzeit feierten.

Am nächsten Morgen errichteten sie einen Park für die Pferde und eine Feste von Baumstämmen für sich selbst, wobei sie fortwährend die größte Vorsicht gebrauchten. Sie waren bis Mittag mit dem Kochen fertig, wo das Feuer keinen Schimmer von sich wirft und ein mäßiger Rauch nicht auf eine große Entfernung gesehen werden kann. Morgens und abends, wenn es windstill ist, steigt der Rauch senkrecht in einer blauen Säule auf oder schwebt in lichten Wolken um die Baumwipfel und kann aus der Ferne gesehen werden.

Auf diese Weise blieb die kleine Partie mehrere Tage lang vorsichtig gelagert, bis am 29. August die erwarteten Abteilungen am Sammelplatz zusammentrafen. Wie gewöhnlich, hatten sie dem Captain viele Geschichten von Abenteuern zu erzählen, die wir dem Leser in dem nächsten Kapitel mitteilen wollen.

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