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Sammlung bergmännischer Sagen Teil 42

Das arme Bergmannsleben ist wunderbar reich an Poesie. Seine Sagen und Lieder, seine Sprache, seine Weistümer reichen in die älteste Zeit zurück. Die Lieder, die wohlbekannten Bergreihen, die Sprachüberreste, die Weistümer sind teilweise gesammelt. Die Sagen erscheinen hier zum ersten Mal von kundiger Hand ausgewählt und im ganzen Zauber der bergmännischen Sprache wiedergegeben. Das vermag nur zu bieten, wer ein warmes Herz für Land und Leute mitbringt, wo diese uralten Schätze zu heben sind; wer Verständnis für unser altdeutsches religiöses Leben hat, wer – es sei gerade herausgesagt – selbst poetisch angehaucht ist. Was vom Herzen kommt, geht wieder zum Herzen, ist eine alte und ewig neue Wahrheit. Hat der Verfasser auch nur aus der Literatur der Bergmannssagen uns bekannte Gebiete begangen, verdient er schon vollauf unseren Dank. Seine Liebe zur Sache lässt uns hoffen, er werde mit Unterstützung Gleichstrebender noch jene Schaetze heben, die nicht an der großen Straße liegen, sondern an weniger befahrenen Wegen und Stegen zu heiligen Zeiten schimmern und zutage gefördert sein wollen.


IV. Vermischte Sagen

41. Das Salzwerk um Mitternacht

Zu Hallein tief im Wald gibt es einen tiefen Schacht,
Der öffnet, lang verschüttet, sich stets um Mitternacht.
Da glänzt von Grubenlichtern herauf ein roter Schein,
Es tönt wie mächtig Hämmern tief unten im Gestein.

Das sind die Knappen alle, die dort der Tod erfasst
Bei fromm ergeb’nem Fleiße, im Tagwerk ohne Rast.
Sie schlummern in der Kühlung, wo sie der Bergsturz traf,
Und steh’n nur mitternächtlich zur Arbeit auf vom Schlaf.

Es glänzt die Felsenhalle von hundert Lampen hell,
Drin quillt aus blauem Marmor ein mächtig frischer Quell.
Sie stehen längs den Wänden im grauen Berggewand,
Mit halb geschloss’nen Augen, mit nimmer müder Hand.

Sie höhlen tief im Felsen, da funkelt’s wie Metall,
Sie fördern ihn in Blöcken den reinen Salzkristall,
Und zu dem Felsendröhnen und zu der Hämmer Klang
Ertönt von bleichen Lippen ein wunderbarer Sang.

Dann fassen rüstig hebend sie all das Salzgestein
Und streun es in die Quelle mit voller Hand hinein,
Und reichen sich die Hände und legen sich zur Ruh ,
Und schlägt es eins vom Turme, ist auch der Schacht schon zu.

Doch weiter rinnt die Quelle, tief, lauten Wellenschlags,
Verborgen, bis bei Hallein sie quillt zum Licht des Tags.
Da scheint ihr Lauf zu zögern, zu frieren scheint ihr Schwall,
Da bildet Stund’ auf Stunde sich reich der Salzkristall.

Das Wunder, das sich also mit jedem Tag erneut,
Es ist der Lohn, der schönste, den uns der Herr verleiht,
Des unberühmten Fleißes, der nimmer müde war.
Selbst aus dem Grabe wirket er Gutes wunderbar.


42. Einige hundert Bergleute verunglückt

Beim alten Silber- und Kupferbergbau Altzeche bei Schwaz, wo gegenwärtig wieder in den höheren Stollen gearbeitet wird, bestand an der Talsohle ein Schacht mit einem ergiebigen Erzabbau. Dieser Schacht soll durch die Innwässer, welche infolge einer durch den Vomperthaler Wildbach verursachten Stauung austraten, ersäuft worden sein, wobei die im Schacht arbeitenden Knappen, einige hundert Mann, zugrunde gingen.

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