Ausschreibung

Einsendeschluss 31.05.2021

Dark Empire

Story-Tipps

Danach kommt nichts

Archive
Folgt uns auch auf

The 80s: Der dunkle Kristall

The 80s: Der dunkle Kristall (1982)

Anfang der 80er Jahre schrieben Muppets-Erfinder Jim Henson und Frank Oz Filmgeschichte. Der dunkle Kristall zählt zu den ersten Filmen, in denen nur Puppen zu sehen waren. Die Spannbreite reichte von einfachen Handpuppen, über Stabpuppen bis hin zu Ganzkörperkostümen. Schon allein dadurch erregte die Produktion 1982 großes Aufsehen und wurde zu einem Erfolg an den Kinokassen.

Die ersten Ideen zu dem Film stammen bereits aus dem Jahr 1977, als Jim Henson sich mit New Age-Philosophien beschäftigte und zugleich begann, erste Entwürfe für die Sets zu entwerfen. Vor allem das Interesse an esoterischen Theorien merkt man Hensons erstem Fantasyfilm an, die sich in dem mystischen Weltbild, welches Der dunkle Kristall beherrscht, widerspiegeln.

So komplex und aufwendig die Produktion war, so einfach gestaltete sich die Handlung: Es geht darum, dass sich Jen und Kira, zwei Gelflinge (elfenartige Wesen) auf den Weg machen, um die Herrschaft der bösartigen Skekse zu beenden. Dies gelingt nur dadurch, in dem sie dem riesigen Kristall einen verloren gegangenen Splitter einfügen. Natürlich versuchen die Skekse, Jen und Kiras Vorhaben zu durchkreuzen.

Ist schon die Handlung wenig originell, so sparte man auch an der Charakterisierung der einzelnen Figuren. Diese wirken doch eher oberflächlich, die Aufteilung in Gut und Böse wird strikt durchgehalten. Sind die Skekse bösartige, machtgeile Wesen, die sich regelrecht selbst zerfleischen, um an Einfluss zu gewinnen, so sind die Uru weise und einfühlsame Kreaturen. Zwischendrin befinden sich die beiden Gelflinge, die ein wenig zu brav wirken.

Was den Film jedoch so faszinierend macht, sind die verschiedenen Sets und Bildkompositionen, die sehr liebevoll und detailreich gestaltet sind. Alles ist auf irgendeine Art und Weise lebendig, überall wuselt es, Bäume bewegen sich genau so wie kleine, bizarre Wesen, die im Hintergrund das Bild beherrschen.

Es gibt in jeder Einstellung so viel zu sehen und zu entdecken, dass man bei der ersten Sichtung gar nicht alles erfassen kann. Genau hier liegt die Stärke des Films, darin konzentrieren sich auch der Witz und der Humor. Denn die eigentliche Handlung und auch die einzelnen Figuren (mit Ausnahme der Hexe) kommen eher humorlos und irgendwie trocken daher, sprich, Henson und Oz haben ihren Film ein wenig zu ernst genommen.

Der dunkle Kristall ist ein rein visuelles Erlebnis, der in manchen Szenen aus den oben genannten Gründen etwas kitschig wirkt, insgesamt aber immer wieder aufs Neue beeindruckt. Nicht wegen der Handlung, sondern allein wegen der phantastischen Welt, die Jim Henson und Frank Oz geschaffen haben.

Der erhoffte Riesenerfolg blieb dann doch eher aus. Zwar erwirtschaftete der Film einen kleinen Gewinn, aber gegen den gleichzeitigen Release von E.T. hatte Der dunkle Kristall nichts entgegenzusetzen. Dennoch war das Experiment geglückt, was dazu führte, dass Henson und Oz ein paar Jahre später den Erfolg von Der dunkle Kristall mit Die Reise ins Labyrinth wiederholen wollten.

Doch gelang ihnen dies leider nicht. Labyrinth floppte – in einem späteren Beitrag werde ich näher darauf eingehen. Auch eine Fortsetzung von Der dunkle Kristall, in der statt Puppen CGI-Effekte dominieren sollten, wurde nicht weiter verfolgt, was wahrscheinlich an dem moderaten Gewinn lag, den der Film damals einbrachte. Der dunkle Kristall jedoch hat seinen Platz in der Filmgeschichte längst gefunden.

(mp)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.