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Oberhessisches Sagenbuch Teil 8

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Der Horst bei Rudingshain

Auf dem Horst stand früher ein Häuschen, darin haben wilde Leute gewohnt. Oftmals ist auch dort der wilde Jäger gefahren. Mitunter sahen Bauern, die im Feld schafften oder den Berg hinaufgingen, ein kostbares Pferdegeschirr auf einer Hecke hängen, das glänzte in der Sonne, dass es nicht zu sagen war, und doch war nirgends ein Mann, dem das Zeug gehörte. Kamen sie herzu, so war die Hecke und alles fort. Ebenso wurden da auch zwei, mitunter drei Weibsleute gemerkt, mit großen weißen Schürzen, die kamen herab und wuschen oben im Bach, hingen auch ihre Wäsche an derselben Hecke auf. Wollte man sie näher betrachten, so sah man weder von ihnen noch von der Hecke etwas. Andere sagen, in jenem Häuschen hätten Nonnen gewohnt. Wer weiß es nun, wie das alles war!


Der Taufstein

Der Taufstein ist vor Zeiten der heiligste Berg gewesen rings herum, und die alten Heiden haben dort ihre Kirche gehalten. Der heilige Bonifatius ist aber hergekommen und hat daselbst eine Kapelle aus Holz gebaut und aus der Quelle, die oben fließt, die ersten Christen im Vogelsberg getauft. Seitdem heißt der Berg der Taufstein.

Auf der Herchenhainer Höhe ist ein Felsbrocken, von dem herab hat der Heilige den Heiden gepredigt, den nennt man noch heute die Bonifatiuskanzel.


Der Bilstein

Der Bilstein mit seinem spitzen Felsgestein soll in den alten Zeiten noch viel höher gewesen sein und eigentlich der Bildstein geheißen haben, von wegen eines ungeheuer großen Ebenbildes, das da gestanden hat. Früher zündete man im Mittsommer auch da Feuer an. Noch heute stecken, allemal am Pfingstabend, die Burschen von Busenborn eine mächtige Maie darauf unter lautem Gesang.

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