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Das schwarze Buch vom Teufel, Hexen, Gespenstern … Teil 9

Das schwarze Buch vom Teufel, Hexen, Gespenstern, Zauberern und Gaunern
Dem Ende des philosophischen Jahrhunderts gewidmet
Adam Friedrich Böhme, Leipzig, 1796

Gliederschmerzen werden durch Sympathie auf immer gestillt.

Ein Bauer hatte die heftigsten Gliederschmerzen. Sein Bader konnte ihn nicht davon befreien. Darum wollte er sich durch Sympathie heilen lassen. Er kam zu einem, der sich darauf verstand. Dieser riet ihm, des Nachts zwischen 12 und 1 Uhr einen Totenkopf vom Kirchhof zu holen und sich aus dessen Scheitel ein Pulver zu bereiten. Der Bauer, voll von Gespenstergedanken, kletterte über die Mauer des Kirchhofs und näherte sich dem Beinhaus. Er stand aber wie angewurzelt, als er von fern die vom Mond beleuchteten Totengebeine sah. Die Liebe zum Leben überwand seine Furcht. Er ging ins Beinhaus mit verschlossenen Augen und nahm einen Totenkopf. Kaum hatte er ihn ergriffen, so hörte er etwas neben sich ächzen. Das Schrecken gab ihm Flügel. Er stürzte aus dem Beinhaus, fiel über ein Grab, und blieb neben demselben in der Epilepsie liegen.

Der Totengräber fand ihn des anderen Morgens besinnungslos, trug ihn nach Hause, woselbst er kurz darauf starb. Jedermann hielt es für eine Gespenstergeschichte, bis man erfuhr, dass der Sohn des Müllers, der in der Nachbarschaft ein Rind verkauft und das daraus erhaltene Geld verspielt hatte, in derselben Nacht im Beinhaus schlief, als der unglückliche Mann sein Heilmittel holen wollte.

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