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Das war der MarburgCon 2015

Das war der MarburgCon 2015

Am 24. April wurde der diesjährige MarburgCon mit dem Vortreffen im Maxx in Marburgs wunderschöner Altstadt eingeläutet. In uriger und gemütlicher Atmosphäre trafen sich die hartgesottenen Fans und Ausrichter des Cons, die die Veranstaltung nicht auf einen Tag reduziert besuchen wollten. Es wurde gut gegessen, getrunken und sich angeregt unterhalten. Für Autoren, Verleger und Fans ist das die perfekte Gelegenheit, um ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und einfach Spaß zu haben. Manchmal gelingt es dem einen oder anderen Autor sogar, neue Leser zu »rekrutieren«, gerade dann, wenn der Weg zur Toilette über zwei Etagen führt.

Am 25. April fand der eigentliche MarburgCon statt. 10.00 Uhr sollte es beginnen, doch der Saal war schon vorher gut besucht. Als wir das Bürgerhaus betraten, erwartete uns bereits eine große Anzahl an Besuchern, die in freudiger Erwartung auf all die Dinge warteten, die da kommen sollten. Und das Programm des diesjährigen Cons versprach einige Highlights. Neben »Urgesteinen« wie Markus Korb oder Torsten Low gaben sich Ulf Fildebrandt, Tom Daut, Christian Kropp, Henning Mützlitz, Tobias Bachmann, Jack Moik, Vanessa Kaiser, Thomas Lohwasser, Vincent Voss, Susanne Esch, Martin Ulmer, Anja Bagus, Petra Hartmann und Lernar LeSton die Ehre, ihre Fans zu einer Lesung einzuladen. Bei der Fülle und zwei parallelen Programmschienen war es nicht einfach, sich da zu entscheiden. Da der Geisterspiegel in diesem Jahr »nur« als Gast beim Con war und keinen Büchertisch hatte, konnte ich an einigen Lesungen teilnehmen.

Zuerst besuchte ich die Lesung von Tom Daut. Er stellte uns sein neues Buch ANNO SALVATIO 423 – Der gefallene Prophet vor.

Das Gelobte Land – eine finstere Zukunft aus gigantischen Städten und gewaltigen Kathedralen, beherrscht vom unsterblichen Papst Innozenz XIV. Mit seiner Gefolgschaft aus Engeln, übersinnlich begabten Inquisitoren, Exorzisten und Priestern predigt er seit 423 Jahren die neuen Zwölf Gebote und merzt jeden Widerstand unter seinen Gläubigen gnadenlos aus. Der Straßenpriester Desmond Sorofraugh ist mit weit mehr Heiligem Geist, der magischen Kraft Gottes, gesegnet als seine Brüder. Von Geburt an gezwungen, diese verbotenen Talente zu verbergen, lockt ihn eines Tages eine geheimnisvolle Nachricht in den Untergrund seiner Heimatstadt. Dort bietet sich ihm Veneno Fate, gefallener Prophet und meistgesuchter Aufrührer des Landes, als Mentor an. Ein Bündnis würde Desmond zur Hoffnung der Unterdrückten werden lassen, könnte jedoch auch Entdeckung, Folter und Tod bedeuten. Aber kann er den Untergrund an der Seite des Propheten wirklich vor den Intrigen der Kirche schützen? Und was hat es mit dem geheimnisvollen Iskariot auf sich?

Eine Lesung kann noch so spannend sein, für den Zuhörer wird eine ganze Stunde dann doch sehr lang. Tom Daut scheint das genau zu wissen, denn er bediente sich der phantastischen Musik von Hartwigmedia bei den Überleitungen der einzelnen Szenen. Gestik und Mimik sprachen ebenfalls für eine abwechslungsreiche und spannende Lesung, die ich jedem Leser empfehlen kann, dem sich die Gelegenheit bietet, Tom Daut einmal live zu erleben.

Markus K. Korb stand als nächster auf meinem Programm. Ich habe es in all den Jahren erst einmal geschafft, in eine seiner zahlreichen Lesungen zu gehen und nun bot sich die Gelegenheit, denn Markus hatte natürlich ein neues Buch dabei: AMERIKKAN GOTIK – Die schwarze Seite des amerikanischen Traums.

Erzählungen, die mit spitzen Klauen hinabstoßen in das faulige Herz der Nation. Storys aus dem Land von Edgar Allan Poe, Howard Philips Lovecraft und Stephen King. Unheimlich, spannend, abgründig …

Markus K. Korb las zwei Geschichten, in denen er seiner dunklen Fantasie wieder einmal freien Lauf ließ. Das war Splatter pur, Kopfkino vom Feins… äh Ekligsten, Horror pur eben. Doch dann zeigte er seinen Zuhörern, dass er auch eine ganz andere Seite hat, denn er stellte noch eine Geschichte vor. Und die hatte es in sich. Wer sich danach das Buch nicht kaufte, wird wohl auf ewig an Albträumen leiden müssen, denn trotz oder gerade wegen der »leisen Töne« weckte er damit zumindest in mir das Grauen erst richtig.

Gleich im Anschluss besuchte ich die Lesung von Tobias Bachmann aus seinem gerade erschienen Buch Totgeträumt.

In seinem neuen Roman Totgeträumt erklärt Tobias Bachmann die Frage, was zu tun ist, wenn aus Träumen Albträume werden. Und er führt seinem Publikum das wahre Wesen des Sandmanns vor Augen. Apropos: Augen. Die sind äußerst schmackhaft. Das empfindet zumindest einer der Protagonisten aus Totgeträumt so. Augen seien nahrhaft und wohl bekömmlich. Das klingt nach Blutwurst – schmeckt aber anders.

Dieser Ankündigung musste ich natürlich auf den Grund gehen und ich muss sagen: Augen sind nahrhaft und wohl bekömmlich! Sie schmecken nicht nach Blutwurst, enthalten eine etwas säuerlich schmeckende Flüssigkeit und knacken leicht beim Zerbeißen. Sehr lecker …

Da Zuhören hungrig macht und ein Auge den Magen nicht wirklich füllt, gab es danach eine Lesungspause für mich, die ich nutzte, um mit vielen anderen Conbesuchern ins Gespräch zu kommen. Man sieht sich ja nicht alle Tage und so gibt es immer viel zu erzählen und zu schauen. Das Angebot an Neuerscheinungen war wieder einmal überwältigend und ich staune jedes Jahr darüber, was kleine Verlage in einem halben Jahr so alles auf die Beine stellen. Stellvertretend für alle möchte ich da einfach mal das Team um Eric Hantsch nennen, also Eric als Herausgeber und Verleger, Jörg Kleudgen als Autor und Heiko Schulze als Grafiker. Sie präsentierten das neue Werk TEATRO OSCURA, in Leinen gebunden, mit Goldprägung auf dem Buchrücken, Leseband und Schutzumschlag. Die Auflage beträgt 100 Stück und ist versehen mit 7 (rechnet man das Cover nicht mit) grandiosen Zeichnungen von Heiko Schulze. Es umfasst 252 Seiten und kostet 25,00 €. Außerdem ist jedes Exemplar von Jörg Kleudgen und Heiko Schulze signiert. Das lässt das Herz eines jeden Fans doch höher schlagen. Wer ein solches Exemplar einmal ergattert hat, wird sehr schnell die Liebe zum Detail erkennen, die in jedem Buch steckt. Eric Hantsch gibt sich nicht mit einem guten Buch zufrieden, seine Ausgaben sind bibliophile Liebhaberstücke!

Die letzte Lesung des Tages veranstaltete Vincent Voss aus seinem neuen Roman Wasser.

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Am letzten Schultag bringt ein Gewitter den Regen mit, der nicht aufhören will. Das Wasser steigt im norddeutschen Henstedt-Ulzburg an und mit ihm ereignen sich mysteriöse Ereignisse.
Paul, Mark, Dirk, Sasch und Lucie wollen in den Ferien ein neues Baumhaus bauen. Fast keine Kinder mehr und auch noch keine Jugendlichen – so erobern sie die Plätze der »Großen« und machen dabei eine grausame Entdeckung.
Sie wollen Hilfe von den Erwachsenen holen, aber stellen fest, dass ihnen bereits etwas folgt …

Mit dem Wasser kommt das Böse!

Vincent Voss stellt im ersten Teil der Lesung seine Protagonisten vor und leitet dann gekonnt auf eine Krankenhausszene über, in der das Grauen sich Wort für Wort anschleicht. Doch damit nicht genug, als Zugabe gibt es die Kurzgeschichte Bullet aus der gleichnamigen Anthologie. Und da zeigt Vincent Voss, was in ihm steckt. Beim Vortragen steckte der Autor ganz in seinem Element, die Geschichte rockte … Es war ein großer Spaß, die für den Kurd Laßwitz-Preis nominierten Geschichte zu hören. Ja, das war ein würdiger und lustiger Abschluss eines umfangreichen, interessanten Lesemarathons an diesem Tag.

Leider kann ich über all die anderen Lesungen an dieser Stelle nichts berichten, aber ich bin sicher, dass es zu jeder Veranstaltung irgendwo einen Kommentar im Internet zu finden geben wird.

Nachdem die Lesungen vorbei waren, begann es langsam vor Spannung zu knistern. Die Verleihung des Vincent Preises und des Marburg-Awards standen an. Die Liste aller Nominierten ist unter vincent-preis.blogspot zu finden, demnächst aktualisiert in der Reihenfolge der Gewinner. Wir vom Geisterspiegel gratulieren allen Gewinnern.

Die Marburg Award-Preisverleihung moderierte Thomas König. Nach einer ausführlichen Vorstellung aller Geschichten wurden die Preise von Thomas Vaterrodt an die anwesenden Gewinner überreicht. Alle eingesendeten Geschichten wurden wieder in einer Anthologie zusammengestellt und veröffentlicht. Mehr dazu kann man unter www.marburg-con.de nachlesen. Auch den Gewinnern des Marburg Awards gratulieren wir ganz herzlich.

Preisverleihungen sind immer etwas Schönes, aber auf dem MarburgCon bedeuten sie leider auch das Ende eines schönen und ereignisreichen Tages. Aber noch nicht des Cons, denn am Sonntag lud der Marburger Verein für Phantastik zum Literarischen Brunch ein.

Eine umfangreiche Bildergalerie findet ihr auf unserer Seite Geisterspiegel bei Facebook.

Quellen und weiterführende Links:

(ab)

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