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Timetraveller – Episode 3

Todeshölle – Höllentod

Das Ende des Sturzes kam abrupt, indem Dan in einem Gebüsch landete. Er rappelte sich auf, sortierte seine Gliedmaßen und stellte erleichtert fest, dass er den Aufprall ohne größere Blessuren überstanden hatte. Seine Kleidung bestand fast nur noch aus Fetzen, aber sie hielt sich noch am Körper.

»Wo waren die anderen?«

»Ken, Claire, Markus«, rief er laut. Doch bis auf sein Echo hörte er zunächst nichts.
Er lauschte angestrengt in die folgende Stille und tatsächlich, ganz in der Nähe war ein Geräusch, das nicht in diese leblos wirkende Umgebung passte. Ein leises Stöhnen brachte Dan auf Trab, er rannte los in Richtung des Geräusches und fand Ken am Boden liegend in einer kleinen Senke. Kein Wunder also, dass er ihn vorher nicht sehen konnte, denn die Senke war nur ein Vorgeschmack auf das riesige Tal, das nun vor ihm lag.

Dan bückte sich zu Ken hinunter, der außer einem leisen Stöhnen kein Lebenszeichen von sich gab, und untersuchte sein Äußeres auf Verletzungen. Doch da war nichts.

Von sanften Berührungen überrascht, schlich sich ein leichtes Grinsen in Kens Gesicht, und Dan, der darüber eigentlich froh sein sollte, war im ersten Moment etwas sauer. »Was glaubt der denn, was ich hier tue«, dachte der Sportstudent, aber tief in seinem Innern war er nun beruhigt, dass es dem Freund doch besser ging, als es zunächst aussah.

Ken hatte den Sturz unbeschadet überstanden, selbst seine Kleidung hatte nicht so gelitten wie Dans, doch dafür muss der Aufprall um einiges härter gewesen sein.

Der Japaner schlug endlich die Augen auf und wusste sofort, dass wieder etwas total schief gegangen war. Er hatte die Schnauze gestrichen voll vom Abenteuer Zeitreise und wollte nur noch nach Hause. Genau wie die anderen, doch keiner getraute sich, seine wahren Gefühle wirklich zu zeigen, damit die Stimmung nicht völlig aus dem Ruder glitt und die vier Timetraveller vom Heimweh überrumpelt wurden.

Die beiden Studenten stießen einen Seufzer der Erleichterung aus, weil sie die Zeitreise lebend überstanden hatten, doch dieser kurze Moment dauerte nicht länger als den Bruchteil einer Sekunde und wie aus einem Mund sagten sie: »Wo sind die anderen?«

Das war eine gute Frage, und der Blick in dieses endlose Tal ließ das Schlimmste befürchten. Zumal Markus die Zeitmaschine bei sich hatte, und ohne die konnten Ken und Dan nur hoffen, dass der Zufall sie in das Jahr 2006 auf die ihnen bekannte Welt verschlagen hatte. Aber an Zufälle glaubte schon lange keiner mehr.

»Los, wir müssen da runter und Claire und Markus suchen«, sagte Dan. »Am besten, wir gehen getrennt, dann haben wir die doppelte Chance, sie zu finden.«

»Da runter?! Bist du sicher, dass wir sie da unten finden?« Ken hatte nach einem Blick ins Tal ein sehr ungutes Gefühl, konnte es aber nicht so recht in Worte fassen. Da war noch mehr als nur Angst.

»Wenn sie hier oben wären, hätten wir sie sehen müssen. Und wenn sie noch weiter oben gelandet sind, dann ist sowieso alles verloren. Sieh doch, da ist nur noch die nackte, glatte Felswand. Und bevor wir da raufklettern, versuchen wir es lieber erst da unten.«

»Vielleicht hast du recht«, räumte Ken nach einem Blick hinter sich ein. Ganz wohl war ihm aber nicht bei dem Gedanken, da runter zu müssen. Irgendetwas stimmte da unten nicht.

»So ein Tal habe ich noch nie gesehen. Es scheint bodenlos zu sein, und wer weiß, was sich dort für Getier angesiedelt hat. Die Sonne kommt auch kaum bis runter.«

Dan wurde stutzig.

»Sonne? Moment mal, wo ist die Sonne?« Sie schauten zum Himmel und wurden bleich. Das war kein Himmel. Zumindest nicht der, den die beiden kannten. Dieser Himmel waberte in einem gelblich-grünen Farbton vor sich hin. Diese Farbmischung erinnerte an die Haut eines schwer leberkranken Menschen. Dan schüttelte sich.

Diese eklig-kalte Farbmischung konnte kein Licht erzeugen, doch was dann?

Nun, um diesem Geheimnis auf die Spur zu kommen, war jetzt nicht die Zeit, denn Claire und Markus brauchten vielleicht dringend ihre Hilfe.

»Ken, du nimmst die linke, ich die rechte Seite in Angriff. Hör auf Geräusche, denn davon scheint es hier nicht allzu viele zu geben.« Erst in diesem Moment fiel auch dem Japaner die Stille auf, die er bis dahin noch gar nicht wahrgenommen hatte. Seltsam, es gab Licht, Luft, Vegetation … nun ja, zumindest Reste davon, aber wo war zum Beispiel das Zwitschern eines Vogels oder das Summen eines Insekts? Oder einfach nur das leise Säuseln, welches Wind verursachte? Da war aber gar nichts.

Ken fröstelte.

Der Abstieg ins Tal gestaltete sich einfacher, als erwartet. Der Abhang war übersät mit Felsbrocken, die aus der Erde schauten und so eine natürliche Treppe bildeten. In Dan kam dadurch sofort eine schlimme Vermutung auf: Ein Sturz auf diesem von Felsen übersäten Boden konnte einfach nicht gefahrlos verlaufen sein. Dieser Gedanke trieb ihn erst recht zur Eile an, was sich als großer Fehler erweisen sollte. Nach wenigen Schritten – Dan achtete nun weniger darauf, wo er hintrat – kam, was kommen musste. Er rutschte ab und gelangte schneller nach unten, als ihm lieb war. Ken stieß einen erschrockenen Schrei aus, der durch das wiedergegebene Echo gar nicht enden wollte.

Nun beeilte auch er sich, doch Ken war etwas besonnener und kam unbeschadet bei Dan an. Der rappelte sich schon wieder auf, seine eigenen Schmerzen mit dem Gedanken an Claire und Markus verdrängend.

Die Suche entlang des Hanges war nun einfach geworden. Ein Blick hinauf zeigte den Beiden, dass sich ihre Gefährten dort nicht befanden. Der Grund des Tales war mit einigen ihnen unbekannten Pflanzen und Sträuchern übersät, was die Suche dort erheblich erschwerte.

In diesem Moment keimte ein Hoffnungsschimmer auf. Ein paar Schritte links von ihnen bewegte sich plötzlich etwas, nur leicht und aus dem Augenwinkel wahrzunehmen. Ken fuhr herum, deutete darauf und beide hasteten hin. Tatsächlich, dort lag Claire hinter einem nach Farn aussehendem Gewächs und kam wohl gerade wieder zu sich.

Ungläubig schaute sie zu ihren Freunden auf und ihr Gesicht erhellte sich ein wenig. Sagen konnte sie jedoch nichts, dafür war sie viel zu erschrocken über den Ausdruck in Kens und besonders Dans Gesicht. Beide waren kreidebleich und hatten Tränen in den Augen. Dass es Tränen der Erleichterung waren, weil sie Claire gefunden hatten, wusste sie ja nicht.

»Mein Gott, du lebst. Wir hatten schon das Schlimmste befürchtet«, sagte Ken und beugte sich zu ihr hinab. »Ist alles in Ordnung? Kannst du aufstehen?«

Claire richtete sich auf und stieß ein jammervolles Stöhnen aus. Da sahen es auch Dan und Ken. Ihr rechter Arm war gebrochen und ein Knochen ragte blutbesudelt ein Stück heraus.

»Scheiße! Das hat uns gerade noch gefehlt! Wir brauchen dringend einen Arzt!«, sagte Dan.

»Und wo willst du hier einen herzaubern? Komm schon, Dan, das müssen wir selber schaffen und die Wunde versorgen. Hast du noch irgendein halbwegs sauberes Kleidungsstück am Leib? Und wir brauchen was zum Schienen.«

Dan schaute an sich herab und da ging ihm erst auf, in welchem Zustand er sich selbst befand. Dass seine Kleidung überhaupt noch an ihm hielt, grenzte fast an ein Wunder. Er bedauerte aber viel mehr, dass er Claire damit nicht helfen konnte.

Auch Ken stellte mit einem Blick auf seinen Freund fest, dass die Frage nach sauberer Kleidung überflüssig war. Nun, dann musste es eben sein eigenes Unterhemd tun, und Sauberkeit wurde erst einmal hinten angestellt. Wenigstens gab es ein paar halbwegs gerade Zweige an den Büschen.

Nun musste Ken, der von Erster Hilfe nur theoretische Kenntnisse besaß, über sich hinauswachsen und versuchen, Claires Arm wieder geradezubiegen. Leichter gesagt, als getan. Claire litt so schon genug Schmerzen, wie sie das Richten des Knochens überstehen sollte, war ein Rätsel.

In einem Film sah Dan mal, dass man Patienten etwas zum Draufbeißen zwischen die Zähne schob. Warum genau, wusste er zwar nicht, aber vielleicht half es ja. Also gab er Claire einen dickeren von den Zweigen und erklärte ihr, was nun folgen würde.

Claire war schon ganz blass, aber sie nickte tapfer, denn sie wusste, dass sie keine andere Wahl hatte, als den beiden Jungs zu vertrauen. Denn auf andere Hilfe konnte im Moment keiner hoffen, da niemand wusste, wo und wann sie waren.

Dan verhalf Claire in eine halbwegs bequeme Position und hielt sie dabei gut fest. Ken, der die Sache schnell hinter sich bringen wollte, schritt zur Tat. In seinem Inneren zerriss ihn fast selbst der Schmerz, den er Claire nun zufügen musste, aber ihm war die Notwendigkeit dessen ganz klar. Vorsichtig griff er nach dem verletzten Arm und dann ging es ganz schnell. Mit einem Ruck streckte er den Arm und wie durch ein Wunder kam der kaputte Knochen in seine richtige Position. Zumindest sah es so aus.

Claire stieß – trotz des Beißstockes – einen markerschütternden Schrei aus und fiel dann in eine gnädige Ohnmacht.

Der Schrei sollte aber nicht umsonst gewesen sein, denn dadurch fand nun endlich auch Markus zu den dreien.

Er hatte den Sturz durch Raum und Zeit seltsamerweise fast unbeschadet überstanden. Er kam auf die kleine Gruppe zu und holte schon Luft, um zu einer Bemerkung anzusetzen, als ihm Dans völlig zerrissene Kleidung und Claires Zustand gewahr wurde.

Ken war gerade dabei, den Arm notdürftig zu schienen und zu verbinden, als Markus erkannte, wie bleich er dabei aussah. Bleich ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck. Hätte Markus mal zum Himmel geschaut, dann sähe er dort fast Kens derzeitige Gesichtsfarbe.

Ken schaffte es gerade noch, Claires Arm vorsichtig abzulegen, dann fing er an, sich die Seele aus dem Leib zu kotzen.

Nun war es an Markus und Dan, die Versorgung des gebrochenen Arms zu beenden und danach waren alle vier soweit erledigt, dass sie sich an Ort und Stelle hinlegten und in den Schlaf der Gerechten fielen.


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