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Die Legende lebt …

Die Legende lebt: Rolf Torring’s Abenteuer sind noch nicht beendet!

1930 startete eine deutsche Heftromanserie, die eine unglaubliche Erfolgsgeschichte werden sollte. Die beiden Fliegerasse des 1. Weltkrieges, Rolf Torring und Hans Warren, begannen zunächst im Auftrag von Hagenbeck ihre Weltreise. Schon im ersten Abenteuer, Das Gespenst im Urwald, treffen sie auf ihren späteren Gefährten, den riesigen »Kongoneger« Pongo. Gemeinsam wird man künftig bis zum Jahre 1939 Abenteuer in der ganzen Welt bestehen, gefährliche Begegnungen mit Tieren, aber auch zahlreichen Verbrechern, Sekten, geheimnisvollen Banden, teuflischen Priestern und Dämonen überleben. Nur ein Abenteuer brachte das Trio zum Scheitern: Die Reichsschrifttumskammer verbot alle derartigen Serien, mit der Nr. 445, Die Bande der Choko-Mine, wurde die Serie eingestellt. Angekündigt war noch Band 446, Ein schreckliches Erlebnis. Hauptautoren der Serie waren die Brüder Hans und Wilhelm Reinhard.

In der Zeit von 1950 bis 1960 schien sich der Erfolg der Serie zu wiederholen. Das Neue Verlagshaus für Volksliteratur begann mit der erneuten Herausgabe vom Verlagsort Bad Pyrmont aus. Ein Übergang der Bände zum Pabel-Verlag, das Umschreiben einiger Texte, das veränderte Format vom gewohnten »Postkartenformat« auf das neue Heftformat (ca. A 5), dazu die ungewohnten, plakativ-aktionsreichen Titelbilder sowie mehrere Preiserhöhungen bedeuteten letztlich das Aus der einstigen Erfolgsserie mit der Nr. 273, Totentanz auf Bouganville.

Eine Sensation für die Torring-Freunde war dann im Jahre 1976 der Fund von Originalmanuskripten der Serie, die sich in einem Aktenordner fanden und eine laufende Heftnummerierung aufwiesen – und zwar von Nr. 501 bis 506. Sammlerfreunde brachten diese unbekannten Texte in einer kleinen, liebevoll gemachten Ausgabe heraus und kamen Anfang der 80er Jahre mit mir in Kontakt. Die Idee, nun zu versuchen, die Lücke in dieser Serie, beginnend mit einer Nr. 446 zu schließen, wurde unterstützt durch den in Australien lebenden Künstler Wolfgang Grasse, der auf kongeniale Weise den alten Stil der Umschlagillustrationen aufgriff und modifizierte. So entstanden ab 1983 die ersten Fortsetzungen bis zur Nr. 457, Das gestohlene Manuskript. Dann war erneut aus verschiedenen Gründen Schluss mit dieser Fortsetzung – sehr zum Kummer der zahlreichen Torring-Freunde.

Und wieder einmal war es noch nicht das Ende der Abenteuer. Im Februar 2014 riskierte ich nach 30 Jahren einen Neustart – was natürlich in Anbetracht der Tatsache, dass die »alten« Torring-Freunde schon aus biologischen Gründen nicht mehr sehr zahlreich waren, ein Risiko bedeutete. Aber noch immer gibt es ein kleines Fähnlein, die sich nun monatlich an drei oder mehr neuen Abenteuern erfreuen dürfen. Mit der Nr. 458, Gefangene der Piraten, setzte ich unter dem bewährten Pseudonym »Hans Holm« die Serie fort, für die auch Peter Wanjek schon zwei Texte beigesteuert hatte. Im November 2014 wurden die Bände 474, 475 und der verhängnisvolle Band 476, Pongos Tod, ausgeliefert. Bei dieser Fortführung habe ich mich bemüht, alle angedeuteten Ideen aufzugreifen. So wissen wir aus den 500er-Manuskripten vom Untergang der Jacht unserer Freunde vor der Küste von Australien, geschildert unter dem von den Reinhards überlieferten Titel Die Rache des Malaien Chira. Und mit Pongos Tod wurde ein Tabu-Thema aufgegriffen, das schon in der Vorkriegszeit unter den Sammlerfreunden kursierte: Der beste Freund der beiden Abenteurer würde einen fürchterlichen Tod erleiden.

Die Manuskripte sind derzeit fortgeschrieben bis zur Nummer 490 und haben damit auch die von P. Wanjek vorgelegte Nr. 489, Kampf der Augen, einbezogen. Alles deutet derzeit darauf hin, dass es mir gelingen wird, den Anschluss zur Nr. 501 zu schaffen – vorausgesetzt, die Gesundheit bleibt mir erhalten und die Ideen gehen nicht aus. Aktuelle Nachrichten finden sich immer auf einer eigenen Web-Seite unter www.rolf-torring.com sowie bei Facebook unter »Rolf Torring und Hans Warren«.

Euer Hans Holm alias Thomas Ostwald, 1. Dezember 2014


 Leseprobe aus Band 476, Pongos Tod

3. Kapitel

Angriff der Schlangen

Ich hatte den Eindruck, dass der Gang endlos war, aber das lag natürlich an meinem Wunsch, endlich mit dem geretteten Dark an die Oberfläche zu gelangen. Gerade hatten wir die Gabelung erreicht, an der es in den großen Raum mit den Krokodilmumien ging, als ich stehen blieb. Ich hatte die Spitze unserer Gruppe übernommen, Rolf war hinter mir, damit wir den Gang gut ausleuchteten und Pongo uns problemlos mit seiner schweren Last folgen konnte.

Es war ein seltsamer, scharrender Laut, der an mein Ohr gedrungen war, und den ich nicht zuordnen konnte. Er kam jetzt ganz deutlich aus dem Krokodilraum, und erschrocken starrte ich auf den Lichtkegel, den ich sofort in den Raum geworfen hatte.

Der Boden des Raumes war dicht bedeckt mit allen möglichen Schlangenarten. Neben den Vipern züngelten auch einige Kobras und richteten sich hoch auf, als ich sie blendete. Ein zweiter Blick zeigte mir die Quelle dieser ekligen Reptilienflut: Sie kamen alle aus dem kleinen Gang gekrochen, den wir zuvor entdeckt hatten.

»Raus hier, aber schnell! Überall Schlangen!«, rief ich den Gefährten zu und begann nun, im Laufschritt den Gang hinunterzueilen, jeden Moment gewärtig, auf eines der Reptilien zu treffen. Zwar hatte ich sofort wieder einen der Colt-Revolver in der Hand, war mir aber nicht sicher, ob ich eine Schlange bei diesen Lichtverhältnissen überhaupt treffen könnte, bevor sie mich angriff.

Endlich hatte ich die Treppe erreicht und sprang die schmalen Stufen hinauf, dicht gefolgt von Rolf.

»Wo ist Pongo?«, schrie ich voller Entsetzen, als ich unseren Gefährten nicht hinter Rolf auftauchen sah.

»Eben war er noch direkt hinter mir, ich konnte seinen Atem deutlich hören, schnell, zurück!«, rief mir Rolf zu, und sofort sprangen wir die Stufen wieder herunter.

»Gottseidank, da bist du ja, Pongo!«, rief Rolf erleichtert aus, als er den schwarzen Riesen an die Wand gelehnt vor sich sah. »Musstest du einen Augenblick pausieren? Die Last ist doch zu viel für einen Menschen, komm, wir nehmen dir Dark ab, es sind nur wenige Meter bis zur Treppe.«

»Massers … Pongo schon machen«, kam seine gepresste Stimme.

(hh/to)

2 Antworten auf Die Legende lebt …