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Timetraveller Episode 32

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Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken;
sie beleuchtet stets nur das Stück Weg,
das wir bereits hinter uns haben.
(Konfuzius)

Vorgeschichte

Schmerzhaftes

I

Dartmoor, 16. September 2011

Jane Brewer, Agentin des MI6 und abkommandiert zu einer Spezialabteilung für Paranormales, wusste nicht genau, was sich in dem kleinen Haus inmitten des Moors abspielte.

Was immer es auch war, es musste düster, sinister und von unguten Intentionen getragen sein. In dieser trostlosen, dürr besiedelten Gegend konnte ihrer Meinung nach nichts Gutes entstehen.

Welcher die Freude und die Gesellschaft liebende Mensch würde freiwillig ins Moor ziehen, in ein Haus, das im 18. Jahrhundert errichtet worden war und seitdem eine bewegte Geschichte aufzuweisen hatte?

Keine Story, die man sich über das Anwesen erzählte, hatte etwas mit Glück, Liebe und Zufriedenheit zu tun. Sie alle sprachen von Mord, Selbstmord, Brandschatzung, Verzweiflung und Irrsinn.

Im Laufe der Zeit hatte Jane sehr viel gesehen. Vor vielen Jahren war sie zu der in Cardiff ansässigen Spezialabteilung versetzt worden. Deren ehemalige Leiterin, Doktor Jaqueline Berger, hatte persönlich um ihre Versetzung gebeten, denn beide Agentinnen waren in einige haarsträubende Fälle verwickelt worden.

Sie hatten stets gut zusammengearbeitet, vertrauten einander bedingungslos und wussten, worauf es ankam.

Jaqueline achtete Jane als Agentin, aber auch als Mensch. Kein Wunder, dass Jay-Be ihre Hand über Jane gehalten und ihre Karriere gefördert hatte.

Inzwischen stand Jane ganz oben auf der Leiter, nur eine Sprosse von einer echten Führungsposition entfernt.

Und diese konnte sie bereits wittern, denn der jetzige Chef der Abteilung würde spätestens 2014 in den Ruhestand versetzt werden; inklusive Adelstitel, Dank der Krone und einer Rente, von der andere nur träumen konnten.

Geschah dies, das hatte man Jane unmissverständlich zu verstehen gegeben, würde ihre Zeit als aktive Agentin enden. Sie hatte ihrem Land und der Welt auf vielfache Weise gedient und war mehr als einmal verletzt worden.

Künftig sei ihr Platz in einem großen Büro mit unverbaubarer Aussicht, üppigem Gehalt und langen Nachmittagen in einem Club ihrer Wahl. Schließlich musste der Leiter der Abteilung vor allem Kontakte zu den seltsamsten Menschen pflegen, und dies ließ sich am besten in Clubs und feinen Lokalen bewerkstelligen.

Jane hatte deswegen kein schlechtes Gewissen, denn jeder wusste, dass sie es sich verdient hatte und bis zum Ausscheiden des jetzigen Chefs weiterhin verdienen würde.

Dass sie nicht mehr so schnell lief wie früher, sich verstärkt nach ruhigen Abenden mit ihrem Hund sehnte und es eher ruhig angehen ließ, statt wie früher mit einem SA80 durch das Gelände zu robben, war kein Geheimnis. Sie war weit davon entfernt, zum Alten Eisen zu gehören, aber sie war auch kein Heißsporn mehr, wie sie es einst gewesen war.

»Ich nähere mich dem Haus!«, wisperte Jane in ihr Headset, während sie geduckt dem Weg folgte, der zur Tür führte.

»Sei vorsichtig!«, mahnte ihr Operator. »Ich habe ein schlechtes Gefühl bei der Sache!«

Jane erwiderte nichts. Sie konnte sich auf ihre Partnerin verlassen; beide arbeiteten seit Jahren zusammen. Wenn sie sagte, dass sie ein schlechtes Gefühl habe, dann war das für Jane Grund genug, noch einen Tick vorsichtiger zu sein.

Neben dem Eingang ging sie in die Hocke, schlich dann aber nach links, um einen Blick durch eines der Fenster im Erdgeschoss zu werfen.

Leichen!

Männer und Frauen, nackt und mit aufgeschlitzter Kehle, lagen in dem sonst leeren Raum auf dem Boden.

Jane sah es durch den Schleier einer dünnen Gardine.

Eine nackte Birne an der Decke erhellte die schauerliche Szene. Fliegen schwirrten um die Leichen oder kauerten auf dem geronnen Blut, das sich als große Lache unter den Leibern gesammelt hat.

Ihre Partnerin, die dank der Datenbrille sah, was Jane sah, würgte leise. »Ich glaube«, sagte sie dann, »ich rufe die Polizei.«

»Gute Idee!« Jane wandte sich um und ging zur Tür. Sie musste hinein; vielleicht konnte sie weitere Opfer verhindern.

Im ersten Stock sah sie zuckende Schatten hinter einem Fenster. Dort bewegte sich jemand hektisch. Vielleicht war ein Ritual im Gange, oder ein Wahnsinniger machte sich daran, die Zahl der Leichen im Erdgeschoss zu mehren.

Aufmerksam auf das Haus war Jane geworden, weil Berichte von seltsamen Lauten und Lichtern eingegangen waren. Zudem trieb sich ein Mann im Dartmoor rum, der laut Unterlagen ihrer Abteilung zu den gefährlichsten Magiern gehörte, die derzeit die Welt unsicher machten.

Wo andere Agenten und Polizisten milde gelächelt hätten, zuckte Jane Brewer nur mit den Schultern und erledigte ihren Job. Sie wusste mehr als andere Menschen, hatte mehr gesehen und fürchtete sich vor Wesen, die für andere nur Fantasiegeschöpfe waren.

Bedachte man, dass sie sieben Monate die Freundin eines echten Werwolfs gewesen war, verstand man, dass sie bei dem Wort Magier nicht lachte, sondern ihre Kette mit magieabweisender Segnung überstreifte und ihren Job erledigte.

»Ich gehe rein!« Jane atmete noch einmal tief durch, ehe sie sich gegen die Tür warf.

Sie spürte, dass das Schloss nachgab und sie ins Haus taumelte. Sie sah seltsame, rot leuchtende Symbole auf dem Boden, spürte Panik in sich aufflammen und konnte doch nichts gegen das Unvermeidliche unternehmen.

Ein greller Blitz tauchte die Welt um sie herum in gleißendes Licht. Die Druckwelle einer Detonation erfasste sie, gemeinsam mit Trümmern des Eingangs wurde sie hinaus auf den Weg geschleudert.

Schutzzauber, dachte sie noch, ehe sich ein langes Stück Holz in ihren Leib bohrte. Der Schmerz war unerträglich. Sie schrie gellend auf, ihre Hände umfassten unwillkürlich den Fremdkörper. Blut schwappte über ihre Lippen, Sterne zerplatzten vor ihren Augen.

»Jane!«, hörte sie ihre Partnerin rufen, konnte aber nicht mehr antworten. Eine gnädige Ohnmacht riss sie fort und in ihr endete all ihre Qual.


Die vollständige Story steht als PDF, EPUB und MOBI zur Verfügung.

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