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Serien

Marshal Crown – Band 5

Marshal Crown – Band 5
Comanchen sterben einsam
Das Tipi des Schamanen lag am nördlichen Rand des Dorfes auf einer Anhöhe, von der aus man das bleigraue Band des Canadian Rivers sehen konnte.
Es war klein und alt, hergestellt aus Büffelhäuten, die schon vor vielen Sommern erbeutet worden waren. Neben dem Zelt steckte ein Holzgerüst im Schnee, von dem Skalpe, Tierschädel, Adlerfedern und Perlenketten aus buntem Glas hingen.
Im Inneren brannte ein Feuer in einer von faustgroßen Steinen umgebenen Mulde.
Der schwache Lichtschein der emporzüngelnden Flammen spiegelte sich in den großen dunklen Augen der vier Comanchen wider, die bereits seit dem Morgengrauen stoisch neben einem hageren, fast skelettdürren Mann verharrten, der vor ihnen in Decken gehüllt auf dem Boden lag.
In dem Zelt herrschte eine unwirkliche Stille.
Nur das Knacken und Knistern der brennenden Zweige war zu hören und der rasselnde Atem der ausgemergelten Weiterlesen

Marshal Crown – Band 4

Marshal Crown – Band 4
Killerfährte

Es war ein eiskalter Tag.

Schnee lag auf den braunen Hügeln am Canadian-River und ein brettharter Nordwester strich von den Bergen herab über das Land. Obwohl es bereits auf die Mittagsstunde zuging, war es der Sonne immer noch nicht gelungen, die dichte Wolkendecke zu durchdringen, die seit dem Morgengrauen über dem Land hing. Der Himmel hatte eine bleigraue Farbe angenommen und es hatte den Anschein, als sollte es überhaupt nicht mehr richtig hell werden.

Die vier Männer, die um die Mittagszeit von Südosten kamen, ritten abseits der eigentlichen Wagenstraße. Die Reiter saßen leicht vorgebeugt im Sattel ihrer Pferde und hatten die Kragen ihrer Mäntel hochgeschlagen. Die Weiterlesen

Marshal Crown – Band 3

Marshal Crown – Band 3
Eine Kugel für Marshal Crown

Marshal Jim Crown hob nur kurz den Kopf, als Linda Wentfort in sein Office kam.

Während er die Lehrerin nachdenklich musterte, schnallte er sich mit langsamen, beinahe bedächtig anmutenden Bewegungen den schweren Waffengurt um. Dann schnürte er sich die dünnen Lederriemen des Halfters um den Oberschenkel und richtete sich auf.

»Sie werden dich umbringen!«, sagte Linda mit brüchiger Stimme.

»Sie werden es versuchen«, entgegnete Jim kühl. »Aber du kannst mir glauben, dass ich da etwas dagegen habe. So schnell bringt mich keiner auf den Stiefelhügel.«
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Marshal Crown – Band 2

Marshal Crown Band 2
Falsches Spiel am Rio Blanco

Jäh zerriss das Krachen eines Schusses die friedliche Stille an dem kleinen Wasserloch.

Die Kugel zischte scheinbar aus dem Nichts heran und bohrte sich keine Handbreit vor Marshal Crown mit einem hässlichen Klatschen in den Boden. Während sein Pferd sich verschreckt aufbäumte, reagierte der Sternträger sofort.

Blitzschnell ließ er sich aus dem Sattel fallen. Der Aufprall auf dem felsigen Boden war hart und trieb ihm die Luft aus den Lungen. Aber Crown biss die Zähne zusammen, rollte zur Seite, um nicht von den wirbelnden Hufen seines vor Angst halb verrückten Pferdes getroffen zu werden, und brachte sich hinter einem kantigen Felsquader in Sicherheit.
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Marshal Crown – Band 1

Marshal Crown Band 1
Zähl bis drei und stirb

»Okay, Mister Abbott. Ihre Zweihundert und noch einmal Zweihundert …«

Jesse Bentons Gesicht zeigte keinerlei Regung, als er das Geld vor sich in die Tischmitte schob.

Die wenigen Gäste, die sich kurz vor Mitternacht noch im Golden Palace Saloon befanden, atmeten geräuschvoll ein und scharten sich neugierig um die beiden Spieler. Einsätze wie die eben genannte Summe waren selbst in einer Rinderstadt wie Rath City nicht gerade alltäglich.

Einer der Zuschauer legte Abbott seine Hand auf die Schulter.
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