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Phänomene und Legenden

Oberhessisches Sagenbuch Teil 67

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Teufelsspuk in der Stadtkirche zu Schotten

Seit alten Zeiten ist es in der Schottener Kirche nie ganz glitzer (geheuer) gewesen. So ist noch kein Glöckner daran alt geworden, denn bei den Uhren soll etwas sein, das nicht gut ist. In der Adventszeit ist des Nachts die Kirche oft erleuchtet. Man sieht durch das Schlüsselloch alle Stühle voll Männer und Franen und hört einen ganz dunen Gesang. Nachher kommt ein Pfarrer an den Altar im Chor neben aus der Sakristei heraus und es ist, als ob er ein Kind taufte. Das soll ein alter Oberpfarrer der Kirche sein, der einmal nach Rainrod ging und im Spießwald Weiterlesen

Aus dem Wigwam – Die Adlerinsel

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Vierzig Sagen
Mitgeteilt von Chingorikhoor

Die Adlerinsel

ine kurze Strecke unterhalb der Fälle von St. Anthony befindet sich eine kleine felsige Insel, die von den Geistern der Algonkin bewohnt ist. Die Krieger jenes Stammes hatten sich nämlich einst vermessen, gegen die Manitus der Fälle ins Feld zu ziehen, waren aber besiegt und zur Strafe in Adler verwandelt worden, in welcher Gestalt sie nun ewig auf jenem nebligen Eiland hausen müssen.

Die Nation der Algonkin war früher die Mächtigste des ganzen Landes und hatte sich alle anderen Stämme tributpflichtig gemacht. Dadurch waren sie jedoch mit der Zeit so übermütig und anmaßend geworden, dass sie ver­gaßen, dem Großen Geist, dem sie ihren ganzen Ruhm und ihr unvergleich­liches Kriegsglück doch nur allein zu Weiterlesen

Oberhessisches Sagenbuch Teil 66

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Der Kroppenhans

Von einem Platz vor Burggemünden, die lange Gasse genannt, erzählt das Volk, dass dort viel ungerechte Heller vergraben lägen und auch der Kroppenhans umgehe. Die Totenfrau des Ortes kam einmal im Sommer vor Mitternacht dort vorüber und sah von Weitem etwas ganz Helles im Gras leuchten, als wären es Johannisgleimchen (Johanniswürmchen). Als sie aber näher trat, war es ein großer Haufen Goldstücke, feurig glänzend, als wären sie eben frisch geprägt worden, sonst aber allesamt so dünn wie Fischschuppen. Sogleich trat Weiterlesen

Aus dem Wigwam – Der Teufel vom Kap Higgin

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Vierzig Sagen
Mitgeteilt von Chingorikhoor

Der Teufel vom Kap Higgin

ange Zeit, ehe die Insel Nope von den Blassgesichtern besiedelt wurde, lebte dort ein gutmütiger alter Geist, den die Indianer Moschup und die Weißen den Teufel vom Kap Higgin, wo sein Lieblingsaufenthalt war, nannten. Unter dem Wort Moschup versteht man nun einen sehr bösen Zauberer. Aber der Alte war durchaus nicht so gefährlich, wie man allenfalls aus seinem Namen schließen könnte. Fehler hatte er allerdings; doch wer hat diese nicht? Wenn er aber die seinen mit denen der Indianer verglich, so konnte er mit gutem Gewissen sagen, dass er doch noch besser als alle sei.

Er war nur manchmal etwas grob und sagte seiner Frau nicht immer schmeichelhafte Liebenswürdigkeiten, aber dafür Weiterlesen

Oberhessisches Sagenbuch Teil 65

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Der feurige Wiesbaum

In Eschenrod war ein Mann, der hatte nichts von Vater und Mutter ererbt, auch nichts erheiratet, und wurde doch reicher von Tag zu Tag. Man wusste nicht wie. Niemals ging ihm die Brot- und Saatfrucht aus, sein Boden war stets voll. Weil nun das alles nicht richtig war, wie es sein sollte, gaben ihm die Nachbarn auf Schritt und Tritt Achtung. Es war gerade die Kirmes im Ort, der Mann mit Frau und Kindern bei der Musik und sein Haus fest verschlossen. Da entstand ein Auflauf auf der Gasse und der Mann eilte ganz bestürzt unter die Menge. Diese Weiterlesen

Hannikel – 8. Teil

Christian Friedrich Wittich
Hannikel
oder die Räuber- und Mörderbande, welche in Sulz am Neckar in Verhaft genommen und daselbst am 17. Juli 1787 justifiziert wurde
Verlag Jacob Friderich Heerbrandt, Tübingen, 1787

Weil nun Hannikel und Wenzel in dem Verhör über den von ihnen verübten und eingestandenen Mittelbronner Einbruch und Diebstahl, jener sieben Bürger, als der nach einem Schreiben aus Pfalzburg angegebenen Mitschuldigen und bereits auf das bloß Angeben der Juden unverantwortlich verurteilten mit keiner Silbe gedacht und solche allem Ansehen nach ganz unschuldig justiziert worden waren, so fand man durch Veranlassen des im Ludwigsburger Zuchthaus befindlichen Gauners Schinder-Peterle für nötig, Hannikel und seinen Bruder Wenzel Weiterlesen

Aus dem Wigwam – Awaschank

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Vierzig Sagen
Mitgeteilt von Chingorikhoor

Awaschank

ine faulere und hässlichere Jungfrau als Awaschank gab es sicherlich nicht auf der ganzen Erde. Sie schielte mit beiden Augen und ihre Nase war so lang und dünn, dass sie wie ein in das Gesicht gesteckter Stock aussah. Ihre Zähne standen weit aus dem schief geschnittenen Mund hervor und ihre Ohren waren so lang, dass sie ihr bis auf die Schultern hingen. Ihre Arme waren nichts als fleischlose Knochen und ihre Beine waren so krumm wie ein straff gespannter Bogen. Wo sie sich nur sehen ließ, wurde sie ausgelacht und verhöhnt. Aber eine Eigenschaft hatte sie, in der ihr niemand gleichkam: Sie konnte außerordentlich schön singen.

Oft saß sie tagelang auf ihrem Lieblingsplatz, einem kleinen Hügel im Wald, und sang. Ihre liebliche Stimme hallte so Weiterlesen