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Marshal Crown – Band 52

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Phänomene und Legenden

Aus dem Wigwam – Das Sturmkind

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Zwanzig Sagen
Mitgeteilt von Kah-ge-ga-gah-bowh

Das Sturmkind

ie Herbstjagd der Crow war sehr erfolglos gewesen und der Winter stand mit seinen Schrecken vor der Tür. Nun kam eines Tages ein Jäger in das Dorf und teilte die freudige Nachricht mit, dass er einen Platz gefunden habe, wo es noch zahlreiches Wild gebe. Augenblicklich brach das ganze Dorf auf und fand den Bericht des Jägers bestätigt.

Als sie sich nun auf die Rückreise vorbereiteten, wurden sie von einem schrecklichen Gewitter überrascht. Zwei große Arme, die aus einer raben­schwarzen Wolke ragten, schienen etwas auf einen Berg zu legen. Sobald sich der Himmel wieder aufgeklärt hatte, gingen einige an die betreffende Stelle und fanden daselbst ein junges Kind von grasgrüner Farbe. Sie riefen nun gleich einige Squaws herbei, aber da keine von ihnen den Mut hatte, es anzurühren, so erbarmte Weiterlesen

Oberhessisches Sagenbuch Teil 123

Oberhessisches Sagenbuch
Aus dem Volksmund gesammelt von Theodor Bindewald
Verlag von Heyder und Zimmer, Frankfurt a. M., 1873

Strafe in der Heiligen Nacht

Wie anderwärts ist auch im ganzen Vogelsberg der Glaube verbreitet, dass in der Nacht der Allerheiligsten Geburt des ewigen Sohnes Gottes alles Wasser auf Erden in Wein verwandelt sei, wunderbarer Weise, wenn man auf den Glockenschlag zwölf dem fließenden Wasser nach schweigend aus dem Born schöpft.

Nun war ein frecher böser Bube in einem Dorf, der glaubte an nichts und wollte die Leute verhöhnen. Deshalb legte er sich um jene Stunde mit seinem Leib quer über den Born und rief: »Jetzt ist alles Wasser geworden zu Weiterlesen

Sagen der mittleren Werra 25

Sagen-der-mittleren-Werra

Vom Stahlberg bei Seligenthal

Einige Bergleute von Seligenthal hatten sich zusammengetan, um auf dem Stahlberg eine Grube auf Eisenstein anzulegen. Sie waren aber unglücklich und verloren durch das Unternehmen nach und nach ihr ganzes Vermögen. Da glaubte einer von ihnen, noch ein Kleidungsstück entbehren zu können, schlug es los und kaufte einige Talglichter dafür.
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Aus dem Wigwam – Warum der Bécancour River in Canada auch Stinkfluss genannt wird

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Zwanzig Sagen
Mitgeteilt von Kah-ge-ga-gah-bowh

Warum der Bécancour River in Canada auch Stinkfluss genannt wird

inige Algonkin lagen beständig mit den Irokesen im Streit. Um demselben ein Ende zu machen, nahmen sie Zuflucht zu einer List, die ihnen auch gelang. Sie versteckten sich gutbewaffnet in dem Gebüsch an den Ufern des Bécancour River und ließen einige von ihnen mit ihren Kanus auf dem Wasser herumfahren und fischen.

Die Irokesen, welche, wie sie wussten, in der Nähe waren, bemerkten die Fischer bald und ruderten munter auf sie zu, da sie dachten, mit diesen paar Algonkin seien sie schnell fertig. Sobald aber jene es sahen, ruderten sie an Land und liefen fort. Die Irokesen verfolgten sie, aber kaum waren sie hundert Schritte vom Fluss entfernt, da wurden sie von einem solchen Pfeilregen über­schüttet, dass die meisten tot niederstürzten. Die Übrigen flohen zu ihren Kanus Weiterlesen

Sagen der mittleren Werra 24

Sagen-der-mittleren-Werra

Von den Asbacher Bergen

In und auf den Asbacher Bergen hinter Schmalkalden steckt großer Reichtum an edlen Erzen und Heilkräutern. Vor allen ist es der Kohlberg, der die meisten Schätze besitzt. Das wussten auch die Italiener, die in früherer Zeit oft in die Gegend kamen. Die aber hielten die Sache gar gewaltig geheim, trieben zum Schein einen Handel mit Tinte, schrien diese in den Straßen von Schmalkalden Weiterlesen

Aus dem Wigwam – Die Geschichte des Morgensterns

Karl Knortz
Aus dem Wigwam
Uralte und neue Märchen und Sagen der nordamerikanischen Indianer
Otto Spamer Verlag. Leipzig. 1880

Zwanzig Sagen
Mitgeteilt von Kah-ge-ga-gah-bowh

Die Geschichte des Morgensterns

er Morgenstern war früher, wie die Dakota glauben, eine wunder­schöne Jungfrau, die sich nach der Gesellschaft der Sonne sehnte und in das Land reisen wollte, aus dem das Licht des Tages kam.

Ihr Bruder, der ein sehr geachteter Häuptling war und dem viel daran lag, dass ihr Wunsch erfüllt würde, wandte sich im Gebet an den Großen Geist um Hilfe.

Der Große Geist erhörte auch sein Flehen und ließ einen gewaltigen Sturmwind kommen, der das Mädchen in die Nähe der Sonne führte.
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