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Im Original C. L. Wucke

Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg 26

Der Name von Köpenick und der große Krebs von Stralow

Im Müggelsee soll vor alten Zeiten ein großer Krebs gewesen sein. Das war aber nicht einer wie der im Mohriner See in der Neumark, von dem man sagt, dass er an einer Kette liege, und wenn er loskäme, so würde die ganze Welt untergehen, sondern der Krebs im Müggelsee war ein verzauberter Prinz. Das ist eine eigentümliche Geschichte, und zwar soll damit der Name von Köpenick zusammen­hängen. Die Gelehrten sagen zwar, der Name rühre noch aus der alten Wendenzeit her und bedeute so viel als Schanze, Wall. In Köpenick aber hat man es von jeher anders erzählt. Es fischte einmal nämlich ein Weiterlesen

Sagen der mittleren Werra 54

Sagen-der-mittleren-Werra

Vom Avemark bei Brotterode

Dicht über dem Brotteroder Schützenhof und zur Seite der Straße nach Kleinschmalkalden liegt ein Berg, genannt das Avemark. Dort oben stand vor Zeiten eine Kapelle, sie nach einigen der heiligen Maria (Ave Maria), nach anderen dem heiligen Marcus (Ave Mace) geweiht war und deren Altarbild besondere Wunderkraft zugeschrieben wurde. Der Sage nach wurde die Kapelle in einen Felsen verwandelt, um sie vor der ihr vom gottlosen Küster Weiterlesen

Sagen der mittleren Werra 53

Sagen-der-mittleren-Werra

Von der Brautküche bei Brotterode

Oberhalb Brotterode liegt rechts von der Straße nach dem Inselsberg ein schönes Waldgründchen, die Brautküche genannt, das von einem kleinen klaren Bach, die Braut, durchrieselt wird.

Dorthin ging eines Tages die schöne, junge Braut eines Brotteroder Bergknappen, um Reisig zu sammeln. Vielleicht hatte sie jenen Wald gewählt, weil dort grade die Gruben, in denen ihr Liebster arbeitete, nahe dabei lagen, und deshalb sang sie, als sie ihr Bündel zusammenbinden wollte, ein lustiges Weiterlesen

Sagen der mittleren Werra 52

Sagen-der-mittleren-Werra

Von einem Spuk in Brotterode

Bei Brotterode lagerte einmal im Dreißigjährigen Krieg ein Haufen Kroaten auf der nach ihnen auch heute noch sogenannten Kroaten-Eller. Der drangsalierte den Ort gar arg. So erstachen sie neben dem Wirtshaus auch einen Mann. Der spukt heute noch. Bald steht er in nachdenkender Stellung und mit verschränkten Armen an der Ecke des Wirtshauses, bald geht er am Bach auf und ab. Wem er aufstößt, bringt er nichts Gutes.
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Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg 25

Das Koboldhaus an der Dahme

An den Müggelsbergen spukt es aller Orten. Auf der Südseite an der Dahme oder Wendischen Spree liegt ein einzelstehendes Fischerhaus, das nennt man noch das Ko­boldhaus, weil ein Kobold dort sein Wesen getrieben hatte. Ein Hauptschabernack von ihm war mit den Fischern, wenn sie des Nachts so nebeneinander auf der Streu lagen und schliefen. Erst machte er sich am Kopfende zu schaffen und zog und zerrte die Einzelnen so lange, bis die Köpfe in einer Linie lagen. Nun waren die Füße aber ungleich. Da sprang er da hinüber und zog wieder so lange an den Füßen, bis diese eine Reihe bildeten. So Weiterlesen