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Perry Rhodan- WEGA -Band 2

Ben Calvin Hary
Perry Rhodan
WEGA, Band 2 von 12
Die Rollende Stadt

Science-Fiction, Heftroman, Hörbuch und E-Book, Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt, 1.April 2021, € 2,50, 68 Seiten, Titelbild: Dirk Schulz

Perry Rhodan und Gillian Wetherby gelangen per Fiktivtransmitter in die kreisende Stadt des unbekannten Volkes der Oigani, die die Superintelligenz ES als Gottheit verehren.

Verfolgt werden die beiden Terraner von Krakatau, dem Abgesandten der Maccani und neuen Verwalter des Wegasystems, der Rhodans Zellaktivator für sich beansprucht.

Um das neue Galaktische Rätsel zu lösen, müssen der Unsterbliche und die Frau aus der Vergangenheit einen Weg aus der isolierten Stadt finden.

Ben Calvin Hary legt mit Die Rollende Stadt neue Spuren zur Lösung des zweiten Galaktischen Rätsels. Vor allem macht er aber eines, er gibt anhand ausgewählter Erinnerungen Gillian Wetherbys, der Raumpilotin aus dem Jahr 1975 AD, Rückblicke auf die Anfänge der Dritten Macht.

Hary lässt dabei durchaus Kritik an der inzwischen möglicherweise verklärten Perry Rhodan-Historie anklingen. Natürlich waren die Soldaten*innen der noch jungen Raumflotte Menschen ihrer Zeit und somit Rassismus und Diskriminierung von Frauen traurigerweise fast alltäglich. Auch ist so manche Entscheidung des Militärs, vor allem unter moralischen Gesichtspunkten, als absolut fragwürdig zu betrachten. Letztendlich muss man sich einfach vergegenwärtigen, dass die Dritte Macht von ihrer politischen Struktur her einer Militärdiktatur nicht unähnlich war.

Neben diesem kritischen Ansatz hat mir gefallen, dass Autor Hary Perry Rhodan und Gillian Wetherby von Anfang an auf Augenhöhe miteinander agieren lässt, spiegelt Wetherby von Ihrer Art her, sowohl ihre Risikobereitschaft betreffend als auch ihre bedingungslose Hilfsbereitschaft anderen gegenüber doch viel von Perry Rhodans eigenen Charakterzügen wider.

Diese Rückblicke machen die Vergangenheit der Serie erlebbar und schlagen gleichzeitig eine Brücke in die Gegenwart der Romanhandlung. Ein Fest für Altleser und Aufbereitung von Hintergrundwissen für Neuleser. Auch stilistisch hat Ben Calvin Hary hier den richtigen Ton getroffen.

Im Übrigen bekommen wir es mit einem schon häufig bei Perry Rhodan genutzten Sujet zu tun: Unser Held strandet auf einer ihm unbekannten Welt. Dorthin versetzt wurde er in der Regel durch ein noch ungeklärtes Phänomen oder das Eingreifen Höherer Mächte. Perry Rhodan muss sich orientieren, das Ziel und den Weg dorthin finden, wobei seine technische Ausrüstung nur eingeschränkt nutzbar ist. Dieses Mal ist die Prämisse zumindest klarer und Perry ist zudem nicht allein in der Stadt der Oigani sowie bei seiner Suche eines Wegs nach draußen.

Gesellschaft und Kultur dieser Wesen werden als degenerativ beschrieben. Das Leben wird von permanenter Nahrungsaufnahme und einer Art Todeskult bestimmt. Ganz pragmatisch wird hier ein Zusammenhang zwischen Überbevölkerung und Lebensmittelversorgung hergestellt und ein Problem geschildert, dessen Lösung für mich eine Reminiszenz an den Film Soylent Green aus dem Jahr 1973 bzw. Harry Harrisons Roman New York 1999 darstellt, zusätzlich gewürzt mit Motiven aus Logan`s Run von 1976.

Auch dieser zweite Roman der WEGA-Miniserie lässt an seinem Ende offene Fragen zurück: Wo sind beispielsweise Reginald Bull und Gucky verblieben? Wer sind die geheimnisvollen Titanen, die Erbauer der Rollenden Stadt?

Die Titelillustration von Dirk Schulz zeigt eine Oigan, wenn auch eine sehr vermenschlichte Version dieser Spezies.

(sb)

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