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Die drei Musketiere 65

Alexander Dumas d. Ä.
Die drei Musketiere
7. bis 10. Bändchen
Historischer Roman, aus dem Französischen von August Zoller, Stuttgart 1844, überarbeitet nach der neuen deutschen Rechtschreibung

XXXII.

Das Gericht

Es war eine stürmische, finstere Nacht. Schwere Wolken jagten am Himmel hin und verschleierten den Glanz der Gestirne. Der Mond sollte erst um Mittemacht aufgehen. Zuweilen gewahrte man beim Schimmer eines Blitzes, der am Horizont zuckte, die Straße, wie sie sich weiß und einsam entrollte. Erlosch der Blitz, so trat wieder dieselbe Finsternis ein.

Jeden Augenblick rief Athos d’Artagnan zu, der stets an der Spitze der kleinen Truppe ritt, und nötigte ihn, in sein Glied zurückzukehren, das er nach einem Augenblick abermals verließ. Er hatte nur einen Gedanken, nämlich vorwärts zu kommen, und es drängte ihn. Man zog in der Stille durch das Dorf Festubert, wo der verwundete Bediente zurückgeblieben war, und dann längs dem Dorf Richebourg. In Herlier angelangt, wandte sich Planchet, der den Zug stets anführte, nach links.

Wiederholt hatten es Lord Winter, Porthos oder Aramis versucht, den Mann mit dem roten Mantel anzureden, aber auf jede Frage, die man an ihn richtete, verneigte er sich, ohne zu antworten. Die Reisenden begriffen sodann, dass der Unbekannte sein Stillschweigen aus triftigen Gründen beobachtete, und hörten auf, ihn auszuforschen.

Überdies nahm das Gewitter immer mehr zu, die Blitze folgten rascher, der Donner fing an zu rollen und der Wind der Vorläufer des Orkans pfiff durch die Federn und Haare der Reiter.

Die Reitertruppe schlug einen Trab an.

Jenseits Fromelles kam der Sturm zum Ausbruch. Man zog die Mäntel über. Es waren noch drei Meilen zurückzulegen, man machte sie unter Strömen von Regen. D’Artagnan hatte seinen Hut abgenommen und den Mantel nicht angezogen. Es war ihm eine Erquickung, das Wasser über seine glühende Stirn und seinen von Fieberschauern geschüttelten Körper rinnen zu lassen.

Im Augenblick, nachdem die kleine Truppe durch Goscal geritten war und sich vor der Post befand, machte sich ein an einen Baum gelehnter Mann von dem Stamm los, wo man ihn in der Dunkelheit nicht erkannt hatte, und trat, seinen Finger auf die Lippen legend, bis an die Mitte der Straße vor.

Athos erkannte Grimaud.

»Was gibt es?«, rief d’Artagnan. »Sollte sie Armentières verlassen haben?«

Grimaud machte mit dem Kopf ein bejahendes Zeichen. D’Artagnan knirschte mit den Zähnen.

»Still, d’Artagnan!«, sprach Athos, »ich habe alles übernommen, und es ist folglich meine Sache, Grimaud zu befragen.«

»Wo ist sie?«, fragte Athos.

Grimaud streckte die Hand in der Richtung der Lys aus.

»Fern von hier?«

Grimaud zeigte seinem Herrn einen gebogenen Finger.

»Allein?«

Grimaud bejahte durch ein Zeichen.

»Messieurs«, sagte Athos, »sie ist eine halbe Meile von hier, in der Richtung des Flusses.«

»Gut«, sprach d’Artagnan, »führe uns, Grimaud.«

Grimaud ging querfeldein und diente der Cavalcade als Führer.

Nach ungefähr fünfhundert Schritten fand man einen Bach, den man durchwatete.

Beim Schimmer eines Blitzes gewahrte man das Dorf Erquinheim.

»Ist es hier?«, fragte d’Artagnan.

Grimaud schüttelte verneinend den Kopf.

»Still also«, sprach Athos.

Die Truppe setzte ihren Weg fort.

Ein anderer Blitz leuchtete. Grimaud streckte den Arm aus. Bei dem bläulichen Schein unterschied man ein kleines, einzeln stehendes Haus am Rande des Flusses, hundert Schritte von einer Fähre.

Ein Fenster war erhellt.

»Wir sind an Ort und Stelle«, sprach Athos.

In diesem Augenblick erhob sich ein in einem Graben liegender Mann. Es war Mousqueton. Er deutete mit dem Finger nach dem erleuchteten Fenster.

»Sie ist hier«, sagte er.

»Und Bazin?«, fragte Athos.

»Während ich das Fenster bewachte, bewachte er die Tür.«

»Gut«, sagte Athos, »Ihr seid alle getreue Diener.«

Athos sprang von seinem Pferd, dessen Zügel er Grimaud überließ, und ging auf das Fenster zu, nachdem er den übrigen Mitgliedern seiner Truppe durch ein Zeichen angedeutet hatte, sie möchten sich zur Tür wenden.

Das kleine Haus war von einer lebendigen, zwei bis drei Fuß hohen Hecke umgeben. Athos sprang über die Hecke und gelangte bis zu dem Fenster, das der Läden entbehrte, dessen Halbvorhänge aber sorgfältig zugezogen waren.

Er stieg auf die steinerne Randleiste, damit sein Blick über die Höhe der Vorhänge reichen konnte.

Beim Schimmer einer Lampe sah er eine in einen dunkelfarbigen Mantel gehüllte Frau auf einem Schemel in der Nähe eines erlöschenden Feuers sitzen.

Sie stützte ihren Ellenbogen auf einen schlechten Tisch und hatte ihren Kopf in ihre elfenbeinweiße Hände gelegt.

Man konnte ihr Gesicht nicht unterscheiden, aber ein finsteres Lächeln zog über die Lippen von Athos. Es war keine Täuschung möglich. Er sah diejenige, welche er suchte.

In diesem Augenblick wieherte ein Pferd. Mylady schaute empor, erblickte dicht vor dem Fenster das bleiche Antlitz von Athos und stieß einen Schrei aus.

Athos begriff, dass sie ihn erkannt hatte, stieß mit dem Knie und der Hand an das Fenster, dieses gab nach, die Scheiben zerbrachen und Athos sprang, dem Gespenst der Rache ähnlich, in das Zimmer.

Mylady lief zur Tür und öffnete sie. Noch bleicher, noch drohender als Athos, stand d’Artagnan auf der Schwelle.

Mylady wich kreischend zurück. D’Artagnan glaubte, sie habe ein Mittel zu entfliehen, und zog, ihr Entkommen befürchtend, eine Pistole aus seinem Gürtel.

Aber Athos hob die Hand und sprach: »Steck die Waffe wieder an ihren Ort, d’Artagnan. Diese Frau soll gerichtet und nicht ermordet werden. Warte noch einen Augenblick, d’Artagnan, und du sollst befriedigt sein. Tretet ein, Messieurs.«

D’Artagnan gehorchte, denn Athos hatte die feierliche Stimme und die mächtige Gebärde eines vom Herrn im Himmel abgesandten Richters. Hinter d’Artagnan traten Porthos, Aramis, Lord Winter und der Rotmantel ein.

Die vier Lakaien bewachten die Tür und das Fenster.

Mylady war auf ihren Sitz zurückgesunken und streckte die Hände aus, als wollte sie diese furchtbare Erscheinung beschwören. Als sie ihren Schwager erblickte, stieß sie einen gräßlichen Schrei aus.

»Was verlangt Ihr?«, rief Mylady.

»Wir verlangen«, antwortete Athos, »Anna von Breuil, die sich anfangs Gräfin de la Fère und sodann Lady Winter, Baronin von Sheffield genannt hat.«

»Ich bin es«, murmelte sie in höchster Bestürzung. »Was wollt Ihr von mir?«

»Wir wollen Euch richten nach Euren Verbrechen«, sagte Athos. »Es steht Euch frei, Euch zu verteidigen; rechtfertigt Euch, wenn Ihr könnt. Monsieur d’Artagnan, Euch kommt die erste Anklage zu.«

D’Artagnan schritt vor und sprach: »Vor Gott und den Menschen klage ich diese Frau an, Constance Bonacieux, welche gestern Abend verschieden ist, vergiftet zu haben.«

Er wandte sich gegen Porthos und Aramis um.

»Wir bezeugen es«, sagten mit einer Bewegung die zwei Musketiere.

D’Artagnan fuhr fort: »Vor Gott und den Menschen klage ich diese Frau darüber an, dass sie mich mit dem Wein vergiften wollte, den sie mir von Villeroi mit einem falschen Brief zuschickte, als ob der Wein von meinen Freunden käme. Gott hat mich gerettet, aber ein Mann namens Baisemout ist statt meiner gestorben.«

»Wir bezeugen es«, sagten einstimmig Porthos und Aramis.

»Vor Gott und den Menschen«, sprach d’Artagnan weiter, »klage ich diese Frau an, mich zur Ermordung des Grafen von Wardes angereizt zu haben, und da niemand hier ist, um die Wahrheit dieser Beschuldigung zu bezeugen, so bezeuge ich sie. Ich habe es gesagt.«

Nach diesen Worten trat d’Artagnan mit Porthos und Aramis auf die andere Seite des Zimmers.

»An Euch, Mylord«, sagte Athos.

Der Baron trat ebenfalls vor und sprach: »Vor Gott und den Menschen klage ich diese Frau darüber an, dass sie den Herzog von Buckingham ermorden ließ.«

»Der Herzog von Buckingham ermordet!«, riefen alle Anwesenden wie aus einem Mund.

»Ja«, erwiderte der Baron, »ermordet! Auf Euer warnendes Schreiben hin ließ ich diese Frau verhaften und übergab sie einem redlichen Diener zur Bewachung. Sie verführte diesen Menschen, drückte ihm den Dolch in die Hand, hieß ihn den Herzog ermorden, und in diesem Augenblick bezahlt Felton vielleicht mit seinem Kopf das Verbrechen dieser Furie.«

Ein Schauer durchlief die Richter bei der Enthüllung dieser noch unbekannten Verbrechen.

»Das ist noch nicht alles«, versetzte Lord Winter. »Mein Bruder, der Euch zu seiner Erbin eingesetzt hatte, ist in drei Stunden an einer seltsamen Krankheit gestorben, welche auf dem ganzen Körper schwarzblaue Flecken zurücklässt. Meine Schwester, wie ist Euer Gatte gestorben?«

»Gräulich!«, riefen Porthos und Aramis.

»Mörderin Buckinghams! Mörderin Feltons! Mörderin meines Bruders! Ich verlange Gerechtigkeit von Euch, und wenn sie mir nicht gegeben wird, so werde ich sie mir selbst nehmen!«

Lord Winter stellte sich neben d’Artagnan und ließ den Platz für einen anderen Ankläger frei.

Myladys Stirn sank in ihre beiden Hände. Sie versuchte ihre durch einen tötlichen Schwindel verwirrten Gedanken zu klären.

»Nun ist es an mir«, sprach Athos selbst, indem er zitterte, wie ein Löwe beim Anblick einer Schlange zittert, »nun ist es an mir. Ich heiratete diese Frau, als sie noch ein junges Mädchen war. Ich heiratete sie wider den Willen meiner Familie. Ich übergab ihr mein Vermögen, ich gab ihr meine Hand, und eines Tages bemerkte ich, dass diese Frau gebrandmarkt war. Diese Frau trug das Brandmal einer Lilie auf der linken Schulter.«

»Oh!«, rief Mylady, sich erhebend, »ich fordere Euch auf, das Tribunal, welches diesen schändlichen Spruch über mich verhängt hat, aufzufinden. Ich fordere Euch auf, denjenigen, welcher ihn vollstreckte, zu finden.«

»Still!«, ließ sich eine Stimme vernehmen, »dies zu beantworten kommt mir zu!«

Und der Rotmantel trat ebenfalls näher.

»Wer ist dieser Mann? Wer ist dieser Mann?«, rief durch den Schrecken niedergeschmettert Mylady, deren Haare sich lösten und auf dem leichenblassen Haupt empor starrten, als ob sie lebendig gewesen wären.

Aller Augen wandten sich nach diesem Mann, denn mit Ausnahme von Athos war er allen unbekannt. Doch auch Athos schaute ihn mit ebenso großer Verwunderung an, wie die anderen. Er wusste nicht, wie derselbe im Zusammenhang mit dem furchtbaren Drama stehen konnte, das sich in diesem Augenblick entwickelte.

Nachdem der Unbekannte sich langsam und feierlich Mylady genähert hatte, sodass ihn nur noch der Tisch von ihr trennte, nahm er seine Maske ab.

Mylady schaute einige Zeit mit allen Zeichen wachsenden Schreckens das bleiche, mit schwarzen Haaren und schwarzem Bart umgebene Gesicht an, dessen einziger Ausdruck eine eisige Unempfindlichkeit war. Dann rief sie plötzlich aufstehend und bis an die Wand zurückweichend: »Oh! nein, nein, nein! Das ist eine höllische Erscheinung! Er ist es nicht! Zu Hilfe, zu Hilfe!«, schrie sie mit rauer Stimme und wandte sich zu der Wand um, als ob sie sich mit ihren Händen einen freien Durchgang hätte öffnen können.

»Aber wer seid Ihr denn?«, riefen alle Zeugen dieser Szene.

»Fragt diese Frau«, antwortete der Rotmantel, »denn Ihr seht wohl, dass sie mich wiedererkannt hat.«

»Der Henker von Lille! Der Henker von Lille!«, rief Mylady, von wahnsinnigem Schrecken erfaßt und sich mit den Händen an die Wand klammernd, um nicht zu fallen.

Alle Anwesenden wichen zurück und der Rotmantel stand allein mitten in der Stube.

»Oh! Gnade! Barmherzigkeit!«, rief die Elende, auf die Knie stürzend.

Der Unbekannte wartete, bis es wieder ruhig geworden war, und sprach sodann: »Ich sagte Euch, dass sie mich wiedererkannt hat. Ja, ich bin der Henker der Stadt Lille. Hört meine Geschichte.«

Aller Augen waren auf den Mann geheftet, dessen Worten man mit ängstlicher Neugier entgegenharrte.

»Diese Frau war einst ein junges Mädchen, so schön, wie sie heute ist. Sie war eine Nonne im Kloster der Benediktinerinnen von Templemar. Ein junger Priester von schlichtem, gläubigem Herzen versah den Gottesdienst in der Kirche dieses Klosters. Sie unternahm es, ihn zu verführen, und es gelang ihr. Sie hätte auch einen Heiligen verführt. Ihre Gelübde, die Gelübde beider, waren heilig, unwiderruflich: Ihre Liebschaft konnte nicht lange dauern, ohne beide in das Verderben zu stürzen. Sie bewog ihn, mit ihr die Gegend zu verlassen, aber um gemeinschaftlich nach einem anderen Teil Frankreichs zu entfliehen, wo sie als Unbekannte ruhig leben könnten, brauchten sie Geld, und keines von beiden besaß Geld. Der Priester stahl die heiligen Gefäße und verkaufte sie; aber als sie eben abreisen wollten, wurden beide verhaftet. Acht Tage danach hatte sie den Sohn des Kerkermeisters verführt und sich geflüchtet. Der junge Priester wurde zu zehn Jahren Kettenstrafe und zur Brandmarkung verurteilt. Ich war der Henker der Stadt Lille, wie diese Frau sagt. Ich musste den Schuldigen brandmarken, und der Schuldige, Messieurs, war mein Bruder. Ich schwor, dass diese Frau, welche ihn zu Grunde gerichtet hatte und mehr als seine Mitschuldige war, weil sie ihn zum Verbrechen antrieb, wenigstens seine Strafe teilen sollte. Ich vermutete, an welchem Ort sie verborgen war, verfolgte, erreichte, knebelte sie und drückte ihr dasselbe Mal auf, das ich meinem Bruder aufgedrückt hatte. Am Tage nach meiner Rückkehr nach Lille gelang es meinem Bruder, ebenfalls zu entweichen. Man klagte mich der Mitschuld an und verurteilte mich, so lange im Gefängnis zu bleiben, bis er sich wieder gestellt hätte. Mein armer Bruder wusste nichts von diesem Urteil. Er war mit der ehemaligen Nonne wieder zusammengetroffen und mit ihr nach Berri gezogen, wo er eine kleine Pfarre erhielt. Diese Frau galt für seine Schwester. Der Herr des Gutes, auf welchem die Kirche des Pfarrers lag, sah die angebliche Schwester und verliebte sich in sie, sodass er ihr die Ehe antrug. Da verließ sie denjenigen, welchen sie ins Verderben gestürzt hatte, um dem Mann zu folgen, den sie ins Verderben stürzen sollte, und wurde Gräfin de la Fère.«

Aller Augen wandten sie gegen Athos, dessen wirklicher Name dies war. Athos aber bestätigte mit einem Zeichen seines Kopfes, dass alles, was der Henker gesagt hatte, der Wahrheit entsprach.

Dieser fuhr fort: »In Verzweiflung, entschlossen sich eines Daseins zu entledigen, dem sie Ehre, Glück, alles geraubt hatte, kam mein armer Bruder nun nach Lille zurück. Als er von dem Spruch hörte, der mich statt seiner verurteilt hatte, gab er sich freiwillig in Haft und erhing sich an demselben Abend am Luftloch seines Kerkers. Um denjenigen, welche mich verurteilt hatten, Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, muss ich bemerken, dass sie Wort hielten. Kaum war die Identität des Leichnams nachgewiesen, als man mich wieder in Freiheit setzte. Dies ist das Verbrechen, dessen ich sie anklage, dies die Ursache, warum ich sie gebrandmarkt habe.«

»Monsieur d’Artagnan«, sprach Athos, »welche Strafe verlangt Ihr gegen diese Frau?«

»Die Todesstrafe!«, antwortete d’Artagnan.

»Mylord von Winter«, fuhr Athos fort, »welche Strafe verlangt Ihr gegen diese Frau?«

»Die Todesstrafe!«, antwortete Lord Winter.

»Messieurs Porthos und Aramis«, sagte Athos, »Ihr, die Ihr ihre Richter seid, welche Strafe verhängt Ihr gegen diese Frau?«

»Die Todesstrafe!«, antworteten mit dumpfer Stimme die zwei Musketiere.

Mylady stieß ein furchtbares Geheul aus und schleppte sich auf den Knien einige Schritte gegen ihre Richter.

Athos streckte die Hand gegen sie aus.

»Anna von Breuil, Gräfin de la Fère, Mylady Winter«, sagte er, »Eure Verbrechen haben die Menschen auf Erden und Gott im Himmel ermüdet. Wenn Ihr ein Gebet wisst, so sprecht es, denn Ihr seid verurteilt und müsst sterben.«

Bei diesen Worten, die ihr keine Hoffnung mehr übrig ließen, richtete sich Mylady in ihrer ganzen Höhe auf und wollte reden. Aber es fehlten ihr die Laute. Sie fühlte, dass eine mächtige, unwiderstehliche, unversöhnliche Hand sie an den Haaren fasste und unwiderruflich fortzog, wie das Verhängnis den Menschen fortzieht. Sie versuchte daher, nicht einmal Widerstand zu leisten, und verließ die Hütte.

Lord Winter, d’Artagnan, Athos, Porthos und Aramis gingen nach ihr hinaus. Die Bedienten folgten ihren Messieurs, und die Stube blieb verlassen mit ihren zerbrochenen Fenstern, ihrer offenen Tür und ihrer rauchigen Lampe, welche düster auf dem Tisch fortbrannte.