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Gruselkabinett 156 – Krabat

Marc Gruppe
Gruselkabinett 156
Krabat
Nach der gleichnamigen Erzählung aus dem Sagenbuch des Königreichs Sachsen

Horror, Hörspiel, Titania Medien, Hilden, Februar 2020, Audio-CD, 83 Minuten, 8,99 Euro, ISBN: 9783785781562, Sprecher: Peter Weis, Tom Raczko, Axel Lutter, Sascha Wussow, Edda Fischer, Louis Friedemann Thiele, Jean Paul Baeck, Regina Lemnitz, Sascha von Zambelly, Marc Gruppe, Matthias Lühn, Detlef Bierstedt, Max Schautzer, Philine Peters – Arnolds, Horst Naumann, Reinhilt Schneider, Bert Stevens, Gudo Hoegel, Nils Kreutinger, Jonas Minthe, Uli Krohm und Thomas Balou Martin, Titelbild: Ertugrul Edirne

Krabat ist unter anderem ein Jugendbuch von Otfried Preußler, welches auf der sorbischen Krabat-Sage beruht und erzählt die Geschichte des gleichnamigen Jungen, der Lehrling eines Zaubermeisters wird und sich gegen diesen behaupten muss.

Krabat (abgeleitet von Hrvat Kroate) ist eine Sagengestalt der Sorben. Die Krabat-Sage ist eine variabel zusammengesetzte Kollektion sagen- bis märchenhafter Episoden unterschiedlicher Herkunft und Verbreitung, die regional einer Person namens Krabat zugeschrieben und durch eine ebenfalls variierende Rahmenerzählung miteinander verknüpft wurden. Krabat wird darin als anfangs gewöhnlicher Sterblicher und Einwohner der Region geschildert, der in den Besitz von Zauberkräften gelangt, die er überwiegend zu guten Zwecken einsetzt. Schauplatz des Geschehens ist hauptsächlich die Gegend zwischen Hoyerswerda und Königswartha in der Oberlausitz.

»Die ältesten schriftlichen Belege für die Existenz einer Krabat-Sage finden sich in den Sitzungsprotokollen des im Jahr 1838 von Oberlausitzer Studenten an der Universität Breslau gegründeten Akademischen Vereins für lausitzische Geschichte und Sprache. Aus diesen Unterlagen geht hervor, dass am 12. Januar 1839 Awgust Bulank Erzählungen über den Särchner Krabat vortrug und 1840 Jan Awgust Warko Krabatsagen aufzeichnete. Die Inhalte sind allerdings nicht mehr zugänglich, das gesamte Konvolut der schriftlichen Arbeiten des Vereins inklusive Vortragsskripten gilt als verschollen.« (Aus: de.wikipedia.org)

Gruselige Geschichten finden sich in Märchen und Sagen. Daher scheint es für Marc Gruppe eine logische Schlussfolgerung zu sein, diese in einem Gruselkabinett umzusetzen. Krabat, die sorbische Sage, ist dafür wahrscheinlich der beste Aufhänger. Sollte dies beim Hörer ankommen, denke ich, werden weitere dieser Art folgen.

Krabat, der Sohn von armen Kleinbauern, muss früh auf dem Hof arbeiten, um seinen Teil zum Lebensunterhalt beizutragen. Seine berufliche Karriere beginnt daher als Gänsehirt. Eines Tages kommt ein Müller vorbei und bietet an, ihn als Müllerburschen auszubilden. So verschlägt ihn das Schicksal in die Teufelsmühle. Nicht das Mahlen von Korn steht im Vordergrund, denn Krabat entdeckt, dass sein Lehrmeister einen Pakt mit dem Teufel eingegangen ist. Er lässt sich überreden  und erlernt ebenfalls die Schwarze Magie. Krabat besiegt seinen Meister und wird nun an seiner statt den Job als Zauberer ausüben. Die eigentliche Sage erzählt die weiteren Abenteuer des jungen Mannes, der sich später sogar in die Dienste seines Landesherrn August der Starke stellt. Dieser ist zunächst gar nicht angetan von dem zauberkundigen Bauernsohn und nimmt ihn erst nur aus Gnade an seinem Hof auf. Krabat landet bei den Soldaten, wo er sich richtig beweisen kann.

Krabat ist ein weiteres Glanzlicht der Serie geworden.  Die vorliegende Sage wird hervorragend umgesetzt; sei es durch die hochgradig besetzten Rollen von 25 Sprecherinnen und Sprechern, durch die zielgerichteten Geräusche und die damit einhergehende magische Atmosphäre oder durch die passend ausgewählte Musik. Es gibt nichts zu deuteln, nichts zu kritisieren. Kleinigkeiten, die ich anders gemacht hätte, stehen hier nicht zur Debatte. Ich denke, Marc hat es geschafft, den Schritt von alten Schauerromanzen zu geheimnisvollen Sagen zu wagen, und zwar erfolgreich.  Wenn dieses Hörspiel bei anderen ebenfalls gut ankommt, dann werden sicher weitere Sagen folgen.

(es)


Hörprobe: