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Abenteuer des Captains Bonneville 19

Washington Irving
Abenteuer des Captains Bonneville
oder: Szenen jenseits der Felsengebirge des fernen Westens
Verlag von J. D. Sauerländer. Frankfurt am Main, 1837

Achtzehntes Kapitel

Zusammenkunft mit Hodgkiss. Unglücksfälle der Nez Percé. Pläne von Kosato, dem Renegaten.  Sein Streifzug in die Pferdeprärie. Überfall der Blackfeed. Der blaue John und sein verlorener Posten. Ihr großherziges Unternehmen. Ihr Schicksal. Bestürzung und Verzweiflung im Dorf. Feierliches Leichenbegängnis. Handelsversuche mit den Indianern. Das Monopol der Hudson’s Bay Company. Vorbereitungen zum Herbst. Aufbruch eines Lagers.

Da Captain Bonneville nun eine starke Partie gut bewaffneter und ausgerüsteter Leute beisammen hatte, so hielt er es nicht länger für nötig, sich in versteckten Plätzen und festen Stellungen des Gebirges zu verschanzen, sondern zog kühn auf die Snake River Plain hinaus, um seinen Schreiber Hodgkiss aufzusuchen, der bei den Nez Percé geblieben war. Er fand ihn am 24. Juni und vernahm von ihm ein anderes Kapitel von Unfällen, die diesen unglücklichen Stamm neuerlich betroffen hatten.

Nach der Abreise des Captains Bonneville im März hatte Kosato, der Renegat, sich von den in der Schlacht erhaltenen Wunden wieder erholt. Mit seinen Kräften kehrte seine tödliche Feindschaft gegen seinen Stamm zurück. Er raffte nun all seine Kräfte zusammen, die Nez Percé zu Repressalien an ihren alten Feinden aufzuhetzen. Er erinnerte sie unaufhörlich an alle Beschimpfungen und Räubereien, die sie neuerlich von ihrer Seite erfahren hatten und versicherte sie, dass dieses ihr Los sein werde, bis sie sich durch eine ausgezeichnete Wiedervergeltung als Männer bewiesen hätten.

Die leidenschaftliche Beredsamkeit dieses verzweifelten Menschen brachte am Ende ihre Wirkung hervor. Eine Gruppe Braver verband sich unter seiner Anführung in das Land der Blackfeed zu dringen, ihre Dörfer anzufallen, ihre Pferde wegzuführen und alle Arten von Räubereien zu begehen.

Kosato drang auf seinem Streifzug bis zur Pferdeprärie vor, wo er auf eine starke Partie der Blackfeed stieß. Ohne sich Zeit zu lassen, ihre Streitkräfte zu berechnen, griff er sie mit eigentümlicher Wut, tapfer unterstützt von seinen Begleitern, an. Das Gefecht wurde eine Zeitlang hitzig und blutig fortgesetzt. Endlich machten sie, wie es bei diesen Völkern gewöhnlich ist, einen Stillstand und führten eine lange Unterredung oder vielmehr Wortkrieg.

»Was brauchen,« sagte der Häuptling der Blackfeed stichelnd, »die Nez Percé ihre Heimat zu verlassen und zum Krieg auszuziehen, wenn sie Gefahr genug vor ihrer eigenen Tür haben? Wenn ihr fechten wollt, so kehrt zu euren Dörfern zurück. Dort werdet ihr vollauf zu tun finden. Die Krieger der Blackfeed haben euch bisher bekriegt wie Kinder; nun kommen sie als Männer. Ein großes Heer ist bei der Hand. Sie befinden sich auf ihrem Weg zu euren Lagern und sind entschlossen, selbst den Namen der Nez Percé im Gebirge zu vertilgen. Kehrt, sage ich euch, zu euren Dörfern zurück und fechtet dort, wenn ihr noch länger als ein Volk zu bestehen wünscht.«

Kosato nahm ihn beim Wort, denn er kannte den Charakter seines Stammes. Mit seiner Bande in das Dorf der Nez Percé zurückeilend, erzählte er alles, was er gesehen und gehört hatte, und drang darauf, die schnellsten und wirksamsten Maßregeln zur Verteidigung zu ergreifen. Die Nez Percé hörten ihn jedoch mit ihrem gewohnten Phlegma an. Die Drohung der Blackfeed war schon oft gemacht worden und hatte sich ebenso oft als eine bloße Großsprecherei erwiesen. Sie erklärten solche auch nun dafür und ergriffen demnach keine Vorsichtsmaßregeln.

Sie wurden bald überzeugt, dass es keine leere Drohung gewesen war. In wenigen Tagen erschien eine Bande von dreihundert Kriegern der Blackfeed auf den Hügeln. Alles war nun im Dorf voller Bestürzung. Die Macht der Nez Percé war zu gering, um es mit dem Feind im offenen Feld aufnehmen zu können. Viele der jungen Männer waren zu ihren Verwandten an den Columbia River gegangen, um sich Pferde zu verschaffen. Die Alten versammelten sich eilig zum Rat. Was war zu tun, um den bevorstehenden Streich abzuwenden, der Vernichtung drohte?

In diesem Augenblick dringender Gefahr und Schreckens trat ein Häuptling der Nez Percé, von den Weißen der blaue John genannt, hervor und machte den Vorschlag zu einem verzweifelten Plan, den er persönlich in Ausführung zu bringen sich erbot; den nämlich, mit einer kleinen, aber auserwählten Gruppe, durch eine Talschlucht, die zu dem Lager des Feindes führte, sich ihm heimlich zu nähern und durch einen plötzlichen Überfall ihre Pferde wegzutreiben. Wenn dieser Streich glückte, so war dem Feind der Mut und die Kraft gebrochen, und die Nez Percé würden mit Pferden versehen, sich dann hinlänglich mit ihnen haben messen können.

Neunundzwanzig der erwählten Krieger erboten sich sogleich, dem blauen John, zur Ausführung dieses verwegenen Unternehmens zu folgen. Sie bereiteten sich hierzu mit der, diesem Völkerstamm eigenen Feierlichkeit und Andacht vor. Der blaue John zog seine Medizin oder seinen Talisman zu Rate, den jeder Häuptling als eine Art höheren Schutzes in seiner Hütte hat. Das Orakel versicherte ihm, dass sein Unternehmen vollkommen gelingen werde, insofern kein Regen fiele, ehe er durch die Talschlucht gekommen sei. Sollte es aber regnen, so würde die Gruppe gänzlich abgeschnitten werden.

Der Tag war hell und klar und der blaue John überließ sich der Hoffnung, dass ihm der Himmel günstig sein werde. Er brach mit seinem verlorenen Posten in hohem Mut auf. Noch nie entfaltete eine Gruppe tapferer Krieger einen größeren Aufwand und eine schönere Haltung: Reiter und Pferde waren bemalt, ausgeschmückt und in dem glänzendsten und kriegerischsten Stil aus gerüstet, von Waffen und Zierraten schimmernd und mit wehenden Federbüschen.

Das Wetter blieb günstig bis sie die Talschlucht erreichten. Als sie in dieselbe einmarschierten, stieg eine schwarze Wolke über dem Gebirge auf, und es erfolgte ein plötzlicher Regenschauer. Die Krieger drehten sich nach ihrem Führer um, gleichsam um seine Meinung über diese unglückliche Vorbedeutung in seinen Mienen zu lesen. Allein das Gesicht des blauen John blieb unverändert. Sie drangen ohne Aufenthalt vorwärts. Sie hatten gehofft, ihren Weg unentdeckt bis in die Nähe des Lagers der Blackfeed fortsetzen zu können. Sie waren aber noch nicht weit in den Engpass gekommen, als sie auf eine auf Rekognoszierung ausgeschickte Partie des Feindes stießen. Sie griffen diese an, trieben sie in das Gebirge und verfolgten sie eben mit großem Eifer, als sie hinter sich schreien und heulen hörten und die Haupttruppe der Blackfeed auf sich anrücken sahen.

Bei diesem Anblick wurde der zweite Häuptling etwas schwankend. Er schlug den augenblicklichen Rückzug vor.

»Wir kamen, um zu fechten«, erwiderte der blaue John ernst. Sodann sein Kriegsgeschrei erhebend, eilte er seinen Kriegern zum Gefecht voran. Sie machten einen verzweifelten Angriff auf den Feind; nicht in der Hoffnung, zu siegen, sondern mit dem Entschluss, ihr Leben teuer zu verkaufen.

Es erfolgte mehr ein furchtbares Blutbad, denn ein regelmäßiges Gefecht. Die verlorene Bande legte Haufen ihrer Feinde zu ihren Füßen nieder und drang in die Gebirgsschlucht, wo sie focht, bis sie zusammengehauen war. Nur einer von den dreißig überlebte seine Kameraden. Er schwang sich auf das Pferd eines Blackfeed, den er erschlagen hatte, und entkam in aller Eile, um seinem Dorf die schreckliche Nachricht zu überbringen.

Wer kann den Schrecken und die Verzweiflung der Einwohner malen. Die Blüte ihrer Krieger war vernichtet und ein grausamer Feind vor der Tür. Die Luft wurde erfüllt von dem Schreien und Wehklagen der Weiber, die ihre Zierraten von sich warfen, ihr Haar zerrauften, wie wahnsinnig umherliefen, die Toten beklagten und den Lebenden Vernichtung verkündeten. Die übrig geblieben Krieger bewaffneten sich zum hartnäckigen Widerstand, zeigten aber durch ihre finsteren Blicke und ernstes Schweigen, dass sie die Verteidigung für hoffnungslos ansahen. Zu ihrem Erstaunen enthielten sich die Blackfeed, ihre Vorteile zu verfolgen; sei es, dass sie durch das bereits vergossene Blut befriedigt oder durch den Verlust entmutigt waren, den sie selbst erlitten hatten. Dem mag sein, wie es will. Sie verschwanden von den Hügeln und man erfuhr bald, dass sie zur Pferdeprärie zurückgekehrt waren.

Die unglücklichen Nez Percé fingen nun noch einmal an, wieder aufzuatmen. Einige ihrer Krieger nahmen Packpferde und begaben sich in die Talschlucht, um die Leichname ihrer abgeschlachteten Brüder wegzubringen. Sie fanden nur noch die kopflosen Rumpfe. Die Wunden, womit sie bedeckt waren, bewiesen, wie tapfer sie gefochten hatten. Auch das Herz war ihnen ausgerissen und mitgenommen worden – ein Beweis ihrer ausgezeichneten Tapferkeit; denn indem er das Herz, eines wegen seiner Tapferkeit berühmten oder sich im Gefecht ausgezeichnet habenden Feindes verzehrt, glaubt der indianische Sieger sich den Mut des Verstorbenen anzueignen.

Die Krieger lasen die Leichname der Erschlagenen auf, banden sie mit Riemen quer über ihre Packpferde und kehrten in traurigem Zug zu ihrem Dorf zurück.

Der Stamm kam ihnen entgegen, die Weiber mit herzdurchbohrendem Geschrei und Wehklagen; die Männer, auf deren Gesichter der düstere Schmerz zu Marmor erstarrt schien, mit niedergeschlagenen Blicken. Die verstümmelten und fast unkenntlichen Leichname wurden mitten in der Versammlung in Reihen auf den Boden gelegt. Die herzzerreißende Szene der Angst und des Wehklagens, die nun erfolgte, würde diejenigen beschämt haben, welche die Indianer der Herzlosigkeit beschuldigen.

Dies war das betrübte Ereignis, welches den Stamm der Nez Percé während der Abwesenheit des Captains Bonneville überwältigt hatte. Er wurde benachrichtigt, dass Kosato, der Renegat, der, in dem Dorf aufgestellt, verhindert worden war, dem letzten gewagten Unternehmen beizuwohnen, sich wieder damit beschäftige, die Rachegefühle seiner Adoptivbrüder aufzuregen und sie anzureizen, den Tod ihrer gebliebenen Helden zu rächen.

Während seines Aufenthaltes auf der Snake River Plain machte Captain Bonneville seinen ersten Versuch, List beim Pelzhandel anzuwenden. Es befand sich zu dieser Zeit eine Versammlung von Nez Percé, Flathead und Cottonois auf der Ebene gelagert, die gut mit Biberfellen versehen waren, welche sie während des Frühlings zusammengebracht hatten. Diese wollten sie an den dort residierenden Pelzhändler der Hudson’s Bay Company, der sich unter ihnen befand, und mit dem sie zu handeln gewohnt waren, im Tausch überlassen. Der Pelzhändler war gerade fast gänzlich von Waren für die Indianer entblößt, da seine Frühlingsvorräte noch nicht angekommen waren.

Captain Bonneville hatte die geheime Nachricht erhalten, dass die Vorräte auf dem Wege waren und bald ankommen würden. Er hoffte jedoch durch eine schnelle Manipulation ihrer Ankunft zuvorzukommen und den Markt für sich selbst zu sichern. Er begab sich daher unter die Indianer, öffnete seine Güterballen und legte die verführerischsten Waren aus, die in hellfarbigen Tüchern, scharlachfarbigen wollenen Decken, glänzenden Zierraten und allem anderen bestanden, was in den Augen eines Kriegers oder einer Squaw lockend und herrlich sein kann.

Dies war jedoch alles vergeblich. Der Pelzhändler der Hudson’s Bay Company kannte sein Geschäft vollkommen, so wie die Indianer, mit denen er zu tun hatte. Er hielt sie in einer solchen Unterwürfigkeit, dass keiner seinen Wünschen öffentlich entgegen zu handeln wagte. Ja noch mehr, er wendete das Blatt beinahe um und erschütterte nahe die Treue einiger Biberfänger des Captains, indem er Getränke unter sie austeilte. Der Letztere war daher froh, einen Wettstreit aufzugeben, bei welchem der Krieg in sein eigenes Lager gespielt zu werden im Begriff stand.

In der Tat haben die Pelzhändler der Hudson’s Bay Company Vorteile über alle Nebenbuhler im Handel jenseits der Felsgebirge. Dieses große Monopol vereinigt in seinem Mittelpunkt nicht allein seine eigene erbliche und lang begründete Macht und großen Einfluss, sondern auch den seiner ehemaligen Nebenbuhler, der berühmten Nordwest-Company, die nun einen integrierenden Teil von ihm ausmacht. Sie hat auf diese Weise ihre Geschlechte von Händlern, Fängern, Jägern und Reisenden, die in ihrem Dienste geboren und erzogen worden und von vorherigen Generationen die Kenntnis und Geschicklichkeit in allem ererbt haben, was mit dem Leben und dem Handel der Indianer in Verbindung steht.

In dem Verlaufe der Jahre ist es dieser Company möglich geworden, ihre Verzweigungen nach allen Richtungen hin zu erstrecken. Ihr System des Verkehres ist auf eine lange und genaue Bekanntschaft mit dem Charakter und den Bedürfnissen der verschiedenen Völkerstämme, aller festen Stellungen, Engpässe und günstigen Jagdreviere des Landes gegründet. Auch ihr Kapital und die Weise, womit ihre Vorräte auf verschiedene Posten verteilt und durch regelmäßige Karawanen befördert werden, halten ihre Pelzhändler wohl versehen und setzen sie in den Stand, den Indianern ihre Waren zu wohlfeilem Preis zu liefern. Überdies werden ihre Leute, die sie hauptsächlich aus Kanada nehmen, wo sie großen Einfluss und Ansehen haben, zu sehr geringem Lohn gedungen und mit geringen Kosten unterhalten, da die Vorräte, die sie mit sich nehmen, aus wenig mehr als indianischem Korn und Fett bestehen. Sie werden auch zur vollkommensten Disziplin und Subordination gebracht, vorzüglich, wenn ihre Anführer einmal auf die Bühne ihrer Handlungen, das heißt, in das Innere der Wildnis gelangt sind.

Diese Umstände vereinigen sich, um der Hudson’s Bay Company einen entschiedenen Vorteil über alle amerikanischen Company zu geben, die in ihren Bezirk kommen, sodass ein eigentlicher Wettstreit mit ihnen fast unmöglich ist.

Kurz nach des Captains Bonneville unwirksamem Versuche, teil an dem Handel des verbündeten Lagers zu nehmen, kamen die Vorräte der Hudson’s Bay Company an und der residierende Pelzhändler wurde in den Stand gesetzt, den Markt zu monopolisieren.

Es war nun am Beginn des Juli.  In dem letzteren Teil des Monats, in welchem Captain Bonneville eine Zusammenkunft am Horse Creek im Green River Valley mit einigen der Partien verabredet hatte, die im verflossenen Jahr von ihm abgeschickt worden waren. Er lenkte seine Gedanken nun in diese Richtung und machte seine Vorbereitung zu dieser Reise.

Die Cottonois wünschten sehr, dass er in ihr Land käme, das, wie sie versicherten, voller Biber wäre. Die Ländereien dieses Stammes stoßen nördlich an jene der Flathead und sind den Einfällen der Blackfeed ausgesetzt. Es ist wahr, dass sich die Letzteren bekannten, ihre Verbündeten zu sein. Allein sie hatten sich so viele Handlungen der Treulosigkeit schuldig gemacht, dass die Cottonois in letzterer Zeit auf ihre leere Freundschaft Verzicht geleistet und sich den Flathead und Nez Percé angeschlossen hatten. Sie hatten diese auf ihren Wanderungen lieber begleiten, als den Gewalttätigkeiten der Blackfeed ausgesetzt, allein zu Hause bleiben wollen.

Sie fürchteten nun, dass diese Plünderer in ihrer Abwesenheit ihr Land durchstreifen und die Biberbaue zerstören würden. Dies war die Ursache, warum sie den Captain Bonneville trieben, seinen Herbstaufenthalt in diesem Jagdrevier zu nehmen. Der Letztere konnte jedoch nicht versucht werden, da seine Verbindlichkeiten seine Gegenwart am Versammlungsorte im Green River Valley nötig machte. Er hatte bereits seine weiteren Pläne gefasst.

Es erhob sich nun eine unerwartete Schwierigkeit. Die freien Biberfänger machten plötzlich Halt und weigerten sich, ihn zu begleiten. Es war eine lange und ermüdende Reise. Der Weg ging durch Pierre’s Hole und andere von den Blackfeed unsicher gemachte Gebirgspässe. Sie waren nicht geneigt, sich solchen unnötigen Mühen und Gefahren zu unterziehen, da sie gute und sichere Jagdreviere an den Quellen des Salmon River näher bei der Hand hatten.

Da dieses freie und unabhängige Burschen waren, deren Eigenwille und Laune gleich einem Gesetz galt, die die ganze Wildnis zur Wahl vor sich hatten, und der Pelzhändler einer mitwerbenden Company, der sie für ihre Dienste zu bezahlen bereit war, sich in der Nähe befand, so wurde es notwendig, sich ihren Wünschen zu fügen. Captain Bonneville rüstete sie daher für besagte Jagdgegend aus, ernannte den Herrn Hodgkiss zu ihrem Parteigänger oder Führer und bestimmte einen Sammelplatz, an dem er sie im Laufe des folgenden Winters wieder treffen wolle. Die Brigade bestand in einundzwanzig freien Biberfängern und vier oder fünf Mietlingen als Lagerwächter.

Dieses war nicht ganz die Ordnung einer Fängerpartie, die, wenn sie zweckmäßig organisiert sein soll, aus zwei Drittel Biberfänger bestehen muss, deren Pflicht sie beständig auf die Jagd hinausruft und einem Drittel Lagerwächter, welche kochen, packen und abpacken, die Zelte aufschlagen, die Pferde verpflegen und alle andere Dienste verrichten, welche die Indianer gewöhnlich ihren Frauen zuweisen. Dieser Teil des Dienstes kann leicht durch französische Kreolen von Kanada und dem Tale des Mississippi versehen werden.

Da inzwischen die verbündeten Indianer ihren Handel abgeschlossen und ihre Vorräte erhalten hatten, so waren sie bereit, sich nach verschiedenen Richtungen hin zu zerstreuen. Da sich gerade eine furchtbare Bande von Blackfeed auf einem nordöstlichen Gebirge befand, über welches Hodgkiss und seine freien Biberfänger kommen mussten, und da es bekannt war, dass jene scharfsichtigen Räuber ihre Kundschafter ausgeschickt hatten, die jede Bewegung des Lagers beobachteten, sodass sie die Nachzügler oder schwache Abteilungen abschneiden konnten, so beredete Captain Bonneville die Nez Percé, Hodgkiss und seine Partie zu begleiten, bis sie über den feindlichen Bezirk hinaus sein würden.

Die Cottonois und Pend d’Oreille beschlossen zu gleicher Zeit miteinander und dicht unter dem Gebirge hinzuziehen, das von den Blackfeed unsicher gemacht wurde, während Captain Bonneville mit seiner Partie eine entgegengesetzte Richtung nach Süd-Süd-Ost einschlagen und auf seinem Weg zum Green River Valley durch Pierre’s Hole kommen sollte.

Am 6. Juli wurden demnach die sämtlichen Lager in ein und demselben Augenblick abgebrochen. Jede Partei schlug eine verschiedene Reiseroute ein. Die Gegend war wild und malerisch. Die langen Reihen der Pelzhändler, Biberfänger und Indianer in ihrem rauen fantastischen Anzügen, ihren verschiedenen Waffen, ihren unzähligen Pferden, einige gesattelt, andere mit Packen beladen, wieder andere in Herden folgend, alle dehnten sich in verlängerten Karawanen über die weite Landschaft aus, nach verschiedenen Punkten der Ebenen und Gebirgen hinziehend.

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