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Die Ausstellung Walt Disney – Micky, Donald & Friends

Walt Disney – Micky, Donald & Friends

Ich werde ja immer noch als assoziiertes Mitglied der SED geführt. In diesem Fall sind die SED jedoch die Süd-Europäischen-Donaldisten. In dieser Hinsicht bin ich dem Helden Donald Duck immer noch verbunden. Im März las ich von der Ausstellung  Walt Disney – Mickey, Donald & Friends, die im Landesmuseum Mainz gezeigt wird. Die Veranstaltung öffnete am 14. März und dauert noch bis zum 29. Juli 2018.

Wir warteten einen Schlechtwettertag ab, um ins Museum zu fahren. Nach Susannes Wetter-App sollte es um 6 Uhr, dann um 8 Uhr, dann um 14 Uhr regnen. Alles gelogen. Das Museum hatte ziemlich großen Zuspruch. Die Schlange war nicht lang, aber dafür mein Gesicht. 12 Euro Eintritt. Was für eine Abzocke. Pro Person (Erwachsener) versteht sich. Dagobert Duck und Mac Moneysac hätten vor Freude auf den Tischen getanzt. Während Susanne anstand, um die Eintrittskarten, 5,2 x 7,5 cm große Aufkleber, sichtbar anzubringen, zu erwerben, sah ich mich im Shop um, machte dort Fotos. Da gab es hübsche farbige Bilder und einfache Schwarz-Weiß-Bilder. Alles Kopien, daran zu erkennen, dass an einem Bild, dass doppelt dort hing, der gleiche Punkt auf beiden Bildern war. Und für diese A-3 Schwarz-Weiß-Bilder im Billigrahmen wollte man tatsächlich mehr als 300 (in Worten dreihundert) Euro, ungerahmt über 250 €. Ich dachte mich tritt ein Pferd. Irgendwie hatte ich keine Lust mehr.

Dabei zählten Donald, Micky, Goofy und Pluto durchaus zu den Helden meiner Kindheit. Ja, sie sind Weltstars und Oscar-Preisträger. Seit über 90 Jahren beglücken sie eine Generation an Lesern nach der anderen. Wöchentlich erscheinen die Hefte, dazu Taschenbücher, Magazine und Sonderproduktionen. Sie sind nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Bereits seit den 1930er Jahren wurde mit Micky und Co. Geld verdient. Auch mit dem Merchandising. Ein paar wenige interessante Ausstellungsstücke, die ich nicht kannte, waren das Porzellangeschirr, Blechdosen und Blechkorb mit Micky Maus.

Bevor wir zu den eigentlichen Räumlichkeiten mit den Ausstellungsstücken gelangten, kamen wir an einem Saal vorbei, wo ein halbes Dutzend Zuschauer auf großer Leinwand einen Film sahen. Der Film nahm nur etwa ein Viertel der Leinwand ein, schlechte Qualität, die man besser im Internet sehen kann. Wir folgten orangefarbenen Fußabdrücken, die Donald hinterlassen haben könnte, in den ersten Raum. Alles recht düster, damit die beleuchteten Bilder besser wirken. Nichts für Kinder, die es lieber hell haben möchten. Positiv, überall standen kleine Treppchen, die man verschieben konnte, so dass auch die kleineren Besucher die Bilder genau ansehen konnten. Großformatige Bilder des Zeichners  Ulrich Schröder hingen nebeneinander. Aber wo sind die fröhlichen Farben, die jedes Micky-Maus-Heft ausmachen. Das Blau und rot, wie es die Spielzeugautos und Figuren an sich haben und so unverkennbar sind? Stattdessen: k***brauner Hintergrund mit schwarzen Strichen. 

Ungefähr 300 Ausstellungsstücke, hauptsächlich Bilder, die sich im Thema wiederholten,  ermöglichten uns einen kleinen Blick auf die Entwicklung der weltbekannten Figuren. Es wurde gezeigt, wie die Figuren im Anfangsstadium einer Zeichnung aussieht, bis hin zum endgültigen Comicbild. Positiv zu erwähnen wären die Lebensläufe und Arbeitsweisen ihrer berühmtesten Zeichner, von damals bis heute.

Doch wer waren die Zeichner, die Comic-Künstler, welche die Charaktere lebendig werden ließen?

Die bekanntesten Namen in diesem Zusammenhang sind Don Rosa und der Zeichner, der wie kein anderer die Serie prägte: Carl Barks. Doch wer weiß schon, dass Floyd Gottfredson, der Zeichner und Erfinder der Mickey Mouse, Al Taliaferro, der Erfinder Donald Ducks, und Carl Barks, Vater zahlreicher Figuren wie Onkel Dagobert, Daniel Düsentrieb und den Panzerknackern sind? Diese Informationen findet man auf Seiten mit den Fotos der entsprechenden Zeichnern. Das Vorbild, vergilbte Zeitungsausgaben. Beim Rundgang entdeckte ich nicht nur eine Block aus einem Dutzend Monitoren, die leider ausgeschaltet waren, einen abgeteilten Bereich, in dem der Film Dumbo gezeigt wurde, sondern auch einen altmodischen Leuchttisch, wo Eltern und Kinder versuchten, in alter Tradition Bilder abzupausen. Ein positiver Gesichtspunkt, die Kinder aktiv in die Ausstellung einzubeziehen.

Viele der hier ausgestellten Blätter entstammten der Sammlung Ina Brockmann  und Peter Reichelt. In diesem Zusammenhang präsentierte das Landesmuseum einige wertvolle Tuschezeichnungen von Carl Barks, die das Museum in den 1990er Jahren ankaufte. Mit dem ersten Micky-Maus-Buch The Adventures of Mickey Mouse aus dem Jahr 1931 war auch ein seltenes Buch zu sehen. Aber leider nicht mehr als der Umschlag. Hier hätten ein paar Kopien der Originalzeichnungen einen gute Einblick gegeben.

Letztlich war ich von dieser Ausstellung enttäuscht. Mit den Entwicklungen der Comics vom sogenannten Scribble über die Farbkorrekturen bis zum fertigen Comicbild verplemperte man viel Zeit und Platz. Nach dem fünften Mal musste ich die Bilder einfach hängen lassen, weiter gehen und schließlich raus. Abwechslungsreich geht anders.

Zum Schluss kann ich verstehen, warum das Fotografieren in der Ausstellung verboten war. Das war den Veranstaltern wahrscheinlich peinlich, was sie als Sonderausstellung zu Wege brachten.

Fazit: zu teuer, zu langweilig.

(es)

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