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15 Fragen an Verleger …

… Uwe Siebert


1. Welche Themen sind Schwerpunkte deines Verlages?


Das Motto meines Verlags lautet: »Die ganze Welt des Mystischen und Geheimnisvollen«. Dementsprechend breit sind auch die thematischen Schwerpunkte angelegt. Horror, Fantasy, Science Fiction, Thriller, Mystery und auch Lyrik finden hier ein passendes Zuhause.


2. Was bedeutet dir dein Verlag?


Mein Verlag bedeutet mir wirklich sehr viel, aber so ist das wohl mit allen Dingen, in die man viel Arbeit und Herzblut steckt. Ich kann unbegrenzt meine eigene Kreativität ausleben, mit interessanten Autoren zusammenarbeiten und tolle Projekte leiten.


3. Welche Tätigkeiten gehören zum Berufsbild des Verlegers?


Die Manuskriptauswahl obliegt überwiegend mir, jedoch kommt es auch vor, dass mein Übersetzer ein spannendes Manuskript vorschlägt. An den einzelnen Arbeitsschritten bis hin zur Realisierung eines Buchprojekts bin ich überwiegend auch beteiligt. Wenn der Lektor oder Übersetzer seinen Job erledigt hat, bekomme ich den fertigen Text zum Lesen vorgelegt und gebe dann mein Okay. An der Auswahl der Cover habe ich ebenfalls immer mitgewirkt. Grundsätzlich arbeite ich auch eng mit dem jeweiligen Autor zusammen, bringe meine eigenen Vorschläge mit ein, achte aber auch die des Autors. Denn es ist mir immer wichtig, dass der Autor mit dem fertigen Buch zufrieden ist.


4. Welche drei Bücher/E-Books, die du verlegt hast, haben dir bisher am besten gefallen?


Bis jetzt hat mir natürlich jede der Veröffentlichungen gefallen, deshalb fällt es schwer, ganz spontan drei Titel auszuwählen. Aber Oliver Fehns geradezu märchenhaft erzählte Neuinterpretation von John Miltons Versepos Paradise Lost mit dem Titel Das verlogene Paradies bedeutet mir sehr viel. Es ist eine Geschichte voller Poesie, Philosophie und so vieler fantastischer Momente, die einem nachhaltig im Gedächtnis bleiben. Die klassischen Illustrationen von John Martin runden das Buch zweifelsohne ab.

Ebenfalls sehr stolz bin ich auf unsere Mark-Twain-Ausgabe Der geheimnisvolle Fremde – Die Abenteuer des jungen Satan. Die düsteren Illustrationen des Mainzer Künstlers Tobias Könemann passen geradezu perfekt zu dem Literaturklassiker. Außerdem hat er auch ausschließlich für dieses Buch ein Ölgemälde angefertigt, welches das Cover ziert. Das Original hängt mittlerweile im Arbeitszimmer des Übersetzers, der es sich redlich verdient hat.

Ein weiterer Titel, der mir besonders gut gefällt, ist Oliver Fehns Kurzgeschichtensammlung, die unter dem Titel Hitzemond erschienen ist.  Zwar schreibt der Autor genreübergreifend, weshalb ich ihn nicht unbedingt ausschließlich den Genres Thriller oder Grusel zuordnen würde, aber jede der in Hitzemond enthaltenen Geschichten weist eine beklemmende, unheilvolle Atmosphäre auf, die auch Leser von Poe oder Stoker begeistern kann.


5. Welches war dein erstes professionell veröffentlichtes Buch/E-Book?


Das war der erste Roman meiner eigenen Dark-Fantasy Reihe über den Krieger Larkyen, der in einer archaischen Welt ums Überleben kämpft. Der Titel des Buches lautet Die Wiedergeburt.


6. Welches Buch/E-Book aus deinem Verlag würdest du mir zum Lesen empfehlen und warum?


Ganz aktuell wäre das eine Veröffentlichung von Schauergeschichten aus dem 19. Jahrhundert mit dem Titel Von Teufeln, Geistern und Dämonen. Der Verfasser ist Gustavo Adolfo Béquer, der auch häufig als Wegbereiter der spanischen Literatur bezeichnet wird. Die Ausgabe von Pandämonium ist zudem mit erklärenden Fußnoten versehen, weshalb man sie durchaus auch als Studienausgabe bezeichnen kann.


7. Unter welchen Umständen würdest du den Verlag mit einem anderen Beruf oder Hobby tauschen?


Ich kann mir derzeit nichts Schöneres vorstellen. Zwar gibt es auch hier stressige Momente, besonders, wenn sich die Arbeiten an einem Buchprojekt verlängern und dadurch die Gefahr besteht, dass sich der bereits angekündigte Veröffentlichungstermin verschiebt, aber letzten Endes ist es immer wieder schön, ein gedrucktes Buchexemplar in Händen zu halten.


8. Welcher Autor oder welche Person haben dich bei der Idee, einen Verlag zu gründen, am meisten beeinflusst?


Das waren weder ein Autor noch eine Person direkt, sondern viel eher meine seit Kindertagen anhaltende Liebe zur Literatur.


9. In welchem anderen Genre würdest du dich als Verleger gern ausprobieren?


Ein bisschen mehr aus der Horrorsparte ist immer willkommen.  Ich bin immerhin selbst ein großer Horrorfan.


10. Welches Buch aus deinem Programm könntest du dir am besten als Film vorstellen und wer sollte die Hauptrolle darin spielen?


Das wäre der von mir verfasste Roman Die Wiedergeburt mit Luke Evans als Larkyen. Wer Evans in dem Film Dracula Untold gesehen hat, wird mir sicher zustimmen, dass diese Rolle zu ihm passen würde.


11. Nach welchen Kriterien erfolgt die Manuskriptauswahl?


Ein Manuskript sollte schon nach wenigen Seiten einen Spannungsbogen aufweisen, außerdem sollte es glaubhafte Haupt – und Nebencharaktere aufweisen. Eine gute Geschichte drängt den Leser dazu, immer weiterzulesen, immer mehr erfahren zu wollen. Natürlich ist hierbei auch immer ein bisschen persönliche Vorliebe ausschlaggebend, aber wir versuchen schon, eingesandten Manuskripten eine faire Chance zu geben, wobei die genauere Prüfung leider auch einige Zeit in Anspruch nehmen kann.


12. Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei dir aus?


Kein Tag ist wie der der andere. Es gibt Tage, an denen ich mich ausschließlich mit dem Lesen und Prüfen eines Manuskripts auseinandersetze, ein anderes Mal plane ich mit dem Grafiker ein Cover oder bespreche mit Autoren die weiteren Arbeitsabläufe. Na ja, und dann sind da noch Tätigkeiten wie Buchführung, Berechnung von Kostenfaktoren, Verträge und so weiter, die natürlich auch mal weniger Spaß als der kreative Teil machen, aber dennoch erledigt werden müssen. Aber zum Glück gibt es Kaffee, das hält einen bei Laune.


13. Welchen guten Rat hast du für junge Autoren/Hobbyautoren?


Hört niemals auf, an euren Fähigkeiten zu arbeiten, denn auch das Schreiben ist ein Handwerk, und man verbessert sich über die Jahre hinweg. Geduld ist hierbei eine Tugend, die man nicht vernachlässigen sollte. Und der Drang, eine Geschichte erzählen zu wollen, sollte niemals mit dem ausschließlichen Wunsch einhergehen, nur mal eben seinen Namen auf einem Buchcover sehen zu können. Das Schreiben sollte von Herzen kommen, von Leidenschaft beherrscht und von dem Wunsch erfüllt sein, ganze Welten erschaffen zu können.


14. Woran arbeitest du derzeit?


Eines unserer aktuellen Projekte ist die Neuübersetzung eines Klassikers der französischen Literatur, der jahrelang nicht mehr auf dem Markt erhältlich war, obwohl er von einem Nobelpreisträger stammt. Der Titel wird im Herbst offiziell bekanntgegeben.

Und auch noch ein weiterer Schauerromanklassiker in völlig neuer, bibliophiler Ausgabe ist geplant – versehen mit Illustrationen und einem Hardcovereinband. Auch hierzu kann ich leider aus marketingtechnischen Gründen den Titel noch nicht bekanntgeben.

Ansonsten steht für Ende September endlich die Veröffentlichung von Tobias Könemanns Buch Das schwarze Holz an. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von unheimlichen Kurzgeschichten, zu denen er noch mehrere Schwarzweiß-Illustrationen im Stil alter Holzstiche beisteuert.


15. Was wünschst du dir für deinen Verlag?


Noch viele weitere tolle Projekte, die ich mit meinem Team realisieren kann – und natürlich jede Menge begeisterter Leser.


Weitere Informationen gibt es unter: