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Geek! Ausgabe 1

Früher war es nicht sonderlich angenehm, ein Geek zu sein. In den USA waren Geeks unter anderem Personen, die in Shows lebenden Tieren den Kopf abbissen.

Zum Glück ist das heute nicht mehr so – Leser des neuen Magazins werden daher nicht mit Bildern von enthaupteten Tieren konfrontiert.

Seit den Neunzigerjahren des letzten Jahrhunderts änderte sich die Bedeutung des Wortes Geek. Waren es zuerst noch Streber, die als Geeks ebenfalls als Außenseiter galten, so wurde mit dem Begriff mehr und mehr ein Kenner oder Fan eines bestimmten Themas bezeichnet.

Inzwischen schreiben wir das Jahr 2012 und der Begriff ist positiv besetzt – ein Geek, das ist jemand, der sich auskennt. Geeks findet man dabei im Bereich der Computer-Spiele, des Internets oder eben auch bei Horror- SF-, und Fantasy-Themen.

Schaut man sich im Bahnhofskiosk um, so findet man Magazine zu fast jedem Thema. Science-Fiction oder Fantasy jedoch gehören zu den verwaisten Genres; vor allem, seit das SpaceView eingestellt wurde.

Zeit also, mit einem neuen Magazin eben jene Geeks zu bedienen – und das Heft auch gleich entsprechend zu betiteln.

Das erste Geek! aus dem Hause Panini liegt nun vor, und es kleckert nicht mit entsprechenden Themen, sondern es klotzt! Neben einem Alien- und Prometheus-Special bietet das Magazin auch Episodenguides zu verschiedenen Serien wie »Fringe«, »Big Bang Theory« & »Eureka« sowie ein Essay über die Theorie zusätzlicher Raumdimensionen.

Weitere Topics wie Rezensionen, Gewinnspiele und News dürfen natürlich ebenfalls nicht fehlen; alles in allem also eine pralle Sammlung.

Aber lohnt sich der Preis von 6,90 Euro eigentlich?

Dass Erfahrung hinter dem Magazin steckt, das merkt man bereits auf den ersten Seiten. Da wird ein flotter, nicht zu förmlicher, nicht zu lässiger Ton angeschlagen, die Themenauswahl ist gelungen und die Anreißer machen neugierig.

Vor allem das Alien-Special sticht sofort ins Auge und bietet dem Leser Informationen und Denkansätze über die bekannten Fakten hinaus. Doch auch die restlichen Beiträge brauchen sich nicht zu verstecken; sie sind allesamt gelungen.

Das Layout und der Aufbau wissen ebenfalls zu gefallen; die Bilder sind gut gewählt und lockern auch längere Textpassagen auf. Zudem dürften sie Fans der entsprechenden Themen durchaus ansprechen.

Alles in allem also ein Magazin ohne Fehl und Tadel, eine gelungene Nummer 1 – hier beweist der Panini-Verlag ein gutes Händchen.

Die Gretchenfrage aber lautet in der heutigen Zeit stets, ob sich ein Magazin überhaupt lohnt. Schließlich findet man jede gewünschte Information früh im Web – meist kostenfrei und multimedial aufbereitet.

Schon so mancher Verlag musste erkennen, dass die Konkurrenz nicht mehr am Kiosk lauert, sondern in den Weiten des Webs zu finden ist – und er eben dieser Konkurrenz nichts entgegenzusetzen hat.

Tatsächlich muss man auch im Hinblick auf das Geek! sagen, dass es die reinen Fakten im Web zu finden gibt. Und dies sicherlich lauter und bewegter als auf gedrucktem Papier.

Hätten es die Macher dabei belassen, ich würde an dieser Stelle sagen, dass das neue Magazin keine 6,90 Euro Wert ist und dringend Nachholbedarf besteht.

Zum Glück aber haben die Autoren der einzelnen Beiträge einen ganz eigenen Stil in ihre Texte fließen lassen. Der Unterhaltungswert ist hoch, man nimmt das Heft gerne zur Hand und liest sich die einzelnen Beiträge durch; selbst dann, wenn man die Fakten bereits aus anderen Quellen kennt.

Und das ist der wohl wichtigste Punkt – das Magazin lädt zum Lesen ein, es möchte durchgeblättert werden. Und wenn der Leser am Ende angekommen ist, schaut er sehnsüchtig auf die Vorschau und den Erscheinungstermin für Ausgabe 2.

Nicht, weil er unbedingt sehr viel Neues erfahren hat. Die Zielgruppe dürfte mit Internet, Smartphones und Tablets perfekt informiert sein.

Nein, ganz einfach, weil ihm die Lektüre Spaß gemacht hat. Und das ist im Jahr 2012 der Weg, um am Kiosk zu bestehen!

 

Fazit: Ein gelungener Start für das Magazin!

PS: An dieser Stelle hebe ich eine Banane in die Höhe und sage: Unter Weiteres wünsche ich mir als echter Geek eine iPad-Ausgabe mit Trailern, Slideshows, Sound-Stücken etc. Das wäre wohl der Gipfel des Geektums und Pflicht für jeden Fan …!

Copyright 2012 by Gunter Arentzen

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Panini Verlag
Geek! Ausgabe 1
Juli/August 2012

Magazin
100 Seiten / 6,90 €
durchgehend farbig
Chefredakteur: Markus Rhode
Redaktion:
Claudia Kern
Alexander Haas
Susanne Döpke
Sascha Vennemann u.a.
Lektorat: Sabine Elbers
Layout: Andreas Mergenthaler
Amigo Grafik Ludwigsburg
Weitere Informationen:
www.geek-mag.de