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Internationale Fantasy IV

Internationale Fantasy IV

Fantasy aus Polen – spätestens seit Andrzej Sapkowski ist das ein Begriff. Sapkowskis viel gelobte Romane um den Hexer Geralt von Riva wurden schließlich nicht nur in 15 Sprachen übersetzt (darunter Deutsch), sondern haben auch noch als Vorlage für die international erfolgreiche Computerspielreihe The Witcher sowie für eine Miniserie und ein Pen&Paper gedient. Zudem gewann Sapkowski bereits mehrmals den renommierten, tendenziell eher Science Fiction-orientierten Janusz-A.-Zajdel-Preis, der jährlich auf der Polcon vergeben wird. Derzeit wird der 2013 im Original erschienene Geralt-Band Sezon Burz (dt. wörtlich Jahreszeit der Gewitter) auf Deutsch übersetzt, dessen Handlung zwischen den Erzählungen aus Der letzte Wunsch spielt (nach Der Rand der Welt und Der letzte Wunsch, vor Der Hexer und Die Stimme der Vernunft).

Aber auch abseits von Sapkowski hat Polen eine vergleichsweise lebendige Fantasy-Szene zu bieten, die zahlreiche Autoren hervorgebracht hat. Nicht nur ein bekannter Journalist, sondern auch ein beliebter Autor, der in seinen Politiksatiren häufig Fantasy- oder Science Fiction-Elemente verwendet, ist beispielsweise Marcin Wolski.

Internationale Bekanntheit erlangte auch Jacek Dukaj, dessen Werke unter anderem ins Englische übersetzt wurden. Für seinen Roman Lód erhielt er mehrere Auszeichnungen, darunter den Literaturpreis der Europäischen Union. Zudem diente eine Kurzgeschichte von ihm als Vorlage für den visuell beeindruckenden, Oscar-nominierten Kurzfilm Katedra von Tomasz Bagiński (siehe Video: www.youtube.com).

Weitere zumindest national bekannt gewordene polnische Fantasyautoren sind beispielsweise Jakub Ćwiek, Rafał Aleksander Ziemkiewicz, Anna Kańtoch, Konrad T. Lewandowski, der humoristisch ausgerichtete Andrzej Pilipiuk, Jacek Piekara, Maja Lidia Kossakowska und deren Ehemann Jarosław Grzędowicz.

Grzędowicz war zudem der Herausgeber des 2001 eingestellten Fenix-Magazins, das ebenso wie das noch immer erscheinende Fantastyka zahlreichen nationalen Autoren eine erste Plattform geboten hat. Unter anderem veröffentlichten Sapkowski und Dukaj ihre ersten Geschichten über Fantastyka.

Viele der genannten Autoren sind auch als Science Fiction-Autoren bekannt. Überhaupt wird die polnische Phantastik-Szene stark von diesem Genre dominiert. Neben genannten Autoren gehören hier beispielsweise Janusz Andrzej Zajdel, Maruk S. Huberath, Andrzej Ziemiański, Edmund Wnuk-Lipiński oder natürlich Stanislaw Lem zu den Stars des Genres.

Eine weitere Janusz-A.-Zajdel-Preisträgerin ist Anna Brzezińska, die zudem mit Edytę Szulc und Paulina Braiter-Ziemkiewicz 2002 den auf phantastische Literatur fokussierten Verlag Agencja Wydawnicza RUNA gründete. Weitere entsprechend fokussierte oder für die Phantastik wichtige Verlage sind beispielsweise Fabryka Słów, MAG, superNOWA, Zysk i spółka, Rebis oder Powergraph.

Braiter-Ziemkiewicz wurde zudem 2001 von der European Association of Science Fiction als beste Übersetzerin ausgezeichnet. Unter anderem übertrug sie Der kleine Hobbit ins Polnische.

Eine auffällige Besonderheit der polnischen Phantastik ist die breite Anerkennung von Anthologien, Episodengeschichten und Novellen, die sich beispielsweise auch in den Geralt-Büchern oder Erfolgen wie Robert Wegners beiden Kurzgeschichten-Sammlungen Stories from Meekhanese Border niederschlägt. Seit 1992 haben Kurzgeschichten/Novellen unter 30.000 Wörtern beim Janusz-A.-Zajdel-Preis sogar eine eigene Kategorie, nachdem zuvor bereits mehrmals Novellen den Preis in der einzigen anderen Kategorie für den besten Roman gewinnen konnten.

(ar)

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