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Wyatt Earp 1848 – 1929 – Teil 7

Ankunft in Tombstone

Wyatt Earp und seine Ehefrau Celia Ann Mattie Blaylock kamen mit einem Wagen am 01. Dezember 1879 in Tombstone an. In zwei anderen Wagen führen seine Brüder James und Virgil mit ihren Ehefrauen Bessie und Allie. Morgan Earp und seine Frau Louisa kamen ein paar Monate später in die Stadt. Bei seiner Ankunft in Tombstone war Wyatt Earp entgegen allen Legenden in der Stadt alles andere als bekannt. Unmittelbar nach ihrer Ankunft begannen die Earps damit, ihren Anspruch auf Bergbauminen in dem Gebiet um Tombstone anzumelden. Bereits am 06. Dezember 1879 konnten die drei Earps sowie Robert J. Winders die ersten Funde verbuchen. Von diesem Zeitpunkt an ging es mit den Earps bergauf, sodass sie weitere Claims und Grundstücke innerhalb der Stadt kaufen konnten. Doch die Earps besannen sich sehr schnell auf ihre lange Familientradition zurück, welche in den Saloons, in Glücksspielen, in den Diensten der Wells Fargo und natürlich in der Arbeit als Sheriff lag. Wyatt Earps Freund, John H. Doc Holliday reiste mit den Earps nach Arizona, blieb jedoch für mehrere Monate in Prescott. Doc kam im September 1880 nach Tombstone.

Gestohlene Maultiere auf der McLaury Ranch

Im Juli 1880 wurden aus dem Camp Rucker 6 Mulies, welche der Regierung gehörten, gestohlen. Lieutenant James Hurst und eine Gruppe Soldaten wurden ausgesandt, um die Maultiere zu suchen. Bei Tombstone schlossen sich Virgil Earp, Deputy US-Marshal, und seine Brüder Hursts Trupp an. Sie folgten einer Spur, die zur McLaury Ranch am Babacomari River lag. An der Ranch angekommen, wechselten Hurst und Frank Mc Laury für einen Moment einige Worte, bevor er mit seinen Leuten die Ranch verließ. Hurst dachte, dass er mit McLaury eine Vereinbarung getroffen hätte, ihm die Maultiere zurückzugeben. Jedoch Franks Erinnerung an dieses Gespräch besagte etwas anderes. Einige Tage später, am 30. Juli 1880 gab Lieutenant Hurst im Tombstone Epitaph eine Anzeige sowie eine Belohnung für das Auffinden der Maultiere auf. In der Anzeige wurden die vermeintlichen Diebe Pony Diehl, A. T. Hansbrough und Mac Demasters namentlich bekannt gegeben. Hurst bezichtigte darin auch Frank Patterson, Frank McLaury und Jim Johnson des Diebstahls der Maultiere.

Als Frank McLaury von diesem Vorwurf des Diebstahls erfuhr, schickte er seine Antwort darauf an den Epitaph, welche am 05. August 1880 veröffentlicht wurde. Über das Gespräch mit Hurst ließ McLaury verlauten: »Ich sagte ihm, dass ich sowohl die Männer als auch das Vieh nicht gesehen habe. Er fragte mich, ob ich die Männer kennen würde. Ich antwortete darauf, dass ich zwei der Männer kenne. Er bestand darauf, dass ich die Männer aufsuchen und ihnen sagen sollte, das Vieh wieder zurückzugeben. Im Gegenzug würde er keine Verhaftung der Männer durchführen lassen. Ich gab ihm zu verstehen, alles zu tun, was in meinen Kräften stehen würde. Im Laufe des nächsten Tages sah ich Diehl und sagte ihm genau das, was Hurst mir aufgetragen hatte. Diehl entgegnete daraufhin, dass er nichts von irgendwelchem Vieh wusste und dieses auch nicht gesehen hätte. Ich suchte Hurst auf, erzählte ihm von der Begegnung mit Diehl und interessierte mich nicht mehr für dieses Problem.«

Später erklärte Wyatt Earp, dass Hursts Suchtrupp die vermissten Mulies auf der McLaury Ranch gefunden hatten, jedoch Hurst nichts unternahm, um die Tiere wieder in Besitz zu nehmen. Was auch immer, es ergab keinen Sinn, wie sich Hurst in dieser Situation verhielt. Warum wurde ein Suchtrupp mit neun bewaffneten Männern aufgestellt, um die vermissten Tiere zu suchen und diese nicht zurück in die eigene Obhut brachte, als man sie gefunden hatte? Offensichtlich wurden keine Armee-Maultiere auf der Ranch gesehen.

Wyatt Earp sollte in diesem Zusammenhang später erklärt haben, dass der Vorfall auf der Ranch böses Blut zwischen den McLaurys und den Earps hervorgebracht haben sollte. Vielleicht nag dieses so gewesen sein, jedoch war Frank McLaury mehr mit Lieutenant James Hurst verfeindet als mit allen anderen.

(wb)