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Internationale Fantasy II

Internationale Fantasy – Fantasyliteratur aus den Niederlanden

Von Sportlern über Schauspieler und Moderatorinnen gibt es eigentlich eine ganze Reihe Prominenter aus dem Nachbarland, die in Deutschland Erfolge feiern. Auch niederländische Schriftsteller und Comiczeichner erreichen im deutschsprachigen Raum immer mal wieder das Licht der Öffentlichkeit – allerdings schreiben die wenigsten von ihnen Fantasy. Nun wird dieses Genre in der Öffentlichkeit ohnehin gerne vernachlässigt oder auf einige wenige Reihen, Subgenres und Klischees reduziert, aber sogar innerhalb der Niederlande selbst gibt es nur vergleichsweise wenige Autoren, die Fantasy oder überhaupt Phantastik schreiben.
Dabei ist die Szene selbst dort eigentlich durchaus lebendig – man denke nur ans Castlefest oder die Elf Fantasy Fair, die inzwischen zweimal jährlich in Haarzuilens und Arcen stattfindet. Zudem gibt es in den Niederlanden eine Reihe von Awards, die an nationale Autoren verliehen werden. Am bekanntesten dürfte der Paul Harland Preis sein, der jährlich für Kurzgeschichten aus den phantastischen Genres vergeben wird und nach einem Science Fiction-Autor benannt ist, aber beispielsweise auch das Castlefest vergibt eine eigene Auszeichnung.

Auf das Thema angesprochen bestätigt auch Paul Kater, einer der derzeit bekanntesten niederländischen Steampunk- und Fantasyautoren, dass das Genre in den Büchergeschäften und auf zahlreichen Websites durchaus präsent sei und einen wichtigen Teil des Buchverkaufs in den Niederlanden ausmache. Seine Vermutung für den dennoch geringen Anteil an nationalen Fantasyautoren: »Wir sind nur ein kleines Land, darum ist auch die Anzahl von Fantasyautoren beschränkt. Jedoch scheint es in den letzten Jahren dank Selfpublishing besser zu werden.«
Paul Kater kommt selbst aus der Selfpublisher-Szene. Am bekanntesten sind seine Hilda-Novellen um die Hexe Grimhilda, die in unserer Welt landet und nach einem Weg zurück sucht. Kater veröffentlicht diese Geschichten direkt auf Englisch, was ein Grund für seinen internationalen Erfolg sein mag, denn ihm zufolge werden nur wenige niederländische Titel ins Ausland verkauft.

Einer der niederländischen Fantasyautoren, der das zumindest mit seinen Kurzgeschichten geschafft hat, ist Thomas Olde Heuvelt. Mehrmals hat er den Paul Hardland Preis gewonnen, 2013 war er zudem für seine Kurzgeschichte The Boy Who Cast No Shadow für den Hugo Award nominiert. Für dieselbe Kurzgeschichte erhielt er ein Jahr zuvor gemeinsam mit Carlos Ruiz Zafón eine lobende Erwähnung bei den Science Fiction & Fantasy Translation Awards. Kürzlich ist sein jüngster Roman HEX beim bekannten Fantasyimprint Dromen Demonen veröffentlicht worden, der auch niederländische Versionen einiger deutschsprachiger Romane von Autoren wie Christoph Marzi, Markus Heitz, Bernhard Hennen oder Monika Felten veröffentlicht. Ebenfalls bei Dromen Demonen erscheinen die Romane von Ad van Tiggelen, der unter dem Pseudonym Adrian Stone zu den Größen der niederländischen Fantasyszene gehört und Romane wie die Devil-Trilogie geschrieben hat.

Spätestens Ende November 2013 sollen zudem die Werke von Kim ten Tusscher ins Englische übersetzt werden. In den Niederlanden feierte sie 2008 sowohl mit ihrem Debüt Hydragha über eine mysteriöse Stadt als auch mit der nachfolgenden Lilith-Trilogie Erfolge. Auch über ihre Werke hinaus engagiert sich ten Tusscher in der Fantasyszene, beispielsweise wirkte sie hinter den Kulissen beim Herr der Ringe-Fanfilm Born of Hope mit.

Im deutschsprachigen Raum sollten zumindest eingefleischte Perry Rhodan-Fans den Namen Tais Teng schon einmal gehört haben. Der Autor, Bildhauer und Zeichner, der eigentlich Thijs van Ebbenhorst Tengbergen heißt, aus Den Haag stammt und auch unter den Pseudonymen Ben Bergen und Eban Hourst veröffentlicht, hat zahlreiche Illustrationen für die Atlan-Heftserie gefertigt. Der viermalige Paul Harland Preis-Gewinner hat aber auch eine Reihe von den phantastischen Genres und der Kinderliteratur zuzuordnenden Romanen, Kurzgeschichten und Novellen geschrieben. Einige seiner Bücher wie Der Fluch des Waldes oder Der Kaiser aus dem Jenseits sind ins Deutsche übersetzt worden und bei Arena erschienen.

Weitere Fantasyautoren aus den Niederlanden sind etwa Marieke Frankema, deren Debütroman Dochter van de Zilv’ren Maan den Castlefest Book Award gewann, Atalanta Nèhmoura mit ihren Büchern um den Halbling Aïn oder Peter Schaap, der seit den 80er Jahren zahlreiche Romane unterschiedlicher phantastischer Genres veröffentlicht hat.
Im englischsprachigen Ausland erlangte zudem Will Huygen mit seinen von Rien Poortvliet illustrierten Gnomes-Bilderbüchern Berühmtheit.

Bildquellen und Anmerkungen:

  • Paul Kater hat sich für den Artikel zur Beantwortung einiger Fragen bereit erklärt. Seine Antworten sind in den Text eingeflossen. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank dafür und für die Bereitstellung seiner Cover! Seine Website und Quelle zu Cover 1 (Green Haven): http://www.paulkater.com/.
  • Ebenfalls vielen Dank an Kim ten Tusscher für ergänzende Informationen zu ihren Büchern und die Erlaubnis, die Cover nutzen zu dürfen. Ihre Website und Quelle zu Cover 2 und 3 (Lilith-Geboren in Licht und Hydragha): http://www.kimtentusscher.com/

(ar)

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